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19.05.2009
99downloads.de - zahlen für Gratisangebote

Vier Mal hat die Hamburger Firma Belleros Premium Media Limited mit ihrer Internetplattform 99downloads.de in diesem Jahr schon die Bank wechseln müssen, weil den Bankhäusern die massenhaften Beschwerden über falsche Rechnungen zu viel wurden.

Im Augenblick ist die 99downloads.de mit ihrer 22-jährigen Direktorin Stephanie Sch. bei der Kreissparkasse Osterholz in Niedersachsen und verschickt fleißig Rechnungen über 60 Euro für ein angeblich abgeschlossenes Jahresabo. Dafür könne man 99 verschiedene Freeware-Angebote wie Internet-Browser, Grafikprogramme, lizenzfreie Büroprogramme und Medientools herunterladen. Das Kuriose: Die Programme zum Herunterladen wie Adobe Flash Player oder divXPlayer gibt es überall kostenlos. Welche Programme 99downloads.de hat, erkennt man nur, wenn man sich anmeldet. Klickt man dann aber auf den Anmeldebutton ist es bereits zu spät. Man ist in der Abo-Falle und soll sofort 60 Euro zahlen. Für nichts und der Aussicht auf sowieso kostenlose Internetangebote.

Der Verbraucherschutz.tv-Betreiber Udo Schmallenberg (48) aus Warstein in Nordrhein-Westfalen zählte vom Februar bis Ende April diesen Jahres allein 50.000 Internetnutzer, die bei 99downloads.de hereingefallen sind. 750 Opfern beriet Schmallenberg persönlich.

Anfänglich machten sich Stephanie Sch. und ihr Mitarbeiter Jörg Sch., zuständig für die Ablehnung von Widersprüchen, noch die Mühe und schickten ihren "Kunden" eine Aktivierungsmail. Antwortet man darauf, bekam man eine Begrüßungsmail mit dem Hinweis, dass man durch die Aktivierung auf sein Widerrufsrecht verzichtet habe.

Neuerdings braucht man gar nicht mehr direkt auf die Seite von 99downloads.de zu gehen, um ungewollt Abonnent zu werden. Man braucht nur im Internet nach kostenlosen und billigen Angeboten zu googlen und kann schon auf einer Piratenseite der Belleros Premium Media Limited landen, die einer echten Produktseite täuschend ähnlich sieht, und muss dann 60 Euro bezahlen.

Zum Beispiel der bekannte Adobe Flash Player, mit dem man Bilder und Dokumente öffnen kann.

Über eine hervorgehobene Google-Anzeige gelangt man auf die Seite http://flash-player.downloadhit.info/. Auf dieser Seite wird der Adobe Flash Player zum Download angeboten - so scheint es. Die Seite ist groß überschrieben mit "Powered by Download-Trend.de". Darunter folgt eine kurze Beschreibung der Vorteile des Flash Players und in großen Lettern ">>Jetzt zum Download<<". Unten auf der Seite befinden sich die Copyright-Hinweise "© Copyright 2009 Download-Trend.de | Adobe Flash Player ist eine Marke der Adobe Inc."

Jeder kennt Adobe. Aber wer ist Download-Trend.de? Klingt nach einem Domainnamen. Und in der Tat handelt es sich nicht um einen Firmennamen, sondern um eine Domain, die der Belleros Premium Media Limited gehört. Das kann man aber nicht erkennen. Im Impressum steht nämlich ein Jan S. aus Wesel in Nordrhein-Westfalen. Klickt man auf ">>Jetzt zum Download<<", öffnet sich eine neue Seite. Dass man hier einen externen Link angeklickt hat, merkt man nicht ohne Weiteres. Das Design ist bei beiden Seiten nahezu identisch. Man ist unbemerkt von der Seite des Jan S. auf der Angebotsseite 99downloads.de der Firma Belleros Premium Media Limited gelandet. Jan S. fungiert also lediglich als Lockvogel.

Auf der Seite http://www.99downloads.de/index.php?l=flash-player&pp=241095 befindet sich nun ein Anmeldeformular, darüber eine kurze Beschreibung zum Flash Player. Neben dem Anmeldeformular befinden sich ebenfalls Informationen zum Flash Player. Erst wenn man weiter herunterscrollt, wird der unauffällige Fließtext sichtbar, aus dem hervorgeht, dass mit der Anmeldung ein kostenpflichtiger Vertrag abgeschlossen wird. Die gesamte Seite lässt aufgrund ihrer Aufmachung und der Tatsache, dass es sich beim Flash Player um Freeware (=kostenlos) handelt, nicht darauf schließen, dass bei der Anmeldung Kosten entstehen. Ein irreführendes Angebot.

