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26.02.2010
Datenleck bei lettischen Banken

Die Parex Banka wurde 2008 verstaatlicht
Die Parex Banka wurde 2008 verstaatlicht
Lettische Banken bluten aus und keiner kann das Datenleck schließen. Seit drei Monaten hat sich ein Hacker in Computer lettischer Banken, von Behörden und rund 1.000 staatlichen Unternehmen eingeloggt, um Korruption von Behörden und Extra-Bonis an staatliche Manager zu dokumentieren, deren Gehälter wegen der Krise eigentlich gesenkt werden sollten.

Der Hacker verschickt jeden Tag neues brisantes Material über Twitter an das lettische Fernsehen und hat bereits eine starke Fangemeinde. Das erfuhr der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net vom Londoner Fernsehsender BBC. Die BBC berichtet über den Fall, weil der anonyme Hacker in Großbritannien vermutet wird und von dort aus seine alte Heimeit ausspähen soll.

Quelle für diese Vermutung ist er selbst. Denn er behauptete von sich, dass er Teil der so genannten "Vierten Erwachenden Volksarmee" (Fourth Awakening Peoples Army) sei. Diese in England ansässige Untergrund-Gruppe hatte vor zehn Tagen für Aufsehen gesorgt, weil sie 7,4 Millionen vertrauliche Steuerdokumente mit Daten von hohen Regierungsbeamten aus dem State Revenue Service (der lettischen Steuerbehörde) gestohlen hatte. Die Hacker-Gruppe wollte nach eigenen Angaben klären, wer Lettland "ausgeplündert" habe.

Auch jetzt verfolge der Hacker angeblich edle Ziele. Er selbst nennt sich Neo wie der Volksheld aus dem amerikanischen Kino-Block-Buster "Matrix". Und als Neo deckt der Hacker eine Verfehlung nach der anderen auf. Niemand kann ihn bislang stoppen. Nach seinen Motiven gefragt, gab Neo an, er habe offenlegen wollen, wer sich an der Rezession in Lettland bereichert.

Über Twitter und das lettische Fernsehen konnte die lettische Bevölkerung bereits erfahren, was Manager staatlicher Firmen tatsächlich verdienen, obwohl Gehaltskürzungen versprochen wurden. Unter anderem veröffentlichte Neo bisher Informationen über Managergehälter bei einer Bank, die durch den lettischen Staat durch Finanzhilfen gerettet wurde. Dabei kam ans Licht, dass viele der Manager nicht die versprochenen Gehaltskürzungen hinnahmen. Im November 2008 rettete die Lettische Regierung die Parex Bank mit Hauptsitz in Lettlands Hauptstadt Riga mit 284,57 Millionen Euro und verstaatlichte die baltische Bank zu 85 Prozent.

Das deckte Neo auf:

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