
15.07.2010
HERITUS-AG-Pleite: Wer entschädigt die Ruinen-Käufer?
Statt auf luxussanierte Jugenstil-Eigentumswohnungen in Leipzigs bester Lage schauen 400 Käufer aus ganz Deutschland dieser Tage auf verlassene Baustellen mit eingeschweißten Zementpaletten, Kieshaufen und Dixi-Bauklos vor vernagelten Eingangstüren, wie Beispielsweise in der Gohliser Straße 4 Ecke Karl-Rothe-Straße 8 in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes. Kein Mieter und kein Bauarbeiter weit und breit in Sicht.
Gegen die HERITUS AG (ehemals Immo Concept) aus Mannheim und all ihre 22 Objektgesellschaften sind seit Jahresbeginn reihenweise Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eingeleitet worden. Die Hauptzentrale in Mannheim, eine 12-Zimmer-Villa in Nachbarschaft einer Filiale der Liechtensteiner LGT-Fürsten-Bank, ist verwaist. Die Verkäufer, die zugleich Kreditvermittler und Sanierer in einem sind, haben sich samt ihren Turbo-Porsches, Bugattis, Maybachs und Bentleys, mit denen sie die enge Lachnerstraße vor der Hausnummer 13 zuparkten, aus dem Staub gemacht.
/GoMoPa.NET_10455855541004653416.jpeg[/img] Die beiden Vorstände, Kaufmann Stefan H. und Ex-Banker (Dresdner Bank) Peter B., die laut Organigramm des Amtsgerichts Mannheim ein Firmengeflecht von 29 Gesellschaften leiten, sind nicht mehr erreichbar. Alle Telefonate gehen ins Leere. Allein Buhrmann soll sein Geschäftskonto mit 6,5 Millionen Euro überzogen haben, sein privates Konto mit 10.500 Euro. Natürlich müsste er das als persönlich haftender Gesellschafter zurückzahlen, aber dem soll er aus dem Weg gegangen sein, in dem er auch eine Privatinsolvenz eröffnen ließ. Derweil warten Hunderte von Arbeitern auf Tausende Euros an ausstehenden Löhnen.
Die Anleger stehen vor dem finanziellen Ruin. Die meisten sind alles andere als vermögend. Manche haben lediglich bei einer Supermarkt-Befragung mitgemacht und auf die Frage, ob sie Steuern sparen wollen, mit Ja geantwortet. Die Wohnungen sind alle auf Kredit gekauft, nicht selten pro Wohnung für 130.000 Euro. Die Belastungen, so hätte man ihnen beim Verkaufsgespräch in der Mainzer Villa versprochen, lägen für die nächsten Jahre unter 100 Euro. Die Wohnung sind denkmalgeschützt und daher steuerbegünstigt. Niemand brauchte Eigenkapital. Es gebe auch einen Mietpool der Gesellschaft, der sich um die Vermietung und Verwaltung kümmere. Nach zehn (Selbstnutzer) oder 12 Jahren (Anleger), wenn die Denkmalförderung ausläuft, könne man die Wohnung gewinnbringend weiterverkaufen.
Doch nun die Katastrophe. Keine fertige Wohnung. Ob und wann weiter gebaut wird, ist fraglich. Versprochene Mieteinnahmen fließen nicht. Nur die finanzierende Bank will monatlich ihr Geld haben. Eine desolate Situation. Aber auch viele Anleger aus den noch rechtzeitig sanierten Immobilien fühlen sich vom Vertrieb und den Anbietern getäuscht. Die errechneten geringen monatlichen Zuzahlungen fallen meist deutlich höher aus. Der versprochene Verkauf nach zehn Jahren ist Illusion.
Und vor einer Rückabwicklung haben sich die Verkäufer in die Insolvenz geflüchtet. Und das nicht zum ersten Mal. Der Immobilienkaufmann Stefan H. wurde bereits im Jahre 2002 mit seiner damaligen Firma Capital-Concept GmbH zur Rückabwicklung einer schöngerechneten, verkauften Wohnung verurteilt. Helmbrecht meldete einfach die Capital-Concept insolvent. Die Käufer seiner Wohnungen konnten gewinnen, was sie wollen. Sie sahen ihr Geld nicht wieder. Und ein Verkauf der Wohnung war nicht möglich, weil die verkauften Wohnungen nicht die bezahlten 130.000 Euro, sondern nur 30.000 Euro wert waren und die Bank eine Löschung im Grundbuch gar nicht zuließ, weil ja der Gesamtkredit gar nicht abgelöst werden konnte. Eine Kostenfallen-Konstruktion, die unter dem Namen Schrottimmobilie Eingang in den deutschen Sprachgebrauch fand.
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Gegen die HERITUS AG (ehemals Immo Concept) aus Mannheim und all ihre 22 Objektgesellschaften sind seit Jahresbeginn reihenweise Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eingeleitet worden. Die Hauptzentrale in Mannheim, eine 12-Zimmer-Villa in Nachbarschaft einer Filiale der Liechtensteiner LGT-Fürsten-Bank, ist verwaist. Die Verkäufer, die zugleich Kreditvermittler und Sanierer in einem sind, haben sich samt ihren Turbo-Porsches, Bugattis, Maybachs und Bentleys, mit denen sie die enge Lachnerstraße vor der Hausnummer 13 zuparkten, aus dem Staub gemacht.
