GoMoPa: Wettpate Deniz C. bleibt in U-Haft
Sie sind noch kein Mitglied auf GoMoPa? Jetzt registrieren!
24. April 2017
908 User online, 50.403 Mitglieder
Scoredex anfordern!
Scoredex anfordern!
Vergleich der Leistungen
Registrieren
GoMoPa® - Wahl



Ihr Thema nicht dabei?
» Thema vorschlagen
GoMoPa® Affiliates
Presse-Echo
GoMoPa® Mastercard Gold


Jetzt sämtliche Vorteile der GoMoPa® Mastercard Gold geniessen! » Hier beantragen


03.12.2009
Wettpate Deniz C. bleibt in U-Haft

Zwei Wochen Einzelzelle im Hochsichterheitstrakt der JVA Wuppertal haben dem vermeintlichen Wettpaten Deniz C. (30) aus Herten in Nordrhein-Westfalen wohl gereicht. Sein Anwalt Burkhard Benecken (34) aus Marl hatte für gestern 11 Uhr am Amtsgericht Bochum einen Haftprüfungstermin beantragt. Die erste große Entscheidung im größten Wettskandal in der Geschichte des europäischen Fußballs.

Durfte der Hauptverdächtige Deniz C. nach Hause gehen? Der für Pressearbeit zuständige Oberstaatsanwalt Gerrit Gabriel wollte das weder dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net noch irgendeinem anderen Medium beantworten. Gabriel zu GoMoPa: "Wir geben währen des laufenden Verfahrens keinen Kommentar ab, ausnahmslos an niemanden."

Rechtsanwalt Siegmund Benecken (67), der Deniz C. mit seinem Sohn vertritt, verriet GoMoPa: "Der alte Haftbefehl wurde zwar aufgehoben, aber es wurde ein neuer Haftbefehl ausgesprochen. Unser Mandant bleibt also in U-Haft und darf nicht nach Hause gehen. Wir haben einen Haftprüfungsantrag gegen den neuen Haftbefehl beantragt."

Das Verfahren, von dem Oberstaatsanwalt Gabriel spricht, wurde Anfang des Jahres in aller Stille eingeleitet. Aktenzeichen: 35 JS 40/09. Der Hoyzer-Skandal war gerade erst vier Jahre her. Nach monatelangen Ermittlungen, insbesondere einer groß angelegten Telefonüberwachung, schlugen die Beamten schließlich am 19. November 2009 zu.

"Im Zuge dieser Ermittlungen, die durch Verantwortliche der UEFA unterstützt und begleitet werden, wurden am heutigen Tag eine Vielzahl von Durchsuchungen und Festnahmen im gesamten Bundesgebiet sowie im Ausland vorgenommen", hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei Bochum vom selben Tag. Der Schlag richtete "sich gegen eine international agierende Bande, der fortgesetzte, gewerbsmäßige Wettbetrügereien zur Last gelegt werden", heißt es in der Erklärung weiter. "Die Beschuldigten sind verdächtig, Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle aus hochrangigen europäischen Fußball-Ligen gegen Geldzahlungen veranlasst zu haben, den Ausgang von Spielen im Sinne der Bande zu manipulieren, und diese Situation zu Wettbetrügereien ausgenutzt zu haben."

Die Ermittlungsakte im 11. Stock der Staatsanwaltschaft Bochum umfasst 45 Leitz-Aktenordner. Es geht um 200 manipulierte "Verdachtsspiele" in 17 Ländern. Es gab 50 Durchsuchungen. 17 mutmaßliche Drahtzieher in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz wurden verhaftet. Viermal soll die zweite Bundesliga betroffen sein (unter anderem die Zweitligapartie zwischen Augsburg und Osnabrück mit 3:0) sowie Spiele in unteren Ligen. Neben Deutschland sind in Österreich (elf Spiele), Kroatien, Slowenien, der Türkei, Ungarn und Bosnien mehrere Begegnungen im Fokus der Ermittler.

