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19.04.2011
Abgetaucht

Convent Einfach so abtauchen - frei nach dem Motto "Ich geh mal eben Zigaretten holen" und dann nicht zurückkommen und nie wieder erreichbar sein? Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net ging der Frage nach, wie man so etwas macht, was es kostet und wovor man sich dabei hüten sollte.

Im Udo-Jürgens-Hit "Ich war noch niemals in New York" hat die erträumte Flucht nicht geklappt. Aber mit dem entsprechenden "Kleingeld" in der Tasche (eine Million Euro sollten es schon sein) ist das im wahren Leben nicht mehr ganz so schwer, wie einige prominente Beispiele beweisen.

Dr. Kloiber mit 15 Millionen auf der Flucht

Da ist der falsche Kreditversprecher Dr. Maximilian Kloiber (Fahndungs-Foto, 53) aus Hennigsdorf bei Berlin. Er charterte am 20. November 2004 auf dem Flughafen Eberswalde im Land Brandenburg ein Kleinflugzeug und flog mit seiner mongolischen Geliebten Gantuya Yonon (46) und einem Koffer mit mindestens 15 Millionen Euro nach Ulan Bator und ward nicht mehr gesehen.

Convent Erzählt hat er seiner Frau und den Geschäftsfreunden, er müsse sich mal eben in der Schweiz operieren lassen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam lässt den Millionenbetrüger seit dem 2. Juni 2009 mit Zielfahndern weltweit suchen. Aber weder die Fahnder, noch 20.000 Euro Belohnung, noch Privatdektive aus halb Europa führten zum Versteck des falschen Doktors, der aus Bayern stammt und eigentlich Sanders heißen soll.

Er hatte den Anlegern im Jahre 2004 mindestens 18 Prozent Rendite verprochen, wenn sie bei ihm einen Millionenkredit bestellten. Sie müssten zehn Prozent der Kredithöhe anzahlen, das Geld arbeite dann bei einer geheimen Großbank für sie. Sie bekämen das Achtfache des Angezahlten zurück, so dass der Kredit in 12 Jahren fast von alleine getilgt sei. Es gab aber weder Kredite noch ein Investment, sondern nur ein Schneeballsystem.

 Liebt den Jet-Set:<br /> Ulrich Engler (50)<br />©Staatsanwaltschaft<br />Mannheim
Liebt den Jet-Set:
Ulrich Engler (50)
©Staatsanwaltschaft
Mannheim
Aktienbetrüger Engler mit 112 Millionen Euro verschwunden

Nicht weniger erfolgreich verschwand im Jahre 2007 der Daytrader Ulrich Engler (50) aus Andelfingen. Er war der große Sponsor der Galopprennen von Iffezheim bei Baden-Baden. Doch seit Oktober 2007 ist der Lebemann auf der Flucht, nachdem aufflog, dass er mit einem Schneeballsystem mindestens 100 Millionen Euro deutscher Anleger verbrannt hatte. Bis heute fehlt von dem Aktienbetrüger jede Spur. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat auf Engler ein Kopfgeld von 10.000 Euro ausgesetzt, wie Staatsanwaltschaftssprecher Thomas Pfeiffer GoMoPa.net bestätigte.

Staatsanwalt Pfeiffer: "Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Engler soll in den Jahren 2005 bis 2007 von Florida/USA aus ein riesiges Schneeballsystem initiiert haben, indem er vortäuschte, durch so genannte Day-Trading-Geschäfte am amerikanischen Markt (Börse) hohe Gewinne zu erzielen. Er garantierte den geprellten Kapitalanlegern Renditen von bis zu 72 Prozent pro Jahr. Über 6.000 Geschädigte in Deutschland, Österreich und der Schweiz überwiesen im Glauben an die sehr hohen Gewinne Gelder auf Bankkonten des Beschuldigten in den USA. Der Schaden beläuft sich auf mindestens 160 Millionen US-Dollar."

Engler bewohnte bis zu seiner Flucht im Sommer 2007 eine Villa in Bonita Springs/Florida und führte ein luxuriöses Leben. Er hat ein Faible für schnelle, teure Autos und ist leidenschaftlicher Golfer. Bereits vor über zehn Jahren hatte sich Engler in die USA abgesetzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass er in Begleitung seiner Lebensgefährtin und des gemeinsamen Yorkshire Terriers immer wieder seinen Aufenthaltsort wechselt.

