GoMoPa: Keine Dividende bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank
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20.04.2010
Keine Dividende bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank

Zentrale der Deutschen Apotheker-<br /> und Ärztebank in Düsseldorf © apoBank
Zentrale der Deutschen Apotheker-
und Ärztebank in Düsseldorf © apoBank
Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank e.G. (apoBank) aus Düsseldorf kann ihren 101.176 Genossenschaftsmitgliedern und Anteilseignern für das vergangene Jahr keine Dividende zahlen.

Am 18. Juni 2010 muss die Vertreterversammlung der apoBank einen Verlust von 283 Millionen Euro absegnen, verursacht durch Spekulationen mit Wertpapieren, so genannten strukturierten Finanzprodukten. Das gab die apoBank in einer Pressemitteilung zum jetzt vorliegenden Jahresabschlussbericht für das Jahr 2009 bekannt.

Darin heißt es erklärend: "Die Eigenmittel- beziehungsweise Kernkapitalquote der Bank verringerte sich per Jahresende auf 10,2  Prozent (31. Dezember 2008: 12,8 Prozent) beziehungsweise 6,2 Prozent (31. Dezember 2008: 8,7  Prozent). Dies ist im Wesentlichen auf die erhöhte Eigenkapitalbindung bei den strukturierten Finanzprodukten zurückzuführen. Ursache hierfür war eine systematische Herabstufung dieser Wertpapiere durch die externen Ratingagenturen." Moodys stufte die Wertpapiere der apoBank auf Risiko 1 herab.

Ärztevertreter waren im Vorjahr noch ahnungslos

Noch letztes Jahr hatten die Bankbesitzer (Apotheker, Ärzte und Zahnärzte) den damaligen Vorstandssprecher Günter Preuß, der die Zockerei mit den Wertpapieren zu verantworten habe, mit einer Standing Ovation in den Ruhestand verabschiedet, schreibt die Deutsche Ärztezeitung.

Die Fachzeitung stellt dazu fest: "Die Vertreter hatten offenbar keine Ahnung, was los war. Der Aufsichtsrat, der angeblich von Preuß lange im Unklaren über die Schieflage gelassen wurde, scheint erst spät aktiv geworden zu sein; immerhin, er wurde es, jedenfalls deutet Preuß Pensionierung mit 64 und die Bestellung eines Aufräumers, Herbert Pfennig, darauf hin."

Vorstandssprecher Herbert<br /> Pfennig © apoBank
Vorstandssprecher Herbert
Pfennig © apoBank
Der neue Vorstandssprecher Herbert Pfennig versprach jetzt, die apoBank werde einen Schlussstrich unter die Spekulationen ziehen. Pfennig: "Mit diesem Jahresabschluss ziehen wir einen Schlussstrich unter die Vergangenheit, nachdem wir die Risikovorsorge angemessen dotiert und den konsequenten Abbau des Portfolios strukturierter Finanzprodukte eingeleitet haben." Wohl gemerkt "Abbau eingeleitet" und nicht beseitigt.

Pfennig musste 588,4 Millionen Euro an Risikovorsorge aufbieten, um alle erkennbaren Riskiken realistisch abdecken zu können, so heißt es in der Pressemitteilung. Doch der Abbau der faulen Wertpapiere ist nicht mit einem Mal zu stemmen. Zu groß ist das miese Erbe, das Pfennig von seinem Vorgänger übernehmen musste.

Die apoBank musste jetzt einräumen: "Für das Portfolio strukturierte Finanzprodukte verfolgt die Bank eine konsequente Abbaustrategie. Im Geschäftsjahr 2009 konnte dieses Portfolio um 1,1 Milliarden Euro auf nunmehr 4,5 Milliarden Euro (31. Dezember 2008: 5,5 Milliarden Euro) abgebaut werden." Bleibt für die kommenden Jahre immer noch ein Paket von 4,5 Milliarden Euro an faulen Wertpapieren.

Hätten die Aufseher nicht schon 2006 oder 2007 Bescheid wissen müssen, fragt die Ärztezeitung? Das Ärzte-Fachblatt fand heraus: Die apoBank kaufte eine Zweckgesellschaft in Dublin.

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