Mindestens vier Spieler pro Mannschaft angeworben

Pro Spiel mussten mindestens vier bis fünf Spieler einer Mannschaft, im besten Fall auch noch der Schiedsrichter und Trainer bestochen sein. Die Betrügerbande, die an den 200 Spielen zehn Millionen Euro über Internet-Sportwetten verdiente, zahlte an die angeworbenen Spieler Summen zwischen 5.000 und 25.000 Euro. Viele Spieler wurden privat rekrutiert und nach Mafiaart unter Androhungen von Schlägen eingeschüchtert. War aber weder mit Geld noch unter Gewaltandrohung an die Spieler heranzukommen, wurden auch schon mal Mannschaftsärzte oder Köche bestochen, einzelnen Spieler Gift beizumischen und sie so außer Gefecht zu setzen. Das bestätigte Burkhard Benecken gegenüber der Nachrichtenagentur DPA, nachdem er Akteneinsicht genommen hatte.

Gift in der Spaghetti Bolognese bei Hansa Rostock

Musste sich übergeben: Hansa-Stürmer Enrico<br /> Kern©Bundesliga
Musste sich übergeben: Hansa-Stürmer Enrico
Kern©Bundesliga
Auf diese Weise sollte im Jahr 2007 offenbar sogar der Aufstieg des Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock in die Bundesliga verhindert werden. Wie der damalige Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf gestern berichtete, soll den Rostocker Spielern (damals Zweitliga-Tabellenzweite) am Vorabend des Spiels beim damaligen Schlusslicht Eintracht Braunschweig (1:1) am 13. April 2007 etwas Unverträgliches in die Spaghetti Bolognese gemischt worden sein.

"Im Zuge des Wettskandals erscheint das jetzt in einem ganz anderen Licht! Das Komische war, dass es nicht nur einen Spieler betroffen hat, sondern gleich die halbe Mannschaft", sagte Pagelsdorf der Bild-Zeitung. So hatte sich unter anderem Enrico Kern nach dem Verzehr der Nudeln übergeben, während alle anderen Restaurant-Gäste keine Beschwerden hatten.

Sechs Hansa-Profis hatten nach Angaben der Ostsee-Zeitung im Anschluss an den Verzehr von Nudeln im Hotel "Courtyard Marriott" eine Lebensmittelvergiftung. Betroffen waren Kim Madsen, Gledson, Enrico Kern, Regis Dorn, Djordjije Cetkovic und Marc Stein.

Stein, der mittlerweile bei Hertha BSC Berlin unter Vertrag steht, erklärte: "Das waren ganz komische Nudeln. Nach einer halben Stunde bekam ich Bauchschmerzen und konnte kaum noch laufen." Stein konnte gegen Braunschweig nur eine Halbzeit spielen. Cetkovic wollte ebenfalls ausgewechselt werden, hielt aber durch, bevor ihn Pagelsdorf erlöste. "Kern und Dorn hätte ich runternehmen müssen, aber es ging nicht mehr", sagte Pagelsdorf dem Sportinformationsdienst SID.

Der damalige Hoteldirektor Joachim Pöpping kann sich nicht vorstellen, dass einer seiner Köche die Spaghetti der Hansa-Profis vergiftet hat. Er sagte dem SID: "Köche verdienen gut. Für die paar Kröten, die in solch einem Fall angeboten werden, macht das keiner." Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt dennoch.

Laut Ermittlungsakten sei die Wettaffäre ein Fall für die Abteilung "Organisierte Kriminalität", da die Verdächtigen sich nicht wie andere Wett-Betrüger zuvor darauf beschränkt hätten, mit List und Täuschung vorzugehen. Das entscheidende Kriterium dieses weltweiten Netzwerks sei die Gewalt. Man schrecke nicht mehr davor zurück, Leute in Keller einzusperren oder Spieler zu betäuben. Es seien Geldflüsse von vielen Millionen Euro im Spiel, sodass auch Vermögenswerte verschleiert werden sollten.

