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09.08.2010
Cater & Sattler: Schneeballbetrüger dürfen nach England auswandern
Das Konstanzer Landgericht ließ am 8. August 2010 Milde walten und verhängte gegen ein falsches Wirtschaftsberater-Ehepaar, das Anleger mit Zinsversprechen von mindestens 6,5 Prozent bei nur zweijähriger Laufzeit um mehr als eine Dreiviertel Million Euro betrog, ein Bewährungsurteil von zwei Jahren und entließ die beiden aus einer neunmonatigen U-Haft in die Freiheit. Das Ehepaar darf sogar nach England auswandern - um den zornigen deutschen Anlegern zu entkommen.

Die 18.30 Uhr-Vorträge in der Rosengartenstraße 36
in Konstanz waren gut besucht © Cater & Sattler OHG
Was die Vortragsbesucher nicht ahnten: Die angeblichen Partner für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, die außerdem noch Mitglied und Vorstand im Verband Deutscher Wirtschaftsberater e.V. aus Kirchheim in Schwaben seien (einzig der Vorname Karl-Heinz stimmt mit dem echten Vorstandsvorsitzenden Harl-Heinz Bader überein), waren Betrüger, die sich mit dem Geld der Anleger nur ein schönes Leben finanzieren wollten.
Heute legten die beiden Betrüger (er ein Expolizist und Einbauküchenverkäufer, sie eine gelernte Inneneinrichterin) vor dem Landgericht Konstanz ein umfassendes Geständnis ab. Als Gegenleistung, so ein Deal mit der Staatsanwaltschaft, der zu Prozessbeginn ausgehandelt wurde, solle die Strafe auf ein Jahr und zehn Monate Gefängnis ausfallen und für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt werden. Obwohl das Paar schon seit 1995 ihr falsches Spiel mit den Anlegern spielte, wurden nur die Fälle ab 2002 verhandelt, weil die Fälle davor schon verfährt sind. Sattler und Cater gaben zu, zwischen 2002 und 2006 allein in 47 Fällen rund 753.000 Euro veruntreut zu haben. Wo das Geld geblieben ist, darüber schwiegen sich die beiden aus.
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