
27.11.2008
Terror: Millionär Andreas Liveras (73) in Indien erschossen
TOD BEIM CURRY-DINNER: MILLIONÄR IN MUMBAI ERSCHOSSEN
Terroristen töteten gestern Yachtmanager Andreas Liveras (73) aus Zypern, weil er einen britischen Pass dabei hatte
Mumbai - Andreas Liveras (73) steckte immer nur seinen britischen Pass ein, nie seinen zyprischen. Das wurde dem britisch-zyprischen Multimillionär (Charter-Yachten auf Monaco, Frost-Kuchen in England) gestern abend beim Curry-Dinner im Nobelhotel Taj Mahal in westindischen Mumbai (früher Bombay) zum tödlichen Verhängnis.
Schwer bewaffnete Terroristen, die es insbesondere auf Briten und US-Bürger abgesehen hatten, stürmten in das Hotel und sperrten 1000 Gäste in einen Salon. Darunter Liveras. "Auf ihn wurde mehrfach geschossen", sagte später ein Sprecher des Krankenhauses St. George. Um 21.30 Uhr Ortszeit stellten die Ärzte der Mumbaier Klinik seinen Tod fest. "Die Umstände seines Todes sind noch unklar", so der Sprecher.
Offiziell hat die britische Regierung nicht bestätigt, dass Liveras umgekommen ist - sie spricht weiterhin lediglich von einem Briten unter den Toten von Mumbai. Doch Zypern, wo er geboren wurde, hat ihn inzwischen identifiziert. Liveras Familie jedenfalls glaubt der Times zufolge, dass sein Tod zu verhindern gewesen wäre - "hätte er nur seinen zyprischen Pass dabeigehabt. Aber den trug er eben nie bei sich", sagte sein Bruder Theophanis Liveras.
Stunden vor seinem Tod berichtete Liveras der BBC noch live von der Attacke der Terroristen. Per Mobiltelefon erzählte der Brite, wie er sich gerade in einem Restaurant des Nobelhotels Taj Mahal zu Tisch gesetzt hatte, als die Männer angriffen. Der Times zufolge hatte er nicht einmal in dem Hotel gewohnt, sondern war nur für ein Curry-Dinner gekommen: Weil ihm erzählt worden war, dass im Taj Mahal das beste Essen Mumbais serviert werde.
Plötzlich sei Maschinengewehrfeuer in den Fluren zu hören gewesen, berichtete Liveras der BBC. Wir haben uns unter den Tischen versteckt, und dann haben sie das Licht ausgemacht Alle Restaurantgäste seien in einen Salon gebracht worden, mehr als tausend Leute habe man dort zusammengepfercht. Darunter Touristen, Einheimische, Hotelbewohner. Dann seien die Türen von außen abgeschlossen worden.
Liveras sagte: "Es ist sehr ruhig. Die letzte Bombe ist vor 45 Minuten explodiert und hat das Hotel erschüttert. Niemand kommt in diesen Raum und niemand geht raus, wir wissen wirklich nicht, was los ist Alle in dem Raum Gefangenen seien voller Angst und stünden unter Hochspannung. Wir schauen uns nur an, und jedes Mal, wenn man etwas hört, springen alle auf."
So wenig man bisher über die Details weiß, die zu Liveras Tod führten, umso mehr weiß man über seine Biografie. Geboren in der nordzyprischen Hafenstadt Kyrenia, suchte er sein Glück in London - zunächst als Backwarenverkäufer und Lastwagenfahrer. 1968, fünf Jahre nach seiner Ankunft in London, erwarb Liveras das Backwaren-Unternehmen Fleur de Lys. Er machte die Firma zu einem der größten europäischen Hersteller von Tiefkühlkuchen und verkaufte sie 1985 für eine achtstellige Millionen-Pfund-Summe.
Mit dem Geld gründete der findige Unternehmer Liveras Yachts mit Sitz in Monaco - ein Charterunternehmen mit Luxusschiffen. 1992 stieg er zusammen mit Sohn Dionysos erneut ins Backwarengeschäft ein und verdiente 2006 durch einen weiteren Verkauf abermals zig Millionen Pfund.
In Monaco gehörte Liveras rasch zum Jetset, umgab sich gerne mit den Schönen und Reichen des Fürstentums. "Mr. Liveras Story ist die einer klassischen Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Geschichte" - so ist es auf der Homepage von Liveras Yachts zu lesen. In der Sunday Times Rich List wird er als Nummer 265 der wohlhabendsten britischen Familien geführt. Der Multimillionär hinterlässt vier Kinder.
Er war bis zuletzt guter Dinge, sagte Bruder Theophanis, der in Zyperns Hauptstadt Nikosia lebt, der Times. Sein letzter Versuch, mit dem gefangenen Bruder in Mumbai per Handy Kontakt aufzunehmen, endete mit einer schrecklichen Gewissheit. Eine Frau mit indischem Akzent habe abgenommen. Und gesagt: "Er wurde erschossen."
