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06.08.2009
So kaperte der Wiener Schlawiner den Piratenkreuzer Gulli.com

Schlawiner Valentin<br /> Fritzmann (25)<br /> aus Wien©InQnet
Schlawiner Valentin
Fritzmann (25)
aus Wien©InQnet
Von wegen gekauft. Das alte Piratenschlachtschiff Gulli.com (Slogan: "Underground piratainment since 1998") wurde von dem Wiener Schlawiner Valentin Fritzmann (25) erst ausspioniert, zermürbt und schließlich gekapert.

Im Februar 2008 hatte der Abo-Fallen-Steller Fritzmann (Megadownloads, Firstload) endlich, was er wollte: 600.000 registrierte Gulli-User, meist zwischen 12 und 17 Jahre, die nun allesamt potentielle Kunden für seine kostenpflichtigen Songs, Filme, Software-Programme und Spiele sind. Ein Ex-Moderator erzählte dem Finanznachrichtendienst www.gomopa.net, warum Gulli in Not geriet und wie die Übernahme durch Fritzmann über die Bühne lief.

Ex-Moderator: "Die Schwachstelle war leider Randolf Jorberg (27) aus Bochum in Nordrhein-Westfalen selbst. Der einstige Gulli.com-Gründer und Chef der Fliks it-solutions GmbH & Co. KG, die die Seite betrieben hatte, war nur ein Schattenfeger, der am Schluss gar keinen Überblick mehr hatte. Das Hirn und der Macher von Gulli war ein Journalist namens Richard Joos, der 1992 nach seinem Studium in Freiburg als 22-Jähriger zu uns kam. Wir kennen ihn unter dem User-Namen Korrupt, obwohl er gar nicht korrupt war. Jedoch hielten seine finanziellen Tricks Gulli lange Zeit am Leben."

GoMoPa: Womit genau hielt Korrupt Gulli am Leben?

Hirn von Gulli: Korrupt<br />Richard Joos (38)©Joos
Hirn von Gulli: Korrupt
Richard Joos (38)©Joos
Ex-Moderator: "Er kassierte von seinem Freund, Mario Dolzer (39) aus München, ab und zu mal 100.000 Euro. Dafür verdiente der umstrittene Dialerkönig Dolzer über das Gulli:Board Millionen."

GoMoPa: Wie funktionierte das?

Ex-Moderator: "Im Gulli-Board stellte jeder registrierte Gulli-User seine irgendwo geklaute Software von Microsoft oder sonstwoher ein, damit die anderen User sich diese auch kostenlos herunterladen konnten und nicht etwa 1.200 Euro für Microsoft Office im Laden bezahlen mussten. So viel kostete das Mal. In dieses Board stellte nun auch Golzer Software-Angebote for free, also umsonst, ein. Wenn nun ein User sich Golzers Software auf den heimischen Computer herunterlud, hatte er unbemerkt einen Dialer mit heruntergeladen. Jedes Mal wenn er nun die Software öffnete, baute sein Computer eine teure Telefonverbindung zu einer Dolzerfirma, zum Beispiel die Pornoseite Gratis-sex.ag, auf. Der User bekam im nächsten Monat eine saftige Telefonrechnung."

GoMoPa: Beschwerten sich die Gulli-User nicht darüber?

Ex-Moderator: "Und ob. Aber Dolzer hatte das Rechtsanwaltsduo Bernhard Syndikus und Günter Freiherr von Gravenreuth an seiner Seite, die auch schon die hessischen Gebrüder Schmidtlein vertraten, die mit Dialern und Abo-Seiten wie Hausaufgaben.com viel Geld verdienten. Offiziell, also nach außen hin, gab es die Werbepartnerschaft zwischen Gulli und Dolzer nicht. Jorberg distanzierte sich immer von dieser Dialer-Abzocke. Aber seine rechte Hand, Korrupt, hielt bei seinem Freund Dolzer die Hand auf und ließ ihn dafür auf dem Gulli-Board gewähren. Da Jorberg den Usern über diese Zusammenhänge Sand in die Augen streute, litten wir weniger unter User-Protesten. Wir litten viel mehr unter den ständigen Abmahnungen der Produkthersteller. Jede Woche trudelten so zwischen 11 und 25 Abmahnungen in Bochum bei Jorberg ein. Wir mussten Gravenreuth bezahlen, um sie abzuwehren."

GoMoPa: Haben die Moderatoren auch Geld bekommen und bei der Dialer-Abzocke mitgemacht?

