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22.11.2017
Netfonds AG Teil II: Maklerpool mit Hang zum Verklären?

Convent"Werden auch Sie Partner der NFS", wirbt der geschäftsführende Gründungsgesellschafter des Hamburger Haftungsdaches NFS Netfonds Financial Service GmbH Peer Reichelt (47, vorn) mit seinem Finanzgeschäftsführer Exsparkassenwirt Christian Hammer (43) um neue vertraglich gebundene Vermittler des Hamburger Maklerpools Netfonds AG. Deren Vorstände von links nach rechts: Martin Simon Steinmeyer (40) aus Hamburg, Peer Reichelt aus Hamburg, Oliver Kieper (41) aus Reppenstedt in Niedersachen und Diplombetriebswirt Karsten Albrecht Dümmler (52, Vorstandsvorsitzender) aus Hamburg © Netfonds.de/Youtube NFS Netfonds Financial Service GmbH aus Hamburg Wer bekommt schon gern den Spiegel vorgehalten? Diplombetriebswirt Karsten Albrecht Dümmler (52) aus Hamburg hat damit scheinbar keine Probleme. Neigt er doch zu einem verklärenden Blick. Insbesondere wenn es darum geht, was sein Maklerpool Netfonds AG bei Anlegern angerichtet hat.

Dümmler habe sich keinesweg die Finger schmutzig gemacht, etwa bei Nachrangdarlehen für den mutmaßlichen Berliner Betrugs-Bauträger Ioannis Moraitis, von dessen beruflichen Vorleben er gar nichts gewusst haben will. Die Vermittlung der hochriskanten Anlage wurde allerdings gestoppt, nachdem der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net den Zusammenhang zu Dümmler öffentlich machte.

Auch bei dem unter Betrugsverdacht stehenden Anlagemodell rund um das Hamburger Pleite-Pfandhaus Lombardium versucht Dümmler die Schuld allein auf den Produktgeber und einst angebundenen Vermittler Fidentum GmbH zu schieben, der Insolvenz angemeldet hat. Seine Rolle als Maklerpool werde hier missverstanden.

Und seine persönlichen und sogar die bilanzierten Beteiligungen der Netfonds AG an den Produktgebern für die schlecht laufenden Primafonds und teuren Solit-Goldanlagen mit seinem Joint-Venture-Partner VPS Financial Services AG streitet Dümmler ab oder spielt sie herunter.

Auch sei über das Haftungsdach der NFS kein einziger Zeichnungsschein von S&K Anlegern angenommen worden. Somit sei auch kein S&K Anleger vom Haftungsdach der NFS erfasst worden, der an eine Großkanzlei hätte verraten werden können, die im Gegenzug die Vermittler verschonte.

GoMoPa.net habe mit seinem Artikel "Netfonds AG: Maklerpool mit Hang zum Anlegerverrat?" vom 9. November 2017 offenbar keine Ahnung davon, worin das Geschäft eines Maklerpools überhaupt besteht, ließ Dümmler über seinen Rechtsanwalt Dr. Christian Triebe von der Kanzlei Graf von Westphalen aus der Alten Post in Hamburg Neustadt wissen:

Unwahr sei, so der Anwalt,

Zitat:


dass die Netfonds AG und/oder Herr Dümmler angeblich "Anleger von einer Geldvernichtungsmaschine in die nächste schicken" würden.

Diese Falschbehauptung offenbart ein grundlegendes Fehlverständnis der Funktionen und Kompetenzen eines Maklerpools, wie die Netfonds AG.

In einem Maklerpool werden lediglich das Geschäft von vielen Maklern gebündelt (gepoolt) und bestimmte Serviceleistungen angeboten.

Die einem Maklerpool angeschlossenen Makler bleiben jedoch rechtlich und wirtschaftlich selbständig und sind auch nicht weisungsgebunden, so dass sie gegenüber ihren Kunden, den Anlegern, selbst verantwortlich sind und bleiben.


Diese Verantwortung lehnen die vertraglich gebundenen Vermittler der NFS mit Hinweis auf das Maklerdach aber ausdrücklich ab.

