GoMoPa: Debi Select: Bis die Privat-Insolvenz uns scheidet
Sie sind noch kein Mitglied auf GoMoPa? Jetzt registrieren!
27. Mai 2017
547 User online, 50.419 Mitglieder
Scoredex anfordern!
Scoredex anfordern!
Vergleich der Leistungen
Registrieren
GoMoPa® - Wahl



Ihr Thema nicht dabei?
» Thema vorschlagen
GoMoPa® Affiliates
Presse-Echo
GoMoPa® Mastercard Gold


Jetzt sämtliche Vorteile der GoMoPa® Mastercard Gold geniessen! » Hier beantragen


15.12.2010
Debi Select: Bis die Privat-Insolvenz uns scheidet

Convent Auch wenn das Fondshaus Debi-Select aus Landshut in Bayern jetzt Konsequenzen aus der Veruntreuungsanzeige ihres Ex-Vertrieblers Stefan Löhr aus Würzburg in Millionenhöhe zieht und sich nach eigenen Angaben von ihrer Schweizer Tochtergesellschaft Swiss-Fact in Zug trennen will, können die Anleger noch lange nicht aufatmen.

Selbst, wenn das Kunststück gelingen sollte, die ungeklärt gezahlten Gelder an den überschuldeten Billigstromanbieter TelDaFax aus Troisdorf bei Köln doch noch zurückzuholen, wären die Anleger nicht gerettet. Das Problem bei den Landshuter Fonds ist noch weitaus größer und liegt sehr viel tiefer, als bisher angenommen.

Eigentlich ist es ja schon schlimm genug, dass die mehr als 5.000 Anleger der drei Debi-Select-Factoring-Fonds (Forderungskauf und -weiterverkauf aus Lebensversicherungen, Wertpapieren und Stromeinspeisevergütungen) um ihre mehr als 100 Millionen Euro bangen müssen, die sie seit 2006 eingezahlt haben, weil davon Gelder in noch unbekannter Höhe in das Billigstrom-Modell von TelDaFax-Großaktionär Michael Josten geflossen sein sollen, der die Debi-Select-Fonds konzeptionierte und der zur Zeit wegen eines früheren Schneeballsystems eine zweieinhalbjährige Haftstrafe in Bruchsal bei Karlsruhe absitzt.

Aber welches Damoklesschwert tatsächlich zusätzlich noch über den Debi-Select - Anlegern schwebt, ist wohl den meisten von ihnen noch gar nicht richtig bewusst.

Anleger stehen in der Vollhaftung

Den Anlegern droht im Skandal um Swiss-Fact - TelDaFax nicht nur der Verlust ihrer eingezahlten Gelder, sondern überhaupt und generell eine Vollhaftung für alle Verbindlichkeiten der Fonds. Bei Zahlungsschwierigkeiten oder gar Insolvenz müssen alle Anleger mit ihrem gesamten Vermögen für diese Schulden in voller Höhe gerade stehen. Das geht so weit, dass die Anleger gezwungen wären, selbst Privatinsolvenz anzumelden, sollten sie nicht die Kraft haben zu bezahlen. Jeder kaufmännische Vertrag, den die Fonds eingegangen sind, und sei es beispielsweise eine mögliche Abfindung an Vertriebschef Josef Geltinger oder Debi-Select-Geschäftsführer Josef Meyer in Millionenhöhe, müsste dieser Vertrag von den Anlegern ohne Haftungsbeschränkung des Einzelnen erfüllt werden.

Der Grund für diesen Umstand ist die Tatsache, dass die ersten beiden Fonds in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) aufgelegt wurden, bei denen die Beteiligten immer voll haften. Und zwar mit allem, was sie haben.

Und beim dritten Fonds (Debi Select Fonds classic 2), der in Form einer GmbH & Co. KG aufgelegt wurde, hat es der Treuhänder, der monatlich ein Salär von 5.000 Euro bekommt, bis heute versäumt, eine Haftungsbegrenzung ins Handelsregister einzutragen. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn der Fonds nur Geld eingesammelt hätte, ohne zu investieren. Die Anleger würden in dem Falle erst dann zu Gesellschaftern, wenn ihre Haftungsbeschränkung ins Handelsregister eingetragen wird. Bis dahin wären sie keine Gesellschafter und stünden ohne jegliche Haftung da.

Aber da die Debi Select vom ersten Moment nach der Einzahlung an "monatliche Vorabgewinn-Ausschüttungen" an die Einzahler ausgezahlt hat, arbeitet das Geld der Anleger also praktisch schon, und die Anleger werden wie Gesellschafter behandelt. Damit müssen sie voll haften. Und zwar so lange, bis die im Prospekt vorgesehene Haftungsbeschränkung von 10 Prozent der gezeichneten Anlage auch wirklich eingetragen wird. Ab Eintrag wäre ihre Haftung zum Beispiel bei einer Einlage von 3.000 Euro auf 300 Euro beschränkt. Ohne Eintrag haften sie für die gesamte Gesellschaft mit allem, was sie persönlich haben. Das ist bei Debi Select Fonds classic 2 der Fall. Hier schlägt die Haftung nach § 176 des Handelsgesetzbuches (HGB) gnadenlos zu.