Hedgefondsmanager Forian Homm setzte sich mit Millionen ab

Angeblich aus persönlichen Gründen verließ der Großinvestor bei Borusssia Dortmund und Gründer des von Mallorca aus operierenden Hedgefonds Absolute Capital Manager (ACM), Florian Homm (50), im September 2007 überstürzt den Vorstand des ACM, verkaufte seinen 15-Prozent-Anteil und tauchte unter. Selbst engere ehemalige Mitarbeiter wissen nicht, wo Deutschlands bekanntester Hedge-Fonds-Manager steckt.

Florian Homm in seiner Paraderolle<br /> als Großinvestor bei Borussia Dortmund © BVB
Florian Homm in seiner Paraderolle
als Großinvestor bei Borussia Dortmund © BVB
Der Zwei-Meter-Mann wurde in den letzten drei Jahren ein paar Mal in der Schweiz gesichtet, unter anderem in Zürich. Seine Investoren lassen ihn auf der ganzen Welt suchen. In Finanzkreisen kursieren wilde Gerüchte: Weil "Florian Wilhelm Juergen Homm" einen liberianischen Pass besitzt und von der Unesco als liberianischer Kulturattache geführt wird, soll er in Liberia sein. Die Russenmafia sei hinter ihm her, oder die Hells Angels. Eine von Investoren Anfang 2010 beim US-Distriktgericht für New York Süd eingereichte Klage allerdings lässt vermuten, dass er sich schlicht an einem sicheren Ort vor der Justiz verbirgt.

Homm und seine Helfer sollen die Investoren um 140 Millionen Euro geprellt haben. Laut Klageschrift habe Homm ein System entwickelt, bei dem sich die Manager gleich vier Mal die Taschen voll stopfen konnten: Erstens kauften die Fonds nullwertige private Aktien der Manager, kauften die Aktien dann gegenseitig und pushten sie so nach oben. Neben den Verkaufserlösen bekamen die Manager zweitens Gebühren für die Platzierung von Aktien, drittens Handelsprovisionen und viertens Boni.

Doch es gibt nicht nur Beispiele für einen erfolgreichen Ausstieg. Es kann auch mal was schief gehen.

Die Zeitung Arabian Business<br /> zeigte 2009<br /> Robin Lohmann auf<br /> dem Cover und fragte:<br /> Wo ist das Geld hin, Robin?
Die Zeitung Arabian Business
zeigte 2009
Robin Lohmann auf
dem Cover und fragte:
Wo ist das Geld hin, Robin?
Vergeigt: Falsche Identitäten für die ACI-Lohmänner

Das man die Sache auch vergeigen kann, bewies zum Beispiel der Lohman-Clan aus Gütersloh in Nordrhein-Westfalen. Die Chefs der ACI-Dubai-Pleitefonds bestellten per E-Mail am 12. Juni 2009 bei der Firma Baker Offshore Incorporation auf den British Virgin Islands einen "Second Passport" verbunden mit einer neuen Identität, auch "Emergency Passport" genannt, wie Kathleen Hartwell von Baker Offshore GoMoPa.net mitteilte. Die E-Mail liegt GoMoPa.net vor. Nach mehreren Telefonaten mit Nadine Lohmann (36) und Vater Uwe Lohmann (66) scheiterte schließlich die Aktion nach Aussagen von Kathleen Hartwill daran, dass Juniorchef Robin Lohmann (36) zum vereinbarten Termin in Bahrain nicht persönlich erschien, sondern nur einen Mittelsmann schickte. Die Lohmanns hatten nach Aussage der Offshore-Firma eine Anzahlung von 750.000 Euro geboten.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld erhebt derzeit gegen Uwe Lohmann und dessen Sohn Robin Anklage wegen Kapitalanlagebetruges in drei Fällen. 56 Millionen Euro Kommanditeinlagen von rund 8.000 Anlegern der Alternative Capital Invest Dubai Fonds III, IV und V aus den Jahren 2006 bis 2007 seien verschwunden.

