
22.04.2010
Die Flensburger Sparkasse und ihre eigenartigen Geschäfte
Der einstige Direktor der Flensburger Sparkasse (heute Nord-Ostsee Sparkasse), Frerich Eilts, und sein langjähriger Geschäftspartner, der Flensburger Immobilienmakler Hermann Densch, müssen sich jetzt gemeinsam vor der Großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kiels verantworten.
Die Kieler Staatsanwaltschaft reichte diese Woche gegen den Banker und den Makler sowie einen weiteren ehemaligen Sparkassenangestellten Klage ein. Die Vorwürfe reichen von Untreue, Bestechlichkeit und Beihilfe zum Vergehen nach dem Kreditwesengesetz bei den Bankern und von Beihilfe zur Untreue bis Bestechung beim Makler.
Das bestätigte die Pressestelle der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Kiel dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

Direktor a.D. Frerich Eilts
Im Gegenzug für das gute Geschäft soll der Makler einen Werbevertrag mit dem Handball-Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt geschlossen haben und den Klub mehrmals mit Zahlungen in fünfstelliger Höhe unterstützt haben. Präsident von SG Flensburg-Handewitt war und ist Ex-Direktor der Flensburger Sparkasse Frerich Eilts.
Der neue Pressesprecher der Kieler Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer beschreibt die Vorwürfe so:
Vorwurf Untreue
Oberstaatsanwalt Schulze-Ziffer: "Unter anderem wird ihm (dem Bankdirektor a.D. Eilts - Anmerkung der Redaktion) zur Last gelegt, im Zeitraum von März 2001 bis Dezember 2008 in mehreren Fällen unter jeweiliger Mithilfe eines gleichfalls angeklagten ehemaligen Mitarbeiters der Flensburger Sparkasse einem Flensburger Immobilienkaufmann Grundstücke, deren Erwerb ursprünglich von der Flensburger Sparkasse gegen Grundbuchsicherheiten finanziert worden war, pflichtwidrig bewusst unter Wert verschafft und dadurch der Flensburger Sparkasse einen Vermögensnachteil zugefügt zu haben."
GoMoPa.net bat den Ex-Bankdirektor und jetzigen selbständigen Berater für Immobilienfinanzierung (Koch & Eilts GmbH & Co. KG Flensburg, Fördepromenade 24a), Frerich Eilts, um eine Stellungnahme.
Seine Sekretärin richtete GoMoPa.net aus. "Herr Eilts gibt keine Stellungnahme ab." In der Lokalpresse heißt es, Eilts weise alle Vorwürfe zurück.

Makler Herman Densch © D&S
Densch & Schmidt: "Hermann Densch hat durch Vermittlung der Flensburger Sparkasse keine Immobilien erhalten, die unter dem Marktpreis liegen."
Inoffiziell erfuhr GoMoPa.net aus dem Familienunternehmen, das seit 40 Jahren am Markt ist, 150 Menschen beschäftigt und Büros in Hamburg, auf Sylt und Föhr unterhält, dass man sich eine Entlastung von den Vorwürfen durch Gutachten erhoffe, die die Staatsanwaltschaft Kiel bezüglich der Marktwerte der gehandelten Grundstücke in Auftrag gegeben habe.
Im Hause Densch & Schmidt sieht man die Sache so: Ein Kaufmann lebe vom billigen Einkauf. Und man habe bei den konkreten Geschäften höchstens 20.000 Euro im Einzelfall unter dem späteren Verkaufspreis bei der Sparkasse eingekauft. Um mehr gehe es gar nicht. Und billig einzukaufen und teuer weiterzuverkaufen sei schließlich nicht strafbar.
Vorwurf der Bestechlichkeit
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