Convent Ein die Anleger vor einer Vollhaftung schützender Eintrag ist für die Debi Select Fonds classic 2 GmbH & Co. KG bis zum 10. Dezember 2010 nicht erfolgt. Der Handelsregisterauszug am Amtsgericht Landshut vom 10. Dezember 2010 (Foto) zeigt nur zwei Einträge aus der Zeit der Fondsinitiierung am 4. September 2009: Geschäftsführer der Gründungskommanditistin, Josef Meyer aus Freilassing, mit 1.000 Euro Einlage und die Gründungskommanditistin Debi Select Beteiligungstreuhand GmbH aus Landshut mit ebenfalls 1.000 Euro Einlage. Weitere Kommanditisten sind nicht eingetragen. Eine Erhöhung der Haftungssummen der Kommanditisten ist nie erfolgt. Offenbar gibt es gar keine Direktkommanditisten (oder diese sind nicht eingetragen worden), aber viel wichtiger: Auch der Treuhandkommanditist hätte seine Haftungssummen im Handelsregister erhöhen müssen. Die Debi Select Beteiligungstreuhand GmbH also, sie hat inzwischen Millionen Euro an Anlegergeldern kassiert, investiert und Gewinnvorab - Ausschüttungen gezahlt. Aber, wenn das Haftungskapital der Gründungskommanditistin nicht mit dem Haftungskapital der Anleger aufgestockt wird, haften die Anleger in voller Höhe. Das ist hier passiert.

Sollte der Treuhänder sein Versäumnis für Debi Select classic 2 GmbH & Co. KG schnell nachholen, wären die Anleger zwar künftig geschützt. Aber für die Zeit seit ihrer Einzahlung gilt die volle Haftung für die Anleger.

Der Trick mit verzögertem Eintrag der Haftungsbeschränkung greift nicht

Nun kann man der Debi Select Führung wohl nicht vorwerfen, sie würden die Gesetze nicht kennen. Deshalb haben die Fondsentwickler in den Prospekt etwas hineingeschrieben, was aber im Ernstfall gar keinen Schutz vor der Vollhaftung bietet.

Im Vermögensanlagenverkaufsprospekt der Debi Select ist vermerkt, dass die Eintragung ins Handelsregister erst nach Schließung des Fonds erfolgen soll. Allerdings ist dies keine Haftungsminderung für den Kommanditisten, da es sich um eine innerbetriebliche Regelung handelt, die keinen Einfluss auf mögliche Gläubigerrechte hat, wie der § 173 des Handelsgesetzbuches besagt. Wörtlich heißt es da: "§ 173 (1) Wer in eine bestehende Handelsgesellschaft als Kommanditist eintritt, haftet nach Maßgabe der §§ 171 und 172 für die vor seinem Eintritte begründeten Verbindlichkeiten der Gesellschaft, ohne Unterschied, ob die Firma eine Änderung erleidet oder nicht.

(2) Eine entgegenstehende Vereinbarung ist Dritten gegenüber unwirksam."

An dieser Stelle greift § 176 Handelsgesetzbuch, wonach Kommanditisten vor ihrer Eintragung ins Handelsregister gegenüber möglichen Gläubigern in die Vollhaftung gehen, vergleichbar mit den Gesellschaftern einer GbR oder OHG (Offenen Handelsgesellschaft).

So heißt es wörtlich: "§ 176 (1) Hat die Gesellschaft ihre Geschäfte begonnen, bevor sie in das Handelsregister des Gerichts, in dessen Bezirke sie ihren Sitz hat, eingetragen ist, so haftet jeder Kommanditist, der dem Geschäftsbeginne zugestimmt hat, für die bis zur Eintragung begründeten Verbindlichkeiten der Gesellschaft gleich einem persönlich haftenden Gesellschafter, es sei denn, daß seine Beteiligung als Kommanditist dem Gläubiger bekannt war. Diese Vorschrift kommt nicht zur Anwendung, soweit sich aus § 2 oder § 105 Abs. 2 ein anderes ergibt.

(2) Tritt ein Kommanditist in eine bestehende Handelsgesellschaft ein, so findet die Vorschrift des Absatzes 1 Satz 1 für die in der Zeit zwischen seinem Eintritt und dessen Eintragung in das Handelsregister begründeten Verbindlichkeiten der Gesellschaft entsprechende Anwendung."

Dies ist auch zu sehen in Verbindung mit Paragraf 171 des Handelsgesetzes. Demnach kommt es nicht nur darauf an, dass die Einlage geleistet ist, sondern auch, dass sie eingetragen wurde.

Wörtlich heißt es: "§ 171 (1) Der Kommanditist haftet den Gläubigern der Gesellschaft bis zur Höhe seiner Einlage unmittelbar; die Haftung ist ausgeschlossen, soweit die Einlage geleistet ist.

(2) Ist über das Vermögen der Gesellschaft das Insolvenzverfahren eröffnet, so wird während der Dauer des Verfahrens das den Gesellschaftsgläubigern nach Absatz 1 zustehende Recht durch den Insolvenzverwalter oder den Sachwalter ausgeübt."

Das heißt: Solange die Haftsummen der Anleger / des Treuhandkommanditisten nicht im Handelsregister eingetragen sind, haften alle beteiligten Personen mit ihrem gesamten Privatvermögen! Das wurde auch höchstrichterlich am 28. Oktober 1981 vom II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes bestätigt, Aktenzeichen: II ZR 129/80. Das Maximalrisiko besteht demnach nicht im Verlust des eingesetzten Kapitals, sondern im schlimmsten Falle in der eigenen Privatinsolvenz! Demnach sind auch die Risikohinweise im Prospekt nicht korrekt beziehungsweise nicht vollständig. Eine Haftung des Beteiligungstreuhänders, also der Debi Select Beteiligungstreuhand GmbH, ist vertraglich ausgeschlossen. Über diesen beteiligte Anleger wiederum, also Anleger, die über die Debi Select Beteiligungstreuhand GmbH beigetreten sind, haften zwar nicht unmittelbar, aber mittelbar. Die Haftung schlägt also voll auf sie durch.

Sollten sich die Vorwürfe im TelDaFax-Skandal als wahr erweisen und sollte es Michael Josten zum Beispiel gelungen sein, Debi Select vertraglich zu weiteren Investitionen zu verpflichten, die nun nicht mehr erfüllt werden sollen oder können, so wären diese Verträge jedoch rechtskräftig. In diesem Falle wäre die Fonds-Gesellschaft zahlungsunfähig, es würde ein Insolvenzverwalter eingesetzt. Dieser kann nun, und zwar bei jedem einzelnen Anleger, bei dem irgendetwas zu holen ist, umfänglich zugreifen, und sich alles holen, was dieser hat. Bis zu dem Zeitpunkt, wo alle Forderungen gegen Debi Select erledigt sind.

