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26.09.2011
FIMAGOL: Die Odyssee des Emittenten Klaus Hoffmann

Convent Seit fünf Jahren könnte jeder Makler bereits mit der neuartigen Software aus Dresden arbeiten, die der Diplomphysiker und ehemalige Strukturvertriebler der DVAG, Klaus Hoffmann (59, Foto © GoMoPa.net), entwickelt hat und als revolutionär bezeichnet.

Die Software kenne und vergleiche alle Versicherungsangebote, schreibe für jeden Kunden Produkte aus und protokolliere das Ganze auch noch. Die Markteinführung sollte nach Hoffmanns Berechnungen 25 Millionen Euro kosten und wäre wohl längst geglückt, wenn Hoffmann nicht immer an Geldgeber geriet, die ihn hereingelegt hätten und das Geschäft ohne den Erfinder machen wollten. Dreimal sei die Einführung seit dem Jahre 2006 gescheitert.

Dass Hoffmann heute zwar weiter ohne Geld, aber dafür immer noch im Besitz der Finanzmathematischen Produktausschreibungssoftware Komplett (FinPasoKomplett) ist, verdankt er der Tatsache, dass nur er und seine engsten Vertrauten den Quellcode kennen. Nach einer Odyssee voller Rückschläge gründete Hoffmann seine eigene Firma FIMAGOL (Finanzmathematische Beratungstechnologie) und legte am 15. Oktober 2010 einen eigenen FIMAGOL-Fonds auf, dem jeder ab 1.000 Euro plus 5 Prozent AG beitreten kann. Die Verzinsung soll bei 7,25 Prozent Rendite im Jahr liegen. Die Laufzeit betrage fünf Jahre. Die Software soll später 150 Euro Miete plus Umsatzsteuer im Monat kosten. Bei der Finanzmarktaufsicht BaFin im Bonn sind mit Stand vom 8. September diesen Jahres 45.217 Versicherungsmakler registriert - die Zielgruppe von Hoffmann.

Was Hoffmann jedoch vor dem Auflegen seines Fonds auf dem Grauen Kapitalmarkt erlebte, gleicht einem Wirtschaftskrimi. Dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net schilderte Hoffmann die Einzelheiten.

Hoffmann: "1990 hatte ich die Idee, 2004 die computertechnischen Möglichkeiten, und im Jahre 2006 fing ich an, für die Software Investoren zu suchen. In anderthalb Jahren sollte die Vermarktung stehen. Ich wandte mich über Makler an Geldgeber in Dubai und Kuwait, aber die Verquickung aus Software und Versicherung verstand keiner. Ein befreundeter Makler sprach für mich auch bei Aldi Nord vor. Theodor Albrecht (er starb später im Jahre 2010 mit 88 Jahren) sagte, dass er mit Versicherung und Software nichts anfangen kann. Er sei ein deutscher Kaufmann. Er investiere nur in Sachen, die man anfassen kann. Damit sei er immer gut gefahren." Auch bei Finanzberatern und Steuerberatern scheiterte Hoffmann mit der Bitte um Geld. Bis auf einen.

1. Versuch mit Randolf Nießner und einer MaxxBase AG

Randolf Nießner © QFZ
Randolf Nießner © QFZ
Für Randolf Nießner, dem unter anderem mit Finanzdienstleistungen reich gewordenen Multimillionär (sammelt britische Luxusautos und züchtet schottische Hochlandrinder) aus Beverstedt im Landkreis Cuxhaven, sei der sächsische Forscher mit seiner Makler-Software gerade recht gekommen. Nießner habe im Jahre 2005 die von ihm gegründete Deutsche Proventus AG in Bremen (wurde später von AXA übernommen) als Ex-Vorstand mit einer Abfindung von 15 Millionen Euro verlassen und habe zuvor ein Jahressalär von 1 Million Euro verdient.

Zwei Jahre habe Nießner laut Abfindungsvertrag nichts Neues als Finanzdienstleister anfangen dürfen. Nießner habe die Zeit mit Schuldnerberatung und Maklerausbildung überbrückt. Über eine Roadshow akquirierte er neue Makler, um in zwei Jahren einen eigenen Vertrieb zu haben. Er war dann im Oktober 2007 Mitbegründer der Formaxx AG in Hannover, die mit 300 Maklern an den Start ging. Auch gründete er im Jahre 2007 die Initiative "Qualität formt Zukunft" (QFZ) mit dem Ziel, die Qualität in der deutschen Finanzdienstleistungsbranche zu verbessern. Allerdings flog er bei der Formaxx AG und QFZ raus, weil er eine Gefängnisstrafe habe absitzen müssen - er habe die 15 Millionen Euro Abfindung dem Finanzamt verschwiegen.

Aber in der Vorbereitungsphase darauf kam nun Klaus Hoffmann mit seiner Finanzmathematischen Produktausschreibungssoftware. Hoffmann: "Der Vertriebsprofi wollte nicht glauben, dass das jemand kauft. Seine langjährige Kloppertruppe kennt nur Bleistift und Zettel. Ich schlug Nießner einen Praxistest auf seiner Roadshow vor. Nießner war einverstanden. Er gründete aus einer seiner Vorrats-Aktiengesellschaften die MaxxBase AG und machte mich zum Vorstand. Die Software sollte FinBase heißen. Wir wollten sie Ende 2006 in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und Mannheim vorstellen. Seine Schätzung war, dass 7 bis 15 Prozent der eingeladenen Makler die Software bestellen werden."

