
13.11.2008
Volkssolarzelle! Genial oder Abzocke?
Eine Aeternus Energy Corporation (AEC) aus Bradenton (Florida) verkauft seit einem Monat Aktien für ein "revolutionäres" Produkt auf dem Photovoltaik-Markt: Die sogenannte Volkssolarzelle. Hierbei soll es sich um eine bedruckte Folie handeln, die ohne Silizium auskommt und praktisch zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Sie liefert Strom und Wärme, soll um ein Drittel effizienter sein als alte Photovoltaik-Anlagen und im Siebdruckverfahren hergestellt werden.
Am 20. Oktober 2008 richtete die AEC in Dernbach (Rheinland-Pfalz) ein internationales Entwicklungslabor für diese Art von Solarzelle ein. "Neu sei vor allen Dingen der Einsatz anorganischer Stoffe, die eine preiswerte Massenproduktion ermögliche", erklärte Firmenvorstand Jason Steward. Mit dem "ersten Prototypen für dieses ""revolutionierende" Licht- und Thermo-Energiesystem sei kurzfristig zu rechnen", so der Vorstand in einer Pressemitteilung vom selben Tag. Ein "Infovideo über die Volkssolarzelle unter notarieller Aufsicht" sei in Vorbereitung.
Bereits eine Woche zuvor begann der Aktienverkauf, zum Schnäppchenpreis für zwei Dollar pro Stück. Kirsten Kraeter, Geschäftsführerin der KLP Group Emirates in Dubai, erinnert sich: "Uns wurde auf verschlungenen Wegen mitgeteilt, dass bereits Verhandlungen mit dem Berliner Stromanbieter Flexstrom laufen würden". Bei Flexstrom in Berlin jedoch weiß man davon allerdings nichts.
Der Finanznachrichtendienst GoMoPa bat das deutsche Fraunhoferinstitut für solare Energiesysteme in Freiburg um Prüfung des AEC-Angebots. Dazu Institutssprecherin Karin Schneider: "Wir können die neue Technologie nicht bewerten, weil wir keine Technologie innerhalb des Internetauftritts erkennen können." Man weiß in Freibug zwar, dass weltweit an Kombi-Produkten aus Photovoltaik und Wärmetechnik geforscht werde, allerdings auf Siliziumbasis, alles andere käme einer Sensation gleich!
Die "Erfinder" der "Volkssolarzelle" sind aus der Vergangenheit hinreichend bekannt. Nach GoMoPa Informationen sammelten verschiedene, auch heute in der AEC involvierte Herren, in den vergangenen Jahren über verschiedene Briefkastenfirmen Gelder zur Herstellung recht spektakulär klingender Erfindungen ein. Darunter unter anderem die strombeheizte Tapete, ein Anti-Falten-Wasser "H2O3", das High-Speed-Fahrradboot und die "erste Tabak- und rauchfreie Zigarette der Welt".
Keines der benannten Produkte erlebte jemals die Markteinführung. Die damit befassten Aktiengesellschaften T-TEC, Aposmile, SeaCart, NicStic, gingen allesamt in die Insolvenz. Der Schaden für Wertpapierkäufer ging in die Millionenhöhe. Zu denken sollte es möglichen Investoren auch geben, dass einige der "Macher im Hintergrund" wegen Anlagebetrug erheblich vorbestraft sind und derzeit Verfahren bei mehreren Staatsanwaltschaften in Deutschland und der Schweiz laufen.
Info Volkssolarzelle: Laut AEC-Pressemitteilung "ein revolutionierendes Licht- und Thermo-Energiesystem", das beides gleichzeitig kann: Strom und Warmwasser liefern. Ohne teures Silizium. Photovoltaik-Module sollen im Siebdruckverfahren auf eine Folie gedruckt werden. Die Volkssolarzelle soll um ein Drittel effizienter sein als alte Photovoltaik-Anlagen.
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NicStic und kein Ende?
Verlockungen des Gauen Marktes
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Am 20. Oktober 2008 richtete die AEC in Dernbach (Rheinland-Pfalz) ein internationales Entwicklungslabor für diese Art von Solarzelle ein. "Neu sei vor allen Dingen der Einsatz anorganischer Stoffe, die eine preiswerte Massenproduktion ermögliche", erklärte Firmenvorstand Jason Steward. Mit dem "ersten Prototypen für dieses ""revolutionierende" Licht- und Thermo-Energiesystem sei kurzfristig zu rechnen", so der Vorstand in einer Pressemitteilung vom selben Tag. Ein "Infovideo über die Volkssolarzelle unter notarieller Aufsicht" sei in Vorbereitung.
Bereits eine Woche zuvor begann der Aktienverkauf, zum Schnäppchenpreis für zwei Dollar pro Stück. Kirsten Kraeter, Geschäftsführerin der KLP Group Emirates in Dubai, erinnert sich: "Uns wurde auf verschlungenen Wegen mitgeteilt, dass bereits Verhandlungen mit dem Berliner Stromanbieter Flexstrom laufen würden". Bei Flexstrom in Berlin jedoch weiß man davon allerdings nichts.
Der Finanznachrichtendienst GoMoPa bat das deutsche Fraunhoferinstitut für solare Energiesysteme in Freiburg um Prüfung des AEC-Angebots. Dazu Institutssprecherin Karin Schneider: "Wir können die neue Technologie nicht bewerten, weil wir keine Technologie innerhalb des Internetauftritts erkennen können." Man weiß in Freibug zwar, dass weltweit an Kombi-Produkten aus Photovoltaik und Wärmetechnik geforscht werde, allerdings auf Siliziumbasis, alles andere käme einer Sensation gleich!
Die "Erfinder" der "Volkssolarzelle" sind aus der Vergangenheit hinreichend bekannt. Nach GoMoPa Informationen sammelten verschiedene, auch heute in der AEC involvierte Herren, in den vergangenen Jahren über verschiedene Briefkastenfirmen Gelder zur Herstellung recht spektakulär klingender Erfindungen ein. Darunter unter anderem die strombeheizte Tapete, ein Anti-Falten-Wasser "H2O3", das High-Speed-Fahrradboot und die "erste Tabak- und rauchfreie Zigarette der Welt".
Keines der benannten Produkte erlebte jemals die Markteinführung. Die damit befassten Aktiengesellschaften T-TEC, Aposmile, SeaCart, NicStic, gingen allesamt in die Insolvenz. Der Schaden für Wertpapierkäufer ging in die Millionenhöhe. Zu denken sollte es möglichen Investoren auch geben, dass einige der "Macher im Hintergrund" wegen Anlagebetrug erheblich vorbestraft sind und derzeit Verfahren bei mehreren Staatsanwaltschaften in Deutschland und der Schweiz laufen.
Info Volkssolarzelle: Laut AEC-Pressemitteilung "ein revolutionierendes Licht- und Thermo-Energiesystem", das beides gleichzeitig kann: Strom und Warmwasser liefern. Ohne teures Silizium. Photovoltaik-Module sollen im Siebdruckverfahren auf eine Folie gedruckt werden. Die Volkssolarzelle soll um ein Drittel effizienter sein als alte Photovoltaik-Anlagen.
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