Anlegerschutzanwalt<br /> Jochen Resch aus Berlin<br /> © Resch Rechtsanwälte
Anlegerschutzanwalt
Jochen Resch aus Berlin
© Resch Rechtsanwälte
Wie wir es also drehen und wenden, es hätte so nicht passieren dürfen. Die verzögerte Eintragung darf die Gesellschaft gar nicht beschließen und zugleich annehmen, die Haftung sei limitiert. Hier werden Tausende von Anlegern unnötiger Weise einer Vollhaftung ausgesetzt. Eine mögliche und einfache Lösung wäre die Formulierung einer aufschiebenden Bedingung für den Beitritt von Anlegern als unmittelbare oder mittelbare Kommanditisten gewesen, was aber versäumt wurde zu berücksichtigen.

Anlegerschutzkanzlei Resch warnt vor Debi Select Beteiligung

"Wir warnen schon seit geraumer Zeit vor den Risiken einer Beteiligung an den Debi Select Fonds", erklärt der Anlegerschutz-Anwalt Jochen Resch aus Berlin dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net. "Zur Altersvorsorge oder für sicherheitsorientierte Anleger ist diese Beteiligung ungeeignet."

Und das sagt die Debi-Select-Fonds - Geschäftsführung:



... Fortsetzung lesen. » Registrieren Sie sich jetzt oder erwerben Sie das Leserecht! «

 



Um diese GoMoPa® - Meldung vollständig lesen zu können, müssen Sie mindestens registriertes GoMoPa® Mitglied sein. Jetzt registrieren.


Sollten Sie bereits registriert sein, loggen Sie sich bitte jetzt ein:

Benutzername:
Zugangsdaten vergessen?
Passwort:
Registrieren?



Ab sofort können Sie unsere Pressemeldungen auch via Einzelabruf kostenpflichtig erwerben. Holen Sie sich unsere Pressemeldung - Jetzt kaufen!

 


Geschädigter? In diesem Fall sollten Sie... » Mehr

Pressemitteilung zum Thema
» Debi-Select-Fonds: Vorstand der Swiss-Fact soll zurücktreten!

Beiträge zum Thema
» Debi Select Fonds
» Factoring ersetzt oft fehlende Kreditmittel
» Stromanbieter Teldafax
» Verbraucherschützer warnen vor günstigem Strom

Kategorien zum Thema
» Kapitalanlagebetrug
» Fonds
» Versicherung
» Umweltthemen

Ähnliche Themen
» Die apoBank und ihre eigenartigen Vertriebsmethoden
» BÖRSE ONLINE: Ressortchefs sollen Aktien manipuliert haben
» Gruner+Jahr: Der andere Anlegerschutz der Renate Daum
» Pfarrersohn verkaufte wertlose Bankschuldverschreibungen
» Auf Volkssolidarität rollt Millionen-Klagewelle zu
» Das falsche Banking der South East Asia Islamic Financial Group
» noa bank-Pleite: Potsdamer fordert seine 175.000 Euro zurück
» Solidinvestment: Vorzügliche Geschäfte trotz FBI-Kopfgeldes
» Aktienbetrüger locken auf Facebook, MySpace und Twitter
» Accessio Wertpapierhandelshaus AG und die verheimlichten Kick-Backs
» RENTADOMO-Fonds: Fehlende Genehmigungen, Verpfändungen...
» MLP AG: Keine Rückstellung für Prozessrisiko
» K1-Direktor Frerichs: 300 Millionen versenkt, aber Haftverschonung
» ACI-Fonds: Hausdurchsuchung in Gütersloh
» HCI MPC - Deepsea Oil Explorer Anleger gucken 7 Jahre in die Röhre?
» 1. Bank muss heimliche Provisionen auszahlen
» Der Trading-König von Mallorca
» Schneeballbetrüger: So fallen Sie nicht auf Ponzis oder Madoffs herein
» Caviar Creator Frank Schaefer: 50 Millionen für Fischeier?
» Schiffsfonds Lange: Fair oder fies?
» Schiffsfonds-Rendite: die bayerische Art zu teilen?
» Wettete auch Morgan Stanley gegen eigene Kredite?
» VIT AG: Aktienbluff mit Altöl
» Genussrechte: dubiose Umschichtungsangebote
» Keine Dividende bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank
» Trend Capital Indienfonds: Luxusapartments für Slumbewohner
» So tricksen die Banker bei der Protokollpflicht
» Bußgeld für Gefälligkeits-Rating
» HSH Nordbank: Bürgschaften für Schiffe wertlos?
» Dubioser Aktientausch an der BaFin vorbei
» Fonds-Eigenlobindustrie in den Alpen
» Dubai Capital, Europe League und die Staatsanwaltschaft
» Heinz Gerlach: Direkt falscher Anlegerschutz
» Des Ritters Wirtschaftskammer
» Markus Frick: Börsentipps verbrannten 760 Millionen Euro
» Die Gier der Aktionärsschützer
» Ein Finanzvermittler packt aus
» Einlagensicherungsfonds - alles andere als sicher
» Swiss Select Garantie - Fass ohne Boden?
» Abzocke an Frankfurter Börse
» Nur 600.000 Euro im Recker-Fonds-Topf » Wer kennt, was meint Ihr dazu?
» Private: Diskussionsforum
» Wirtschaft

 

Nachdruck, Aufnahme in Onlinedienste sowie Internet und Vervielfältigungen auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM etc. nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung durch GoMoPa®. Nutzungsrechte sind ganz oder teilweise zu erwerben. © Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC

 



Werden Sie GoMoPa® - Mitglied


Es liegen 6 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Debi-Select-Betroffener am 16.12.2010 10:24
Zitat:
"Angesichts der Fülle des Materials, mit dem von Ihnen sowie anderen Redaktionen konfrontiert wurden, und der bislang nicht vollständigen Transparenz unsererseits werden Sie sicher Verständnis dafür haben, dass wir erst Auskunft geben können, wenn wir die in Rede stehenden Vorgänge selbst sorgfältig geprüft haben. Diese Prüfung geht seit geraumer Zeit vonstatten und hat auch schon erste Ergebnisse gezeitigt, die ich Ihnen gern darlege."

