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19. Februar 2017
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29.01.2010
Dubai-Fonds: ACI droht Anlegern mit Insolvenz

Convent Die Alternative Capital Invest GmbH aus Gütersloh (NRW) hat gar keine Beteiligungs-Fonds mehr, und auch die 300 Millionen Euro Anlegergelder sind komplett in emiratischen Firmen versenkt, dennoch fordern die nun eigentlich arbeitslosen ACI-Chefs Robin Lohmann (34) und Vater Uwe Lohmann (64) in einem Bettelbrief für 2010 und die nächsten Jahre für eine so genannte Liquidationsphase von den Anlegern ein Gehalt von jährlich 1,1 Millionen Euro. Für jeden der vier Ex-Fonds (Kommanditgesellschaften II bis V) genau 266.560 Euro.

Die Anleger würden diese "freiwillige Umlage" kaum spüren, heißt es in dem von Geschäftsführer Uwe Lohmann unterschriebenen Brief vom 17. Dezember 2009. Lediglich 150 Euro seien pro 10.000 Euro Einlage nötig. Die Anleger bräuchten auch nichts zu tun. Das Geld werde automatisch von der ACI immer am 15. Januar eines jeden Jahres gleich für das ganze Jahr im Voraus abgebucht.

Betroffen sind mehr als 7.000 Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Offiziell ist es eine Gesellschafterbeschlussvorlage, über die die Anleger bis zum 17. Januar 2010 per Fax an das Gütersloher Büro der ACI abstimmen sollten. Wie die Abstimmung ausgegangen ist, darüber hüllt sich die ACI-Leitung bis heute in Schweigen.

Wörtlich heißt es im Schreiben von Geschäftsführer Uwe Lohmann vom 17. Dezember 2009 zu Fonds Nummer II (die Schreiben zu den anderen drei Fonds III, IV und V lauten ähnlich):

Robin Lohmanns Zwillingsschwester<br /> Nadine (34) und Vater Uwe Lohmann (64)
Robin Lohmanns Zwillingsschwester
Nadine (34) und Vater Uwe Lohmann (64)

Zitat:


Honorar der Komplementärin / Kostenerstattung zur Abwicklung während der Liquidationsphase

Da die Geschäftsführung - wie Sie auch - davon ausgegangen war, dass die Liquidationsphase der Gesellschaft angesichts des bereits abgeschlossenen Kaufvertrages mit der Firma YAMA allenfalls bis März/April 2009 anhält, hatte sich die Komplementärin mit einer Pauschalvergütung für die bevorstehende Abwicklung in 2009 in Höhe von 60.000 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) unter Freistellung der Fondsgesellschaft von weiteren Kosten bereit erklärt.

Da der Kaufvertrag nicht durchgeführt werden kann und nicht abzusehen ist, wie lange die Liquidationsphase noch anhält, ist die Geschäftsgrundlage für diese Vereinbarung entfallen. Die Komplementärin ist nicht in der Lage, ohne entsprechende Honorierung die Geschäftsführung nebst Übernahme der persönlichen Haftung weiterzuführen.

a) Honorar für Geschäftsführung und Haftungsübernahme

Die Geschäftsführung schlägt vor, der Komplementärin für die Zeit ab 1.1.2010 und für die Dauer des weiteren Liquidationsverfahrens ein Honorar von jährlich 120.000 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer), zurzeit also brutto = 142.800,00 Euro pro Jahr zu gewähren, und zwar für die Geschäftsführung und Übernahme der Haftung.

Die Vergütung ist fällig jeweils jährlich im Voraus per 15.01. eines jeden Jahres, erstmals per 15.01.2010. Die vorgeschlagene Gesamtvergütung liegt weit unterhalb des prospektierten Honorars für die Geschäftsführung, obwohl der Arbeitsumfang und das Risiko während der Liquidationsphase erheblich gewachsen sind.

