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01.02.2010
ACI-Dubai-Fonds: "Wir zahlten nie aus Gewinnen"

ACI-Chef Uwe <br />Lohmann (64)<br /> © ACI
ACI-Chef Uwe
Lohmann (64)
© ACI
Die Vorabausschüttungen an die Anleger habe der Dubai-Fondsanbieter Alternative Capital Invest (ACI) aus Gütersloh (NRW) "nie aus ausgewiesenen Gewinnen", sondern "stets aus vorhandenen liquiden Mitteln gezahlt". Mit einem Brief an seine Anleger gab ACI-Geschäftsführer Uwe Lohmann (64) damit zu, Ausschüttungen aus nicht vorhandenen Gewinnen vorgenommen zu haben. Ein "Marketing" und "Geschäftsgebaren" welches im Endeffekt einem Schneeballsystem ähnelt?!

Der Brief wurde am 17. Dezember 2009 an alle 6.858 Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz geschickt mit der Aufforderung, der ACI-Führung für 2010 und die folgenden Jahre doch bitteschön weiterhin 1,1 Millionen Euro Gehalt und Kosten zu bezahlen, obwohl es die betreffenden Fonds gar nicht mehr gibt.

In dem Bettelbrief drohte Uwe Lohmann den Anlegern im Falle ihrer Weigerung, Insolvenz anzumelden. Die Folgen, so Lohmann weiter, wären für die Anleger fatal. Diese müssten 13,8 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zurückzahlen. Denn die Ausschüttungen kamen nach Lohmanns Angaben nie aus ausgewiesenen Gewinnen, sondern seien stets aus laufenden liquiden Mitteln beglichen worden.

In dem mit freundlichem Gruß von Geschäftsführer Uwe Lohmann an die Anleger der Fonds II bis V unterschriebenen Brief heißt es wörtlich:

Zitat:


Der eingesetzte Insolvenzverwalter wird zur Erlangung der entsprechenden Forderungen der insolventen Komplementärin die Gesellschafter auf Rückzahlung aller erhaltenen Vorabausschüttungen auffordern müssen, da diese stets aus vorhandenen liquiden Mitteln und nie aus ausgewiesenen Gewinnen gezahlt wurden.


Klares Indiz für Schneeballsystem?

"Und genau hier liegt ein glasklares Indiz für ein Schneeballsystem vor", erläutert der in Dubai lebende Treuhänder Martin Kraeter (45) von der KLP Group Emirates dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net. Kraeter analysiert das bezogen auf die ACI wie folgt:

Treuhänder Martin Kraeter<br /> (45) © KLP Group Emirates
Treuhänder Martin Kraeter
(45) © KLP Group Emirates

Zitat:


Woraus setzen sich die liquiden Mittel einer Beteiligungsgesellschaft zusammen? Normalerweise 1. aus Kapitaleinlagen der Gesellschafter, 2. aus erzielten Gewinnen ? wenn man welche gemacht hat - und 3. aus Steuererstattungen - wenn man vorher welche gezahlt hat.

Laut ACI selbst fallen Nummer 2 (Gewinne) und Nummer 3 (Steuererstattungen) aus. Ergo wurden die Vorab-Ausschüttungen aus Kapitaleinlagen der Gesellschafter geleistet.

In der Natur der Sache liegt, dass Anleger einen Fonds über längere Zeit füllen und je nach Eintrittsdatum Anspruch auf beschlossene Vorab-Ausschüttungen haben oder nicht. In so einer Konstellation liegt dann ein Schneeballsystem vor, wenn die Vorab-Ausschüttung für einen länger investierten Gesellschafter mit ?frischen? Einlagen später zeichnender Anleger bezahlt werden. In der von ACI selbst gewählten schwammigen Darstellung muss man einen klaren Anfangsverdacht entwickeln. Für eine Überprüfung solch eines Anfangsverdachts sind in Deutschland die Staatsanwaltschaften zuständig.


Eingesammeltes Kapital (ohne Agio) und Vorabausschüttungen<br /> © Kapital Markt Intern (KMI)
Eingesammeltes Kapital (ohne Agio) und Vorabausschüttungen
© Kapital Markt Intern (KMI)
Da die in Höhe von 13,8 Millionen Euro ausgezahlten Vorabaus-schüttungen an die Anleger der Fonds II bis V verschwindend gering sind im Vergleich zu den eingezahlten Geldern (56 Millionen Euro in Fonds II bis V) und auch im Vergleich zu dem noch ausstehenden Verkaufspreis für die vier Fonds (II bis V) in Höhe von 124,5 Millionen Euro, rät Dubai-Experte Martin Kraeter den Anlegern, die Initiative zu ergreifen und selbst die Insolvenz der ACI zu beantragen.

Kraeter führte gegenüber GoMoPa.net weiter bezüglich der ACI aus:

Zitat:


Mindestens die Gesellschafter Fonds IV mit nur 1,71 Millionen Euro Vorabausschüttungen und Fonds V mit nur 1,31 Millionen Euro hätten natürlich angesichts dieser geringer Vorab-Ausschüttungen eine andere Option: Nämlich von sich aus Insolvenz zu beantragen und so unter die Leitung eines Insolvenzverwalters zu kommen.

Das dürfte allemal erfolgreicher sein, als mit der nach eigenen Angaben ?erfahrenen Geschäftsführung? weiter zu machen. Von lediglich 2010 als Abwicklungszeitraum, für den die Anleger an die ACI-Führung 1,1 Millionen Euro nachschießen sollen, kann ja ernsthaft nicht die Rede sein. Bei Fonds IV. & V. KG kommt es die Gesellschafter schon ab dem 2. Jahr günstiger, einem Verwalter ihre Vorab-Ausschüttungen zurück zu geben, als eine weitere ?freiwillige Umlage? in Höhe von 1,1 Millionen Euro zu leisten.


Rat vom Anwalt an die Anleger: Trennung von Fonds

Der Siegburger Rechtsanwalt Hartmut Göddecke (53) rät den Anlegern, sich so schnell wie möglich von dem (Miss)Management zu trennen. Göddecke:

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