Kommentar:
Es mutet schon etwas seltsam an das es erst zu einer Schieflage kommen muss, bevor Vorgänge geprüft werden. Ich erinnere hierbei an die Aussage von Herrn Geltinger, der gemäß man garnicht wisse, wieviel Geld investiert sei.

Zitat:
"Vorab noch ein Hinweis auf die auch in Ihrem Artikel zitierte "Quelle" Stefan Löhr: Herr Löhr ist, wie Ihnen vielleicht bekannt ist, ein mittlerweile aus dem Debi Select-Vertrieb ausgeschiedener Vermittler, der nach unserem Ermessen nicht über tatsächliche eigene Erkenntnisse verfügt, sondern diese von einem Dritten übermittelt bekommen hat und diese nun missbräuchlich und unter dem fadenscheinigen Vorwand aufklären zu wollen gegen Debi Select verwendet. Das Verhalten von Herrn Löhr ist dabei nicht nur unter standesrechtlichen Aspekten höchst bedenklich, sondern auch rechtlich nicht einwandfrei, da er Annahmen gegenüber Dritten als Tatsachen formuliert. So verfolgt Herr Löhr mittels einer Stellungnahme einer Hamburger Anwaltskanzlei, die ihre Einschätzung selbstverständlich auch nur auf den von Herrn Löhr überlassenen Informationen erstellen konnte, eine gezielte Akquise im eigenen Interesse."

Kommentar:
Akquise im eigenen Namen? Was bitte akquiriert denn der Herr Löhr, und was soll er davon haben?

Zitat:
"Besonders auffällig ist dabei, dass Herr Löhr wiederholt davon spricht, dass ein Anlegerschaden eingetreten sei ? diese sind aber weder wahrhaftig noch absehbar."

Kommentar:
Falsch! Herr Löhr äußert sich in sämtlichen Veröffentlichungen sehr deutlich dahingehend, dass er auf direkte Fragen an Debi Select keine Antworten erhielt! Dies lässt sich bestätigen, da auch die Anfrage von GoMoPa unbeantwortet blieb, und in der einzigen Stellungnahme gesagt wurde, man wisse nichtmal, wieviel Geld investiert sei.

Zitat:
"Auch insofern sehen wir uns nun gehalten, mit aller Konsequenz rechtliche Schritte gegen Herrn Löhr einzuleiten, um dessen unseriösen und vor allem schädlichen Treiben ein Ende zu setzen. Dieses Muster hat übrigens Methode: Wenn Sie sich erinnern, ist auch der ehemalige TelDaFax-Finanzvorstand Alireza Assadi mit aufsehenerregenden Behauptungen von Redaktion zu Redaktion gezogen, bis ihn ein Gericht gebeten hat, dies wahrhaftig zu belegen. Seitdem herrscht Stille. Ich kann Sie also nur dazu aufrufen, diesen bislang in keiner Weise belegbaren Behauptungen keine Darstellungsmöglichkeiten zu bieten."

Kommentar:
Gemäß Handelsblatt liegen hinreichend Hinweise und Schriftverkehre vor. Da deren Berichte noch verfügbar sind ist wohl davon auszugehen dass diese einen gewissen Wahrheitsgehalt beinhalten müssen, denn sonst wären sie, insbesondere vor dem Hintergrund eines Millionenschweren russischen Investors dessen Abschluss wackelt, per Eilantrag untersagt worden.

Zitat:
"Nun zum eigentlichen Hergang:

Vorweg schicken möchte ich, dass es von Anfang an Ziel der Fonds war, in drei ausgesuchte Geschäftsfelder ? das Factoring von Wertpapierkrediten, Lebensversicherungsverträgen und Einspeisevergütungen ? über den Weg zu investieren, dass spezialisierten Factoring-Gesellschaften Kapital anvertraut wurde."

Kommentar:
Bei den "Factoringgesellschaften" handelt es sich um verbundene Unternehmen. Man braucht hier garnicht so zu tun, als hätte man es mit irgendwem Dritten zu tun. Registerauszüge dazu liegen Ihnen vor.

Zitat:
"Es wurde den Fondsgesellschaften regelmäßig reportet, dass das Kapital gemäß den Anlagerichtlinien investiert worden sei. Wir konnten zu keinem Zeitpunkt Unregelmäßigkeiten feststellen. Alle Kunden erhalten regelmäßig ihre Vorabgewinnausschüttungen."

Kommentar:
Super. Die Kunden kriegen also regelmäßig ihr eigenes Geld zurück. Eine reife Leistung...

Zitat:
"Seit 2006 hat Debi Select die Prognosen stets erfüllt, bzw. übertroffen und regelmäßig pünktlich Ausschüttungen geleistet. Dies lässt sich im Übrigen auch an zeitgerechten Bilanzen, Geschäftsberichten etc. ablesen."

Kommentar:
Auszahlungen, nicht Ausschüttungen! Sehen Sie dazu vorstehenden Punkt.

Zitat:
"Auch wenn es nicht an uns ist, dies zu bewerten, können wir auch nicht erkennen, inwiefern Teldafax eine wirtschaftliche Schräglage hat. Neben glaubhaften Informationen aus dem Haus und der Investition des russischen Investors im mittleren zweistelligen Millionenbereich sprechen auch offizielle Quellen eine andere Sprache ? so eine Teldafax Pressemitteilung vom 4.11.2010, die von 50.000 neuen Abschlüssen im Oktober und einem gesamten Potential von 500.000 Strom- und 150.000 Gaskunden berichtet."

