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11.05.2010
Die teuersten Beleidigungen

ARAG-Expertin Brigitta<br /> Mehring © ARAG
ARAG-Expertin Brigitta
Mehring © ARAG
Sollten Sie einmal wütend werden, halten Sie bloß Ihren Mittelfinger im Zaum. Das Zeigen des so genannten Stinkefingers gilt vor deutschen Gerichten immer noch als schlimmste Beleidigung und kostet je nach Verdienst zwischen 600 und 4.000 Euro, erfuhr der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net von der Pressereferentin der Allgemeinen Rechtsschutz-Versicherungs-AG (ARAG), Brigitta Mehring, aus Düsseldorf.

In der Regel werden zwischen 10 und 30 Tagessätze verhängt. Was viele nicht wissen: Neben einem Eintrag im Bundeszentralregister wird eine Verurteilung nach einer Beleidigung im Straßenverkehr auch im Verkehrszentralregister vermerkt und mit fünf Punkten in Flensburg geahndet.

Berühmtberüchtigt: Stefan<br /> Effenberg zeigt den Stinkefinger
Berühmtberüchtigt: Stefan
Effenberg zeigt den Stinkefinger
Der wohl berühmtester Stinkefinger ist der vom Hamburger Ex-Mittelfeld-Profifußballer Stefan Effenberg (41). Bei der Fußballweltmeisterschaft 1994 in Dallas in den USA hatte Effenberg nach einem Spiel gegen Südkorea in Richtung einiger unzufriedener deutscher Fans den Stinkefinger gezeigt und wurde prompt von Bundestrainer Berti Vogts nach Rücksprache mit dem DFB-Präsidenten Egidius Braun aus dem Weltmeister-Kader geschmissen und nach Hause geschickt.

Wer sich nun zum Beispiel im Straßenverkehr der obszönen Geste nicht enthalten mag, muss ebenso wie der Fußballstar mit empfindlichen Strafen rechnen. Der Stinkefinger gilt den deutschen Gerichten als eindeutige Beleidigung ohne Wenn und Aber! Das gilt übrigens auch international. Dass es sich bei dieser Geste nicht um eine Schmeichelei handelt, versteht man überall auf der Welt.

Vorsicht beim Schumi-Daumen: in der Türkei Aufforderung zum Sex unter Männern

Bei einigen Gesten verhält es sich allerdings anders: Wer sich zum Beispiel prima fühlt und seiner Freude darüber mit dem hoch gestreckten Michael-Schumacher-Daumen Ausdruck verleiht, begibt sich andernorts schon auf dünnes Eis. Wird der Daumen dann noch auf und ab bewegt, ist er in vielen Mittelmeerländern, in Russland, im Mittleren Osten sowie in Teilen von Afrika und Australien eine obszöne Beleidigung und Aufforderung zum Sex. In der Türkei gilt die Geste außerdem als Einladung zu homosexuellen Praktiken.

Vogelzeigen kostet in Deutschland 750 Euro

In Deutschland kostet das Tippen an die Stirn, das so genannte Vogelzeigen, laut ADAC 750 Euro Strafe. In Nordamerika dürfen Reisende allerdings ohne Bedenken den Vogel zeigen. Das Tippen an die Stirn signalisiert dem Mitmenschen ohne große Worte, dass er klug gehandelt hat und für intelligent gehalten wird.

Das bei uns in Europa und Nordamerika geltende OK-Zeichen, bei dem Zeigefinger und Daumen einen Ring bilden, ist in Südeuropa und in Russland eine obszöne Geste und symbolisiere eine menschliche Körperöffnung. Allerdings wurden dafür auch schon in Deutschland Strafen von 750 Euro verhängt, fand der ADAC heraus, weil es nicht als OK gedeutet wurde, sondern als Anus. In Belgien, Frankreich und Tunesien kann die Geste auch so aufgefasst werden, dass das jeweilige Gegenüber als Null oder wertlos beschimpft wird. In Japan ist es wiederum ein Symbol für Geld. ARAG-Expertin Mehring rät, im Zweifelsfalle ganz auf ausladende Handzeichen zu verzichten, wenn man Ärger vermeiden möchte.

"Alte Sau" kostet 2.500 Euro

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» Beleidigungen Urteile Geldbußen 

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