Der vertraglich gebundene Vermittler iEstate GmbH aus Berlin weist im Impressum seine Kunden darauf hin, dass alle Beschwerden an das Haftungs NFS der Netfonds AG weitergeleitet werden.

Und völlig unmissverständlich stellt das dazugehörige Schwarmfinanzierungsportal ifunded.de bei jeder Crowdfinanzierungsrunde klar:

Zitat:


Die iEstate GmbH, Berlin, als Betreiberin der Plattform iFunded handelt bei der Anlagevermittlung als "vertraglich gebundener Vermittler" im Sinne des § 2 Abs. 10 Kreditwesengesetz und wird dabei ausschließlich im Namen, für Rechnung und unter der Haftung der NFS Netfonds Financial Service GmbH, Hamburg, tätig.


Und was kann man da missverstehen, wenn der NFS-Geschäftsführer und Netfonds AG-Vorstand Peer Reichelt (47) aus Hamburg in seinem im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2015 mit eigener Feder das Geschäftsprinzip ebenso klar und deutlich erklärt:

Zitat:


Die Geschäftspolitik der NFS zeichnet sich durch die (fast) vollständige Auslagerung ihrer geschäftlichen Tätigkeiten aus. Insbesondere der Vertrieb von Finanzinstrumenten wurde fast vollständig auf "vertraglich gebundene Vermittler (vgV)" gemäß § 2 Abs. 10 KWG ausgelagert.

Die vertraglich gebundenen Vermittler führen der NFS Kunden zu, indem sie bereits vorhandene Depotbestände ihrer Kunden in den Bestand der NFS einbringen.

Sodann wickeln sie ihr gesamtes Neugeschäft aus der Anlage- und Abschlussvermittlung von Finanzinstrumenten ausschließlich über die NFS ab, die als sogenanntes Haftungsdach fungiert.


Aber lesen Sie selbst, wie Dümmler in der Rückschau von vermittelten Skandalanlagen seinen Blick auf sich und seinen Maklerpool verkärt. Und was GoMoPa.net im Vergleich dazu herausgefunden hat:

Zunächst einmal geht es um ein bisschen Erbsenzählerei.

Karsten Dümmler erklärt über seien Anwalt Dr. Triebe:

Zitat:


Unzutreffend ist bereits die Darstellung, dass die NFS Netfonds Financial Service GmbH (im Folgenden NFS) angeblich "im Jahr 2015 für die Netfonds AG rund 23,3 Millionen Euro an Provisionen" hereingeholt habe, und der dadurch erweckte Eindruck, dass der Netfonds AG der gesamte Erlös zugeflossen sei.

Die Netfonds AG ist vielmehr lediglich in einer Höhe von 51 Prozent an der NFS Netfonds Financial Service GmbH beteiligt, so dass diese den genannten Umsatz auch nicht "für die Netfonds AG" reingeholt hat.


GoMoPa.net liefert hier gern nach, dass die Erlöse zwar mehrheitlich der Netfonds AG zustehen, aber eben auch minderheitlich anderen Gesellschaftern, wie zum Beispiel Karsten Albrecht Dümmler, der laut einer Wirtschaftsauskunft nicht nur zu 16,03 Prozent an der Netfonds AG, sondern auch mittelbar zu 8,18 Prozent an der NFS beteiligt sein soll.

Die direkten Gesellschafter neben der Netfonds AG sind die Hamburger PR Capital Vermögensverwaltung UG (haftungsbeschränkt) zu 14,5 Prozent, die unter alleiniger Leitung von Netfonds AG-Vorstand und NFS-Geschäftsführer Peer Reichelt (47) aus Hamburg steht.

Weiter die Hamburger Deichhorst Vermögensverwaltungs UG (haftungsbeschränkt) zu 14 Prozent, die zu 100 Prozent dem Netfonds AG-Vorstand Martin Simon Steinmeyer (40) aus Hamburg gehört und von ihm geführt wird.