Kommentar:
Aha, also ist die namhafte Presse unseriös und Pressemitteilungen vom Beschuldigten sind eine glaubhafte Quelle! Demnach haben die Hausbanken zu Unrecht einen Kontoarrest verhängt? Und die Wirtschaftsprüfer weigerten sich Bilanzen zu testieren nur für den Fall dass Herr Löhr Jahre später vielleicht mal was schreiben will?

Zitat:
"Dennoch haben uns Informationen, wonach die Debi Select Fonds mit Teilen ihres Kapitals in Teldafax oder Teldafax nahe Unternehmen investiert wurden, veranlasst, dies mit den Fondsrichtlinien abzugleichen und zu prüfen, ob das Anlegerkapital tatsächlich sicher investiert ist . Wir können auf Basis der bisherigen Erkenntnisse leider nicht mit Bestimmtheit sagen, ob alle Zahlungen mit den Vorgaben der Prospekte im Einklang stehen, wenngleich uns dies so bestätigt wurde. Details dazu, die ich Ihnen dann gern mitteile, wird das fortlaufende Prüfungsverfahren erbringen."

Kommentar:
Fassen wir mal zusammen: Es wird also über eigene Firmen / Tochterfirmen / Enkelfirmen investiert, und man weiss nicht mit Bestimmtheit, ob alles im Einklang steht, aber es wurde so (also von den eigenen Leuten) bestätigt? Und nichts Genaues weiß man trotzdem nicht.

Zitat:
"Was wir aber definitiv ausschließen können, ist, dass auf Seiten von Debi Select, in persona Herr Geltinger als Geschäftsführer der Debi Select Vertriebs GmbH, Kenntnis von wie auch immer gearteten Missbräuchen bei den schweizerischen Enkelgesellschaften bestand ? sollte es diese denn tatsächlich gegeben haben. Herr Geltinger hat stets Wert auf eine korrekte Geschäftsführung gelegt und distanziert sich daher von Investitionen sowie Geschäftspraktiken, die nicht prospektkonform sind."

Kommentar:
Erfreulich. Demnach ist es also mehr ein Zufall, dass er und seine Frau Autos im Wert von hunderttausenden Euro von TelDaFax gefahren haben, wenn es doch gar keine Beziehungen gibt? Das wurde nicht bestritten, und im Gegenteil gibt es dazu sogar eine Stellungnahme von Debi Select gegenüber einer Zeitung. Zudem Autos von einem Unternehmen, dessen eigene Finance-Tochter offensiv Debi Select vermarktet hat, und in deren Engagements Geld reinfloss. Und Herr Geltinger (der ja immer korrekt ist) hat das nicht gewußt, keinen Kontakt zum Unternehmen gehabt, und die Autos fuhr er nachdem er auf sicherlich ein Zeitungsinserat geantwortet hat, das zufällig von TelDaFax inseriert wurde?

Zitat:
"Eher jovial von einer Männerfreundschaft Josten / Geltinger zu sprechen, wie Sie es in Ihrem Artikel tun, ist daher sachlich falsch und gehört bitte berichtigt."

Kommentar:
Lustig. Jeder, der das Internet bedienen kann, weiß von Jostens Vorstrafen. Und Josten ging nicht nur bei Debi Select ein und aus, sondern konzipierte auch deren Kapitalanlagen. Geltinger besorgte ihm laut Presseberichten sogar einen Job, damit er Freigang bekam. Keine Männerfreundschaft? Hat Josten etwa angerufen und gesagt, wir kennen uns zwar nicht, aber weil ich im Knast nicht sitzen will, besorg mir einen Job?

Zitat:
"Deshalb haben wir neben den intensiven Prüfungen auch Herrn Egli dringend gebeten, sich intensiv zu überlegen, als Verwaltungsrat der Swiss-Fact Factoring AG zurückzutreten. Dieser Prozess ist im Gange. Zudem wurde ein eidgenössisch zugelassener, unabhängiger Revisor beauftragt, sämtliche Vorgänge im Detail zu überprüfen und nicht ausschließlich auf Basis der buchhalterischen Geschäftsvorgänge. Darüber hinaus findet seit Mitte dieser Woche eine enge Zusammenarbeit mit dem Prüfer und einer namhaften Anwaltskanzlei sowie einer Consulting-Gesellschaft statt, die bei der Umsetzung einer vollkommenen Transparenz hinsichtlich sämtlicher Investitionsvorgänge unterstützen."

Kommentar:
Was soll das? Aufforderung an den Angestellten der eigenen Firma, und es wird diskutiert?

Zitat:
"Auf unserer Seite wird nun die Überlegung angestellt, den Vertrag mit der Swiss-Fact Factoring AG zu kündigen und gleichzeitig zur Abgabe einer Planung für die Rückführung des Investments zu bitten."

Kommentar:
Jungs, Swiss Fact ist kein "Dritter", sondern ein verbundenes Unternehmen. Oder darf das Kleinkind den eigenen Papa aus dem Kinderzimmer werfen?

Zitat:
"Denn für die Verantwortlichen der Debi Select Fonds, die - wie Sie vielleicht wissen - bislang überaus erfolgreich agiert haben, ist es nun wichtig, deren Reputation zu wahren und das eingebrachte Kapital der Anleger zurückzuführen."

Kommentar:
Erfolgreich... Stimmt eigentlich, die "Vorabgewinnausschüttungen", also die Rückzahlung von eigenem Geld an die Anleger, die kamen immer pünktlich. Die Vollhaftung gabs und gibts frei Haus.

