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07.06.2018
King of Gold Harald Seiz: Nepp mit Karatbars Gold, Cashgold und Karatbank Coins

ConventDer Stuttgarter King of Gold Harald Seiz (55) baute mit Hilfe des Multi-Level-Marketings eine Gold-Community mit angeblich 500.000 Nutzern in 125 Ländern auf, nun will er Deutschland mit CashGold und seiner Kryptowährung Karatbank Coin aufmischen und die Käuferzahl verdoppeln © Youtube Imagefilm der Karatbars International GmbH aus der Vaihinger Straße 149a in Stuttgart "Das muss ja ein dolles Ding sein", schrieb dieser Tage ein Finanzberater aus Bayern an den Finanznachrichtendienst GoMoPa.net, nachdem er am 27. Mai 2018 das abendliche Live-Webinar der Karatbars International GmbH aus Stuttgart besucht hatte.

Die Firma Karatbars gehört dem einstigen Superverkäufer der KB Edelmetall Group AG Harald Konstantin Seiz (55) aus Stuttgart.

Sein Ex-Boss von der KB Edelmetall Group AG, der Münchner Goldhändler Mike Koschine (51), musste mit seiner Firma nach Liechtenstein auswandern, nachdem die Schweizer Finanzmarktaufsicht 2012 seinen Handel mit Goldbarren aus Eigenproduktion verbot und die Staatsanwaltschaften in Wien und München im Jahr 2013 Betrugsermittlungen aufnahmen.

Denn Koschines Goldbarren sind vom Weltgoldhandel ausgeschlossen. Niemand - außer Koschine selbst - akzeptiert die nicht nach Londoner Standard LBMA, sondern von Koschine selbst zertifizierten Goldstücke.

Der Nachteil für die Kunden: Koschine verkaufte beispielsweise 1 Gramm Gold für 50 Euro. Wollte der Käufer das Gold zu Geld oder Waren machen, nahm es kein Händler oder keine Bank an.

ConventDer Münchner Mike Koschine (51) wirbt auf Youtube für den Kauf von "Weltwährungsgold in kleinsten Stückelungen" von seiner liechtensteinischen Firma KB Edelmetall Group AG © Youtube/KB Edelmetall Group AG Man musste an Koschine zurückverkaufen. Und Koschine zahlte dann nur noch 37,50 Euro, also mit einem Abschlag von 25 Prozent, wie GoMoPa.net berichtete.

In das gleiche Horn bläst der einstige KB Edelmetalle Superverkäufer Harald Seiz, der sich selbst als King of Gold feiern lässt und im Lamborghini Advantador zur Arbeit fährt, weil er mit dem Verkauf von Gold-Zertifikaten nach eigenen Angaben Millionen verdient hat und nun seit sieben Jahren seine eigenen Ein- bis Fünf-Gramm-Goldbarren über seine Firma Karatbars International GmbH an den Mann oder die Frau bringen möchte. Auch mit Hilfe von Youtube und Großanzeigen in der WELT.

Über seine Karatbars Strukturvertriebspyramide will Seiz laut seinem Firmenmagazin im Jahr 2016 weltweit einen Umsatz von 100 Millionen Euro mit Goldverkauf generiert haben und sieht ein Steigerungspotential von jährlich 30 Prozent.

Im 2017 erstellten Geschäftsbericht 2015 für seine Karatbars International GmbH in Stuttgart fallen die Zahlen etwas bescheidener aus.

Hier ist der Gewinn um rund 45 Prozent von rund 1,3 Millionen Euro (2014) auf rund 700.000 Euro (2015) gesunken. Und die Firma musste dem Boss mit einem Kredit von rund einer halben Million Euro aushelfen.

Doch auch bei Seiz müssen die Kunden wie bei Koschine exhorbitant hohe Aufschläge für die kleinen Goldstückelungen bezahlen.

So rechnet Markus Miller, Chefanalyst und Chefredakteur von Kapitalschutz Vertraulich auf seinem Portal Geopolitcal.biz aus Genova auf Mallorca vor:

Zitat:


Am 15.12.2016 um ca. 16:40 bezahle ich bei Karatbars für deren 1g-Goldbarren 56,56 Euro.

Bei dem von mir oben genannten, empfehlenswerten Anbieter (gemeint ist Anlagegold24 von der GFM - Gesellschaft für Münzeditionen mbH aus Gifhorn in Niedersachsen unter Leitung von Diplombetriebswirt Henry Schwarz - Anmerkung der Redaktion) zahle ich hingegen nur 39,55 Euro. Das ist in Bezug auf Karatbars International schlicht als nicht seriös einzustufen!


In seiner Anzeige in der WELT vom 28. Februar 2017 behauptete Seiz:

Zitat:


Die Firma mit Stammsitz in Stuttgart ist in diesem Segment Weltmarktführer. Der Kunde kann von 1 bis 5 Gramm Goldbarren erstehen, die in Trägern von Kreditkartenmaß oder Münzen eingearbeitet sind.

Das Edelmetall entspricht dem "London Gold Delivery Standard", hat 999,9 Karat und ist damit Währungsgold.


Nein, sein eigenproduziertes Karatbars Kleingold ist kein international akzeptiertes Währungsold. Das Karatbars Kleingold mag, wie Seiz sagt, zwar dem Londoner Standard "entsprechen" (es ist also so ähnlich wie das anerkannte Handelsgold), Karatbars Gold besitzt aber nicht das nötige offizielle LBMA-Zertifikat.

Man kann es also als Währungsgold nur innerhalb des nichtöffentlichen Karatbars Ecosystems handeln. Dem immerhin schon nach eigenen Angaben fast eine halbe Million Goldkäufer aus 125 Ländern mit einem Account beigetreten sein sollen.

ConventIm vorigen Jahr ergänzte der Stuttgarter King of Gold seine Kleinsgoldbarren mit firmeneigenem CashGold, in diesem Jahr führte er Coins seiner Karatbank in Singapur in das Ecosystem seiner Karatbars MLM-Community ein © Youtube/Karatbars International GmbH Eigenes Goldgeld

An dieser Situation des Schmorens im eigenen Saft ändert auch der Umstand nichts, dass Seiz Ende vergangen Jahres in sein Karatbars Ecosystem zusätzlich zu den Kleingoldbarren noch eigene Karatbars Geldscheine mit Gold einführte: das sogenannte Karatbars CashGold.

Seine 2011 in Singapur gegründete Karatbank habe nun nach einer fünfjährigen Entwicklungszeit eigene Gold-Geldscheine mit Gold in Stückelungen von 0,1, 0,2, 0,4 und 0,6 Gramm produzieren können.

Die Karatbars International GmbH erklärt dazu...

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