Weiter die Hamburger KD Investment & Consulting GmbH mit 13,5 Prozent, die unter alleiniger Leitung von Karsten Albrecht Dümmler steht. Sie ist ein Handelsvertreter der NFS Netfonds Financial Service GmbH.

Weiter die Hammer Holding GmbH zu 4 Prozent, die je zur Hälfte Christina und Franz Hammer aus Norderstedt in Schleswig-Holstein gehört und vom NFS-Finanzgeschäftsführer Ex-Sparkassenwirt Christian Hammer (43) ebenfalls aus Norderstedt alleinig geleitet wird.

Zuletzt sei hier noch der Netfonds AG-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Schwantge (67) aus Frankfurt am Main erwähnt, der zu 3 Prozent an der NFS beteiligt sein soll.

Aber ändern nun die vollständig erwähnten Beteiligungsverhältnisse etwas an der GoMoPa.net-Aussage, dass die NFS für ihre Mutter Netfonds AG Erlöse reinholt, da doch, wie wir oben gesehen haben, alle vertraglich gebundenen Vermittler des Maklerpools bei der NFS angebunden sind? Wohl kaum.

Rechtsanwalt Dr. Triebe behauptet nun einfach ins Blaue hinein:

Zitat:


Ferner sind die im darauffolgenden Absatz wiedergegebenen Beteiligungen unseres Mandanten Herrn Karsten Albrecht Dümmler falsch.


GoMoPa.net hat eine Wirtschftsauskunft bemüht und folgende Daten über Karsten Albrecht Dümmler veröffentlicht:

Zitat:


Er kommt mit seinem persönlichen Anteil von 16,03 Prozent, dem Anteil von Ute Dümmler von 0,99 Prozent und dem Anteil der Dümmler Vermögensverwaltungs GmbH von Gretel Dümmler von 5,44 Prozent auf 22,46 Prozent an der Netfonds AG.


Falls nun Dümmlers mittelbarer Anteil höher sein sollte, als angegebn, bitten wir um Entschuldigung. Mitgesellschafter der Netfonds AG ist beispielsweise auch zu 11,98 Prozent eine Hamburger Feedback AG, die sich wiederum zu 80 Prozent im Streubesitz befindet. Hier könnte ja Dümmler auch noch Mit-Streubesitzer sein.

Nach diesem Diskurs zum Rollenverständnis der Netfonds AG und zu Beteiligungen an der NFS geht es nun zu einzelnen Anlegerfällen:

Zum neuesten Fall Moraitis führt Dümmlers Rechtsanwalt an:

Zitat:


Beispielsweise hat noch kein Kunde der NFS Verluste mit einer Beteiligung an Produkten des Herrn Moraitis erlitten.


Erstens gesteht mit diesem Satz Anwalt Dr. Triebe nun doch ein, dass die Anleger "Kunden der NFS" sind, was er ja im Rollenverständnis des Maklerpools bestritten hatte.

Und zweitens hat ja auch niemand behauptet, dass die NFS-Kunden bei Moraitis bereits Verluste erlitten hätten.

Die "Kunden der NFS" haben aber seit August 2017 rund 400.000 Euro völlig unbesicherter Nachrangdarlehen an Ioannis Moraitis bezahlt, ehe die Finanzierung des neuen Projektes Schillerpromenade durch Kleinanleger in der geplanten Höhe von 1,1 Millionen Euro am 17. November 2017 endlich gestoppt wurde - offensichtlich, weil GoMoPa.net darauf aufmerksam gemacht hat, dass der Schuldner Moraitis in einem aktuellen Betrugsverfahren bezüglich eines zurückliegenden Projektes in der Zossener Straße in Berlin "eine Freiheitsstrafe zu erwarten hat", wie ein Berliner Staatsanwalt am 29. September 2017 mitteilte.

Dümmler hat die NFS-Kunden damit blind ins offene Messer laufen lassen. Das war der Kritikpunkt, um den es im GoMoPa.net-Bericht ging.