Deniz C. - ein Falschspieler und Schläger

Der türkischstämmige Deniz C. wurde in seinem Einfamilienhaus in einer Villengegend von Herten (63.000 Einwohner) von der Polizei überrascht. Dem ehemaligen Türsteher, dem inzwischen Bordelle, Spielhallen und Wettbüros im Ruhrpott gehören sollen, wird laut seinem Anwalt Benecken erpresserischer Menschenraub und gewerbsmäßiger Bandenbetrug in acht Fällen vorgeworfen. Laut Ermittlungsakten soll der 30-Jährige eine der zentralen Figuren der europaweit tätigen Wettmafia sein. C. soll bei Manipulationen entscheidenden Druck ausgeübt haben. Vor Jahren stand er in Dortmund mal wegen versuchten Totschlags vor Gericht. Am Ende blieb eine Strafe wegen Körperverletzung übrig. Benecken boxte ihn da raus.

Deniz C. wird nach Aussage Beneckens weiter zur Last gelegt, Rechtsanwälte von anderen Beschuldigten und Geschädigten bezahlt zu haben, damit diese keine oder eine gewünschte Aussage machen. C. soll mit sechs anderen Verdächtigen auf acht manipulierte Partien in der Schweiz, Belgien, Türkei, Slowenien und Kroatien gewettet haben. Dabei habe C. einen Gewinn von 990.275 Euro gemacht.

Die Akten sprechen im Fall Deniz C. von extremer Gewaltbereitschaft. Anwalt Benecken sagte gegenüber der BILD-Zeitung: ?Es sollen Chefköche von Luxushotels angesprochen worden sein, damit sie Giftstoffe in das Essen von Spielern mischen. Es soll versucht worden sein, den Mannschaftsarzt eines slowenischen Teams mit Präparaten auszustatten, damit er dann die eigenen Spieler betäubt.?

Die BILD berichtet weiter: "Wer Schulden nicht bezahlen kann, wird bedroht. Ein zahlungsunfähiger Zocker (verlor bei einem manipulierten Backgammon-Spiel in Nürnberg 150. 000 Euro) soll in einen Keller verschleppt, drei Tage gefangen gehalten und geschlagen worden sein." Die Süddeutsche Zeitung rekonstruierte den Vorfall so: "Drei Männer im Hotel, ein Spielchen Backgammon - das versprach, ein netter Abend zu werden. Als sich in der Nacht zum 1. Mai 2008 der aus Herten im nördlichen Ruhrgebiet stammende Türke Deniz C., sein Kumpel Marijo C. und ein Abidin B. im Zimmer 608 des Nürnberger Sheraton zu einer Partie Backgammon verabredeten, soll die Stimmung zunächst fröhlich gewesen sein. B. hielt sich für einen guten Spieler, aber er verlor kräftig: 150.000 Euro an nur einem Abend.

Einen Teil der Spielschuld, immerhin 50.000 Euro, soll er gleich an Ort und Stelle bezahlt haben. Weil er die Restsumme aber, trotz dringlicher Ermahnung, nicht bezahlte, soll B. dann sechs Wochen später entführt, nach Herten verschleppt, tagelang in einen Keller gesperrt und verprügelt worden sein. Am Ende soll er gezahlt haben. Der Becher und die Würfel sollen übrigens präpariert gewesen sein." Erpresserischer Menschenraub wird mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren bestraft.

Wie Benecken erläuterte, soll C. laut Haftbefehl mehrere Zeugen mit körperlicher Gewalt und Drohungen nachhaltig eingeschüchtert haben. Darüber hinaus würden dem Hertener konspirative Gespräche über ständig wechselnde Mobiltelefone und den Internettelefonie-Dienst Skype zur Last gelegt. Unter anderem soll C. von einer vermeintlichen Manipulation des türkischen Erstliga-Spiels zwischen Ankaraspor und Bursaspor (0:2) am 4. April 2009 gewusst haben. Dabei habe er beim Wettanbieter Bet3000 10.000 Euro auf die richtige Tordifferenz gesetzt und 18.500 Euro kassiert.

Des Weiteren soll der Hertener an Manipulationen von zwei Partien der 2. belgischen Liga, zwei Spielen der 2. Schweizer Liga sowie jeweils einer Partie der höchsten Spielklassen in Slowenien und Kroatien sowie dem türkischen Pokal beteiligt gewesen sein. Dabei habe beim Aufeinandertreffen der slowenischen Clubs Drava Ptuj und Nafta Lendava (4:1) am 11. April 2009 ein im Haftbefehl namentlicher genannter Spieler 5.000 Euro erhalten. C. soll durch diese Partie 100.000 Euro gewonnen haben.