Zitat:
"Wir würden es begrüßen, wenn Sie auf dieser Basis und aufgrund der bereits eingereichten Korrekturen zu einer Klarstellung beitragen. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung."

Kommentar:
Auch wir danken dafür, dass nicht mal eine einzige angebrachte Frage des umfangreichen Katalogs beantwortet wurde. Immerhin freuen wir uns, dass dem Vertrieb über Kairos-Select nicht widersprochen wurde - denn das ist Fakt, was da gelaufen ist. Auch kein Wort zum hohen Stammkapital der Mainfactoring, zu den Autos. Nur Friede Freude Eierkuchen.

#1 - Kommentar von Michael Oehme am 20.12.2010 20:23
Sehr geehrte Herren,

Sie haben um eine Stellungnahme betreffend die Ausführungen im GoMoPa Artikel Debi Select: Bis die Privat-Insolvenz uns scheidet angefragt. Dieser Bitte komme ich hiermit gerne nach.

I. Zu den GbR-Fonds

Im Artikel wird geäußert, dass den Anlegern generell eine Vollhaftung für alle Verbindlichkeiten der Fonds drohe. Wörtlich wird formuliert: "Der Grund für diesen Umstand ist die Tatsache, dass die ersten beiden Fonds in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) aufgelegt wurden, bei denen die Beteiligten immer voll haften. Und zwar mit allem, was sie haben."

Diese Äußerung ist rechtlich nicht zutreffend und lässt insbesondere die Ausgestaltung der Gesellschaftsverträge der Debi Select Fonds in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts außer Betracht.

Bei den Debi Select Fonds in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts dürfte aufgrund der getroffenen vertraglichen Regelungen eine persönliche Haftung nur für die Gründungsgesellschafter, mithin die jeweilige Verwaltungs GmbH, bestehen.

Die persönliche Haftung der anderen Gesellschafter, mithin der Anleger, dürfte im Fall der Debi Select Fonds in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts in § 11 des jeweiligen Gesellschaftsvertrages wirksam dadurch ausgeschlossen worden sein, dass die den Fonds-Geschäftsführern erteilte Vertretungsmacht eingeschränkt wurde. Danach haben die Geschäftsführer bei der Vornahme eines jeden Rechtsgeschäfts zu vereinbaren, dass außer den Gründungsgesellschaftern lediglich das Gesellschaftsvermögen haftet, die Haftung der übrigen Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen jedoch ausgeschlossen ist.

Der BGH schien zwar in seiner Rechtsprechung die Zulässigkeit einer derartigen Haftungsbeschränkung für eine Außen-GbR zunächst zu verneinen (vgl. BGH NJW 1999, 3483, 3484; auch OLG Stuttgart BB 2001; Kindl WM 2000, 697, 701, 702). Jedoch hat der BGH in einem jüngeren Urteil eine vorformulierte Haftungsbeschränkung bei einer Publikums-GbR anerkannt (BGHZ 150, 1 = NJW 2002, 1642). Dies mit der Begründung, eine solche vorformulierte Haftungsbeschränkung sei durch die Eigenart des Fonds als reine Kapitalanlagegesellschaft gerechtfertigt und deshalb im Regelfall keine Treu und Glauben widersprechende unangemessene Benachteiligung des Vertragspartners im Sinne desBGB.

Hinzu kommt, dass die Fondsgesellschaften gemäß § 2 des jeweiligen Gesellschaftsvertrages nur in Unternehmensbeteiligungen investieren dürfen, bei denen wiederum die persönliche Haftung ausgeschlossen ist, mithin in Kapitalgesellschaften und Kommanditgesellschaften. Somit dürften aus den eingegangenen Beteiligungen über das investierte Gesellschaftsvermögen hinaus keine Haftungsrisiken auf die Fondsgesellschaften selbst und damit einhergehend auf die Anleger zukommen. Zudem finanzieren sich die Gesellschaften gemäß § 2 Abs. 4 des jeweiligen Gesellschaftsvertrages nur über Eigenmittel. Damit können auch keine zusätzlichen durch Fremdfinanzierungen bedingte Risiken geschaffen werden.

Die Ausführungen im Artikel lassen sowohl eine Auseinandersetzung mit dem Wortlaut der Gesellschaftsverträge als auch mit der einschlägigen Rechtsprechung vermissen.

II. Zur Debi Select classic Fonds 2 GmbH & Co. KG

Was den Fonds Debi Select classic Fonds 2 GmbH & Co. KG betrifft, bei dem Herr RA Resch die fehlende Eintragung der Anleger in das Handelsregister kritisiert und hieraus eine Haftung nach § 176 HGB herleiten möchte, ist festzuhalten, dass die Anleger nach dem vorgesehenen Fondskonzept zu keinem Zeitpunkt im Handelsregister eingetragen sein werden. Sämtliche Anleger sind lediglich mittelbar über einen - eingetragenen - Treuhandkommanditisten an der Fondsgesellschaft beteiligt.

Zwar dürfte zu beachten sein, dass die Abrede nach § 11 des Gesellschaftsvertrages, wonach die Anleger weder gegenüber Gesellschaft oder Gesellschaftern noch gegenüber Dritten irgendwelche Zahlungsverpflichtungen, Haftungen oder Nachschussverpflichtungen, die über die Verpflichtung zur Erbringung von Einlagen nebst Agio hinausgehen, verpflichtet sind, als reine Innenabrede im Außenverhältnis keine Wirkung entfalten dürfte.

Hierauf kommt es letztendlich aber auch nicht an: Wer in das Handelsregister schaut, kann vom eingetragenen Treuhandkommanditisten Kenntnis nehmen. Dies übersieht Herr RA Resch, der auf die Entscheidung BGHZ 82, 129 hinweist, der schon ein ganz anderer, nicht vergleichbarer Sachverhalt zugrundelag (es ging um Direktkommanditisten und gerade nicht um treuhänderisch beteiligte Anleger).