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Mumbai - Andreas Liveras (73) steckte immer nur seinen britischen Pass ein, nie seinen zyprischen. Das wurde dem britisch-zyprischen Multimillionär (Charter-Yachten auf Monaco, Frost-Kuchen in England) gestern abend beim Curry-Dinner im Nobelhotel Taj Mahal in westindischen Mumbai (früher Bombay) zum tödlichen Verhängnis.
Schwer bewaffnete Terroristen, die es insbesondere auf Briten und US-Bürger abgesehen hatten, stürmten in das Hotel und sperrten 1000 Gäste in einen Salon. Darunter Liveras. "Auf ihn wurde mehrfach geschossen", sagte später ein Sprecher des Krankenhauses St. George. Um 21.30 Uhr Ortszeit stellten die Ärzte der Mumbaier Klinik seinen Tod fest. "Die Umstände seines Todes sind noch unklar", so der Sprecher.
Offiziell hat die britische Regierung nicht bestätigt, dass Liveras umgekommen ist - sie spricht weiterhin lediglich von einem Briten unter den Toten von Mumbai. Doch Zypern, wo er geboren wurde, hat ihn inzwischen identifiziert. Liveras Familie jedenfalls glaubt der Times zufolge, dass sein Tod zu verhindern gewesen wäre - "hätte er nur seinen zyprischen Pass dabeigehabt. Aber den trug er eben nie bei sich", sagte sein Bruder Theophanis Liveras.
Stunden vor seinem Tod berichtete Liveras der BBC noch live von der Attacke der Terroristen. Per Mobiltelefon erzählte der Brite, wie er sich gerade in einem Restaurant des Nobelhotels Taj Mahal zu Tisch gesetzt hatte, als die Männer angriffen. Der Times zufolge hatte er nicht einmal in dem Hotel gewohnt, sondern war nur für ein Curry-Dinner gekommen: Weil ihm erzählt worden war, dass im Taj Mahal das beste Essen Mumbais serviert werde.
Plötzlich sei Maschinengewehrfeuer in den Fluren zu hören gewesen, berichtete Liveras der BBC. Wir haben uns unter den Tischen versteckt, und dann haben sie das Licht ausgemacht Alle Restaurantgäste seien in einen Salon gebracht worden, mehr als tausend Leute habe man dort zusammengepfercht. Darunter Touristen, Einheimische, Hotelbewohner. Dann seien die Türen von außen abgeschlossen worden.
Liveras sagte: "Es ist sehr ruhig. Die letzte Bombe ist vor 45 Minuten explodiert und hat das Hotel erschüttert. Niemand kommt in diesen Raum und niemand geht raus, wir wissen wirklich nicht, was los ist Alle in dem Raum Gefangenen seien voller Angst und stünden unter Hochspannung. Wir schauen uns nur an, und jedes Mal, wenn man etwas hört, springen alle auf."
So wenig man bisher über die Details weiß, die zu Liveras Tod führten, umso mehr weiß man über seine Biografie. Geboren in der nordzyprischen Hafenstadt Kyrenia, suchte er sein Glück in London - zunächst als Backwarenverkäufer und Lastwagenfahrer. 1968, fünf Jahre nach seiner Ankunft in London, erwarb Liveras das Backwaren-Unternehmen Fleur de Lys. Er machte die Firma zu einem der größten europäischen Hersteller von Tiefkühlkuchen und verkaufte sie 1985 für eine achtstellige Millionen-Pfund-Summe.
Mit dem Geld gründete der findige Unternehmer Liveras Yachts mit Sitz in Monaco - ein Charterunternehmen mit Luxusschiffen. 1992 stieg er zusammen mit Sohn Dionysos erneut ins Backwarengeschäft ein und verdiente 2006 durch einen weiteren Verkauf abermals zig Millionen Pfund.
In Monaco gehörte Liveras rasch zum Jetset, umgab sich gerne mit den Schönen und Reichen des Fürstentums. "Mr. Liveras Story ist die einer klassischen Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Geschichte" - so ist es auf der Homepage von Liveras Yachts zu lesen. In der Sunday Times Rich List wird er als Nummer 265 der wohlhabendsten britischen Familien geführt. Der Multimillionär hinterlässt vier Kinder.
Er war bis zuletzt guter Dinge, sagte Bruder Theophanis, der in Zyperns Hauptstadt Nikosia lebt, der Times. Sein letzter Versuch, mit dem gefangenen Bruder in Mumbai per Handy Kontakt aufzunehmen, endete mit einer schrecklichen Gewissheit. Eine Frau mit indischem Akzent habe abgenommen. Und gesagt: "Er wurde erschossen."
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