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16.10.2017
Siemens Aktienbetrug? "Die Haupthand" von Solingen verhaftet

ConventDiente als Lockvogel für vermeintliche Aktien-Betrüger: Seit dem Start des Mitarbeiter-Aktienprogramms Share Matching Plan im Jahr 2009 hat die Siemens AG aus München weit über zwei Millionen Matching-Aktien an seine Mitarbeiter ausgegeben, die bereits verbilligt erworbene Aktien drei Jahre gehalten haben. Im Februar 2015 übergab Joe Kaeser, 60, Vorstandsvorsitzender von Siemens aus dem bayerischen Arnbruck, die zweimillionste Matching-Aktie symbolisch an eine Mitarbeiterin in der Türkei. © Pressefoto Siemens AG Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft hob im Regierungsbezirk Düsseldorf eine mindestens zehnköpfige europaweit agierende Aktien-Betrügerbande aus. Sie hatte vermögenden Anlegern in Deutschland und der Schweiz am Telefon Siemens-Aktiendepots weit unter Wert zum Kauf anboten, wodurch die Anleger angeblich einen Gewinn von bis zu 25 Prozent einfahren könnten.

Boss der Bande soll ein selbständiger Spediteur und bislang unauffälliger Familienvater (38) aus Solingen sein, den die Bandenmitglieder nur unter dem Namen Die Haupthand oder Der Türke von Solingen gekannt haben sollen.

Die sogenannte Haupthand wurde Mitte September in der Solinger Innenstadt in seiner Wohnung in der Nähe der Beethovenstraße verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die Bande soll innerhalb kurzer Zeit mehr als 1 Million Euro eingesammelt haben. Das ist der bisher angezeigte Schaden. "Wir gehen davon aus, dass der Schaden noch weitaus höher liegt", sagte der die Ermittlungen führende Staatsanwalt Wolf Tilman Baumert.

Die Bande soll gar nicht im Besitz eines Siemens-Aktiendepots gewesen sein. Die geworbenen Anleger zahlten zwar für den vermeintlichen Aktienkauf auf deutschen Konten von wohlklingenden Firmen ein.

Doch eigens gedungene Finanzagenten aus Rumänien, die in Deutschland Firmen gegründet und Geschäftskonten eröffnet hatten, sollen das Geld sofort wieder abgehoben haben und mit Hilfe weiterer Finanzagenten so lange verschoben und somit gewaschen haben, bis die Herkunft verschleiert war. Auch der Boss dieser Finanzagenten (28) wurde verhaftet und sitzt in Untersuchungshaft. Im Gegensatz zum mutmaßlichen Bandenboss, der bislang alles abstreitet, zeigt sich der Geldwäscher-Chef geständig.

Zweifler könnten jetzt fragen: Wie konnten Anleger überhaupt glauben, dass jemand, der Siemens-Aktien besitzt, diese tatsächlich weit unter Wert verkaufen würde?

Bekanntlich ist der Wert der Siemens-Aktie innerhalb der letzten fünf Jahre von 76 Euro auf aktuell 120 Euro gestiegen. Obendrein zahlt das DAX-Schwergicht Siemens AG aus München jedes Jahr eine saftige Aktiendividende: für das zurückliegende Jahr 3,60 Euro je Aktie.

Doch die Siemens AG wurde nicht zufällig als Lockvogel für die Aktien ausgewählt. Denn seit acht Jahren verschenkt die Siemens AG auch Aktien an Mitarbeiter:

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