Dümmlers Anwalt entschuldigt seinen Mandanten Dümmler mit Unwissenheit:

Zitat:


Falsch ist ferner, dass unser Mandant Herr Dümmler über etwaige Verhaltensweisen des Herrn Moraitis "persönlich unterrichtet" worden sei.


Hier hat sich GoMoPa.net auf die Aussage eines nicht zu GoMoPa.net gehörenden Journalisten verlassen, der behauptete, Dümmeler "persönlich unterrichtet" zu haben.

Aber Fakt ist: GoMoP.net hat die iEstate GmbH noch vor Erscheinen des Artikels über die Netfonds AG über die Verhaltensweisen des Ioannis Moraitis ausführlich informiert, was der Support der ifunded.de am 7. November 2017 mit den Worten quittierte:

Zitat:


Ihre Anfrage (2020) ist eingegangen und wird von unserem Supportteam überprüft.


Offensichtlich funktioniert das Beschwerdesystem des gebundenen Vermittlers iEstate GmbH zu seinem Haftungsdach NFS und seinem Maklerpool Netfonds AG nicht so richtig.

Im Gegensatz dazu zeigt sich Dümmler sehr eingeweiht über die Schadensersatzleistungen des Moraitis an eine Mieterin in der Zossener Straße in Berlin Kreuzberg, wo Moraitis zuvor als Bauträger auftrat.

Dümmlers Anwalt belehrte GoMoPa.net dahingehend:

Zitat:


Im Übrigen wurde Herr Moraitis nicht "zu Schadensersatz verurteilt", sondern er hat in einem Gerichtsverfahren nach unserer Kenntnis lediglich einen Vergleich über den Erwerb beschädigter Kunstgegenstände geschlossen.


Der Anwalt hat Recht. Ein Vergleich ist keine Verurteilung. GoMoPa.net hat den Fehler in dem Artikel inzwischen korrigiert. Es heißt dort nun, Moraitis wurde zu Schadensersatz gezwungen. Ohne Klage war ja Moraitis nicht bereit gewesen, Schadensersatz zu leisten.

Aber warum haben die Anleger ("Kunden der NFS"), die Moraitis frisches Geld anvertrauen sollten, auf dem Portal ifunded.de nicht ein Sterbenswörtchen darübe erfahren, dass der Schuldner Moraitis im vorigen Projekt Schadensersatz leisten musste? GoMoPa.net hatte über den Fall bereits im August 2017 berichtet.

Zum Fall des Hamburger Edelpfandhauses Lombardium, gegen dessen Verantwortliche die Staatsanwaltschaft ermittelt, erklärt Rechtsanwalt Dr. Triebe:

Zitat:


Zudem haben unsere Mandanten auch keine Anteile an dem "untergegangenen Edelpfandhaus Lombardium" vermittelt, sondern außschließlich an verschiedenen Beteiligungsgesellschaften.


Das ist richtig. Das mutmaßliche Betrugsmodell, das von der Hamburger Fidentum GmbH entwickelt worden sein soll, die ein vertraglich gebundener Vermittler des Maklerpools war, war etwas komplexer.

Das von der Fidentum GmbH über stille Beteiligungen eingesammelte Geld sollte durch Kreditvergabe an die Pfandleihhaus Lombardium Hamburg GmbH & Co. KG angelegt werden.

Die Stiftung Warentest erläuterte anlässlich der Razzia (14. Juni 2016) im Pfandhaus auf ihrem Portal test.de am 16. Juni 2016 den mutmaßlich kriminellen Hintergrund des Geschäfts wie folgt:

Zitat:


Laut Staatsanwaltschaft Hamburg besteht der Verdacht, dass die Pfandleihhausfonds-Modelle Schroeder Lombard, Lombard Plus, Lombard Classic, Lombard Classic 2 und Lombard Classic 3, die über die Fondsgesellschaften Erste Oderfelder GmbH & Co. KG sowie die Lombard Classic 3 GmbH & Co. KG eingesammelt wurden, zweckwidrig verwendet wurden.


