
17.06.2011
Debi Select: Karten auf den Tisch!
Ein Vierteljahr lang beruhigte das Landshuter Emissionshaus Debi Select seine rund 5.000 Anleger, deren Eigenkapital in Höhe von 70 Millionen Euro in den nun insolventen Billigstromanbieter Teldafax aus Troisdorf bei Bonn geflossen sind, damit, dass die zypriotische Prime Mark Financial Group der Debi Select im März 2011 ein 51prozentiges Mehrheitsaktienpaket an der Teldafax zu einer solch hohen Summe im zweistelligen Millionenbereich abgekauft haben soll, dass alle Anleger zum Ende diesen Jahres bei der geplanten Auflösung der drei Debi Select Fonds bequem ausbezahlt werden könnten.
Doch im Zuge der Insolvenz von Teldafax anfang dieser Woche kam heraus, dass Debi Select bei dem Aktiendeal nur eine erste Rate erhalten habe und weitere Tranchen folgen sollen, wie Vertriebsleiter Josef Geltinger in einer Stellungnahme mitteilte, die er dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net schickte.
GoMoPa.net stellte daraufhin die Frage: Zieht die Teldafax-Pleite auch die Debi Select mit in die Insolvenz? Denn, wenn die Debi Select nun als Gläubiger an den Teldafax-Mehrheitseigner Prime Mark weitere Forderungen hat, hätte der Insolvenzverwalter ein gewichtiges Wort mitzureden. Und für den stehen, wie sein Sprecher Wolfgang Weber-Thedy aus der Schweiz gegenüber der Nachrichtenagentur dapd deutlich machte, die rund 700.000 Strom- und Gaskunden als Gläubiger an erster Stelle, die ihre Rechnungen für ein Jahr im voraus an die Teldafax überwiesen hatten und dafür natürlich nun Strom und Gas haben wollen. Die Forderung der Kreditgeber von Debi Select wären da nachrangig.

Debi-Select-Sprecher
Michael Oehme
©FinanzMarketingBeratung
"Die Sache ist komplizierter", holte Oehme aus. ?Hier ist wohl einiges durcheinander gekommen, Sie sind mir hinsichtlich der Berichterstattung viel zu wertvoll, als dass Ihr letzter Beitrag so stehen bleibt. Wir haben das mit der Prime Mark öffentlich bestätigt, um unseren wahren Vertragspartner zu schützen. Aber nach der Teldafax-Insolvenz müssen wir wohl die Karten auf den Tisch legen, wie die Vertragsverhältnisse wirklich sind."
Oehme weiter:
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