Ex-Moderator: "Wir arbeiteten alle ohne Geld. Es war für jeden eine Ehre, für Gulli.com zu arbeiten. Natürlich wussten 70 bis 80 Prozent der Moderatoren von den Geschäften zwischen Korrupt und Dolzer. Damit uns strafrechtlich nichts passieren konnte, durften wir uns nicht auf dem Gulli:Board, also unserer Austauschbörse für geklaute Software, anmelden. Außerdem sollten wir bei Befragungen durch die Polizei immer sagen, dass wir nichts von den Raubkopien und auch nichts von Dialern gewußt haben."

GoMoPa: Aber mit der Einführung von DSL war doch die Dialer-Abzocke gar nicht mehr möglich.

Ex-Moderator: "Stimmt, mit dem Wechsel von ISDN zu DSL war unsere Einnahme aus den Dialern von Dolzer vorbei. Und die Kosten blieben, da wir weiterhin ständig Abmahnungen wegen Produktpiraterie, zum Beispiel von der GEMA im Namen von Musikfirmen, bekamen.

GoMoPa: Welchen Ausweg gab es?

Ex-Moderator: "Erst einmal gar keinen. Denn zum finanziellen Fiasko kam noch ein riesiger Imageverlust, den wir uns selbst eingebrockt hatten. Erstens legten wir uns mit dem größten IT-Verlag, dem Heise Verlag, an und verloren. Unser Journalist Korrupt klaute die News von Heise.de und veröffentlichte diese eins zu eins auf Gulli.com und erwähnte dabei Heise in keinster Weise. Erst hielten die Heise-Leute unserem Journalisten einen Vortrag über Ethik, journalistischen Kodex und Quellenangaben. Und dann schwiegen uns alle Heise-Zeitschriften und Online-Seiten einfach tot. Gulli-Anwalt Gravenreuth verklagte Heise und verlor.

Das zweite Problem war, dass Gravenreuth sich auch noch mit unseren linksextremistischen Freunden bei der Berliner Zeitung TAZ angelegt hatte. Die TAZ hatte bei uns eine Werbung nicht bezahlt. Gravenreuth hat daraufhin vom zuständigen Amtsgericht in Berlin die Internet-Domain der TAZ beschlagnahmen lassen und außerdem gegen einen belanglosen kritischen TAZ-Bericht über Gulli geklagt. Aber gegen den Alt-68er TAZ-Anwalt Johannes Johnny Eisenberg aus Kreuzberg hatte der Freiherr keine Chance. Wir verloren nicht nur den Rechtsstreit, sondern mit der TAZ einen wichtigen politischen Freund. Niemand redete mehr öffentlich über uns. Aber umso mehr über unseren großen Konkurrenten, die Piratbay aus Schweden. Die wurde zur Piratenseite Nr. 1 hochgeschrieben beziehungsweise angeprangert, obwohl wir das doch eigentlich waren."

GoMoPa: Also, sie hatten keine Einnahmen, wurden tot geschwiegen und wurden mit Abmahnungen überzogen. Drohte Gulli das Aus?

Ex-Moderator: "Zum Glück nicht. Denn 2007, etwa ein halbes Jahr vor dem Zwangsverkauf an Fritzmann, hatte Korrupt die rettende Idee. In unserer Börse Gulli:Board hatte sich die Schweizer Bezahlseite rapidshare breit gemacht, bei der man seine Daten eingeben muss und dann für 44 Euro im halben Jahr Software herunterladen kann. Korrupt meinte, das können wir doch auch machen und stellen in der Börse einen Gulli-share ein. Bei einer Team-Sitzung in Bochum kalkulierten wir alles durch. Wenn sich nur zehn Prozent unserer 600.000 registrierten User auch noch bei Gulli-share eintragen würden, könnten wir Millionen Euro verdienen. Doch dafür brauchten wir Technik. Uns fehlte das Startkapital von 20.000 Euro. Korrupt meinte, wir sollten einen Spendenaufruf bei unseren Usern machen. Und dass machten wir dann."

GoMoPa: Moment Mal, warum sollte ein Gulli-User, der sich registriert hat, um kostenlos geklaute Software herunterzuladen, ausgerechnet für die Einführung eines kostenpflichtigen Gulli-Dienstes spenden?

Ex-Moderator: "Das ist richtig. Das hätte keiner gemacht. Wir mussten die User praktisch verarschen, um sie zum Spenden zu bewegen. Und das ging so. Unser technischer Administrater Onkelchen schaltete das Gulli:Board für zwei Monate ab und blendete immer die Meldung ein: Das Board ist ausgelastet. Das stimmte zwar nicht, aber es führte zu massenhaften Beschwerden. Onkelchen reloadede das Board dann, um es gleich wieder abzuschalten und zu melden: Das Board ist ausgelastet. Und dann kamen wir mit der Sprache heraus, wir bräuchten dringend Spenden. Wir müssten neue Server kaufen. Und die Leute spendeten tatsächlich. Schüler überwiesen per PayPal 5 Euro, Journalisten 50 Euro auf das Firmenkonto von Jorberg. Es gab keine Spendenquittungen, und niemand kontrollierte uns. Nach vier Wochen hatten wir tatsächlich knapp 17.000 Euro zusammen."

