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19.08.2010
noa bank-Pleite: Potsdamer fordert seine 175.000 Euro zurück
Kaum hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn die hessische "noa bank" in Frankfurt wegen einer Pleite am 18. August 2010 geschlossen, verlangt heute (19. August 2010) der erste Kunde, ein Potsdamer Anleger, sein Tagesgeld von 175.000 Euro zurück.

Für ihn ist der einstige Werbespruch der noa bank: "Ihre Einlage ist jederzeit frei für Sie verfügbar" blanker Hohn. Die Konten sind geschlossen. Die noa bank habe nach BaFin-Angaben gegenüber ihren Kunden aktuell 172,1 Millionen Euro an Verbindlichkeiten. Dem steht laut BaFin eine Bilanzsumme von nur noch 179,2 Millionen Euro gegenüber. Kein gutes Verhältnis. "Die noa bank hat keine systematische Relevanz", teilte die BaFin mit. Als nun die Hauptkreditabteilung der Bank, die noa factoring AG in Düsseldorf, am 18. August 2010 Insolvenz anmeldete, zog die BaFin die Reißleine und schloss das Kreditinstitut mit einem so genannten Moratorium.

Für die Kunden ist das eine Katastrophe. Die Einlagen der Kunden sind über den Einlagensicherungsfonds der Banken in Deutschland nur bis einer Einlagesumme von 50.000 Euro abgesichert. Anleger, die von der noa bank Genussscheine gekauft haben, die die Bank bis zum 30. Juni 2010 als "Citizen Partners Genussrechte" ab einer Anlagesumme von 1.500 Euro verkauft hatte, sind noch schlimmer dran. Sie bekommen aus diesem Einlagensicherungsfonds keine Entschädigung. Ihr Geld zählt als ganz normale Insolvenzmasse.

Der Potsdamer Kunde, der seine 175.000 Euro in Tagesgeld angelegt hatte, bleibt demnach auf einem Verlust von 125.000 Euro sitzen. Dagegen will er sich nun wehren und schaltete Deutschlands bekannteste Anlegerschutzkanzlei, die Resch Rechtsanwälte (24 Anwälte, 60 Mitarbeiter) aus Berlin-Charlottenburg, ein.

Anlegerschutzanwalt<br />
Jochen Resch aus Berlin<br />
© Kanzlei Resch<br />
Anlegerschutzanwalt
Jochen Resch aus Berlin
© Kanzlei Resch
Jochen Resch sagte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net: "Für mich kommt das BaFin-Moratorium gegen die noa bank nicht überraschend. Schon seit einiger Zeit gab es Gerüchte über Geschäftspraktiken der Ökobank, die hohe Zinsen zahlte, bei denen man sich allerdings fragte, wo kommen die her?

GoMoPa.net: Was raten Sie Ihrem Klienten?

Jochen Resch: "Er soll beobachten und warten. Wir recherchieren die Hintergründe. Es geht darum, Verantwortliche zu finden, die für alle über die im Einlagensicherungsfonds abgesicherten 50.000 Euro hinausgehenden Schäden haften. Wir haben nach vergangenen Bankenpleiten, wie zum Beispiel der BFI Bank AG in Dresden im Jahre 2003, ordentliche Vergleiche für unsere Klienten erzielt. Bei der noa bank müsste auch insbesondere den Genussscheine-Käufern (in der Grafik die "Citizen Partners" © noa bank) geholfen werden, die ja mit Null abgesichert sind."

GoMoPa.net: Wie kann man als Kunde einer Bankenpleite entgehen?

Jochen Resch: "Grundsätzlich sollte man sein Geld zu einer großen Bank wie der Deutschen Bank bringen. Da ist das Risiko einer Pleite gering."



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