
08.02.2011
Knoblauch- und Trüffel-Mafia auf dem Vormarsch

Lohnt es sich wirklich, Knoblauch aus China (Foto) nach Deutschland zu schmuggeln? Für die Knoblauch-Mafia schon.
Denn die Einfuhr von chinesischem Knoblauch aus unkontrollierter Massenproduktion nach Europa ist nur in kleinen Quoten erlaubt. Alles, was darüber geht, wird mit Strafzöllen von 9,6 Prozent des Wertes und einer zusätzlichen Abgabe von 1.200 Euro pro Tonne belegt. Da China sehr viel Knoblauch zu einem extrem günstigen Preis herstellt, ist der Schmuggel ein lukratives Geschäft. Der Schaden durch entgangene Zölle und Abgaben wird auf 60 Millionen Euro im Jahr geschätzt.
Dr. Peter Sutor von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL), die der Knoblauch-Mafia seit fünf Jahren auf den Fersen ist, rechnete in der Nürnberger Zeitung vor: Knoblauch aus China koste im 200-Gramm-Netz etwa 60 bis 70 Cent. Für italienischen oder spanischen Knoblauch seien 1,10 oder 1,20 Euro fällig. In der Bio-Variante klettert der Preis auf 1,40 bis 1,50 Euro. "Wenn man das hochrechnet ? dann steckt in einem 25-Tonnen-Sattelzug viel Potenzial drin." Der Preisunterschied zwischen chinesischer und europäischer Ware lässt bei den Schmugglern die Kassen klingeln. "Pro Lastzug", schätzt Sutor , "sind für die Betrüger zwischen 30.000 und 70.000 Euro drin."

Bei chinesischem Trüffel sind die Köche angeschmiert
Bei schwarzem Trüffel ist die Gewinnspanne um ein Vielfaches höher, wie Johannes Thürmer für das ARD-Magazin Plusminus herausfand. Der chinesische Trüffel Tuber Indicum (Foto) ist dem europäischen Winteredeltrüffel, dem Perigord-Trüffel, sehr ähnlich. Allerdings ist der chinesische Trüffel geschmacksneutral und daher für die gehobene Küche nicht zu gebrauchen. Während der chinesische Trüffel zwischen 100 und 120 Euro pro Kilo kostet, muss man für den geschmacksintensiven europäischen Trüffel 1.500 Euro pro Kilo bezahlen. Die Kunden zahlen beim Händler für 30 Gramm Perigord-Trüffel bis zu 70 Euro.
Doch wie arbeitet die Gemüse-Mafia?
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