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02.02.2010
Steuergeschenk an Hoteliers verteuert Dienstreisen

Steuerberaterin Claudia Jaensch © ETL
Steuerberaterin Claudia Jaensch © ETL

Während die Hoteliers durch die Senkung der Steuer von 19 auf 7 Prozent steuerlich entlastet werden, müssen Geschäfts-reisende und Firmen für ihre Montagearbeiter drauf zahlen. Darauf verwies Claudia Jaensch, Geschäftsführerin der ETL SteuerRecht GmbH aus Berlin, gegenüber dem Finanz-nachrichtendienst GoMoPa.net.

"Geschäftsreisende werden kaum von dem niedrigeren Umsatzsteuersatz für Beherbergungsleistungen profitieren", rechnete die Steuerberaterin vor. "Im Gegenteil: Dienstreisen oder auch die Übernachtungen von Arbeitnehmern bei Montagen werden vielfach sogar teurer werden, wenn die Hoteliers den Steuervorteil nicht an ihre Gäste weitergeben. Bei einem Zimmerpreis von 119 Euro (ohne Frühstück) entstanden einem Unternehmer bisher Betriebsausgaben von 100 Euro. 19 Euro wurden als Vorsteuer vom Finanzamt vergütet.

Bei gleich bleibendem Zimmerpreis werden einem Unternehmer künftig nur noch 7,78 Euro Vorsteuer vom Finanzamt vergütet. Damit verbleibt ein betrieblicher Aufwand von 111,22 Euro und damit 11,22 Euro mehr als vorher. Daher sollten Unternehmen, in denen viele Dienstreisen unternommen werden oder deren Arbeitnehmer regelmäßig auf Montage tätig sind, eventuelle Mehrkosten rechtzeitig kalkulieren. "

Möglicher Ausweg: Nettopreisvereinbarungen

Der Rat der Steuerberaterin an Unternehmen: "Prüfen Sie, ob Sie Nettovereinbarungen abschließen können, damit sich künftige Umsatzsteueränderungen nicht auf ihren Gewinn auswirken."

Doch die Steuerexpertin hat auch gute Nachrichten, für alle, die einen Lehrgang in einer schönen Gegend mit ein paar Urlaubstagen verbinden wollen. Die Reise galt bislang insgesamt als Privatreise. Jetzt darf man die Kosten teilen und Berufliches bei der Steuer absetzen. Steurerberaterin Claudia Jaensch führt dazu aus:

Beruflicher Reisekostenanteil kann steuerlich abgezogen werden

Zitat:


Alles oder nichts! So behandelte das Steuerrecht bisher sogenannte gemischte Aufwendungen. Das heißt: Kosten, die teilweise beruflich und teilweise privat veranlasst sind, waren bislang steuerlich nicht abziehbar. Nur in wenigen Ausnahmefällen ließ der Fiskus eine Aufteilung der Kosten zu, zum Beispiel bei Kraftfahrzeugkosten und bei der Telefongrundgebühr.

Umso erfreulicher, dass die Bundesfinanzrichter kürzlich entschieden haben, dass der berufliche Reisekostenanteil steuerlich auch dann abgezogen werden darf, wenn eine Reise teilweise privat veranlasst ist. So urteilte jetzt der Große Senat des Bundesfinanzhofs (BFH). Im Streitfall hatte ein Informatiker eine Computer-Messe in Las Vegas besucht. An vier Tagen nahm er an Fachveranstaltungen teil, drei weitere Tage hatte er für private Aktivitäten zur freien Verfügung. Das Finanzamt wollte insbesondere die Kosten des Hin- und Rückflugs nicht aufteilen und ausschließlich dem privaten Bereich zuordnen.

Doch die Bundesfinanzrichter entschieden, so Claudia Jaensch weiter:

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