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20.07.2010
So kassierte Reithinger-Bank-Chef Thannhuber doppelt

Der Münchener Skandal-Immobilienkaufmann Klaus T. (66) soll nach Angaben seines Anwalts Michael Scheele gegenüber der Münchener Abendzeitung in England leben. Das Amtsgericht München habe eine vorläufige Privat-Insolvenz angeordnet, weil Thannhuber der Deutschlandsfonds KG (DFO) laut Geschäftsführer Alexander Gau 6,4 Millionen Euro schulde.

T. hatte mit den Deutschlandsfonds zum ersten Mal in Deutschland ein Produkt auf dem Markt gebracht, bei denen Anleger sich über Anteile in Wohnungsgenossenschaften einkaufen konnten. Das für diese Fonds von T. 1990 gegründete Emissionshaus DBVI (Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding) AG aus Singen in Bayern (50.000 Anleger) musste am 11. Mai 2009 Insolvenz anmelden.

T.s Bank, die ihm gehörende Privatbank Reithinger in München, mit der er massenweise die inzwischen abgeschaffte Eigenheimzulage für Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften sowie Genossenschaftsanteile selbst vorfinanzierte, ging am 1. November 2006 in die Insolvenz, nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zunächst im März 2006 Thannhuber wegen Unfähigkeit und Intransparenz aus der Bank werfen ließ und jegliche Privatkredite an den Ex-Chef verbot und schließlich am 2. August 2006 die Bank (65.000 Kunden) endgültig schließen ließ. Genussscheine und stille Beteiligungen waren über Nacht wertlos, weil die Bank seit 2002 aus dem Einlagensicherungsfonds Deutscher Banken ausgeschlossen war.


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T. wurde trotz mehrerer Ermittlungsverfahren bis heute nicht zur Verantwortung gezogen, weil ihm persönlich nichts nachzuweisen war. Er hatte ein solch verworrenes Firmendickicht mit vielen Strohfrauen und Strohmännern aufgebaut, das selbst Insider nicht zu entflechten vermochten.

Spätestens seit die US-Investmentbank Lehman von dem Hauptkreditgeber der Reithinger Bank, der Aachen und Münchener Lebensversicherungen, im Jahre 2005 die Darlehensforderungen gekauft hatte und nach einer Überprüfung der Immobilienbestände der Reithinger Bank feststellte, das diese massiv überbewertet seien, ahnte man, dass T. ein gigantisches verdecktes Kassiersystem aufgebaut haben musste, um sich mit Vermittlungsgebühren für überbewertete Millionen-Objekte privat die Taschen zu füllen.



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