GoMoPa: Wohnungsgenossenschaft Saxonia e.G: Nur eine Papiergesellschaft?
Sie sind noch kein Mitglied auf GoMoPa? Jetzt registrieren!
20. September 2017
619 User online, 50.474 Mitglieder
Scoredex anfordern!
Scoredex anfordern!
Vergleich der Leistungen
Registrieren
GoMoPa® - Wahl



Ihr Thema nicht dabei?
» Thema vorschlagen
GoMoPa® Affiliates
Presse-Echo
GoMoPa® Mastercard Gold


Jetzt sämtliche Vorteile der GoMoPa® Mastercard Gold geniessen! » Hier beantragen


03.11.2011
Wohnungsgenossenschaft Saxonia e.G: Nur eine Papiergesellschaft?

Ist sie nun ein Phantom auf dem Papier oder ist sie echt? Wenn man sich die Zahlen der Wohnungsgenossenschaft Saxonia e.G. aus der Kurfürstenstraße 131A in Berlin Schöneberg ansieht, könnte man meinen, der Satzungszweck der Genossenschaft "Recht auf wohnliche Versorgung" (Paragraph 14) existiere im großen und ganzen fast nur auf dem Papier.

Die Saxonia e.G. hat seit ihrer Gründung am 28. Januar 1998 bis Ende 2009 nach eigenen Angaben 13.000 zahlende Mitglieder aufgenommen und 90 Millionen Euro eingesammelt. Aber davon hat die Saxonia bis heute lediglich fünf Mietshäuser gekauft. Ein Objekt in Bingen am Rhein, eins in Auringen bei Wiesbaden, eins in Eberswalde in Brandenburg und eins in Zeitz in Sachsen-Anhalt.

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net wollte von den beiden Vorständen Holger Ketelsen und Rüdiger Puttrus wissen, warum so wenige Wohnungen gekauft wurden, bekam aber keine Antwort.

Auch das Geschäftsgebaren der Saxonia lässt weniger auf Wohnungsversorgung als auf unbedingte Geldbeschaffung schließen.

Angesprochen werden Menschen mit geringen Einkommen, die sich durch hartes monatliches Sparen in zwölf Jahren (so lange dauert die Mindestmitgliedschaft) das Recht auf eine günstige Mietwohnung oder sogar auf den Kauf eines Eigenheimes oder einer Eigentumswohnung sichern könnten.

Es gibt gar keinen Rechtsanspruch auf eine Wohnung

Mit diesem Recht ist es aber nicht weit her. Der Unterpunkt 1 des Paragraphen 14 der Genossenschaftssatzung regelt, dass über die Vergabegrundsätze nicht die Genossenschaftsmitglieder, sondern allein der Vorstand und Aufsichtsrat entscheiden. Und der Punkt 2 desselben Paragraphen stellt klar: "Ein Anspruch des einzelnen Mitgliedes kann hieraus nicht abgeleitet werden."

Gelockt wird mit staatlicher Förderung

Wenn es am Ende mit der Wohnung doch nicht klappt, könne man ja als Geringverdiener wenigstens die staatlichen Förderungen wie Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie mitnehmen.

Bei der Wohnungsbaugenossenschaft könne man schließlich mehr Zuschüsse vom Staat bekommen als beim Bausparen oder beim Sparen in Aktien. Bei Sparen in Aktien bekommen Nichtselbständige, die weniger als 20.000 Euro im Jahr verdienen (Verheiratete 40.000) bis zu einem Sparbetrag von 400 Euro darauf 20 Prozent Förderung. Bei den Aktien bekommt man aber nicht wie bei der Saxonia noch zusätzlich eine Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent auf einen Sparbetrag von bis zu 512 Euro im Jahr (Ehepaar 1.024 Euro), wenn man unter 17.900 Euro im Jahr brutto (Eheleute 35.800 Euro) verdient.

Genau das sei aber durch die Sparbeteiligung über den Erwerb von Genossenschaftsanteilen möglich. Hier könnten Geringverdiener die 20 Prozent Arbeitnehmersparzulage und die 8,8 Prozent Bausparprämie mitnehmen.

Beim Anlegen der vermögenswirksamen Leistungen in einem Bausparvertrag dagegen würde die staatliche Förderung lediglich 9 Prozent auf bis zu 512 Euro (Ehepaare 1.024 Euro) Sparleistung im Jahr plus der gleich hohen 8,8 Prozent Wohnungsbauprämie betragen. Aber dafür, das wird in der Argumentation vergessen, hat man beim Bausparen am Ende die Möglichkeit, ohne Bonitätsabfrage den doppelten Betrag als sehr zinsgünstigen Kredit aufzunehmen oder (bei Bonität) sogar ein Bausparsofortdarlehen zu erlangen.

Sein eingezahltes Geld oder gar eine Verzinsung aus der Genossenschaft herauszuziehen, erweist sich als schwierig.

Die Genossenschaft wirbt zwar mit einem Mindestzins von 3 Prozent. Aber diese drei Prozent Verzinsung bekommt man erst ausbezahlt, wenn ein Geschäftsanteil voll erreicht ist. Wenn nicht, wird der Zins einbehalten und mit dazu verwendet, den Geschäftsanteil zu erreichen.