/GoMoPa.NET_10455855541004653416.jpeg[/img] Die beiden Vorstände, Kaufmann Stefan H. und Ex-Banker (Dresdner Bank) Peter B., die laut Organigramm des Amtsgerichts Mannheim ein Firmengeflecht von 29 Gesellschaften leiten, sind nicht mehr erreichbar. Alle Telefonate gehen ins Leere. Allein Buhrmann soll sein Geschäftskonto mit 6,5 Millionen Euro überzogen haben, sein privates Konto mit 10.500 Euro. Natürlich müsste er das als persönlich haftender Gesellschafter zurückzahlen, aber dem soll er aus dem Weg gegangen sein, in dem er auch eine Privatinsolvenz eröffnen ließ. Derweil warten Hunderte von Arbeitern auf Tausende Euros an ausstehenden Löhnen.
Die Anleger stehen vor dem finanziellen Ruin. Die meisten sind alles andere als vermögend. Manche haben lediglich bei einer Supermarkt-Befragung mitgemacht und auf die Frage, ob sie Steuern sparen wollen, mit Ja geantwortet. Die Wohnungen sind alle auf Kredit gekauft, nicht selten pro Wohnung für 130.000 Euro. Die Belastungen, so hätte man ihnen beim Verkaufsgespräch in der Mainzer Villa versprochen, lägen für die nächsten Jahre unter 100 Euro. Die Wohnung sind denkmalgeschützt und daher steuerbegünstigt. Niemand brauchte Eigenkapital. Es gebe auch einen Mietpool der Gesellschaft, der sich um die Vermietung und Verwaltung kümmere. Nach zehn (Selbstnutzer) oder 12 Jahren (Anleger), wenn die Denkmalförderung ausläuft, könne man die Wohnung gewinnbringend weiterverkaufen.
Doch nun die Katastrophe. Keine fertige Wohnung. Ob und wann weiter gebaut wird, ist fraglich. Versprochene Mieteinnahmen fließen nicht. Nur die finanzierende Bank will monatlich ihr Geld haben. Eine desolate Situation. Aber auch viele Anleger aus den noch rechtzeitig sanierten Immobilien fühlen sich vom Vertrieb und den Anbietern getäuscht. Die errechneten geringen monatlichen Zuzahlungen fallen meist deutlich höher aus. Der versprochene Verkauf nach zehn Jahren ist Illusion.
Und vor einer Rückabwicklung haben sich die Verkäufer in die Insolvenz geflüchtet. Und das nicht zum ersten Mal. Der Immobilienkaufmann Stefan H. wurde bereits im Jahre 2002 mit seiner damaligen Firma Capital-Concept GmbH zur Rückabwicklung einer schöngerechneten, verkauften Wohnung verurteilt. Helmbrecht meldete einfach die Capital-Concept insolvent. Die Käufer seiner Wohnungen konnten gewinnen, was sie wollen. Sie sahen ihr Geld nicht wieder. Und ein Verkauf der Wohnung war nicht möglich, weil die verkauften Wohnungen nicht die bezahlten 130.000 Euro, sondern nur 30.000 Euro wert waren und die Bank eine Löschung im Grundbuch gar nicht zuließ, weil ja der Gesamtkredit gar nicht abgelöst werden konnte. Eine Kostenfallen-Konstruktion, die unter dem Namen Schrottimmobilie Eingang in den deutschen Sprachgebrauch fand.
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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.
| #1 - Kommentar von Schmuck am 26.07.2010 12:13 |
Das ist doch kein Wunder. Helmbrecht, Buhrmann und Wannenwetsch arbeiteten seit Jahren nach dem gleichen Prinzip. Das wurden über Headhunter Vertriebe und Vermittler gekeilt und in Hotels zu dutzenden eingeladen. Vertriebsprovisionen für den Schlepper in Höhe bis 5% und für die Vermittler bis zu 25% waren Grund genaug, dass viele dort Kunden anschleppten. In Dresden und Leipzig wurden Büros eingerichtet, die später wieder geschlossen worden. Die Provisionen wurden zum Teil sehr schleppend gezahlt. Die Kunden im Accord im Büro beschwatzt, und dabei wurden auch Wohnungen doppelt verkauft. Die Finanzierungen wurden über 2 bis 3 Banken vermittelt, meist hat der Kunde 2 Verträge bekommen. Die Mietpools existierten nicht und die Buden waren oft schwer vermietbar. Eine ganze Reihe von Kunden ist pleite, die vorgerechneten Beispiele waren im Prinzip Betrug. Die gab es so nicht. Die Kunden wurden umgehend zum Notar gekarrt, dafür gab es einige Notare die "immer erreichbar waren" es gab aber auch Kunden die wurden stundenlang herumgekarrt um noch einen Notar zu finden. In Leipzig sollten sich sicher hunderte "Eigentümer" finden, die durch diese Betrüger in den Ruin gebracht worden. Das denen vorher noch nie das Handwerk gelegt wurde ist schon erstaunlich. Der Dresdner Headhunter hies Back, der wohl im Streit mit den Herren auseinander gegangen ist. Ein besonders guter Vertriebler hies Herr Glaser, der damals noch recht jung war. Und da war noch der Dröge, der im Forum schon in einer Liste steht, als unseriöser Keiler. |
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