Danach fallen jährlich folgende Kosten für die Komplementärgesellschaft ab 01.01.2010 an:

Honorar für Geschäftsführung und Haftungsübernahme: 120.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer, zur Zeit somit 142.800 Euro.

b) Der sonstige Aufwand / Auslagen, die von der Gesellschaft an die Geschäftsführung zu erstatten sind,

werden auf mindestens 100.000 Euro pro Jahr kalkuliert. Dazu gehören unter anderem:
Treuhandkosten pro Jahr: 15.000 Euro
Rechtsberatungskosten und Prozesskosten Deutschland: 12.000 Euro
Steuerberatungskosten /Jahresabschlüsse: 40.000 Euro
Rechtsberatungskosten Dubai 10.000 Euro
Rundschreiben / Abstimmungsunterlagen / Protokolle: 10.000 Euro
Kosten von Veranstaltungen / Raumkosten / Gastronom: 3.000 Euro
Anteilige Kosten Gesamtbeirat (inklusive eventuelle Spesen): 1.000 Euro
Notarkosten / Apostillen usw.: 1.000 Euro
Sonstiges: 12.000 Euro
Summe geschätzter sonstiger Aufwand / Auslagen pro Jahr: 104.000 Euro zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer 19.760 Euro
Gesamt brutto Aufwand / Auslagen: 123.760 Euro

c) Insgesamt fallen somit jährlich folgende Kosten bei Ihrer Beteiligungsgesellschaft an:

Geschäftsführungshonorar, siehe oben a) ergibt 142.800 Euro
Sonstiger Aufwand / Auslagen, siehe vorstehend b) 123.760 Euro

Insgesamter Kostenaufwand für die Gesellschaft: 266.560 Euro

Insoweit wird vorgeschlagen, zu beschließen, dass die Beteiligungsgesellschaft für die Dauer des Liquidationsverfahrens ab dem 01.01.2010 an die Komplementärin 120.000 Euro und weitere 104.000 Euro an sonstigem Aufwand, jeweils zuzüglich MWST, zahlt, fällig jeweils zum 15.01. des Jahres.

d) Die Geschäftsführung wird versuchen, die vorstehenden Kosten durch eine freiwillige Umlage zu erheben, um die Ausschüttungen nicht zurück fordern zu müssen. Die Umlagebeträge belasten den einzelnen Gesellschafter relativ gering (im Verhältnis zur gezeichneten Kommanditeinlage).

Beispiel: Bei einem gezeichneten Netto-Kapitalbetrag von 10.000 Euro und einer jährlichen Umlage von 266.560 Euro macht dies bei der II. Dubai Tower Fonds KG folgende Belastung pro Jahr aus:

(Gesamtkosten) 266.560 Euro: (Fondsvolumen) 17.144.500 Euro = 0,015 Euro x 10.000 Euro = 150 Euro.

Auf je 10.000 Euro Kommanditbeteiligung fallen somit pro Jahr 150 Euro an Vergütung für die gesamte Geschäftsführung (inklusive Drittleistungen und sonstiger Aufwand) an. Den auf Ihre Beteiligung anfallenden Betragsanteil werden wir, damit für Sie kein zusätzlicher Arbeitsaufwand entsteht, je nach Beschlussfassung von Ihrem Konto einziehen.

Es wird vorgeschlagen, entsprechende Beschlüsse zu fassen.


Möglicherweise endete die Abstimmung wieder einmal mit einer Watschen. Denn der Gehaltsbettel-Brief vom 17. Dezember 2009 ist schon der zweite. Der erste Bettelbrief vom September 2009 war am Widerstand der Vertriebler gescheitert und fiel bei den Anlegern durch. Damals forderte die ACI-Führung einfach die Fortsetzung ihrer Bezahlung in Höhe von rund einer Million Euro pro Fonds, also insgesamt vier Millionen Euro pro Jahr.

Aber damit sich das nicht wiederholt, haben die ACI-Chefs Druck aufgebaut. Sie drohen den Anlegern im neuen Schreiben unverhohlen mit Insolvenz und mit horrenden Zahlungen, die die Anleger als Gesellschafter der Fonds-Kommanditgesellschaften dann zu leisten hätten.

Und die 300 Millionen Euro, die die Anleger insgesamt eingezahlt hätten, seien im Insolvenzfall für immer verloren. Zur Bekräftigung veröffentlichten die Lohmanns auf der ACI-Webseite einen Brief eines Wirtschaftsanalysten, der mal eben klar stellte, dass es zwecklos sei, in Dubai versickertes Geld zurückholen zu wollen. Darin heißt es:

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