Die BaFin untersagte das Geschäft, weil Lombardium gar nicht, wie beworben, genügend wertvolle Yachten, Edelsteine oder Uhren belieh, sondern bis Ende 2015 auch hochriskante Wertpapiere wie Inhaberaktien und Inhabergrundschuldbriefe als Pfänder akzeptierte.

Test.de schreibt weiter:

Zitat:


Die Beteiligungsmodelle habe die Firma Fidentum GmbH entwickelt, über deren Vermögen bereits im Dezember 2015 das Insolvenzverfahren eröffnet wurde.


Auch die Beteiligungsfirmen mit den stillen Beteiligungen der Anleger gingen wegen der fehlenden Rückflüsse von Lombardium reihenweise krachen. Die Anleger verloren nicht nur ihr Geld in zweistelliger Millionenhöhe. Die Insolvenzerwalter fordern von ihnen gar die Rückzahlung von eventuell erhaltenen Ausschüttungen, weil sie als stille Teilhaber nur an Gewinnen beteiligt werden, die es aber nie gab.

Dass die Pfänder nichts taugen, konnten die eingesetzten Vermittler spätestens ab November 2013 den Pfandlisten der Lombard Classic III KG entnehmen. Es wurde dennoch weitervermittelt.

Seit 2015 konnte man man in einem Kommentar auf Cash-Online lesen, dass sich Fidentum an Netfonds beteiligt hätte. Der Kommtentar wurde nach dem GoMoPa.net-Bericht von Cash-Online gelöscht.

Dümmler stellt noch einmal über seinen Anwalt ausdrücklich klar:

Zitat:


Fidentum hat sich nie an der Netfonds AG beteiligt.


Gegenüber dem Leipziger Portal Die Bewertung ging die Netfonds AG in ihrer Antwort nach einer finanziellen Beteiligung ihres vertraglich gebundenen Agenten Fidentum an der Netfonds AG sogar noch einen Schritt weiter und behauptete:

Zitat:


Alle Netfonds-Unternehmungen waren und sind gänzlich produktgeberunabhängig.


Diese Behauptung regte allerdings GoMoPa.net zu der Nachfrage an: Produktgeberunabhängig?

GoMoPa.net fand über eine Wirtschaftsauskunft folgende Beteiligungsverhältnisse, die an dieser behaupteten Produktgeberunabhängigkeit zweifeln lassen.

GoMoPa.net schrieb:

Zitat:


Die joint venture Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Wiesbadener Graumarktakteur VSP Financial Services AG (Mutter der Hamburger Fondsvermittlung24.de GmbH von 2011 bis 2015) zeigt da etwas anderes:

Netfonds-Mitinhaber Karsten Albrecht Dümmler hat in der VSP-Tochter Prima Fonds aus der Borsigstraße 18 in Wiesbaden und hatte in den Hamburger VSP-Töchtern Solit-Gruppe sehr wohl seine Finger drin.

Mit 5,61 Prozent ist Karsten Albrecht Dümmler indirekt an der Prima Fonds Service GmbH beteiligt. Die Netfonds AG hält 35 Prozent, die VSP AG 65 Prozent.


Dümmlers Anwalt Dr. Triebe behauptet nun:

Die VSP Financial Services AG ist nicht die Mutter der Hamburger Fondsvermittlung24.de.

Stimmt, aber die VSP Financial Services AG (VSP AG) war es von 2011 bis 2015. GoMoPa.net hat die Jahreszahlen im Artikel ergänzt. Die Zahlen beruhen auf der Veröffentlichug im Bundesanzeiger.

In der Bilanz der Fondsvermittlung24.de GmbH 2014 heißt es dazu:

Zitat:


Mit Wirkung ab Beginn des Geschäftsjahrs 2011 besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem alleinigen Gesellschafter VSP AG.


Netfonds AG-Chef Karsten Dümmler überwachte noch 2014 als Vize-Aufsichtsrat der VSP Financial Services AG deren damalige VSP AG-Vorstände Robert Vitye (38) aus Wiesbaden, der die VSP AG immer noch leitet, und Thomas Hellener (38) aus Idstein, der seit August 2016 die Geschäfte bei der VSP-Tochter SOLIT Fonds GmbH führt.