Dasselbe passiert bei weiteren Google-Anzeigen mit dem zum Verwechseln aussehendem Logo des Adobe Players wie /flashplayer.download-fix.org. oder flash-player.download-tip.info. Man landet am Ende immer bei der kostenpflichtigen Belleros Premium Media Limited, die ihren Sitz in Birmingham in England hat und sich dort die Adresse 69 Great Hampton Street mit einem anderen Hamburger Internet-Direktor teilt. Nämlich Rolf Sch. (30) aus dem Alsterturm, der über seine Firma Online Premium Content Limited die Internetauftritte online-liebestest.de, online.sextest, liebestest-deutschland, online-maerchensammlung, zitate-und-sprueche und online-wellnesstipps besitzt.

Berlinerin: "Ich war nie auf der Seite 99downloads.de."

Silke Gliese mit Sohn Leon<br />©Sven Schmidt
Silke Gliese mit Sohn Leon
©Sven Schmidt
Eines der Opfer, die nie auf der Hauptseite von 99downloads.de gewesen sind, ist die Schülerin Silke Gliese (20) aus Berlin-Treptow. Sie bekam am 12. Mai 2009 von Belleros gar nicht erst eine Aktivierungs- oder Begrüßungsmail. Silke Gliese bekam gleich eine dicke Mahnung mit Androhung einer Leistungsklage oder alternativ eines gerichtlichen Mahnverfahrens, wenn sie nicht bis zum 20. Mai 2009 die fälligen 60 Euro überweise. Silke Gliese habe am 4. Mai, also acht Tage vor der Mahnung, einen Dienstleistungsvertrag mit 99downloads.de abgeschlossen und nicht von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht und müsse zahlen. Die E-Mail wurde "mit vorzüglicher Hochachtung" von der Belleros Rechnungsstelle unterschrieben.

"Ich bin bei dieser E-Mail fast vom Stuhl gefallen", erzählt die alleinerziehende Mutter ihres zweieinhalb Jahre alten Sohnes Leon völlig aufgelöst dem Finanznachrichtendienst www.GoMoPa.net. "Erstens waren die 14 Tage für einen möglichen Widerruf noch gar nicht um und glauben Sie mir, ich käme nie auf die Idee, einen Downloadservice zu abonnieren. Ich habe an diesem Montagvormittag bei eBay nach billigen Kindersachen gesucht und nebenher bei Jappy und MeinVZ, das zu StudiVZ gehört, mit Freunden gechattet. Wenn ich mir etwas herunterlade, dann suche ich mir immer etwas Kostenloses."

GoMoPa fragte bei der Bellero Premium Media Limited in Hamburg nach. Wir wollen die Direktorin sprechen. Die sei nicht da. Die Dame der Hotline verbindet mit einem Mitarbeiter der Marketingabteilung. Der junge Mann hört sich die Geschichte von Silke Gliese an, helfen kann er nicht: "Das unterliegt dem Datenschutz. Aber generell kann ich sagen, dass die Kunden sich bei uns anmelden und es dann wieder vergessen. Oder ein Dritter meldet sich an. Weitere Fragen kann nur die Direktorin beantworten. Schicken Sie uns eine E-Mail." GoMoPa bat per E-Mail um ein Interview, bekam aber keine Antwort.

Hamburger Inkasso-Anwalt verschickt angeblich letzte Mahnungen.

Verbraucherschützer<br />Udo Schmallenberg<br />©Schmallenberg
Verbraucherschützer
Udo Schmallenberg
©Schmallenberg
Verbraucherschützer Udo Schmallenberg weiss aus Erfahrung, was jetzt kommt: "Belleros-Inkasso-Anwalt Sven Sch. aus Hamburg schickt eine letzte Mahnung und nennt unzulässigerweise schon ein Aktenzeichen für den gerichtlichen Mahnbescheid, obwohl der Mahnbescheid noch gar nicht beantragt wurde. Der Ton wird härter, unverblümt wird gedroht. Gerade Jugendliche werden in Angst und Schrecken versetzt - viele zahlen aus Angst vor der Beichte bei den Eltern, vor einer Betrugsanzeige oder einem Schufa-Eintrag.

