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28.09.2009
So läuft das Geschäft mit Schrottimmobilien

"Sie würden niemals eine Wohnung kaufen, die Sie nicht gesehen haben? Dann haben Sie nur noch nicht Ihren Meister gefunden, der das Kunststück in nur zwei Stunden schafft."

Anwalt und Vereinschef<br /> Jochen Resch (59)<br /> copyright: Kanzlei Resch
Anwalt und Vereinschef
Jochen Resch (59)
copyright: Kanzlei Resch
Der Berliner Anlegerschutzanwalt Jochen Resch (59), zugleich Vorstandsvorsitzender der Verbraucherzentrale Brandenburg, schaut vom Rednerpult über den Brillenrand hinweg in die Runde. Vor ihm im Saal der Schutzgemeinschaft für geschädigte Kapitalanleger (SgK, 100.000 Mitglieder) im Deutschen Gewerkschaftshaus in der Keithstraße in Berlin Schöneberg sitzen an diesem Samstagnachmittag 200 unglückliche Kapitalanleger, manche von ihnen sind hundert Kilometer weit angereist, um endlich zu verstehen, warum ausgerechnet sie Opfer von Schrott-Immobilienverkäufern geworden sind. Für fünf Euro Eintritt (Spendenkasse SgK) hält Resch ihnen den Spiegel vor. Resch weiß, wovon er spricht. Seit 23 Jahren kennt er die Immobilienszene wie aus dem EffEff.


"In diesem Moment wird wieder irgendein Angestellter oder Beamter besoffen gequatscht und zu einem jener Notare in Berlin gefahren, die eigenartigerweise immer 24 Stunden Bereitschaftsdienst haben. Und keinem der Überredeten ist klar, dass er gleich eine Wohnung für 100.000 Euro kaufen wird. Und noch weniger ahnt das Opfer, dass die Wohnung in Wirklichkeit nur die Hälfte wert ist und deshalb als Anlage nur mit horrendem Verlust verkauft werden kann. Wenn man nicht verkauft, zahlt man ein Arbeitsleben lang 230.000 Euro für eine Anlage, die nur 50.000 Euro wert ist. Wer würde so eine Anlage kaufen, wenn er das vorher weiß? Würden Sie heute noch Mal Ihre Wohnung kaufen?"

"Am liebsten würde ich die Wohnung anzünden."

Der Saal bebt vor Entrüstung. "Nein", bilden die Zuhörer einen Chor. Eine Frau in der dritten Reihe sagt halblaut: "Wenn keine Mieter drin wären, würde ich die Wohnung am liebsten anzünden." Bringen würde das natürlich nichts. Die Gebäudeversicherung würde ja nur den realen Wert erstatten, nicht die 35 Prozent, die die Verkäufer für sich obendrauf geschlagen hatten."

Resch erzählt zur Entspannung den Witz vom Anlageberater und dem Schäfer. Der Berater: Wenn ich errate, wie viele Schafe Sie haben, bekomme ich dann eines? Der Schäfer: Ja. Der Anlageberater schaut in sein Laptop: Es sind 4.832. Schäfer: Stimmt, nehmen Sie sich eines. Der Berater schnappt sich ein Tier, sperrt es in seinen Jeep. Der Schäfer: Wenn ich Ihren Beruf errate, bekomme ich das Tier zurück? Der Berater: O.K. Der Schäfer: Sie sind Anlageberater. Der Berater: Woher wissen Sie das? Der Schäfer: Sie kommen, obwohl sie keiner gerufen hat. Sie erzählen, was man eh schon weiß. Und Sie haben keine Ahnung. Und nun dürfen Sie mir meinen Hund zurückgeben. Der Saal lacht. Galgenhumor.

