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18.03.2010
Weltpremiere für Kino-Börse

Der Anschlag auf das New Yorker World Trade Center am 11. September 2001 hatte den Start der ersten Termin-Börse der Welt für Hollywood-Filme zunichte gemacht. Jetzt nimmt der Filmkonzern Cantor Fitzgerald, der dort ein Büro für die künftige Börse hatte, einen neuen Anlauf und eröffnet am 22. April 2010 in Chicago mit 658 Mitarbeitern nun doch noch die Kino-Filmbörse Cantor Exchange (CX) - eine Weltpremiere.

Es ist ein Internet-Marktplatz, auf dem man auf die Höhe des Kassenerfolges neuer Kinofilme in Nordamerika (USA und Kanada) wetten kann. Für jeden US-Dollar Einsatz ist man an der Kino-Abenkasse in 1-Million-Dollar-Schritten beteiligt. Abgerechnet wird am vierten Kinowochenende nach dem Start. Hat der Film beispielsweise 170 Millionen Dollar eingespielt, bekommt man auf seinen Wett-Dollar 170 Dollar gut geschrieben. Floppt der Film unter 1 Million Dollar Einnahmen, ist das gewettete Geld futsch.

Die Firmen Rentrak Theatrical und Nielsen EDI rechnen die Einspielergebnisse in Echtzeit ab.

Die erste Filmauktion startet mit 40 Blockbustern. Mit dabei "The Losers" von Warner Bros (Start: 23. April 2010), "A Nightmare on Elm Street" von Warner Bros (Start: 30. April) und "Iron Man 2" mit Mickey Rourke von Paramount (Start: 7. Mai).

Die Börse handelt 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche. Jeden Dienstag kommen neue Filme in die Rallye. Bereits ein halbes Jahr vor einem Kinostart kann man auf den Film setzen, die Auktion für diesen Film endet dann vier Wochen nach dem Start.

Da für die erste Auktion ja der halbjährliche Vorlauf fehlt, haben sich die Macher der Cantor Exchange etwas Besonderes einfallen lassen: Man kann ab sofort mit virtuellem Geld auf die kommenden Filme wetten. Nach dem 22. April 2010, dem echten Start der Börse, werden alle mit Phantasiegeld gemachten Wettkontrakte, die bis zum 31. März 2010 auf der Cantor Exchange abgeschlossen worden sind, automatisch in echte Wettkontrakte umgewandelt. Macht der Film Profit, werden pro 1.000 Dollar Gewinn, der mit dem Scheingeld an der Börse erzielt wird, 10 echte US-Dollar gut geschrieben.

Der Anleger kauft sich einen Terminkontrakt mit dem Namen Domestic Box Office Receipt (DBOR). Der kleinste Einsatz beträgt 25 US-Cent (250.000 US-Dollar DBOR). Für jeden DBOR-Kontrakt ist eine Gebühr von 25 US-Cent fällig. Und einmalig 2 US-Dollar Grundgebühr für die Börsenanmeldung. Somit wäre der geringste Einstieg also bei 2,50 US-Dollar möglich.

Das Problem für deutsche Zocker: Sie müssen auf den Geschmack des nordamerikansichen Publikums wetten, nicht auf ihren eigenen.

Cantor Exchange ersetzt bisherige virtuelle HSX.com



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