Dumm gelaufen: das geplatzte Panamaversteck von Firmenbestatter Elders

Der Erfinder des Firmenbestattersystems "GmbH-Verkauf ins Ausland statt Insolvenz in Deutschland" und Boss der berüchtigten Marbella-Connection Herbert Elders (71, Foto © Spiegel) aus Kleve am Niederrhein war nach seinem Geständnis und seiner Verurteilung zu fünf Jahren Haft am 13. Dezember 2006 vor dem Landgericht Mühlhausen in Thüringen zunächst krank und dann verschwunden. Statt seine Haft anzutreten war Elders nach Panama geflüchtet.

Convent Allein bei den bekannt gewordenen Fällen soll Elders 4,7 Millionen Euro an Provisionen kassiert haben. Von diesem Schwarzgeld, das er nach Aussagen seiner auf Bewährung verurteilten und in Berlin lebenden Ehefrau Christine Maria Elders (57) in Gibraltar versteckt habe, sowie von einer Rente der Deutschen Rentenversicherung in Höhe von 765 Euro monatlich hätte Elders wohl bis zu seinem Tod ein "lebenswertes Leben ... in einem fantastischen Sonnen-Klima" führen können, wie er in einem Internet-Blog schrieb. Stattdessen musste er unbedingt an seinem Staatsanwalt Frank Erdt (48) Rache nehmen wollen und schrieb im Internet einen öffentlichen Beschwerdebrief ans Bundeskriminalamt. Den Brief schrieb er an seinem Computer in seinem Versteck in dem Provinzort El Coco in der Nähe von La Chorrera. Wohl in Erwartung, er bekäme eine Antwort, gab Elders sogar seine richtige E-Mail-Adresse an: rvacris@gmail.com.

Da nützte ihnm sein schöner neuer Pass auf den Namen Herbert Josef Helders und ein falsches Geburtsdatum (6 Jahre jünger) gar nichts. Am 13. Dezember 2010 holten ihn Thüringer Zielfahnder aus Panama ab und brachten ihn in ein deutsches Gefängnis.

Was sagt nun ein Identitäts-Beschaffer dazu? Wie kann man Fehler vermeiden? Lesen Sie hier das Exklusiv-Interview von GoMoPa.net mit einem Profi aus der sonst so verschwiegenen Zunft:

GoMoPa.net fragte David Salzmann, Spezialist für "neue Identiäten" bei der Firma Confidential Business aus Panama City (siehe Foto ganz oben): Was kann Aussteigewilligen noch so passieren, was sollte man unbedingt vermeiden?

David Salzmann: "Der Handel mit neuen Staatsbürgerschaften hat sich zu einem eigenen Wirtschaftsbereich mit enormen Umsätzen entwickelt. Meist sind es so genannte Bananenrepubliken, die Staatsbürgerschaften und Aufenthaltsgenehmigungen über zwielichtige Vermittler gegen Entgelt vergeben. Hier ist Vorsicht geboten. Meist kursieren über diese Quellen nicht nur wertlose Reisepässe, sondern auch Diplomatendokumente, die ihrem Besitzer die gewünschte diplomatische Immunität niemals gewähren können. Solche fragwürdigen Dokumente werden oft von korrupten Staatsbediensteten ausgestellt und haben zudem noch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen zur Folge, falls der Inhaber versucht, sich mit diesen Dokumenten bei Polizei- oder Grenzkontrollen zu legitimieren."

GoMoPa.net: Wer bestellt denn bei Ihnen eine "neue Identität"?

David Salzmann: "Sie müssen nicht unbedingt eine Straftat begangen haben oder planen, um in den Genuss einer neuen Identität zu kommen. Die Motive für das freiwillige Verschwinden sind individuell und verschieden, wobei sich die meisten Personen freiwillig vom öffentlichen Radar verabschieden. Bei einer neuen Identität reicht es aber bei weitem nicht aus, nur einen neuen Namen und Pass anzunehmen. Eine neue Identität muss deren Besitzer auch leben. Eine neue Identität anzunehmen heißt auch, sein altes Leben komplett aufzugeben. Keinen Kontakt mehr zur Familie und Freunden. Hierbei wird auch das Internet zum Werkzeug, um falsche Fährten zu legen."

GoMoPa.net: Was sind die ersten Schritte?