Vielmehr ist schon seit Zeiten des Reichsgerichts (RGZ 128, 172, 183) und in der führenden Fachliteratur (Karsten Schmidt, in: Münchener Kommentar zum Handelsgesetzbuch, 2. Aufl. München 2007, § 176 Rz. 50) anerkannt, dass eine Haftung nach § 176 HGB jedenfalls dann ausscheidet, wenn der Dritte Umstände kennt, aus denen zwingend gefolgert werden muss, dass etwa vorhandene Mitgesellschafter nicht unbeschränkt haften. Die Eintragung eines Treuhandkommanditisten im Handelsregister dürfte einen derartigen Umstand darstellen.

Auch im Hinblick auf den Fonds Debi Select classic Fonds 2 GmbH & Co. KG fehlt es somit an einer Auseinandersetzung mit den Regelungen im Gesellschaftsvertrag sowie mit der Fachliteratur.


III. Ergebnis

Die im Artikel geäußerte Ansicht wonach "den Anlegern ... generell eine Vollhaftung für alle Verbindlichkeiten der Fonds [droht]", ist nach diesseitiger Auffassung nicht haltbar. Vielmehr sind sowohl bei den GbR-Fonds als auch beim GmbH & Co. KG-Fonds vertragliche Konstruktionen gewählt worden, die im Lichte der aktuellen Rechtsprechung und Fachliteratur eine Haftung der Anleger, die über die jeweils zu leistende Einlage hinausgeht, ausschließen dürften.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben und stehe für Rückfragen sowie ergänzende Erläuterungen sehr gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Thorsten Voß?

Verantwortlich für diesen Text
Michael Oehme als Pressereferent der Debi Select Unternehmensgruppe

#2 - Kommentar von Albert Meierdirks am 21.12.2010 08:15
"...Der BGH schien zwar in seiner Rechtsprechung die Zulässigkeit einer derartigen Haftungsbeschränkung für eine Außen-GbR zunächst zu verneinen (vgl. BGH NJW 1999, 3483, 3484; auch OLG Stuttgart BB 2001; Kindl WM 2000, 697, 701, 702). Jedoch hat der BGH in einem jüngeren Urteil eine vorformulierte Haftungsbeschränkung bei einer Publikums-GbR anerkannt (BGHZ 150, 1 = NJW 2002, 1642). Dies mit der Begründung, eine solche vorformulierte Haftungsbeschränkung sei durch die Eigenart des Fonds als reine Kapitalanlagegesellschaft gerechtfertigt und deshalb im Regelfall keine Treu und Glauben widersprechende unangemessene Benachteiligung des Vertragspartners im Sinne desBGB..."

Das heißt nicht mehr und nicht weniger als das der BHG bereits mehrfach geurteilt hat, dass eine Vollhaftung besteht. In einem jüngeren, aber ganz anders gelagerten Fall, sah er es anders. Anders als uns der Schreiber glauben machen will gab es also sehr wohl einschlägige Entscheidungen des höchsten Gerichts. Augenwischerei über vermeintlich gefühlte Sicherheit sollte daher tunlichst unterlassen werden.

#3 - Kommentar von Debi-Select-Betroffener am 25.12.2010 12:23
An der Rechtslage hat sich nichts verändert (Paragraphen kennen Sie ja).

Zwar gibt es einzelne Urteile, wenn auch keine Höchstrichterlichen, die hier und da mal anders entschieden haben. Dennoch ist die Gesetzeslage und Ausgangslage identisch.

Welches Szenario man meint, weiß ich nicht, denn es wurde kein Szenario geschildert, das eintreffen soll, sondern lediglich ein latent vorhandenes Risiko.

Wenn Sie übrigens mal einen beliebigen Emissionsprospekt jedes anderen guten Anbieters zur Hand nehmen, so werden Sie feststellen, dass explizit auf genau dieses Risiko hingewiesen ist beziehungsweise,dass fast überall eine aufschiebende Bedingung existiert, die eben dies ausschließen soll. Würde das Risiko also nicht bestehen, so würde es kaum ein anderer Anbieter aufgreifen.

#4 - Kommentar von Patschakamak am 03.01.2011 13:24
Hallo Leute,
ich lese nun seit 2 Monaten aufmerksam die Berichterstattung über Teldafax und Debi Select. Ich bin seit ca. 20 Jahren im Finanzsektor tätig und berate sogenannte Kapitalanlagegesellschaften (Lebensversicherungen etc.) bei der Anlage ihrer Gelder. Folgendes kann ich hier feststellen:
1) Debi Select akquiriert seit ca. 2006 Gelder mit der Angabe diese in absolut sichere Assetklassen zu investieren und damit mind. 8,25% Rendite p.a. für die Anleger nach Abzug von Vertriebs- und Verwaltungskosten zu erwirtschaften.
2) Also wer glaubt denn wirklich, dass bei der aktuellen Zinslage (seit ca. 2008) jemand quasi mündelsichere Investitionen tätigt und diese Rendite erwirtschaftet? Derjenige (hier Hr. Geltinger) müsste auch übers Wasser gehen können? Eine Anlage in die von Debi Select genannten Anlagen erwirtschaftet nie und nimmer eine so hohe Rendite. Unmöglich! Wenn doch, dann wäre Herr Geltinger schon von großen Versicherern exklusiv unter Vertrag genommen worden. Natürlich werden alle bisherigen Ausschüttungen zu einem Großteil aus Anlegergeldern finanziert (warum auch das Schneeball heißt). Anders kann ein solches Versprechen und das bisherige Halten dieses Versprechens gar nicht funktionieren.
3) Leute im Vertrieb, die so was (sei es vorsätzlich oder fahrlässig) verkauft haben, sollten sich wirklich einen anderen Beruf aussuchen. Werdet Frisöre, Kellner, Küchenhilfe oder so was. Wer so einen Schrott seinen Kunden (wahrscheinlich im Direktvertrieb die armen Freunde und Verwandte) verkauft, ist wirklich noch inkompetenter als der 0815-Bankberater bei der Sparkasse oder Bank.
4) Den Anlegern kann ich nur raten sich dringend einen guten Anwalt aus dem Bereich Kapitalmarktrecht zu nehmen und nach Fehlern im Prospekt oder in den Verträgen zu suchen um einerseits so schnell wie möglich rauszukommen und andererseits gegen Debi Select und den zuständigen Vertriebspartner Schadensersatzklagen zu erheben. Und in Zukunft keinem ?unabhängigen? Finanzberater mehr auch nur einen Euro anvertrauen.
5) Herr Geltinger kann ich nur gratulieren! Er hat das perfekte Kapitalanlageverbrechen begangen. Wenn er auch noch jetzt einen guten Anwalt an der Hand hat, schafft er schnell noch seine ?Provisionen und Vergütungen? ins Ausland (was er zu 99% schon gemacht hat). Dann kann die dt. Justiz ihn nicht mal belästigen. Ich schlage ihn für den Nobelpreis vor!
Es grüßt Patschakamak
p.s. natürlich alles nur meine persönliche Erfahrung und Meinung!

