
18.11.2009
Immobilien: Hamburg sprengt alle Rekorde

Karl Lagerfeld eröffnete am 15. Februar 2009
das Projekt Sophienterrassen in Harvestehude
©EFE
Eines der letzten großen Grundstücke (44.000 Quadratmeter Konversionsgelände) gehörte viele Jahre der Bundeswehr. Jetzt entstehen dort bis zum Jahr 2012 fünf neue Stadtvillen mit 150 Wohnungen. Die Kaufpreise sollen im Liebhaberbereich enden: 17.300 Euro pro Quadratmeter. Damit übertreffen die Sophienterrassen, so heißt das neue Luxusquartier, bei dem der Modezar und Sohn eines Blankeneser Dosenmilch-Fabrikanten (Glücksklee) Karl Lagerfeld (75) für zwei Häuser das Innendesign übernahm, sogar noch die Quadratmeterpreise für die drei Penthouse-Wohnungen, die gerade mit 140, 160 und 340 Quadratmetern Wohnfläche im 63 Meter hohen Marco Polo Tower in der neuen HafenCity an der Elbe entstanden sind. Die Penthouse-Preise liegen dort bei 11.000 Euro pro Quadratmeter. Wer es weniger luxuriös mag: Als Alternative entsteht zur Zeit südlich der Elbe im Hamburger Vorort Harburg eine kleine HafenCity. Hier bekommt man die Eigentumswohnungen ab 1.400 Euro pro Quadratmeter.

Makler Oliver Koob aus
Hamburg ©Engel & Völkers
GoMoPa: Macht Hamburg gerade eine dicke Welle anstatt Understatement auf dem Immobilienmarkt? Wir spielen hierbei auf die große Anzahl neuer Nobelprojekte in der Stadt an. Vor zehn Jahren wurden solche Projekte belächelt und sogar mit Empörung aufgenommen. Was war übrigens das allererste Luxusprojekt in Hamburg? Heute muss es ja ein Karl Lagerfeld sein, der zum Beispiel die Sophienterrassen in Harvestehude mitgestaltet. Ist das die Neuheit des Marktes: Interior Design?
Koob: "Hamburg macht grundsätzlich nach wie vor nicht auf dicke Welle. Wobei Ausnahmen auch hier die Regel bestätigen. Im Segment der Nobelprojekte legt Hamburg zwar im Vergleich zu anderen Metropolen gerade deutlich nach, und man kann derzeit von einem für Hamburger Verhältnisse außergewöhnlich großen Angebot an Luxus-Neubaueigentumswohnungen sprechen. Nur wenn man sich diese Immobilienprojekte genauer ansieht, verdienen nur einige wenige das Prädikat nobel. Bei Projekten gerade in diesem Segment spielen viele Kriterien eine Rolle. Und am Ende steht nur dasjenige Projekt als noble Adresse da, welches sich auch verkaufen lässt. Denn eines steht fest: Schon immer ließen sich in Hamburg Luxusimmobilien nur dann im Markt erfolgreich verkaufen, wenn der Preis stimmte. Die verschiedenen Angebote in dieser Immobilienkategorie kommen im Markt grundsätzlich gut an. Der Anspruch der Kaufinteressenten an Ausstattung, Qualität, Interior Design, Handling und Service ist höher denn je.
Als erstes Luxusprojekt in Hamburg würde ich den Neubau Schöne Aussicht 28 an der Außenalster in Uhlenhorst bezeichnen. Hier wurde unter Verwendung höchster Qualität für damalige Verhältnisse Ende der 90er Jahre ein Meilenstein gesetzt, der sich noch heute großer Beliebtheit erfreut.

Absolute Rarität: die künftigen Sophienterrassen mit
Alsterblick in Harvestehude
GoMoPa: Gehört zur neuen Luxusschwemme auch das Kriterium spektakuläre Architektur? Wie beim yoo-Projekt von Philippe Starck, Vivacon oder dem Marco Polo Tower, alle drei in der künftigen HafenCity an der Elbe? Was ist für Hamburg spektakulär?
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