David Salzmann: "Um sich professionell und sicher vom öffentlichen Radar zu verabschieden, bedarf es einer längeren Vorbereitreitungszeit. Die Kunst der Täuschung ist das wichtigste Werkzeug. Informationen verwischen, falsche Fährten legen, neue Spuren vermeiden. Denn, die Spuren, die ein Mensch bei seinem Verschwinden hinterlässt, führen geradewegs zu seinem neuen Leben. Zum Beispiel alte Telefonrechnungen, Kreditkartenbelege, Vielfliegerkonten et cetera."

GoMoPa.net: Brauche ich eine spezielle Ausbildung?

David Salzmann: "Als generelle Vorsorgemaßnahme für den Tag X ist das Lernen von Fremdsprachen zu empfehlen. Brauchbare Englischkenntnisse sollten Sie schon besitzen, Grundkenntnisse der spanischen und der portugiesischen Sprache sind auf jeden Fall hilfreich. Dass Sie außerdem die Sprache Ihres Traumzieles perfekt beherrschen, braucht wohl nicht extra gesagt zu werden. Weiterhin kann es von Vorteil sein, wenn Sie mit einem Motorboot umgehen können, nautische Kenntnisse und möglichst auch einen Sportbootführerschein besitzen. Eine Seegrenze ist schwerer zu Überwachen als eine Landesgrenze. Von Südspanien aus, können Sie zum Beispiel mit einem Motorboot in einer Stunde in Marokko sein. Oft reicht es aus, einen Fluss oder See zu überqueren, um in ein anderes Land zu gelangen."

GoMoPa.net: Mit wem darf ich noch kommunizieren?

David Salzmann: "Nähert sich der Tag X an dem Sie Ihren Plänen Taten folgen lassen wollen, dann vermeiden Sie zunächst allen überflüssigen Postverkehr. Werbesendungen und anderen belanglosen Briefverkehr lassen Sie an den Absender zurückgehen, mit dem Vermerk Unbekannt verzogen. Schreiben Sie nicht von Hand, sondern benutzen Sie einen Stempel oder ähnliches. Versuchen Sie aber auch Schriftverkehr mit Behörden, Gläubigern, Lieferanten et cetera zu unterbinden. Wer zwingt sie denn, einen Brief zu beantworten?

Versicherungen und nicht mehr benötigte Bankkonten werden gekündigt. Geben Sie alte Club- oder Vereinsmitgliedschaften, Abonnements und ähnliches auf und gehen Sie auf Distanz zu alten Freunden, sofern Sie nach Ihrem geschäftlichen Schiffbruch noch welche haben. Lassen Sie alle auflaufen! Machen Sie dort, wo Sie am letzten Tag noch einkaufen oder Bekannte treffen, keinerlei Andeutungen über Ihren geplanten Ortswechsel. Wer es nicht unbedingt wissen muss, braucht nicht eingeweiht zu werden, und schon haben sSe einen potentiellen Ausplauderer weniger."

GoMoPa.net: Was geschieht mit der Wohnung?

David Salzmann: "Sofern sie dazu noch Zeit haben, sollten Sie die Auflösung der Wohnung vorbereiten. Wertsachen gehören in ein ausländisches Bankschließfach. Geben Sie alles ab, was Sie nicht unbedingt brauchen, also Kleidung, die sie seit Jahren nicht mehr getragen haben oder den hässlichen Kerzenständer, den Ihre Schwiegermutter Ihnen geschenkt hat. Was zu schade ist zum Wegwerfen, können Sie beim Trödler oder auf einem Flohmarkt verkaufen, oder versuchen sie es im Leihhaus. Gebrauchte Kleidung können sie in jedem Altkleidercontainer entsorgen. Was nicht mehr zu gebrauchen ist, werfen sie einfach weg, Was sie unbedingt mitnehmen wollen, packen Sie in große Umzugskisten und lassen es von einer Möbelspedition transportieren, und zwar in ein Lagerhaus, drei Orte weiter. Dort lassen Sie die Sachen ein paar Tage später von einer anderen Firma abholen und in ein weiteres Zwischenlager überführen, welches vielleicht 100 Kilometer entfernt ist. Und so weiter! Erst wenn Sie sicher sind, dass Sie die Spur gründlich verwischt haben, lassen Sie die Möbel an ihren wahren Zielort bringen. Es versteht sich von selbst, dass der Auftraggeber jedes Mal ein anderer ist, möglichst eine Firma, die gleich danach aufhört zu existieren. Firmen, die nicht mehr existieren kann man keine Fragen mehr stellen!

