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31.05.2010
Volkssolidarität: Anleger wollen Geld zurück oder kostenlose Heimplätze
Für den neu gegründeten Rostocker Verein für geprellte Anleger von zwei Volkssolidaritäts-Fonds gebe es schon 500 Beitrittsanfragen aus dem gesamten Bundesgebiet, sagte ein Sprecher der Neuen Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern am 31. Mai 2010 in Rostock.
Mit juristischen Mitteln und gemeinsamen Aktionen wolle man dabei helfen, dass die insgesamt 1.600 Geschädigten im Rahmen einer Wiedergutmachung durch die Volkssolidarität doch noch einen Teil der verlorenen Geldanlagen zurückerhalten. Die Anleger wollen ihr Geld zurück oder Sachleistungen wie kostenlose Heimplätze.
Unter dem Dach der Volkssolidarität hatten Unternehmer für zwei Gesellschaften Geld eingeworben. Den meist älteren Anlegern war neben guten Renditen eine bevorzugte Behandlung etwa in Altersheimen versprochen worden. So manche Ältere gaben ihr gesamtes Sterbegeld in die Fonds in der Hoffnung auf eine Absicherung im Alter.
Sieben Millionen Anlegergelder sind weg
2009 meldeten die Volkssolidarität-Sozial-Immobilienfonds GmbH & CO. KG sowie die Volkssolidarität-Sozial-Immobiliengesellschaft mbH Insolvenz an, in die Anleger insgesamt sieben Millionen Euro investiert hatten. Zu den Gesellschaftern der beiden Fondsgesellschaften gehörten die Kreisverbände der Volkssolidarität in Mecklenburg-Mitte und Rostock-Land/Bad Doberan. Axel Drücker von der Neuen Verbraucherzentrale: "Die Zahlungsströme waren jedoch extrem undurchsichtig und das Geld wurde teilweise in völlig sachfremde Anlagen investiert. So gab es beispielsweise ein Darlehen für einen Zirkus."
Am 29. April 2010 hatten 30 Anleger in Rostock den "Interessenverband der Geschädigten von Volkssolidarität Geldanlagen - IVG" gegründet. Ab Mitte Mai konnten Mitglieder beitreten. Gemeinsam sollen Maßnahmen beraten werden, um eine Entschädigung beziehungsweise Wiedergutmachung durch die Volkssolidarität zu bewirken, kündigten die Verbraucherschützer an. Dazu zählten Musterverfahren, öffentliche Aktionen und Proteste, aber auch die Aufklärung über die Hintergründe der Fondspleiten.
Laut Insolvenzverwalter Herbert Hülsbergen gibt es jedoch kaum Hoffnung auf Auszahlung des investierten Geldes. "Beide Gesellschaften sind", so der Insolvenzverwalter, "zahlungsunfähig und beträchtlich überschuldet." Darüber hinaus hätten auch die vorhandenen Immobilien "keinen greifbaren Marktwert".
Nach Berichten der Schweriner Volkszeitung und des Nordkuriers ermittelt die Staatsanwaltschaft Rostock wegen des Vorwurfs der Insolvenzverschleppung, des Betruges und des Kapitalanlagebetrugs gegen die Geschäftsführer der Fonds. Auch der frühere Rostocker Uni-Rektor Günter Heidorn soll laut Rostocks Oberstaatsanwalt Peter Lückemann verstrickt sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass Heidorn als Chef des Volkssolidarität-Kreisverbands Bad Doberan/Rostock Land von der drohenden Zahlungsunfähigkeit der beiden Fonds wusste. Der Verdacht gegen den Historiker habe sich im Zusammenhang mit der Untersuchung der Güstrower Ihlefeld-Stiftung erhärtet, erklärte Lückemann.
6 Prozent Rendite versprochen
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