GoMoPa: Hat wirklich keiner der User diesen Trick durchschaut?

Ex-Moderator: "Doch es gab eine erbitterte Diskussion. Es gab sehr wohl Schlaue, die das Ganze durchschaut hatten. Aber da stellte der Administrator für die Moderatoren die Regel auf: Wenn Verleumdungen hoch kommen, sind diese sofort zu löschen und der User ist zu sperren."

GoMoPa: Und wie lief das Geschäft nun mit dem neuen Gulli-share?

Ex-Moderator: "Wir haben es vermasselt. Wir sind halt keine Geschäftsleute. Wir haben zwei Fehler gemacht. Erstens lockten wir unsere User von rapidshare damit weg, dass die User bei Gulli-share alles zunächst einmal kostenlos herunterladen konnten. Wir hatten einen fantastischen Zulauf, aber keine Einnahmen. Und das Anfangskapital war schnell aufgebraucht. Wovon sollten wir die dringend nötige Erweiterung der Gulli-share-Technik bezahlen? Und die Abmahnkosten wuchsen ins Unermessliche, denn Gulli hatte all seine Server in Nürnberg stehen. Wir dachten unsere Anwälte würden uns schon retten können. Doch die kosteten nur immer mehr Geld. Da kam Valentin Fritzmann aus Wien ins Spiel. Denn er hatte sofort gesehen, dass wir mit Gulli-share in seinem Geschäftsfeld Aboseiten mitspielen wollen."

GoMoPa: Was bot Fritzmann an?

Ex-Moderator: "Er wollte, dass wir für die berüchtigte Firstload seines Vaters, Dr. Robert Valentin, auf Gulli Werbung machen. Das lehnten wir ab, wir sind doch keine Kannibalen, die sich selbst aufessen. Wir wollten das Share-Geschäft allein machen. Es war schon schlimm genug, dass wir gegen die Schweizer rapidshare nichts machen konnten, die einfach auf unser Gulli:board kamen. Die sind einfach zu groß, da ist selbst Fritzmann eine Ameise. Die haben soviel Power, weil sie Backups, also Sicherungskopien, für große Firmen wie IBM und Siemens einlagern und verwalten und damit richtig viel Geld verdienen."

GoMoPa: Wie reagierte Fritzmann auf die Ablehnung seines Werbevertrages?

Gulli-Gründer Randolf<br /> Jorberg (27)©Jorberg
Gulli-Gründer Randolf
Jorberg (27)©Jorberg
Ex-Moderator: "Er lud uns immer wieder zum Bier nach Wien ein. Ich fragte Valentin mal, warum er denn so scharf auf Gulli ist. Er sagte, die, und meinte Jorberg und Korrupt, wissen doch gar nicht, was sie da überhaupt in der Hand haben. Aber wir blieben stur. Da warb Fritzmann einen Maulwurf in unserer Betreiberfirma Fliks in Bochum an. Es war eine Assistentin. Sobald ein Administrator die Firma morgens über eine neue Abmahnung informierte, sagte die Assistentin sofort dem Fritzmann Bescheid. Fritzmann hatte immer mehrere Stunden Vorlauf, ehe die Gulli-Führung von der neuen Lage wusste. Jorberg kam stets erst gegen 16 Uhr in die Firma, meist schon halb angesoffen. Dann erst erfuhr es auch Korrupt von ihm. Fritzmann wusste immer, wann Gulli das Wasser bis zum Hals stand, wie hoch die Schulden sind und wann ein günstiger Zeitpunkt für ein Biergespräch in Wien war."

GoMoPa: Und wurden die Gulli-Macher weich?

Ex-Moderator: "Nein, Fritzmann flippte bei jedem Treffen fast aus. Jorberg und Korrupt blieben hart. Korrupt hatte noch einmal eine Idee und setzte mit den Gulli-share alles auf eine Karte. Er bot Gulli-share bei e.Bay zur Versteigerung an. Die Traumsumme war 500.000 Euro. Doch sie haben die Rechnung ohne Valentins Maulwurf in Bochum gemacht. Valentin war über jeden Schritt informiert und bot bei der Versteigerung mit. Er wollte natürlich Gulli-share gar nicht haben. Er wollte doch Firstload auf Gulli unterbringen. Aber er wollte Gulli-share erledigen. Dafür bezahlte er zwei Strohmänner, die das vorletzte und das letzte Gebot abgaben. Die Versteigerung war zu Ende. Der Zuschlag lag bei rund 18.000 Euro. Aber der von Valentin engagierte Käufer entpuppte sich für Gulli als Spaßbieter. Er schickte Jorberg eine E-Mail: Ich habe kein Interesse und kein Geld. Auch der Mitbieter erwies sich als Scheinkäufer. Gulli hätte bei einem der Bieter maximal 500 Euro herausholen können. Also war die Versteigerung geplatzt. Und eine 2. Aktion bei e.Bay verbat sich von selbst. Nach dieser Niederlage und angesichts der hohen Hosting- und Abmahnkosten stimmte Jorberg nach zwei weiteren Biergelagen in Wien einer Werbung von Firstload auf Gulli.com zu."