Der Test war eine Sensation. Hoffmann: "Die erste Veranstaltung war in Berlin. Ich stellte sechs Module vor: Unfall, Hausrat, Haftpflicht, Wohngebäude, Rechtsschutz und Pflege. Das gesamte Programm sollte 50 Euro im Monat kosten. Alle im Saal wollten es sofort kaufen. Nießner saß mit drin. Hinterher sagte er, na ja, Berlin sei Osten. Doch in Hamburg, Frankfurt und München wiederholte sich das Spiel. Nießner musste zugeben, dass das eine komplette Marktlücke ist. Ich fragte Nießner nach der Tour, wann fangen wir an?"

Nießner cancelte Hoffmanns AG und arbeitete auf eigene Faust:

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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Rico P. am 14.10.2011 17:44
Sehr geehrte Leser,

die Sichtweise von Herrn Hoffmann auf die Odyssee der Firma Fimagol ist schon sehr interessant. Doch Insider haben es ganz anders erlebt als hier von Herrn Hoffmann dargestellt. Wie Herr Klaus Hoffmann mit Investorengeldern und Arbeitnehmern umgegangen ist, gleicht da schon viel eher einem Wirtschaftskrimi.
Als ehemaliger Arbeitnehmer von Herrn Hoffmann hatte ich ab 2005 an der Software mitentwickelt. Mit Elan und Enthusiasmus stand die ganze Entwicklertruppe voll hinter dem Projekt. Das Gehälter nicht ausgezahlt worden, weil Hoffmann das Projekt zu Beginn selbst finanzierte war für unsere Familien zwar schmerzlich, aber wir glaubten an den großen Erfolg. Nach dem Fehlversuch mit Randolf Nießner, waren wir (damals bis zu 10 Entwickler) über den Zusammenschluss mit Herrn Siegfried Meyer wieder richtig optimistisch. Endlich mal ausreichend Geld bekommen, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber es kam leider ganz anders:
Als der Investor Herr Siegfried Meyer im März Herrn Klaus Hoffmann das Geld überwiesen hatte, damit die ausstehenden Löhne bezahlt werden könnten, kaufte Herr Hoffmann lieber einen dicken Mercedes Benz (O-Ton: Er müsse ja repräsentieren, dass müssten wir aber schon verstehen.).
Das war zuviel des Guten. Die Softwareentwickler machten geschlossen von ihrem Zurückbehaltungsrecht der Arbeitskraft Gebrauch und legten die Arbeit nieder. Im Anschluss wurde allen Arbeitsnehmern durch Herrn Hoffmann gekündigt. Herr Meyer war von der Situation völlig überrascht und maßlos enttäuscht. Was sollten nun aber die Softwareentwickler machen? Klaus Hoffmanns Neffe Herr Jens T. der als Projektleiter mit dem Kernentwicklerteam gern das Projekt weiterführen wollte, sprach mit Herrn Siegfried Meyer über ein erneutes Engagement als Investor in einer neuen Firmierung. Und da erst wurde die Saino GmbH aus der Taufe gehoben. Das Herr Meyer als hanseatischer Kaufmann nur einen festgelegten Betrag investieren wollte, der am Ende nicht gereicht hatte um die Saino GmbH zum Erfolg zu führen ist ihm nicht zu verdenken. Alles in allem waren es aber nicht mal 180.000 Euro die da in den Sand gesetzt wurden. Wenn Herr Hoffmann, Herrn Meyer die GmbH Anteile und andere investierten Gelder zurückgezahlt hätte, wäre die Firma Saino GmbH eventuell doch noch durchgestartet.
Am 14.07.2009 leitete Herr Siegfried Meyer die Privatinsolvenz des Herrn Klaus Hoffmann letztlich ein.
Mit meinem Partner kauften wir vom Insolvenzverwalter den in der Saino GmbH entwickelten Softwarecode und bieten seit 2008 erfolgreich eine Beratungssoftware für den Maklerbereich an.
Nach Beendigung der Firma Saino GmbH, nahmen wir übrigens auch Kontakt mit Herrn Alexander Damp auf. Im Gespräch erfuhren wir, dass Herr Klaus Hoffmann Investorengelder ohne Beleg aus der Firmenkasse entnommen hatte und es dadurch zum Zerwürfnis kam.

Übrigens, die Namensrechte der Marke FIMAGOL liegen laut Registernummer 30743418 und Marke FinPaso Registernummer 30743419 beim Patent- und Markenamt nicht mehr bei Herrn Klaus Hoffmann sondern bei der Firma HWB Beteiligungsgesellschaft mbH, 22335 Hamburg.

Das Herr Hoffmann den Wert seines Softwareprogrammes gegenüber seinem zuständigen Insolvenzverwalter mit Null Euro darstellt, mag hier jeder selbst moralisch bewerten.

Rico P.


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