Denken Sie auch daran, in Ihrer alten Wohnung keine Dinge zu hinterlassen, die irgendwelche Hinweise auf Ihre Person, Ihre Hobbys, Interessen oder auf Ihren neuen Aufenthaltsort liefern könnten. Schauen sie lieber dreimal nach, ob Sie Ihr Notizbuch auch wirklich eingesteckt haben. Nur eine wirklich leere Wohnung liefert keine Anhaltspunkte. Bezahlen Sie alle Rechnungen, die mit der alten Wohnung zusammenhängen und sagen Sie Ihrem Vermieter, dass Sie nach Grönland oder sonst wohin gehen, aber niemals, was Sie wirklich vorhaben.

Denken Sie daran: Vermieter sind schlimmer als der Geheimdienst. Sind alle Rechnungen bezahlt, dann hat niemand einen Grund, Sie zu suchen. Besitzen Sie Immobilien, dann sollten Sie diese rechtzeitig abstoßen und nicht erst drei Tage vor Ihrer Abreise."

GoMoPa.net.: Was mache ich mit meinem Auto?

David Salzmann: "Das Auto müssen sie verkaufen, gegen Bargeld natürlich. Gewöhnen Sie sich bei dieser Gelegenheit daran, immer bar zu zahlen. Bargeld hinterlässt keine Spuren. Ihr neues Auto melden Sie auf einen anderen Namen an, möglichst den einer ausländischen Firma. Denken Sie daran, dass ein ausländisches Nummernschild keinen Einfluss auf den Fahrkomfort hat, aber schwerer zu identifizieren ist. Sie können auch versuchen, Ihr Auto mitzunehmen, aber dann müssen Sie im Ausland ein neues Kennzeichen beantragen. Sie können natürlich auch Ihr altes Kennzeichen beibehalten, was sich anbietet, wenn Sie bald wieder nach Deutschland zurückkommen wollen. Eventuell hilft auch ein Überführungskennzeichen weiter, aber beachten Sie die aktuellen Zollvorschriften Ihrer neuen Heimat. Ihr neues Auto sollte auf keinen Fall zu auffällig sein. Ein schicker, silbergrauer Kleinwagen ist unauffälliger als ein pinkfarbener Rolls Royce. Wechseln Sie die Automarke, wenn Sie dafür bekannt sind, eine bestimmte Marke zu fahren."

GoMoPa.net: Darf mein Haustier mit?

David Salzmann: "Ihre Haustiere können Sie bedenkenlos mitnehmen, solange Sie die jeweiligen Einfuhrbestimmungen der einzelnen Länder beachten. Auskünfte erteilen die Botschaften und Konsulate Ihres Traumzieles. "

GoMoPa.net: Was ist die Lösung bei schulpflichtigen Kindern?

David Salzmann: "Bei minderjährigen Kindern gibt es jedoch Probleme. Je nach Sachlage regeln Sie entweder die schulischen Angelegenheiten und erzählen der Schule. dass Sie mit Ihren Kindern wegziehen. Oder Sie lassen die Schulbehörden einfach ins Leere laufen, auf jeden Fall müssen Sie aufpassen, dass Ihre Kinder sich nicht verplappern. Sagen Sie Ihren Kindern auf keinen Fall, wohin die Reise geht. Machen Sie ihnen klar, dass Sie keine Informationen an Dritte weitergeben dürfen.

Das versehentliche Verquatschen stellt die größte Gefahrenquelle dar. Am Zielort müssen Sie die Kinder zwangsläufig einschulen, denn minderjährige Kinder, die nicht zur Schule gehen, fallen auf. Aber da nicht jeder Auslandslehrer Deutsch spricht, muss die alte Schule nicht unbedingt davon erfahren. Wenn Sie es sich leisten können, sollten Sie Ihre Kinder auf ein Internat schicken. Das ist nicht so teuer, wie sie glauben, aber sieht auch heute noch gut im Lebenslauf aus. Sandkastenfreundschaften der lieben Kleinen würden sich auch ohne Ihren Eingriff irgendwann erledigen, außerdem schließen Kinder schnell neue Freundschaften."