#5 - Kommentar von Patschakamak am 03.01.2011 13:25
Hallo Leute,
ich lese nun seit 2 Monaten aufmerksam die Berichterstattung über Teldafax und Debi Select. Ich bin seit ca. 20 Jahren im Finanzsektor tätig und berate sogenannte Kapitalanlagegesellschaften (Lebensversicherungen etc.) bei der Anlage ihrer Gelder. Folgendes kann ich hier feststellen:
1) Debi Select akquiriert seit ca. 2006 Gelder mit der Angabe diese in absolut sichere Assetklassen zu investieren und damit mind. 8,25% Rendite p.a. für die Anleger nach Abzug von Vertriebs- und Verwaltungskosten zu erwirtschaften.
2) Also wer glaubt denn wirklich, dass bei der aktuellen Zinslage (seit ca. 2008) jemand quasi mündelsichere Investitionen tätigt und diese Rendite erwirtschaftet? Derjenige (hier Hr. Geltinger) müsste auch übers Wasser gehen können? Eine Anlage in die von Debi Select genannten Anlagen erwirtschaftet nie und nimmer eine so hohe Rendite. Unmöglich! Wenn doch, dann wäre Herr Geltinger schon von großen Versicherern exklusiv unter Vertrag genommen worden. Natürlich werden alle bisherigen Ausschüttungen zu einem Großteil aus Anlegergeldern finanziert (warum auch das Schneeball heißt). Anders kann ein solches Versprechen und das bisherige Halten dieses Versprechens gar nicht funktionieren.
3) Leute im Vertrieb, die so was (sei es vorsätzlich oder fahrlässig) verkauft haben, sollten sich wirklich einen anderen Beruf aussuchen. Werdet Frisöre, Kellner, Küchenhilfe oder so was. Wer so einen Schrott seinen Kunden (wahrscheinlich im Direktvertrieb die armen Freunde und Verwandte) verkauft, ist wirklich noch inkompetenter als der 0815-Bankberater bei der Sparkasse oder Bank.
4) Den Anlegern kann ich nur raten sich dringend einen guten Anwalt aus dem Bereich Kapitalmarktrecht zu nehmen und nach Fehlern im Prospekt oder in den Verträgen zu suchen um einerseits so schnell wie möglich rauszukommen und andererseits gegen Debi Select und den zuständigen Vertriebspartner Schadensersatzklagen zu erheben. Und in Zukunft keinem ?unabhängigen? Finanzberater mehr auch nur einen Euro anvertrauen.
5) Herr Geltinger kann ich nur gratulieren! Er hat das perfekte Kapitalanlageverbrechen begangen. Wenn er auch noch jetzt einen guten Anwalt an der Hand hat, schafft er schnell noch seine ?Provisionen und Vergütungen? ins Ausland (was er zu 99% schon gemacht hat). Dann kann die dt. Justiz ihn nicht mal belästigen. Ich schlage ihn für den Nobelpreis vor!
Es grüßt Patschakamak
p.s. natürlich alles nur meine persönliche Erfahrung und Meinung!


Kommentar hinterlassen
 
Name:
E-Mail Adresse:
Kommentar:
Sicherheitscode:


 

» Caracta Finanzstrategien GmbH: Die Bankgarantie za ...   26.05.2017

» Leitberg AG: Pflegeheim-Monopoly a la Baxter und A ...   25.05.2017

» POC Restart: Öl & Gas - Turbulenzen   23.05.2017

» EN Storage GmbH: Nun auch Finanzchef Lutz Beier in ...   21.05.2017

» Manhattan Investment Fund Ltd.: Banker Michael Ber ...   18.05.2017

» Weitere Pressemeldungen (Archiv)




Werden Sie GoMoPa® - Mitglied
GoMoPa bei Facebook
Stimmen zu GoMoPa®
"...eine Datenbank, die ich nicht mehr missen möchte..."
» weitere Test - Stimmen

"...und wurde schon vor mancher Dummheit bewahrt..."
» weitere User - Stimmen

"...gomopa.net enthielt Mitte Oktober mehrere hundert (!) Beiträge von interessierten Privatpersonen sowie Finanzierungs- und Anlageberatern zum Thema..."
» weitere Presse - Stimmen

"...empfangen wir inzwischen täglich qualifizierte und werthaltige Anfragen..."
» weitere Werbepartner - Stimmen
Meinungen
"...der beste Weg, detaillierte Informationen einem großen Publikum schnell zugänglich zu machen..."
Kanzlei Balthasar

"...als Werbepartner hat man bei Gomopa die Möglichkeit, sich vom sogenannten Grauen Markt abzuheben..."
Jörg Petersen, jp - invest

» weitere Stimmen