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25.05.2011
Onlinecasino T6Poker: Belohnung für verschwundene Millionen

Convent Es ist wie verhext: Im Internet kann man sehen, dass es ihn gibt. Eine grüne Lampe im Chatprogramm Skype zeigt an, dass Millionenbetrüger Torben Hübertz, gerade online ist, gelb, wenn er nicht vor seinem Computer sitzt und grau, wenn er offline ist.

Aber niemand kann Hübertz greifen, weil die amerikanische Software Skype völlig anonym arbeitet und nichts protokolliert. Jeder kann sich Skype kostenlos herunterladen und dann von jedem Punkt der Welt ins Internet einloggen, mit Freunden chatten, Feinde blockieren. Das nutzt Hübertz schamlos aus.

Seit Dezember 2008 ist Torben Hübertz mit 60 Millionen Euro Anlegergeldern auf der Flucht. Im Jahr 2007 hatte Hübertz das Online-Casino T6Poker.com gegründet und mit Super-Jackpots die besten Spieler der Welt zu Pokerturnieren an die Tische in Monte Carlo geholt. Spieler konnten mit nur 55 Euro Einsatz bei den Sonntags-Poker-Wettkämpfen 500.000 Euro gewinnen. Wer verlor, sollte auf jeden Fall 30 Prozent seiner Einsätze wieder zurückbekommen.

Doch das Schönste an Hübertz war, dass man sich bei ihm mit 667 Euro direkt an seinem Online-Casino beteiligen konnte. Man brauchte also von Poker gar keine Ahnung haben und konnte trotzdem eine Rendite von 60 Prozent kassieren. Oder man zahlte 500 Euro in einen angeblichen 40-Millionen-Euro-Topf ein. Aus dem sollte man dann monatlich eine Grundauszahlung von 300 Euro und jeden Monat einen Extrabonus in Höhe von 9.000 Euro bekommen.

Das klang zwar alles viel zu fantastisch. Aber Zehntausende Anleger fielen dennoch auf die Versprechungen herein. Hunderte Deutsche pilgerten sogar im Herbst 2007 nach Kopenhagen in Dänemark zu einer Gründerwerbeveranstaltung, zu der sich Hübertz aus Panama per Video zuschalten ließ.

Das Beteiligungssystem am Casino T6 breitete sich blitzschnell wie ein Strohfeuer aus. Denn jeder Investor bekam nur die in Aussicht gestellten Gewinne ausbezahlt, wenn er selbst 30 weitere Investoren geworben hatte und wenn diese wiederum jeweils die nächsten 30 Investoren akquiriert hatten. Nutznießer dieses Schneeballsystems war am Ende nur einer: der Initiator Torben Hübertz. Der machte bei 60 Millionen Euro den Sack zu und verschwand.

Die Berliner Kanzlei Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte, die 130 Geschädigte vertritt, gründete die Arbeitsgemeinschaft T6Poker und jagt dem Phantom Hübertz und dem lieben Geld mit Interpol, Wirtschaftsdetektiven und Rechtsanwälten um den ganzen Globus hinterher. Bislang konnte Hübertz den Fahndern entwischen.

Convent Doch Dr. Thomas Schulte (Foto © Kanzlei Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte), der Leiter der Fahndungsgruppe T6Poker, gibt auch nach zweieinhalb Jahren intensiver Suche nicht auf. Am 18. März 2011 lud er zu einem Treffen von Betroffenen und Angehörigen Geschädigter in die Räume des Edelmetallhändlers Gerald Saik nach Berlin-Mitte ein. Saik war bei der Werbeveranstaltung in Kopenhagen dabei, hatte natürlich auch weitere Investoren geworben und schließlich 3.500 Euro für seine Casino-Anteile bezahlt und verloren. Zivilrechtliche Ansprüche an Werber bestehen nicht, weil die Werber gleichermaßen angeworbene Opfer sind. Bei dem Treffen unterrichtete Dr. Schulte die Interessengemeinschaft über den letzten Stand des Verfahrens. So wurden im Rahmen der Ermittlungen Privatdetektive in Skandinavien, Costa Rica sowie Panama beauftragt, um Spuren des Verdächtigen aufzufinden. Leider führte keine der vielen Spuren bislang zum Ziel.

Die Teilnehmer des Treffens sagten weiterhin Hilfe zu. Engagierte Teilnehmer aus Sachsen wollen etwa weitere Datensätze und Personenkontakte zur Verfügung stellen. Dr. Schulte erklärte, dass er vor kurzem mit dem damals involvierten Rechtsanwalt aus Sonderborg in Dänemark gesprochen hätte. Diese dänische Anwaltskanzlei hat die von den T6-Anteilskäufern gezahlten Gelder in Empfang genommen und nach Mittelamerika weitergeleitet. Dort könnte man bei der Weitersuche ansetzen. Zudem sei eine Anfrage aus Südamerika in seiner Kanzlei eingegangen, die momentan geprüft werde.

Dr. Schulte sagte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net: "Das Ergebnis des Abends ist eindeutig: Die Betroffenen wollen weiterkämpfen. Zumal einige Geschädigte mehrere zehntausend Euro verloren hatten. Ungewöhnlich ist in diesem Fall, dass trotz TV-Fahndung und weiterer Maßnahmen die sonst üblichen Hinweise und Spurenfragmente aus dem persönlichen Umfeld des Haupttäters bislang ausblieben.

Die Arbeitsgemeinschaft T6Poker hat sich daher entschlossen, folgende Belohnung auszuloben:"

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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Kai Grüne am 01.07.2014 02:10
Ich finde es wunderlich, dass der Betrüger selbst nach Einschalten von Interpol und TV-Aufrufen nicht gefasst wurde.

Mich würde der aktuelle Stand sehr interessieren, vielleicht haben die Spuren in Panama doch noch geholfen.

MfG


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