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03.10.2017
S&K zapfte sogar den Polizeicomputer an

ConventSo präsentierte sich der Finanzdienstleister S&K offiziell auf einem Firmenfoto, hier mit S&K-Vorstand Stephan Schäfer (38) aus Offenbach in Hessen Die Angst aufzufliegen, trieb die Frankfurter Protzmakler, Stephan Schäfer (38) und Jonas Köller (36) denen es gelang, von 2009 bis 2013 von 11.000 Geschädigten rund 240 Millionen Euro einzusammeln und die schließlich am 29. März 2017 wegen Veruntreuung von 90 Millionen Euro vom Frankfurter Landgericht zu je 8.5 Jahren Haft verurteilt worden sind, zu eigenartigen Detektiv-Aufträgen, wovon einer jetzt vor Gericht landete.

So sollen Schäfer und Köller ihre einstige neoklassizistische Firmen-Luxusvilla in der Kennedyallee 123 (920 Quadratmeter, Baujahr 1908, 1992 vollsaniert, Monatsmiete 17.000 Euro an den Hausbesitzer, die Pensionskasse der Farbwerke Hoechst aus Frankfurt) nach Abhör-Wanzen absuchen lassen haben. Für den Bestätigungsvermerk, dass die Villa wanzenfrei sei, sollen Schäfer und Köller der Detektei eine Viertelmillion Euro gezahlt haben.

Davon hörte 2012 Jean-Francois P. (51), der nach 15 Jahren seinen Job verloren hat, weil die Frankfurter Großbäckerei, in der er als Controller gearbeitet hat, pleite ging. Er bot sich Jonas Köller als Privatschnüffler an.

Köller war so beeindruckt von den Fakten, die der in Paris geborene und gelernte Tontechniker über ihn aus der polizeilichen Ermittlunsakte wegen seines mutmaßlich gekauften Doktortitels und den Ermittlungen wegen Titelmissbrauchs wusste, dass er ihn sofort für die nächsten zwei Jahre für einen Monatslohn von 1.800 Euro plus Spesen als Privatschnüffler einstellte.

Das Wissen des Privatdetektivs kam nicht von ungefähr.

Jean-Francois P. war mit dem Offenbacher Polizeioberkommissar Thomas K. befreundet, der für seine Freunde gern mal den Dienstcomputer befragen würde, obwohl das verboten ist. Den Detektiv und den Kommissar verband eine Leidenschaft. Sie spielten zusammen Fußball.

So kam es, dass Schäfer und Köller für eine vergleichsweise geringe Schmiergeld-Summe von 4.000 Euro schließlich über die Freundschaft des Privatdetektivs zum Oberkommissar den Polizeicomputer anzapfen konnten.

Als Gegenleistung für das Bestechungsgeld soll der Beamte nicht bloß immer wieder in den Datenbänken der Polizei geschaut haben, ob diese gegen Schäfer und Köller oder einen ihrer Mittäter ermittele.

Zudem habe er auf diese Weise kompromittierendes Material über S&K-Konkurrenten sowie missliebige Journalisten sammeln sollen.

Gegen den Offenbacher Polizeibeamten laufen die Ermittlungen noch wegen diverser Verdachtsfälle von Bestechlichkeit im Amt und Geheimnisverrats.

Mit dem Privatdetektiv wurde kurzer Prozess gemacht:

Er wurde nach einem Geständnis am 11. September 2017 vom Landgericht Frankfurt zu einer Haftstrafe von einen Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss Jean-Francois P. 600 Euro zahlen und 50 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten, wie BILD berichtete.

Über den Polizeioberkommissar sagte der Privatdetektiv vor Gericht aus, dass dieser nicht aus Habgier gehandelt habe, sondern, wie die Frankfurter Rundschau schrieb, der Gerechtigkeit halber.

Denn von S&K habe man ja immer nur lesen müssen, dass das "böse Buben" gewesen seien, "aber die wurden ja auch angegriffen, die wurden sogar erpresst, da gab es auch Geldübergaben, da hatte die Staatsanwaltschaft aber keine Zeit dafür".

Das Hamburger Magazin DIE ZEIT hat tatsächlich eine von Stephan Schäfer erfundene Erpressungs-Räuberpistole abgedruckt, weil Schäfer an den Finanznachrichtendienst GoMoPa.net 200.000 Euro gezahlt hat.

Dabei handelte es sich allerdings um Schadensersatz, den GoMoPa.net gegen Schäfer vor Gericht erstritten hat:

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