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10.03.2011
Debi Select und Teldafax werfen viele Fragen auf

"Eine falsche Bilanz ist keine gefälschte Bilanz!" ? Mit diesem Kommentar brillierte Ex-HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher (47), als er auf fragwürdige Finanztransaktionen seines Hauses angesprochen wurde, und schuf damit das Wirtschaftszitat des Jahres 2010.

Eine abstrakte Parallele läßt sich zum Landshuter Emissionshaus Debi Select herstellen. Denn wie sonst nennt man es, wenn ein Fondsanbieter wie Debi Select fast sein gesamtes Anlegerkapital prospektwidrig und angeblich ohne Wissen des Vorstands in ein strauchelndes Unternehmen steckt, und das zudem über Jahre nichtmal bemerkt haben will?

Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt gegen den Billigstromanbieter Teldafax wegen Insolvenzverschleppung seit 2009. Dass sich das angeschlagene Unternehmen überhaupt bis heute halten konnte, hat Teldafax den 5.000 Anlegern von Debi Select zu verdanken. Von den 90 Millionen Euro, davon ein guter Teil Ratensparverträge, die die Anleger seit 2006 in die drei Fonds von Debi Select gezahlt haben, seien 65 bis 70 Millionen über Zwischenfirmen an den Billigstromanbieter geflossen, gab Debi Select dem Handelsblatt bekannt.

Convent Die Manager von Debi Select wollen nach eigenen Angaben nichts davon gewußt haben. Schuld daran sei der Teldafax-Gründer Michael Josten (57, Foto). Der war bei Debi Select Konzeptentwickler. Josten wurde schon 2007 wegen Anlagebetruges verurteilt, was ihn nicht daran gehindert habe, Gelder der Debi Select in die Teledafax umzuleiten. Dafür haben die Anleger als Gegenleistung Schuldverschreibungen bekommen. Debi Select Vertriebsleiter Josef Geltinger und dessen Frau durften Luxuslimousinen aus dem Fuhrpark der Teldafax fahren - wußten aber angeblich auch von nichts.

Millionen im Feuer und über Jahre nichts bemerkt. Wo die Millionen geblieben sind und wie viele überhaupt flossen, habe man erst jetzt nach Presseanfragen und im Anschluss nach dreimonatiger Prüfung herausgefunden. Man wolle also tatsächlich nicht gemerkt haben, dass 70 Millionen Euro die Konten verließen und dazu in ein Unternehmen investiert wurden, in das man gar nicht hätte investieren dürfen? Das klingt sehr unwahrscheinlich, da es sich bei den Debi Select Fonds um verbundene Unternehmen handelt.

In den Prospekten wurde den Anlegern ein "abgesichertes" Investment versprochen. Und zwar auf dem Gebiet des Factoring, dem Kauf und der Eintreibung fremder Forderungen. Jetzt muss Debi Select seine eigene Forderung von 70 Millionen Euro bei Teldafax eintreiben.

Das geht aber unter den jetzigen Umständen aus folgenden Gründen wohl nicht mehr:



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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Michael Josten am 02.02.2015 17:32
Im Teldafax-Strafprozess hat einer der drei Angeklagten Verantwortung für die Pleite des Billigstrom-Anbieters übernommen. Es sei zutreffend, dass zunächst kein Insolvenzantrag eingereicht und die Buchführung seit dem Herbst 2010 nicht mehr ordnungsgemäß geführt worden sei, sagte der letzte Vorstandschef des Unternehmens, Gernot Koch. "Hierfür übernehme ich die Verantwortung."





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Vor dem Bonner Landgericht muss sich der Manager neben seinen Ex-Vorstandskollegen Klaus Bath und Michael Josten wegen des Vorwurfs der Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrotthandlungen verantworten. Bath und Josten wollten sich dazu zunächst nicht äußern.

Das Gericht hatte Koch vor dem Prozess in Aussicht gestellt, bei einem glaubhaften Geständnis mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen. Der Ex-Chef beteuerte, er wolle mit seiner Aussage zur Aufklärung beitragen. Er sei sich bis heute nicht sicher, ob eine Pflicht zur Einreichung eines Insolvenzantrages bestanden habe. Als Technikvorstand habe er sich auf die Einschätzungen von Experten und seines Finanzvorstands verlassen.

Zum Untreue-Vorwurf sagte Koch lediglich: "Es tut mir leid, dass Kunden geschädigt wurden und Mitarbeiter des Unternehmens ihren Arbeitsplatz verloren haben." In vielen Details schilderte er dann die damalige Lage und wie es dazu kommen konnte, dass Teldafax am Ende auf dem Energiemarkt nicht überlebte. Ein Grund dürfte demnach die Schwierigkeit gewesen sein, den riesigen Kundenansturm zu bewältigen



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