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03.03.2011
Postbank: Fiese Geschäftsmethoden bei vermögenden Kunden

Bei der Postbank sieht man den Verlust von 2,5 Millionen Euro von 150 ausgesuchten Kunden für ein Hotel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 im südafrikanischen Kapstadt, das nie gebaut wurde, wohl nicht so tragisch:

"Liebe Kollegen ... der Drops Südafrika ist ja inzwischen gelutscht und liegt einigen auch noch etwas schwer im Magen", heißt es in einer internen E-Mail eines Hamburger Gebietsleiters der Postbankfinanzberatung vom 28. April 2010 an seine Kollegen, die dem Norddeutschen Rundfunk jetzt zugespielt wurde.

Nach dem kurzen Rückblick auf die alte Vertriebsstory werden die Postbankberater dann auf die nächste Investitionsmöglichkeit eingeschworen. In der internen Postbank-E-Mail heißt es weiter: "Widmen wir uns doch einer weiteren Vertriebsstory! ... Die Weltbank sagt bereits, dass Brasilien 2016 die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt sein wird. Das sind doch nette Zahlen!"

Dann folgt der Text eines Artikels aus dem Handelsblatt mit dem Titel: Rio de Janeiro wird Olympia-Stadt 2016. In der Postbank-Vertriebs-E-Mail wird dazu angemerkt: "Wie herrlich emotional, das kennt man vom Handelsblatt eigentlich gar nicht...schnüff...schneuz..."

Darüber kann der ehemalige Leiter der Plankommission im VW-Werk Braunschweig und heutige Rentner Kurt Schwarzer (73) gar nicht lachen. Er verlor bei dem geplatzten Afrika-Postbank-Deal 33.900 Euro. "Das Geld habe ich am 6. Januar 2010 an die Hamburger Fondsgesellschaft MCT Südafrika 3 GmbH & Co. KG überwiesen", schildert der geprellte Postbankkunde dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net. "Wie sich jetzt herausstellte, hat MCT mein Geld entgegengenommen, obwohl im Dezember 2009 schon der südafrikanische Bauträger Queensgate Holding Limited pleite war und MCT die Zahlungen nach Südafrika eingestellt hatte."

Der Leiter der Kommunikationsabteilung bei der Postbank, Jochen Strunk, versprach im Hamburger Abendblatt: "Alle Abschlüsse, die nach Dezember 2009 noch getätigt wurden, haben wir rückabgewickelt."

GoMoPa.net hakte bei Kurt Schwarzer nach. Haben Sie Ihr Geld zurückbekommen?

Schwarzer: "Leider nein. Mein Postbankberater sagte mir, er versuche das heute in einer Telefonkonferenz innerhalb des Postbank-Vertriebes zu klären. Eine Entscheidung könnte morgen fallen."

Was ist denn daran so schwer?

Schwarzer: "Ich habe meine Beitrittserklärung noch vor Dezember 2009 abgegeben, aber das Geld erst im Januar 2010 überwiesen. Die Postbank nimmt als Stichtag aber nicht die Zahlung, sondern den Tag der Beitrittserklärung vom Fonds."

Diesen Trick, um sich aus der Rückabwicklungs-Schlinge zu ziehen, kann die Postbank sicherlich bei vielen beigetretenen Postbankkunden des MCT Südafrika 3 anwenden.

Denn der Verkauf der Fondsanteile war im Oktober 2009 mit außergewöhnlichen Mitteln so richtig angeheizt worden:



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