Die Opfer werden solange gemolken, wie Geld fließt. Das Konzept der Betreiber geht auf - viele 1000 User bezahlen. Da viele der Opfer Jugendliche sind, die sich mit falscher Adresse angemeldet haben, werden diese mittlerweile auch vom Anwalt des Unternehmens mit der Androhung einer Betrugsanzeige konfrontiert, obwohl klar ist, dass ein solcher Vorwurf nicht haltbar ist und 14-jährige nicht mit Haft bis zu 5 Jahren rechnen müssen, nur weil sie sich im Internet für ein offensichtliches Gratisangebot registrieren liessen."

Gibt es einen effektiven Weg, sich zu wehren?

Schmallenberg: "Schwachpunkt von 99downloads ist nach wie vor die Bankverbindung, denn der Seitenbetreiber muss ständig neue Bankverbindungen angeben, da die jeweils aktuelle Hausbank sich den Beschwerden der Rechnungsempfänger ausgesetzt sieht. Mahnbescheide wurden noch nicht verschickt."

Die Betreiber der Seite Verbraucherabzocke.info empfehlen, einen Musterbrief an die Bank, auf die die 60 Euro überwiesen werden sollen, zu schicken: "Sehr geehrte Damen und Herren, wie Sie aus den anliegenden Kopien ersehen können, haben wir eine Rechnung der Belleros Premium Media Limited erhalten. Dieses Unternehmen betreibt verschiedene Internetseiten, bei denen durch die Gestaltung der Eindruck erweckt wird, die Nutzung der Inhalte auf diesen Internetseiten erfolge kostenlos.

Lediglich im Kleingedruckten wird auf die Kostenpflichtigkeit hingewiesen. Für 60 Euro pro Jahr wird eine nennenswerte Gegenleistung jedoch nicht erbracht. Derartige Werbungen sind offenkundig wettbewerbswidrig. Bis Maßnahmen nach dem UWG allerdings greifen, sind oft Wochen vergangen und die unrechtmäßig erlangten Gewinne sind längst beiseite geschafft. Auch Maßnahmen der Strafverfolgung können nicht so schnell ergriffen werden, dass der finanzielle Schaden bei den Opfern begrenzt wird. Wir möchten daher an Sie sehr dringend appellieren, dazu beizutragen, den Drahtziehern diese Unrechtsgewinne vorzuenthalten: Kündigen und sperren Sie bitte das Konto!

Diese Maßnahme ist rechtlich zulässig. Wir verweisen auf einen Beschluß des OLG Hamm (13.10.2008 - I-31 W 38/08) und des OLG Karlsruhe (6W31/97), mit dem eine entsprechende Maßnahme abgesegnet wurde. Sie sind nicht verpflichtet, an einem Wettbwerbsverstoß gemäß § 1 und 3 UWG mitzuwirken. Für eine kurze Mitteilung wären wir Ihnen dankbar. Mit freundlichen Grüßen."

Und noch eine effektive Schwachstelle haben die Verbraucherschützer ausgemacht: Der Anwalt hat gar keine konkreten Originalvollmachten.

Verbraucherabzocke.info: "Bei der uns vorliegenden Vollmacht, die Rechtsanwalt Sch. auf Anfrage per E-Mail übersandt hat, handelt es sich nicht um ein Original, sondern lediglich um eine Kopie, die sich auch nicht auf die konkrete Forderung gegen den Betroffenen bezieht, sondern ganz pauschal gehalten ist. Unser Tipp: Sollte sich Herr Rechtsanwalt Sch. bei Ihnen melden und keine Originalvollmacht vorlegen, antworten Sie innerhalb von zwei Tagen etwa wie folgt:

Unter Hinweis auf § 174 BGB weise ich sämtliche Erklärungen in Ihrem Schreiben vom soundsovielten mangels Vorlage einer Originalvollmacht zurück. Der Brief sollte per Einschreiben/Rückschein verschickt werden. Machen Sie von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch."

Anzeigen wegen arglistiger Täuschung und Betruges nehmen alle Polizeiwachen entgegen. Im Internet unter: Internetwachen der Polizei.

Dokument zum Artikel
» Mahnmail von 99downloads

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