
16.04.2010
Deutsche Ärzteversicherung verdoppelt die Beiträge

Vorstand Jörg Arnold (45)
©Deutsche Ärzteversicherung
Zahlten Allgemeinmediziner bislang durchschnittlich 350 Euro für die Berufshaftpflicht, so müssten sie demnächst 770 Euro im Monat berappen, rechnete Arnold dem Fachblatt vor.
Die drastische Beitragssteigerung begründete Arnold damit, dass die Deutsche Ärzteversicherung schon im dritten Jahr in Folge rote Zahlen schreibe. Arnold: "Wir haben Schadensquoten, die um die 200 Prozent liegen. Das heißt, wir nehmen 1.000 Euro ein und geben 2.000 Euro für die Schadensregulierung aus. Das Geschäft ist hochgradig defizitär."
Schuld daran seien nicht die Ärzte selbst. Sie würden nicht mehr pfuschen als vorher. Statistisch verursacht laut Deutscher Ärzteversicherung ein Arzt alle 28 Jahre einen Schaden. Aber die Schadenshöhen seien laut Arnold explodiert. Früher hätte man hauptsächlich nur die medizinische Nachbehandlung bezahlt, heute kämen horrende Verdienstausfälle dazu. Jeder Fall von Ärztefehler werde da sofort zu einem Großschaden über 150.000 Euro.
Arnold: "Im letzten Jahr mussten wir 140 Großschäden neu anlegen. Deren Schadensaufwand allein summierte sich auf 75 Millionen Euro. Nur ein Beispiel: Ein Orthopädieschaden mit Knieversteifung und einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 40 Prozent erreichte 1998 eine Schadenshöhe von 110.000 Euro, 2008 lag die Schadenshöhe bei 450.000 Euro."
Geburtshelfer verursachen höchste Entschädigungssummen
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