GoMoPa: Wie reagierten die User auf Firstload?



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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

#1 - Kommentar von Heinz Monster am 02.04.2012
Programmierer legt Geständnis im kino.to-Prozess ab

Mutmaßlicher Hauptverantwortlicher sagt umfassend aus

Leipzig (dapd). Im Prozess um Urheberrechtsverletzungen bei dem illegalen Internetfilmportal kino.to hat am Freitag einer der mutmaßlichen Hauptverantwortlichen ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der 29-Jährige, der nach eigenen Angaben unter dem Einfluss von Psychopharmaka steht und bei seiner Aussage stark zitterte, räumte vor dem Landgericht Leipzig die ihm vorgeworfenen Taten ein.

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden legt ihm die unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke in mehr als 1,1 Millionen Fällen zur Last. Der frühere Student der Philosophie und Informatik, der sich seit Juni 2011 in Untersuchungshaft befindet, äußerte sich ausführlich über die Arbeitsweise bei kino.to.

Er räumte ein, alle Versionen der Internetseite programmiert und von Mai 2010 an formal die Führung von kino.to übernommen zu haben, da sich der bisherige Chef zu diesem Zeitpunkt habe zurückziehen wollen. Über die Zulassung der Anklage der Generalstaatsanwaltschaft gegen diesen Mann hat die 11. Strafkammer noch nicht entschieden.

Der 29-jährige Angeklagte gab im Prozess an, zwar gewusst zu haben, dass der Zusammenschluss der gemieteten Server illegal gewesen sei, aber nicht sein Handeln als Programmierer. "Dass ich es nicht als strafbar angesehen habe, sehen Sie daran, dass ich alle Einkünfte versteuert habe", sagte er, "das hätte ich sonst nicht gemacht." Staatsanwalt Dietmar Bluhm hatte beim Verlesen der Anklage Einnahmen in Höhe von rund einer Million Euro genannt, die der 29-Jährige von Januar 2008 bis zu seiner Festnahme am 8. Juni 2011 verbucht haben soll.

Der Angeklagte äußerte, seinen Vorgänger seit seiner Zeit am Gymnasium zu kennen und für vergleichbare Projekte viel kostenlos programmiert zu haben. Die erste Version von kino.to habe er innerhalb von vier Tagen programmiert und dafür "500 Euro, Zigaretten und Cola" bekommen. Die Idee für kino.to sei von einem Werbepartner offeriert worden, der davon berichtet habe, dass ähnliche Seiten in den USA erfolgreich seien.

Die Werbung auf den Seiten von kino.to sei von einem Wiener Unternehmer organisiert worden. Der Unternehmer habe im Monat Werbeeinnahmen von rund 150.000 Euro an B. überwiesen. der Angeklagte schilderte, er habe von Mai 2010 an ein Drittel dieser Einnahmen erhalten, nachdem er formell die Führung von kino.to übernommen habe, zu Beginn 50.000 Euro im Monat und später 30.000 Euro.

Doch die Einnahmen aus der Führungsfunktion bei kino.to flossen nur rund ein Jahr bis zu seiner Festnahme am 8. Juni 2011 durch ein Spezialeinsatzkommando in Hamburg, die für ihn völlig überraschend gekommen sei. Danach habe er alle Passwörter verraten, mit denen die Internetseite stillgelegt werden konnte. Der Vorsitzende Richter Karsten Nickel erinnerte daran, dass der Angeklagte schon Ende Juni 2011 bei der Generalstaatsanwalt umfassend ausgesagt hatte und dadurch die Ermittlungen wesentlich erleichtert habe.

Nickel hatte zum Prozessauftakt darauf hingewiesen, dass die Kammer die vorgeworfenen mehr als 1,1 Millionen Fälle zu drei Einzeltaten zusammenfassen wolle. Die Generalstaatsanwaltschaft hingegen will alle Taten einzeln bestraft sehen und dann eine Gesamtstrafe bilden lassen, die sich auf bis zu 15 Jahre Freiheitsentzug summieren könnte. Der Prozess soll am 11. April fortgesetzt werden.


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