GoMoPa.net: Soll ich mein Aussehen verändern?

David Salzmann: "Wegen Ihres Aussehens brauchen Sie sich keine großen Sorgen zu machen. Wenn Sie in einen weiter entfernten Ort ziehen. Solange Sie keine schweren Dinger gedreht haben, wird man kaum mit einem Foto nach Ihnen fahnden. Außerdem sorgt der natürliche Alterungsprozess dafür, dass Sie schon nach wenigen Jahren anders aussehen. Und jemand, der Sie nur mit Schlips und Kragen erlebt hat, wird Sie in einem bunten Hawaiihemd mit Strohhut, Sonnenbrille und Drei-Tage-Bart kaum wiedererkennen. Frauen können sich sowieso problemlos eine neue Frisur oder eine andere Haarfarbe zulegen. Lassen Sie die Finger von Perücken oder falschen Bärten. So was macht Sie nur verdächtig. Wichtig ist, dass Sie alles vermeiden, was irgendwie Konflikte mit den Behörden heraufbeschwören könnte. Benehmen Sie sich im Straßenverkehr und bezahlen sie einen Bußgeldbescheid, der ihnen zwei Tage vor der Abreise noch ins Haus flattert. Sonst werden sie zur Fahndung ausgeschrieben. "

GoMoPa.net: Kann ich mich auch für tot erklären?

David Salzmann: "Machen Sie nicht den Fehler, Ihren Tod vorzutäuschen. Sie wären nicht der erste, der dabei erwischt wird. Es ist schon vorgekommen, dass bei einem Flugzeugabsturz mehr Leute dahingeschieden sind, als in der Maschine saßen! So etwas rangiert unter der Rubrik Irreführung der Behörden und stellt eine Straftat dar. Es ist aber nicht verboten, einfach nur zu verschwinden. Wenn Sie in ein Urlaubsparadies ziehen, laufen Sie zwar Gefahr, einem Bekannten zu begegnen, aber dafür fallen Sie den örtlichen Behörden garantiert nicht auf. Passen Sie sich auf jeden Fall an ihr Umfeld an. Wenn Sie in einem renommierten Ferienort untertauchen wollen, können Sie sich als Dauerurlauber ausgeben. Handelt es sich gar um einen Kurort, dann tun Sie so, als ob sie krank wären und nehmen Kuranwendungen in Anspruch. Sie müssen ja nicht gerade im Rollstuhl herumfahren. In einer ländlichen Umgebung irgendwo im sonnigen Süden wirkt der alternative Aussteiger oder Künstler glaubhafter."

GoMoPa.net: Soll ich jobben oder eine Firma gründen?

David Salzmann: "Schwieriger wird es, wenn Sie arbeiten müssen. Denn Leute, die Einheimischen die Arbeitsplätze wegnehmen, sind nirgendwo gerne gesehen. In diesem Fall dürfte wohl eine westeuropäische Großstadt das geeignete Pflaster sein, dort fallen Sie als Arbeitnehmer am wenigsten auf. Wenn irgendwie möglich, sollten Sie aber eine eigene Firma gründen oder freiberuflich tätig sein, denn als Arbeitnehmer müssen Sie Referenzen beibringen, und man wird in Ihrem Vorleben herumschnüffeln. Wenn Sie eine Firma besitzen, dann können Sie diese auch als früheren Arbeitgeber angeben und sich quasi selbst Referenzen ausstellen. Im Ausland können Sie überdies problemlos einen Handwerksbetrieb gründen, denn es gibt dort keine Handwerkskammern oder Meisterbriefe. In Großbritannien zum Beispiel darf sich jeder Klempner nennen, der eine Rohrzange halten kann. Warum eröffnen Sie nicht irgendwo in Mittelengland Ernies Plumbing Service? Niemand wird fragen, ob Sie auch wirklich Ernie heißen oder gar einen deutschen Meisterbrief besitzen.

