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02.06.2009
Geldwäsche: Unternehmer unter Generalverdacht
Jeder Unternehmer in Deutschland steht zumindest in der Krise unter dem Generalverdacht der Geldwäsche, also unter dem Verdacht, dass er Vermögenswerte aus Straftaten in den legalen Wirtschaftskreislauf einschleust. Das sagte Deutschlands oberster Kriminalist, der Präsident des Bundeskriminalamtes aus Wiesbaden, Jörg Ziercke (61), heute auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Bekämpfung der Geldwäsche in Berlin.

BaFin-Chef Jochen Sanio (links) und
BKA-Präsident Jörg Ziercke© GoMoPa
Diese Ansicht treibt jedoch Banken, Versicherungen, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Vermögensverwalter zu einem aussergewöhnlichen Anzeigenverhalten. Der Chef der Zentralstelle für Verdachtsanzeigen (Financial Intelligence Unit, FIU) beim BKA in Wiesbaden, Dr. Michael Dewald, verzeichnet in seinem Jahresbericht 2008, den er zur Pressekonferenz mitbrachte, eine auffällige Tendenz: Es gibt eine Häufung von Anzeigen gegen Unternehmer wegen Geldwäsche, ohne dass man bei näherem Hinsehen einen Geldwäschehintergrund erkennen kann.
In Dewalds Bericht heißt es: "Die FIU stellte bereits im 4. Quartal 2007 eine Häufung von Anzeigen fest, die offensichtlich keinen Geldwäsche- oder Terrorismusfinanzierungshintergrund erkennen ließen. Im Rahmen einer daraufhin durchgeführten dreimonatigen Trendbeobachtung wurde festgestellt, dass zirka zehn Prozent aller erstatteten Verdachtsanzeigen keinen erkennbaren Geldwäsche- bzw. Terrorismusfinanzierungshintergrund aufwiesen."
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