Anwälte von verdächtigen Fußballklubs stehen in Bochum Schlange - zur Akteneinsicht

... Fortsetzung lesen. » Registrieren Sie sich jetzt oder erwerben Sie das Leserecht! «

 



Um diese GoMoPa® - Meldung vollständig lesen zu können, müssen Sie mindestens registriertes GoMoPa® Mitglied sein. Jetzt registrieren.


Sollten Sie bereits registriert sein, loggen Sie sich bitte jetzt ein:

Benutzername:
Zugangsdaten vergessen?
Passwort:
Registrieren?



Ab sofort können Sie unsere Pressemeldungen auch via Einzelabruf kostenpflichtig erwerben. Holen Sie sich unsere Pressemeldung - Jetzt kaufen!

 

Pressemitteilungen zum Thema
» FC Bayern München und FC St. Pauli kassieren Wettgelder auf Umwegen
» Wettskandal: Geldflüsse sollen gestoppt werden
» HSV verstrickt in Fußball-Wettskandal
» Zinswetten auf die Bundesliga taugen nichts
» Lotto wird doch nicht teurer

Pressemitteilungen zum Thema Auslands-Glücksspiel
» Traumhafte Gewinne mit Euro-Lotto?
» Australian-Lotto: Es gewinnt nur der Agent
» Lottogewinn in Spanien: Betrug ohne Grenzen
» Eröffnen Sie Ihr eigenes Casino
» Pokern ohne Chance
» Die deutsche Pokershow

Beiträge zum Thema
» Ein neuer Fußballwettskandal bahnt sich an
» Rundes Leder: Wer das Geld hat, darf bestimmen
» Fluxx.com, Betandwin.de, sportwetten.de
» Schiedsrichter Hoyzer arbeitet im Wettbüro
» 5 bis 8 Prozent monatlich garantiert: sports-and-cash.de
» Wettbüro: Wer kennt sich aus?

 

Stichwörter zum Thema

» Bundesliga Wettskandal Ermittlungsverfahren Wettmarkt 

Nachdruck, Aufnahme in Onlinedienste sowie Internet und Vervielfältigungen auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM etc. nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung durch GoMoPa®. Nutzungsrechte sind ganz oder teilweise zu erwerben. © Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC

 



Werden Sie GoMoPa® - Mitglied


Es liegen keine Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

Kommentar hinterlassen
 
Name:
E-Mail Adresse:
Kommentar:
Sicherheitscode:


 

» Good Brands AG: Thomas Storch hilft als Business A ...   21.04.2017

» Der tiefe Fall von Josef Bader: Kaum einer will Ak ...   20.04.2017

» Signa 05/HGA Luxemburg: Gnadenfrist von Lone Star ...   19.04.2017

» Oliveda: Keine Pacht für Olivenhaine in Spanien, ...   18.04.2017

» BKN biostrom AG Anleihe: Gläubigerirreführung mi ...   17.04.2017

» Weitere Pressemeldungen (Archiv)




Werden Sie GoMoPa® - Mitglied
GoMoPa bei Facebook
Stimmen zu GoMoPa®
"...eine Datenbank, die ich nicht mehr missen möchte..."
» weitere Test - Stimmen

"...und wurde schon vor mancher Dummheit bewahrt..."
» weitere User - Stimmen

"...gomopa.net enthielt Mitte Oktober mehrere hundert (!) Beiträge von interessierten Privatpersonen sowie Finanzierungs- und Anlageberatern zum Thema..."
» weitere Presse - Stimmen

"...empfangen wir inzwischen täglich qualifizierte und werthaltige Anfragen..."
» weitere Werbepartner - Stimmen
Meinungen
"...der beste Weg, detaillierte Informationen einem großen Publikum schnell zugänglich zu machen..."
Kanzlei Balthasar

"...als Werbepartner hat man bei Gomopa die Möglichkeit, sich vom sogenannten Grauen Markt abzuheben..."
Jörg Petersen, jp - invest

» weitere Stimmen