Im Laufe des Jahres 2015 schloss die Fondsvermittlung24.de GmbH einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der bilanziell überschuldeten 4 Free AG aus der Süderstraße 77 in Hamburg ab. Die gesamte 4 Free Gruppe samt Fondsvermittlung24.de GmbH wurde am 1. September 2015 von der Value Management & Research AG aus Kronberg im Taunus geschluckt. Die Fondsvermittlung24.de GmbH hatte am 21. Juli 2015 einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der VMR AG abgeschlossen.

War die Netfonds AG durch die Abspaltung ihres Joint-Venture-Partners VSP AG von der Fondsvermitlung24.de GmbH im Jahre 2015 nun tatsächlich von ihrem vertraglich gebundenen Agenten Fondsvermittlung24.de GmbH unabhängig?

Schaut man sich die personellen Verflechtungen der Netfonds AG und der Fondsvermittlung24.de GmbH auch nach der Abspaltung von der VSP AG an, dann ergibt sich eher ein miteinander verwobenes als unabhängiges Bild.

Netfonds AG-Vorstand Peer Reichelt findet sich laut Jahresbilanz 2015 im Aufsichtsrat der 4 Free AG wieder.

Seit dem 3. Juni 2015 werden die Geschäfte der VMR AG von dem Vize-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Schwantge überwacht. Schwantge ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Netfonds AG und ausweislich einer Bilanz aus dem Jahre 2015 zugleich Vorstand und Verwaltungsrat der NFS Capital AG im Fürstentum Liechtenstein.

Dümmler stört es, dass GoMoPa.net ihn als Inhaber der Netfonds AG bezeichnete. Sein Anwalt monierte:

Zitat:


Ferner ist unser Mandant Herr Dümmler auch nicht Inhaber der Netfonds AG.


Stimmt, die exakte Bezeichnung lautet Mitinhaber. GoMoPa.net hat das im Artikel nachträglich korrigiert.

Dümmler bestreitet, dass er einen 5,61 Prozent Anteil an der Prima Fonds Produktgeberin hält. Sein Anwalt erklärt:

Zitat:


Schließlich hält Herr Dümmler auch nicht eine direkte oder indirekte Beteiligung an der Prima Fonds Service GmbH in Höhe von 5,61 Prozent.


Möglich, dass diese Zahl inzwischen nicht mehr aktuell ist. Für die Vergangenheit weist eine Wirtschaftsauskunftei diese Beteiligung exakt so aus.

Aber wäre die Netfonds AG ohne Dümmlers direkte Beteiligung dann tatsächlich unabhängig von der Prima Fonds Service GmbH?

Nein. Und nicht nur weil GoMoPa.net bei einer Wirtschaftsauskunft auch eine Beteiligung von 0,33 Prozent an der Prima Fonds Service GmbH fand, die der Netfonds AG-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Schwantge halten soll.

Sondern vor allem weil die Netfonds AG in ihrer zuletzt veröffentlichten Jahresbilanz für das Jahr 2015 ausgewiesen hat, dass der Maklerpool an der Prima Fonds Service GmbH einen Anteil von 35 Prozent hält.

Womit Netfonds-Mitinhaber Dümmler dann doch wieder indirekt an der Prima Fonds Service GmbH beteiligt ist, die wegen ihrer schlecht laufenden Fonds keine gute Empfehlung für die Anleger gewesen sind. Die anderen 65 Prozent an der Prima Fonds Service GmbH hält der Netfonds-Joint-Venture-Partner VSP AG.

Hinsichtlich der VSP-Tochter SOLIT Gruppe lässt Dümmler von seinem Anwalt Dr. Triebe schon wieder die im Bundesanzeiger veröffentlichten Eigentumsverhältnisse bestreiten.

