GoMoPa: Bargeldfalle an der Grenze
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01.11.2011
Bargeldfalle an der Grenze

An der Schweizer Grenze ist man seit dem 1. März 2009 auch schon mit einem Bündel Hunderter Euros ein Verdächtiger, wenn man dem Zollbeamten nicht erklären kann, woher das Geld stammt und wofür man es konkret in diesem Moment mit sich führt.

Der Beamte kann das Geld drei Tage bis zur Klärung des Geldwäscheverdachts einbehalten. Kriminell abgestempelt ist man, wenn man Gold, Edelsteine, Wertpapiere oder Bargeld von mehr als 10.000 Franken (rund 8.209 Euro) nicht von sich aus vorher und schriftlich dem Beamten an der Grenze deklariert.

Convent Dann droht dem Erwischten eine Strafe von bis zu 1 Million Euro. Darauf verweist der Berliner IHK-Geldwäscheexperte, Bankkaufmann und Rechtsanwalt Dr. Thomas Schulte (Foto © Kanzlei Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte) gegenüber dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net. "Es sind angespannte Zeiten", erklärt Dr. Schulte die drohenden drakonischen Strafen. "Die Finanzkrise erfasst langsam ganz Europa, Daten von Steuersündern werden wie Ware an Behörden verkauft, und das Gespenst des internationalen Terrorismus und dessen Finanzierung geistern immer noch herum."

In diesem Zusammenhang werden auch die Grenzkontrollen an den EU-Außengrenzen verschärft. Dabei geht es oft nicht um den banalen Zigarettenschmuggel, sondern um die Mitnahme von Bargeld und der damit verbundene Verdacht der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche.

Jeder weiß ungefähr, dass er nicht "zu viel" Bargeld bei sich führen darf oder es zumindest anmelden muss. Konkretes wissen jedoch die wenigsten.

Dr. Schulte erzählt dazu ein Beispiel aus seiner Praxis: "Nicht anders ging es zwei finnischen Staatsbürgern, die in Deutschland einen gebrauchten Personenkraftwagen aus dem Luxus-Segment kaufen wollten. Dazu führten sie mehrere Zehntausend Euro mit sich, um diesen, wie bei Gebrauchtwagen üblich, bar zu zahlen. Da sie den Kauf mit einem Kurzurlaub verbinden wollten und die Übergabe erst für den nächsten Tag geplant war, fuhren beide zu einem Tagesurlaub in die Schweiz und wurden an der Grenze prompt kontrolliert. Die sich hieraus resultierenden rechtlichen Probleme führten zu einem hohen Bußgeld und der Erkenntnis: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe."

Dabei ist es eigentlich gar nicht schwer zu wissen, was man beim Grenzübertritt darf und was nicht.

Dr. Schulte: "Zunächst ist zwischen EU-Außengrenzen und EU-Binnengrenzen zu unterscheiden. An den Außengrenzen der EU, also auch nach Liechtenstein oder der Schweiz, besteht die Pflicht, Bargeld ab 10.000,00 Euro beziehungsweise 10.000 Franken (8.209 Euro) zuvor unaufgefordert den jeweiligen Behörden schriftlich zu melden.

An Grenzen zwischen EU-Staaten muss Bargeld ab 10.000 Euro (Ausnahmen: Italien 12.500 Euro, Frankreich 7.600 Euro) dagegen nur mündlich und auf Nachfrage eines zuständigen Beamten angegeben werden. Unaufgefordert muss man hier nichts melden."

Unterschiedlich ist wiederum, was alles angegeben werden muss:

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