Dann wird es ernst. Resch zählt die Namen von Vertrieben auf. Einer fängt mit S an und hat 6.500 Schrottimmobilien verkauft. Immer mit dem Versprechen, dass die Verkäufer sich um den Weiterverkauf kümmern werden. Bis es so weit kommen könnte, melden sie ihre Firmen ab und machen unter anderen Namen weiter. Manche haben in ihren Namen tolle Zusätze wie Royal oder Steuerfuchs. Die Verbraucherzentralen schätzen die Zahl der Käufer von Schrottimmobilien in den letzten 20 Jahren in Deutschland auf 500.000, nach Reschs Meinung sind es doppelt so viel.

Resch: "Wer sich zur Wehr setzen will, muss wissen, was für Spiel der Gegner gespielt hat. Die meisten verstehen nicht, dass alles fast perfekt geplant war, fast, sonst wären Sie ja nicht hier. Die Köder, die Ihnen vorgehalten wurden, hießen Freibetrag, Steuern-Sparen, Altersvorsorge und Vermögensbildung. Und ein Verkauf in zehn Jahren mit einem doppelten oder dreifachen Gewinn. Merken Sie was? Sie haben in Gedanken schon angebissen, und es kommt nicht einmal das Wort Immobilie oder Wohnung vor!"

Resch stellt klar, dass er überhaupt nichts gegen den Kauf einer Wohnung einzuwenden hätte, selbst wenn der Preis unverschämt wäre. "Es ist nicht verboten, schlechte Geschäfte zu machen. Wenn man denn die Chance hätte, vorher zu wissen oder zu begreifen, was man da tut."

Im Bentley zum "Meister"

Von seinen Mandanten kennt er die Szenarien. "Zuerst kam ein harmloser Anruf von einem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, was in Wahrheit ein Call-Center in Potsdam war. Man wollte wissen, ob man Steuern sparen will und ob man Arbeit hat, liegt der Verdienst unter oder oberhalb einer Grenze? Beim 2. Kontakt wurde man zu einem Termin eingeladen, bei dem man Steuern sparen könne. Zum Termin holte ein BMW, in einem meiner Fälle auch ein Bentley, die künftigen Käufer ab und chauffierte sie in die Behrenstraße, Hagenstraße, zum Sachsendamm, in die Taubenstraße oder zum Kurfürstendamm. Da saß dann der Meister in seinem Büro. Einer hieß mal Krause, dann wieder Müller. Und als er unter Müller nichts mehr bei der Bank einreichen durfte, nannte er sich wieder Krause. Von den Krauses gibt es Dutzende. Der Meister sprach über alles, nur nicht über die Wohnung. Es gehe um Projekte der sozialen Wohnungswirtschaft.

Das Projekt stehe auf drei Säulen. Erstens Zuschuss vom Staat und Finanzamt, zweitens Miete und drittens Ihr Eigenkapital. 100 Euro, das würde doch passen, oder? Nach 10 Jahren und einem Tag steigen Sie wieder aus, so das falsche Versprechen. Der Meister verlangte Unterschriften unter Blanko-Selbstauskünften, damit er für die Anlage tätig werden kann. Zum Beispiel bei der BaFin. In Wahrheit holte der Verkäufer einen Zweitkredit heran, der als Eigenkapital deklariert wurde, falls das Einkommen für den Wohnungskauf zu klein wäre. Das alles merkten die Käufer nicht, weil sie über Hobbies ausgefragt und zugetextet werden. Keine Frage blieb unbeantwortet.

Versuchte man auszusteigen, kam der Hinweis, dass dann 1.000 Euro fällig würden. Der Meister habe ja Arbeit investiert. Ein ganz skeptischer Kunde wurde ein zweites Mal eingeladen. Ihm wurde ein Aktenstapel gezeigt. Das seien die Ablehnungen, sagte man ihm. Dann lag eine einzelne Akte herum. Das sei seine Zusage. Als der Skeptiker den Gesetzestext zu den Versprechungen sehen wollte, wies der Meister seine Sekretärin an, danach zu suchen. Nach zwei Stunden gab der Skeptiker entnervt auf, wird schon alles stimmen."

"Es ist doch ein Sorglos-Paket"

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