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17.11.2009
Dubai Capital, Europe League und die Staatsanwaltschaft
Der österreichische Nationalkader und Weltcup-Radsportprofi Lukas Rachens- perger (22) aus Sankt Pantaleon, der vor drei Jahren seine Laufbahn wegen einer Asthma-Erkrankung vorzeitig an den Nagel hängen musste, wollte dennoch groß im Sportgeschäft mitmischen: als Sponsor.
Doch dabei geriet er auf die schiefe Bahn.
Die Staatsanwaltschaft Traunstein in Bayern ermittelt seit dem 30. Oktober 2009 gegen Rachensperger wegen gewerbsmäßigen Betruges und Anlagenbetruges (AZ: 540 JS30955 aus 09). Das Verfahren ist jedoch so groß, dass es mittlerweile an die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität München II abgegeben wurde. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn ermittelt gegen Rachenspergers Firma Sole Invest GmbH mit Sitz in Freilassing (Bayern).
Bei den Ermittlungen gegen Rachensperger und sein am 19. Februar 2009 gegründetes Familienunternehmen Sole Invest (Mama Irmgard gab 2.500 Euro, Papa Alois beteiligte sich mit 22.500 Euro, beide betreiben im 3.000-Seelendorf Sankt Pantaleon in Oberösterreich eine Fundgrube für Stoffe), geht es um einen geschlossenen Fonds von Sole Invest namens Dubai Capital - den es offenbar nie gab.
Der Vorwurf: Rachensperger nutzte seine Kontakte im Profisport und Sponsoring, um äußerst werbewirksam Anlegergeld für einen 50-Millionen-Euro-Wolkenkratzer, ein Service Business Center, in Dubai einzusammeln. Mit Konferenzräumen, Sekretariatsservice, Catering und Hubschrauber-Leasing ? für 100 Firmen, ohne dafür überhaupt einen Prospekt vorzulegen. Es war nicht einmal eine genaue Adresse angegeben, wo der Büroturm überhaupt entstehen soll. Ob im Land Dubai oder in der Stadt Dubai. Rachensperger übernahm von einem Münchener Webmaster die Internetseite Dubai-Capital.com, die mal im Jahre 2004 angemeldet worden war, als in Dubai der Bauboom gerade richtig losging, bevor die Immobilienblase dann im Herbst 2008 platzte.
Rachensperger nutzte den immer noch gut klingenden Namen Dubai Capital und schaltete in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) am 7. September 2009 eine halbseitige Anzeige für rund 30.000 Euro, in der er Renditen von 28 Prozent in Aussicht stellte. Die Anleger könnten schon ab 999 Euro einsteigen. Aber natürlich auch mit 500.000 Euro. Die Anleger seien zu 70 Prozent am Gewinn beteiligt. Der werde halbjährlich ausgeschüttet, direkt aufs Konto. Und man müsse sich beeilen, das Projekt sei auf 50 Millionen Euro begrenzt. Als Absender gab es nur eine Webadresse und eine Hotline. Wer anrief, bekam einen dreiseitigen Anlegervertrag. In dem hieß es dann: "Aus 10.000 werden in fünf Jahren 24.000 Euro. Warum? Weil wir umdenken und jetzt profitieren, also seien Sie dabei. Wir holen für Sie das BESTE aus der Wirtschaftskrise. Wer hier nicht mitmacht, ist selber schuld!"
Zugleich kurbelte Rachensperger, der nur drei Mitarbeiter (sich eingeschlossen) in der Sole Invest GmbH hatte, über Stellenanzeigen im Internet den Vertrieb an. Für jede Empfehlung eines Kunden versprach er 100 bis 150 Euro. Profis bot er eine Provision von 12 Prozent von der Investmentsumme an. Der Hamburger Bankkaufmann und Vermögensberater Dennis Missfeld erhielt auch so eine Offerte. Missfeld sagte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net: "Ich rief die Hotline der Firma an und bekam eine E-Mail, die mich misstrauisch machte. Das Projekt bestand nur aus Andeutungen, die Gewinne klangen zu fantastisch. Ich fragte bei der BaFin nach, aber die kannte die Sole Invest GmbH zu der Zeit nicht. Zum Glück ließ ich die Finger davon.?
In der E-Mail an Vertriebsprofis schrieb Lukas Rachensperger wörtlich (die Fehler wurden nicht beseitigt):
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