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09.09.2011
Ex-Baulöwe Ignaz Walter und der Zorn auf Großbanken

 Ignaz Walter (75) © Walter
Ignaz Walter (75) © Walter
Er sanierte das Berliner Olympiastadion, erneuerte die Dresdener Frauenkirche, baute die U-Bahn in Seattle, Großbrücken in Alaska, Autobahnen in Kamerun und Thailand und einen Staudamm in China. Der Augsburger Baulöwe Professor Dr. h.c. Ignaz Walter (75) übernahm 1978 als Mehrheitsaktionär den Vorstandsvorsitz der Walter Bau AG, die zu ihren Glanzzeiten 50.000 Mitarbeiter beschäftigte.

Der gelernte Maurer und studierte Architekt und Bauingenieur hätte nie gedacht, dass ihm mal ein Banker ein Bein stellen könnte. Walter baute stets ohne Bankkredite.

Dennoch brachte ein Konsortium von 27 Banken und Versicherungen das Großunternehmen zu Fall, das am 1. April 2005 wegen einer künstlich erzeugten Liquiditätslücke von 200 Millionen Euro Insolvenz anmelden musste.

Boniorientierte Bankmanager hätten zuvor gepfändet, das Ruder übernommen und Filetstücke mit hohem Gewinn an neue Eigentümer verkauft. Zum Bankenkonsortium gehörten neben der Deutschen Bank auch die Bayerische Landesbank, die Württembergische Landesbank, die Berliner Bank, Commerzbank und die ABN Amro.

Bankbürgschaften brachen dem Unternehmer das Genick

Die Waffe, die das ermöglichte, hieß Bankbürgschaft. Ohne eine solche Bankbürgschaft konnte selbst das gesündeste Unternehmen keinen Großauftrag an Land ziehen. Trotz einer Liquidität von fast 3 Milliarden D-Mark kündigte die Deutsche Bank im Mai 2000 als erste einen Großteil der Bürgschaften für die Walter Bau AG und später für die gesamte Walter Bau Gruppe. Die anderen Banken folgten dem Beispiel. Wegen einer Indiskretion ist später bekannt geworden, dass sich die Banken abgesprochen hätten.

"Die kerngesunde Walter-Bau war damit über Nacht fast handlungsunfähig", schildert Professor Walter die Auswirkung dieses Bankenangriffs. "Walter Bau konnte keine Angebote im In- und Ausland mehr abgeben (Bietungs-/Ausführungs-Bürgschaften fehlten). Walter Bau bekam keine Aufträge mehr. Walter Bau konnte keine Gewährleistungsbürgschaften mehr geben (die Schlusszahlungen kamen nicht mehr). Walter Bau konnte keine Lieferantenbürgschaften mehr geben (Lieferanten und Subunternehmer fielen aus)."

Nachdem die Walter Bau so in Bedrängnis geraten war, froren die Banken die Vermögenswerte Walter Bau als Pfand für die noch belassenen Restbürgschaften ein. Professor Walter konnte es nicht glauben, dass das Vermögen nie wieder frei gegeben werden sollte und die Banken das Pfand sogar verwerteten. Der Vorstand der Walter Bau sei laut Professor Walter in seinen Geschäftsentscheidungen geknebelt worden, unter anderem mit der von den Banken installierten Unternehmerberatung Roland Berger.

Knebelung durch den Bankenpool

Die Knebelung durch den Bankenpool beschreibt Professor Walter so: "Der Bankenpool musste in alle mehr oder weniger wichtigen Geschäftsvorgänge eingebunden werden und seine Zustimmung erteilen. Bei 16 Milliarden D-Mark internationaler Leistung rund um den Globus völlig unmöglich und tödlich für jedes Geschäft."

Der Todeskampf der zuvor völlig gesunden Baufirma dauerte fünf Jahre. Von den am Ende nur noch 3.900 Beschäftigten mussten 600 sofort gehen, weitere 1.900 waren in eine Transfergesellschaft gewechselt. Rund 12.000 Gläubiger hatten eine Gesamt-Forderungssumme von 3,4 Milliarden Euro angemeldet. Walter spricht von einer Vernichtung von 10 Milliarden Euro, und dass, obwohl in 40 Jahren zuvor noch nie eine Bürgschaft verloren gegangen war.

Zu allem Überfluss bekam Walter noch juristischen Ärger. Das Amtsgericht Augsburg verurteilte Walter im November 2008 rechtskräftig zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 500.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Walter akzeptierte den Strafbefehl. Wegen unberechtigter Rechnungen soll Walter seinem früheren Konzern und dessen Aktionären einen Schaden von rund 311.000 Euro zugefügt haben.

Walter ist dennoch kein armer Mann

Auch wenn die "Raubritterbanker" (Walter) seinen Baukonzern zerschlugen, ist Walter deshalb noch lange kein armer Mann. Walter kaufte im Oktober 2008 und damit drei Jahre nach der Insolvenzeröffnung seine einstige Firmenzentrale bei einem Versteigerungstermin des Amtsgerichts Augsburg von der Bayerischen Landesbank für 8,25 Millionen Euro zurück und nutzt den Sitz als Verwaltung seiner neuen Holding.

Walter betreut jetzt viele eigene große Immobilien und EDV-Unternehmen. Zu seinen Immobilien zählt auch der berühmte Augsburger Glaspalast mit einer umfangreichen Gemäldesammlung. Die Kunstsammlung gehört Walter ebenfalls. Auch nennt Walter Ferienhäuser bei Davos in der Schweiz und im Fürstentum Monaco sein eigen. Seine Holding betreibe auch spezielle Projektentwicklungen.

Bauunternehmer wolle er aber nicht noch einmal werden, im nächsten Leben aber Investmentbanker. Die seien die Gewinner der Globalisierung. Rachegelüste habe der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Bayerischen Verdienstordens aber nicht. Von den zehn Männern, die seinem Unternehmen im Speziellen den Garaus gemacht hätten, sei nur noch einer bei der Deutschen Bank aktiv. Neun säßen nach seiner Kenntnis entweder im Gefängnis oder seien wegen Milliardenverlusten entlassen worden.

Aus Zorn gründete Walter eine Unternehmer-Loge und die Investmentfirma Galaxi-Kapital AG

Was allerdings geblieben sei, ist ein heiliger Zorn auf die Gängelung mittelständischer Unternehmen durch Großbanken und Konzerne. Schließlich ist Walter kein Einzelfall. Man denke nur an die durch die Deutsche Bank ausgelöste Pleite des Filmrechtehändlers Leo Kirch aus München oder den Medienmogul Atze Brauner, der viele Mietshäuser am Berliner Kurfürstendamm besitzt und dessen Kreditverbindlichkeiten hinter seinem Rücken an fremde Banken verkauft wurden. Diese Banken stellten plötzlich die Kredite fällig und bugsierten Brauner an den Rand des Ruins.

Ignaz Walter organisiert jetzt eine Art Hilfe und Selbsthilfe für alle Mittelständler und Freiberufler. Und die soll so aussehen:

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