Sie können theoretisch sogar eine Arztpraxis oder eine Anwaltskanzlei eröffnen, übrigens auch in Deutschland! Sie dürfen nur ohne Qualifikation nicht selber praktizieren und müssen eine entsprechende Fachkraft einstellen. Was auch immer Sie tun, glauben Sie aber bloß nicht, dass Sie das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und unter südlicher Sonne irgendeine Strandbar aufmachen können, von der es sich dann bei mäßigem Arbeitseinsatz gut leben lässt. Konzepte dieser Art sind zum Scheitern geradezu prädestiniert.

In Ihrer neuen Umgebung sollten Sie erst mal alle unnöigen Kontakte vermeiden. Im Falle der unumgänglichen Kontakte seien Sie hölich zu Ihren neuen Mitmenschen und Nachbarn, aber erzählen Sie nichts aus Ihrem alten Leben. Erwecken Sie aber nicht den Eindruck, dass solche Dinge tabu seien. Legen Sie sich ein paar stinklangweilige Anekdoten, die Sie auch nach dem 20. Bier noch runterleiern können, aus Ihrem noch langweiligeren Leben zurecht und geben Sie diese auf Wunsch zum besten. Spätestens nach dem dritten Gähnen haben Ihre Zuhörer genug davon.

Hüten Sie sich vor Gesprächen mit Vermietern. Wie bereits gesagt: Vermieter und Nachbarn sind schlimmer als ein Geheimdienst und außerdem eine prima Anlaufstelle für Schnüffler. Bezahlen Sie pünktlich Ihre Miete, das reicht als Freundlichkeit gegenüber dem Vermieter vollkommen aus. Denken Sie daran: 80 Prozent der Vermissten werden durch Hinweise der Nachbarn oder des Vermieters gefunden. Mieten Sie eine bescheidene Behausung und machen sie auf Künstler. Als Mieter genießen Sie überdies Mieterschutz und müssen keine überteuerten Immobilien erwerben. Und feiern Sie ja keine wilden Partys bis in den frühen Morgen!"

GoMoPa.net: Wie falle ich am wenigsten auf?

David Salzmann: "Vermeiden Sie alles, was zu einer zufälligen Verhaftung führen könnte, also Demonstrationen, zu schnelles Fahren, Besuche im Rotlichtbezirk et cetera. Benutzen Sie lieber ein Auto oder die Eisenbahn anstelle des Flugzeugs und vermeiden Sie damit die lästigen Sicherheitskontrollen. Sich offiziell abzumelden kann Vorteile haben, aber das muss im Einzelfall entschieden werden. Gläubiger haben gute Ohren! Auf keinen Fall sollten Sie als neuen Wohnsitz ein Niedrigsteuerland angeben, denn das macht Sie der Steuerflucht verdächtig. Sie können sich ja erst nach drei Monaten in Norwegen entschließen, nach Monaco weiter zu ziehen.

Polizeilich anmelden sollten Sie sich in Ihrer neuen Heimat bei einer Mietadresse oder ähnlichem, sofern das überhaupt notwendig ist. Vor allem die angelsächsischen Länder kennen so was wie eine Meldepflicht gar nicht. Dort reicht den Behörden eine Kontaktadresse aus. Wenn Sie sich von Ihrem alten Wohnsitz abmelden und nach einiger Zeit im Ausland bei einer anderen Gemeinde in Deutschland zurückmelden, dann haben Sie auf jeden Fall die Meldekette durchbrochen und Ihre Spur verwischt."

GoMoPa.net: Was ist mit alten Gewohnheiten?

David Salzmann: "Gehen Sie am neuen Ort nicht gleich wieder Ihren alten Hobbys nach. Wenn Sie in Ihrer alten Heimat als ein guter Golfspieler bekannt waren, dann halten Sie sich die nächsten Monate oder Jahre erst mal vom Golfplatz fern, denn dort wird man vor allem nach Ihnen suchen. Kaufen Sie Ihre Lieblingszeitschrift am Bahnhofskiosk, auch wenn Sie ein Abonnement praktischer finden. Gute Schnüffler haben auch Zugang zu Abonnentenlisten. Krankenhaus- und Arztbesuche sollten Sie unter anderem Namen erledigen. Auch bei der heimischen Krankenkasse werden Erkundigungen über Sie eingezogen. Versuchen Sie eventuell unter Ihrem neuen Namen Mitglied einer hiesigen Krankenkasse zu werden. Wenn das nicht geht, schließen Sie auf jeden Fall eine private Krankenversicherung ab. Auch der Arzt muss nicht unbedingt Ihre komplette Krankengeschichte kennen und diese möglichst von Ihrem bisherigen Hausarzt anfordern, und beantworten Sie auf keinen Fall Briefe oder Telefonate die Ihren alten Namen tragen, denn Sie sind ja jetzt ein neuer Mensch."