Gestützt auf die veröffentlichte Bilanz schrieb GoMoPa.net:

Zitat:


Auch mit Solit Gold tat Dümmler den Anlegern keinen Gefallen:

Noch im Geschäftsjahr 2014 war die Netfonds AG über ihre NSI Netfonds Structured Investments GmbH zu je 50 Prozent an den Hamburger VSP AG-Töchtern Solit Kapital GmbH, Solit Management GmbH und Solit Management Suisse GmbH beteiligt.


Dr. Triebe richtete nun GoMoPa.net aus:

Zitat:


Die auf die Netfonds AG entfielene Beteiligung lag wesentlich niedriger.


Mit dieser Aussage führt Dr. Triebe allerdings seinen Mandanten klar als Lügner vor.

Denn die Zahl 50 Prozent stammt von Dümmler selbst, der den Jahresabschluss der Netfonds AG für das Geschäftsjahr 2014 abgezeichnet hat. Die in der Bilanz genannten Zahlen wurden auch von den Netfonds AG-Vorständen Martin Simon Steinmeyer, Peer Reichelt und Oliver Kieper abgezeichnet und von den Wirtschaftsprüfern Holger Martens und Bernd Dankowski von der DPRT GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steurerberatungsgesellschaft aus Hamburg bestätigt.

So viel also zur behaupteten "Produktgeberunabhängigkeit".

Nun zu einem Fall von Anlegerverrat.

Am Beispiel des vertraglich gebundenen NFS-Agenten Fondsvermittlung24.de wurde leider auch deutlich, dass dieser Agent seine an die S&K vermittelten Anleger mit einem miesen Deal (Datenlieferung aller vermittelten Anleger an die Massenklägerkanzlei PIA in Frankfurt, dafür Verschonung der Vermittler und damit auch ihres Haftungsdaches NFS) praktisch verraten hat, wie GoMoPa.net aufdeckte.

Doch Dümmler will davon gar nicht betroffen sein. Er lässt ausrichten:

Zitat:


Entgegen ihrer obigen Darstellungen wurde über das Haftungsdach der NFS kein einziger Zeichnungsschein von S&K Anlegern angenommen, das heißt, von dem Haftungsdach der NFS wird kein S&K Anleger erfasst.

Mit der angesprochenen "PIA" haben unsere Mandanten entgegen dem in Ihrem Artikel erweckten Eindruck nichts zu tun.


Ein schlechter Witz:

Ein S&K-Anleger, der das Beratungsangebot der PIA ProtectInvestAlliance annahm, erlebte folgendes:

Zitat:


Bei dem persönlichen Gespräch am ... um ... bei der PIA An der Dammheide 10 in Frankfurt war meine Frau als Zeugin anwesend. [...] Dann hat er (ein Rechtsanwalt in einer anderen Angelegenheit - Anmerkung der Redaktion) uns absprachegemäß Herrn Rechtsanwalt ... als Sachbearbeiter zur S&K-Angelegenheit ins Besprechungszimmer geschickt, der uns dann unter anderem darüber informierte, dass PIA nichts gegen Fondsvermittlung24.de unternehmen wird. Gründe hat er trotz Nachfrage nicht genannt.


Es gab zwei Gründe. Neben dem schon erwähnten Datendeal soll sich die Fondsvermittlung24.de GmbH noch mit einer zweiten Masche gegenüber den S&K-Anlegern abzusichern versucht haben.

Um einer Haftung für S&K-Produkte zu entgehen, soll sich die Fondsvermittlung24.de unter dem Haftungsdach der Netfonds AG von ihren Kunden unterschreiben lassen haben, dass keine Beratung stattgefunden habe. Man habe nur den Kundenwunsch ausgeführt.

Doch damit kämen die Vermittler nicht durch, meinen die KAP-Rechtsanwälte aus München und haben Interessierte zum Beispiel am 21. Oktober 2013 in einer Online-Konferenz aufgeklärt.

Anwalt Thorsten Krause schreibt außerdem auf der Kanzlei-Homepage:

Zitat:


Gerade die Fondsvermittlung24, die hier erheblichen Vertrieb für die S & K übernommen hatte, dürfte sich als Schadensersatzgegner durchaus anbieten.

