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20.05.2010
Wirbel um einzigen Karstadt-Bieter

Will Karstadt kaufen: Triton-Mitbesitzer<br /> Hans Maret (59) aus Trier © Reverchon
Will Karstadt kaufen: Triton-Mitbesitzer
Hans Maret (59) aus Trier © Reverchon
Hans Maret (59)  hat viel Geld gesammelt. Nun will der in Trier (Rheinland-Pfalz) geborene Investmentbanker und Besitzer des Weinguts Reverchon Filzener Herrenberg (Lieferant des Bundespräsidenten Horst Köhler) mit der deutsch-skandinavischen Beteiligungsgesellschaft Triton, deren Senior-Berater und Teilhaber er ist, den insolventen Warenhauskonzern Karstadt aus Essen übernehmen. Das Triton-Angebot gilt als einziges ernsthaftes Angebot.

Eine Frist für den Verkauf der Kette an bundesweit 120 Standorten mit 86 Warenhaus- und 26 Sporthaus-Filialen sowie acht Schnäppchen-Center wurde von der Gläubigerversammlung bis 28. Mai 2010 verlängert.

Triton ist eine 1998 gegründete deutsch-skandinavische Beteiligungsgesellschaft mit Niederlassungen in Frankfurt am Main, Stockholm und London. Nach eigenen Angaben hält Triton ein noch nicht investiertes Fondsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro. Dem Vernehmen nach will Triton 30 Millionen Euro für die Übernahme zahlen und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal 60 Millionen Euro investieren. Insider sprechen von einem Investment von 400 bis 500 Millionen Euro in den nächsten vier bis fünf Jahren. Karstadt muss dringend in Verkaufsflächen und die Mitarbeiter investieren, um die Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu erhöhen, wird aus dem Triton-Plan zitiert. Jährlich sollen dafür 10 bis 15 Millionen Euro investiert werden.

Kommt Triton zum Zuge, wäre dies kurios.

Denn vor gut acht Jahren hatte sich Hans Maret von Salomon Oppenheim getrennt, vor allem, weil er mit dem Engagement der Privatbank bei Karstadt nicht einverstanden war. Die spätere Entwicklung bei Oppenheim gab ihm Recht. Oppenheim wurde 2009 an die Deutsche Bank notverkauft, nachdem Oppenheim im Jahre 2007 Millionen in die insolvente Mittelstandsbank IKB steckte und im Herbst 2008 mit knapp 30 Prozent bei Arcandor einstieg und der Mutter von Karstadt und Quelle 20 Millionen Euro Kredit gab, bevor sie dann 2009 Insolvenz anmeldete.  

Triton hat sich seit 1998 an rund 27 Unternehmen für etwa zwei Milliarden Euro beteiligt. Die meisten Investments hatten Erfolg, wie die Ex-Siemens-Tochter Dematic. Unglücklich verlief die Übernahme des Fertighaus-Herstellers Kampa, der 2009 in Insolvenz ging.

Könnte es Karstadt wie Kampa ergehen?

Das 1900 gegründete Traditionshaus Kampa aus Minden wurde 2006 von Triton übernommen und musste im März 2009 Insolvenz anmelden. Knapp 700 Mitarbeiter wurden bundesweit entlassen, allein im Stammwerk in Minden verloren 130 Mitarbeiter ihre Arbeit. Bodo Matthey, Gewerkschaftssekretär der IG BAU, wirft Triton bis heute schwere Managementfehler bei Kampa vor. Gegenüber dem Fernsehsender WDR bezeichnete er den Investor als "Heuschrecke". Triton habe Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt, obwohl genügend Aufträge vorhanden gewesen wären. Bis heute hätte die Hälfte der damals entlassenen Mitarbeiter aus Minden keinen neuen Job gefunden.

Der frühere Kampa-Betriebsratsvorsitzende Bernd Fahl wirft dem Finanzinvestor ebenfalls schwere Fehler vor: "Die hatten keine Ahnung vom Hausbau und glaubten, das ganze Unternehmen lediglich anhand von Kennziffern bewerten zu können." Zudem habe es keine Kommunikation zwischen Firmenleitung und Mitarbeitern gegeben.

Der frühere Kampa-Vorstandsvorsitzende Bernd Pelz sieht schwere Zeiten auf Karstadt zukommen, sollte Triton dort tatsächlich einsteigen: "Die handeln mit Unternehmen, primäres Ziel ist dabei der Weiterverkauf, nicht die Führung", sagte er gegenüber dem WDR. "Ich habe nicht den Eindruck, dass die Manager von Triton die Fähigkeiten besitzen, Karstadt zu managen." Er wirft dem Finanzinvestor vor, Versprechen nicht eingehalten zu haben. Außerdem habe man erfahrene Mitarbeiter gekündigt, anstatt ihr Wissen zu nutzen.

Triton sieht drastische Personal-Einschnitte und Outsourcing unprofitabler Einheiten bei Karstadt vor:

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» Kaufhauskette Insolvenz Bieterverfahren Heuschrecken 

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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

#4 - Kommentar von Daria Gbur am 20.07.2014 14:20
Experte: 29 Karstadt-Filialen auf der Kippe

Online-Konkurrenz, schlechte Lage, geringe Kaufkraft: Handelsexperte Hessert sieht für etliche Filialen des schwer angeschlagenen kaufhaus-Konzerns schwarz. Heftigen Widerstand kündigt derweil der Betriebsrat an.

WIr haben das Jahr 2014 und Karstadt hat immernoch damit zu kämpfen nicht Insolvenz anmelden zu müssen.


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