GoMoPa.net: Kann ich einen Scheck per Post annehmen?

David Salzmann: "Schicken Sie Briefe mit einem return to sender-Vermerk an ihre Mietadresse zurück, und lassen Sie diese von dort an den Empfänger zurückgehen, auf keinen Fall aber von Ihrem wirklichen Aufenthaltsort aus. Liegt dem Brief ein Scheck bei, dann sollten sie diesen nicht einlösen. Wenn Sie das doch tun wollen, dann gehen Sie zur ausstellenden Bank und lösen ihn bar ein, unter keinen Umständen aber über ein Bankkonto, denn Schecks kann man wunderbar zurückverfolgen. Deshalb versenden Inkassounternehmen gelegentlich Schecks an Schuldner, um deren Aufenthaltsort festzustellen."

GoMoPa.net: Brauche ich einen Anwalt?

David Salzmann: "Ja, vergessen Sie nicht, in der alten Heimat einen Anwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen. Sie dürfen mit ihm aber nur über ausländische Postadressen kommunizieren. Möglicherweise hilft auch eine anonyme Telefonkarte für Handys weiter. Diese erhalten Sie in praktisch jedem Telefonladen. Denken Sie aber daran, dass der Aufenthaltsort eines Handys bis auf wenige Meter genau bestimmt werden kann. Schalten Sie Ihr Handy aus, wenn Sie es nicht brauchen, und telefonieren Sie, wann immer möglich, von einem öffentlichen Fernsprecher aus. Wenn Sie besonders hartnäckige Verfolger abhängen wollen, dann können Sie Ihrer Familie unter dem Siegel der Verschwiegenheit irgendeine Postadresse in Fernost geben. Sobald Ihre Verfolger davon Wind bekommen, werden sie den ganzen fernen Osten nach Ihnen absuchen. Weil Sie aber in Südamerika sind, interessiert Sie das weniger."

GoMoPa.net: Wo tauchten man denn am besten ab?

David Salzmann: "Bei einer Flucht wie sie von Florian Homm bevorzugt wurde, sind, um keinerlei Spuren zu hinterlassen, gleich mehrere neue Identitäten erforderlich, bevor die neue Heimat erreicht ist. Dafür kann sich Homm heute aber auch sicher sein, dass er vor Zielfahndern unentdeckt bleibt. Eine neue Heimat finden Leute wie Homm in einigen Staaten der Karibik oder Lateinamerika, die unter anderem, wenn gewisse finanzielle Bedingungen erfüllt werden, auch Schutz vor Auslieferung garantieren, sofern deren Inhaber dennoch entdeckt werden sollte. Namentlich sei an dieser Stelle mal Venezuela genannt. Florian Homm hatte immer gute Kontakte nach Venezuela, hat sich aber gerade aus diesen Gründen dort nicht niedergelassen. Aber auch Kananda oder Australien bieten exzellente Bedingungen für einen Neuanfang."

GoMoPa.net: Was kostet die neue Identität?

David Salzmann: "Der Erwerb einer neuen Identität fordert gewisse finanzielle Aufwendungen und steht daher nur Personen mit einem entsprechenden Vermögensstatus zur Verfügung. Grundsätzlich gilt: Je attraktiver der neue Pass, desto größer der finanzielle Einsatz, der den Interessenten abverlangt wird. Lösungskonzeptionen wie sie im Fall Homm bevorzugt wurden, sind nicht unter 750.000 Euro zu erhalten. Hinzu kommen noch zirka 150.000 Euro bis 200.000 Euro an Beraterkosten."

GoMoPa.net: Herr Salzmann, vielen Dank für das Interview.

Link zum Thema
» Neue Identität bei Confidential Business

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