Wir sehen die Fondsvermittlung24.de auch nicht als sogenannte "execution only"-Stelle, sondern vielmehr als beratende Stelle, die aktiv in den Vertrieb eingegriffen hat und Anleger aktiv beriet.

So berichten uns mehrere Mandanten übereinstimmend, dass sie von Mitarbeitern der Fondsvermittlung24.de angerufen und ihnen die Investitionen in S & K-Fonds nahegelegt wurden.

Uns liegen darüber hinaus noch weitere Informationen vor, die klar für eine Beratung durch die Fondsvermittlung 24 sprechen. So wurden Anleger unter anderem per E-mail angeschrieben, und ihnen wurden die Vorzüge des jeweiligen S&K Fonds in den höchsten Tönen empfohlen und eine Investition ausdrücklich angeraten.

Sobald sich ein Institut aus dem Rahmen des sogenannten. execution only (beratungsfreier Vertrieb) hinausbewegt, sind im Rahmen der Beratung die gleichen Voraussetzungen anzuwenden, wie bei einem "normalen" Vertrieb.

Das heißt, der empfohlene Fonds muss auf seine Wirtschaftlichkeit und Plausibilität geprüft werden, und bei der Beratung müssen dem Anleger die Chancen und Risiken dieser Fonds korrekt dargestellt werden.

In den von uns betreuten Fällen wurde den Anlegern regelmäßig der Eindruck erweckt, dass zum Beispiel die Fonds Deutsche S&K Sachwerte Fonds GmbH & Co. KG oder Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 GmbH & Co. KG direkt in Immobilien investieren würden, was schon nach den Fondsprotokollen nicht der Fall ist. Bereits hierauf sind aus unserer Sicht Schadensersatzansprüche und damit eine Schadloshaltung gegen die Vermittler zu stützen, von weiteren möglichen Beratungsfehlern einmal ganz abgesehen.

INTERESSENKONFLIKT GEGEN FONDSVERMITTLUNG24?

Anleger, die Ihr Investment in S&K Produkte über die Fondsvermittlung24.de erworben haben, sollten sich insbesondere darüber informieren, ob der von der Fondsvermittlung 24 vorgeschlagene Rechtsanwalt in der Lage ist, gegen diese Gesellschaft vorzugehen und - sollte dies abgelehnt werden - rechtliche Beratung in Anspruch nehmen, bei der kein Interessenskonflikt der Geltendmachung der bestmöglichen Ansprüche des Anlegers entgegensteht.


Convent GoMoPa.net liegt die Kopie einer E-Mail vom 23. Februar 2012 vor, in der Gert Seiche als Vertriebsleiter geschlossene Fonds vom Fondsvermittlung24-Team aus Wiesbaden einem Anleger die S&K Deutsche Sachwerte mit Hinweis auf eine Verbraucherschutz-Empfehlung schmackhaft macht und den E-Mail-Empfänger ausdrücklich über seine Rolle belehrt:

Zitat:


Fondsvermittlung24.de GmbH ist im Rahmen der Vermittlung von Finanzinstrumenten gem 1 Absatz 1a Satz 2 Nrn. 1 bis 2 KWG ausschließlich auf Rechnung und unter Haftung der NFS Netfonds Financial Service GmbH tätig.


Wo sollte also der vertraglich gebundene NFS-Agent Fondsvermittlung24.de, der ja zu den eifrigsten Vermittlern der S&K Deutsche Sachwerte zählte, sein Geschäft sonst einreichen, wenn er doch "ausschließlich auf Rechnung und unter Haftung der NFS" tätig war?

Unterm Strich bleibt die Frage: Wann hört Karsten Albrecht Dümmler endlich auf, mit seinem Maklerpool Netfonds AG und angeblich Deutschlands erfolgreichstem Haftungsdach die Anleger zu verraten und zu verkaufen?

Im Falle seines pleite gegangenen Agenten Fidentum GmbH rechnet die Netfonds AG gar selbst mit einer Haftungs-Klagewelle, wie sie dem Portal Die Bewertung mitteilte. Nun denn...

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