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05.08.2010
Resch Rechtsanwälte formieren Gutachtenpool gegen Leipziger Preiskartell

Während sich Leipzigs Mieter und Stadtväter über die frisch sanierten Gründerzeit-Altbauten freuen, können viele tausende Klein- und Mittelverdiener aus ganz Deutschland nur heulen, die die Wohnungen zu überzogenen Preisen als angebliches Steuersparmodell mit Mietgarantien per Kredit gekauft haben. Sie sind dem Leipziger Preiskartell der Bauträger zum Opfer gefallen und können sich die überteuerten Immobilien gar nicht leisten.

Dagegen will die Anlegerschutzkanzlei Resch Anwälte (24 Anwälte, 60 Mitarbeiter) vom Berliner Kurfürstendamm mit einem deutschlandweiten Gutenachten-Pool vorgehen in den jeder geschädigte Anleger maximal 100 Euro für die Gutachter einzahlt, um die Sittenwidrigkeit des Kaufpreises vor Gericht beweisen zu können.

Das Amtsgericht Leipzig hat allein von Anfang September bis Anfang November diesen Jahres 56 Zwangsversteigerungstermine angesetzt - im Durchschnitt sieben die Woche. Matthias K. (45) muss hilflos mitansehen, wie seine 3-Zimmer-Dachgeschosswohnung (67 Quadratmeter) in der Schönbachstraße 80 in Leipzig am 14. September 2010 um 10 Uhr im Amtsgericht unter dem Hammer kommt.

Das Gericht setzte einen Verkehrwert von 63.600 Euro fest. Schon jetzt kann er davon ausgehen, dass der tatsächliche Versteigerungserlös deutlich geringer sein wird. Bezahlt hatte K. vor vier Jahren, als die denkmalgeschützte Wohnung aus dem Jahre 1912 saniert wurde, das Doppelte. Er konnte schon letztes Jahr die Kosten und Kreditraten nicht mehr bedienen. Die Wohnung wurde am 10. November 2009 vom Gerichtsvollzieher beschlagnahmt.

Um das unsittliche Preiskartell beim Verkauf von Leipziger Wohnungen an unbedarfte Erstverkäufer zu durchbrechen und Geschädigten, denen nicht selten die Zwangsversteigerung und Insolvenz droht, eine Möglichkeit der Rückabwicklung zu geben, greift der Berliner Anlegerschutzanwalt und Vorsitzende der Verbraucherzentrale Brandenburg, Jochen Resch, zu einem außergwöhnlichen Mittel. Resch ruft alle Rechtsanwälte auf, die sich bereits mit den Leipziger Immobilien befasst haben, ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu bündeln, um vor Gericht die Sittenwidrigkeit der gezahlten Preise für jeden hereingefallenen Käufer auch wirklich für die Richter klar nachvollziehbar beweisen zu können.

Da die Fakten und Argumente für jeden Klienten nahezu gleich ausfallen dürften, könnten dabei die schon gebeutelten Anleger viel Geld sparen. Wenn möglichst viele geneppte Eigentümer mitmachen, bräuchten die Anleger nicht mehr als 100 Euro in einen Gutachtenpool einzahlen, aus denen alle beteiligten Sachverständigen bezahlt würden.



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