Ein Anteil beträgt 255,65 Euro. Die Saxonia sieht zwei Sparformen vor: Standard und Rendite plus. Bei Standard verpflichtet man sich, 135 Monate lang 40 Euro einzuzahlen. Am Ende hat man 5.113 Euro eingezahlt und 20 Genossenschaftsanteile erworben. Beim Rendite plus kauft man über 151 Monate mit monatlich 50 Euro insgesamt 28 Anteile. Man hat am Ende 7.158,20 Euro eingezahlt. Eine Kündigung ist erst nach 12 Jahren möglich, die Kündigungsfrist beträgt 5 Jahre.

Aber selbst wenn man nun im Laufe der Zeit ein paar Geschäftsanteile voll bekommen hat, heißt das noch lange nicht, dass nun endlich der Zins von 3 Prozent ausbezahlt wird. Die 3 Prozent Zinsen gibt es nur, wenn die Genossenschaft über ein Geschäftsguthaben verfügt. Laut Paragraph 40 der Satzung gibt es nichts, wenn das vorherige Geschäftsjahr einen Fehlbetrag auswies oder es einen Verlustvortrag aus den Vorjahren gab.

Die einzige, die immer verdient, ist die Saxonia selbst. Innerhalb der ersten 12 Monate muss man an sie ein "Beitrittsbearbeitungsentgelt" von 255,60 Euro (Variante Standard) und 357,84 Euro (Variante Rendite plus) bezahlen. Dieses Geld wird weder verzinst, noch wird es bei einem Auseinandersetzungsguthaben (also bei Austritt aus der Genossenschaft) berücksichtigt. Es wird in keinem Fall zurückbezahlt.

Mit der Unterschrift sitzt man in der Falle:

Ein Familienvater (48) aus Sri Lanka, der im Jahre 2003 als Asylbewerber mit seiner Familie nach Lüneburg kam, dachte, er sei im Paradies gelandet, als ihn ein Vermittler ansprach: "Wenn Du da unterschreibst, kriegst du in 4 bis 5 Jahren ein Haus." Um Geld brauche er sich nicht sorgen, die Privatbank Reithinger aus München finanziere die Beiträge in Höhe der damals noch geltenden Eigenheimzulage (bis zu 4.000 Euro für Ledige im Jahr) vor. Die Reithinger Bank ging aber nach Abschaffung der Eigenheimzulage für Neuverträge nach dem 1. Januar 2006 im November desselben Jahres pleite.

Rechtsanwalt Christian<br /> Heinrich Röhlke aus<br /> Berlin © Bankenskandal.de
Rechtsanwalt Christian
Heinrich Röhlke aus
Berlin © Bankenskandal.de
Bei der Saxonia e.G. bekamen aber die Genossenschaftsmitglieder schon ab dem Jahre 2005 ihre von der Reithinger Bank vorfinanzierte Eigenheimzulage von Vater Staat nicht zurück. Wie der Berliner Rechtsanwalt Christian Heinrich Röhlke GoMoPa.net mitteilte, habe das Finanzamt im Jahre 2004 bei der Saxonia e.G. eine Sonderprüfung gemacht hat. Seit 2005 stand fest, dass die Eigenheimzulage nicht gewährt werden kann, da die Saxonia zu wenig Investitionen getätigt habe.

Röhlke: "Die Saxonia hatte zum Ende 2003, dem Beitrittsjahr meines Mandanten aus Sri Lanka, eine Eigenkapitalquote von 1 Prozent, fast alles Anlegergeld (bis dahin 1,24 Millionen Euro) war anderweitig ausgegeben." Der Asylbewerber aus Sri Lanka, der gar kein Deutsch sprach, sollte insgesamt 21.205,26 Euro zahlen. In Raten. Doch der Asylbewerber konnte schon bald die Raten nicht mehr aufbringen, er wollte aussteigen.

Die Saxonia e.G. verklagt ihn in Berlin nun auf Weiterzahlung. Rechtsanwalt Röhlke hat für seinen Mandanten die Genossenschaftsmitgliedschaft widerrufen.

Der Widerruf der Genossenschaftsmitgliedschaft hat sehr gute Erfolgsaussichten:

... Fortsetzung lesen. » Registrieren Sie sich jetzt oder erwerben Sie das Leserecht! «

 



Um diese GoMoPa® - Meldung vollständig lesen zu können, müssen Sie mindestens registriertes GoMoPa® Mitglied sein. Jetzt registrieren.


Sollten Sie bereits registriert sein, loggen Sie sich bitte jetzt ein:

Benutzername:
Zugangsdaten vergessen?
Passwort:
Registrieren?



Ab sofort können Sie unsere Pressemeldungen auch via Einzelabruf kostenpflichtig erwerben. Holen Sie sich unsere Pressemeldung - Jetzt kaufen!

 

Pressemitteilung zum Thema
» So kassierte Reithinger-Bank-Chef Thannhuber doppelt

Beitrag zum Thema
» Saxonia eG

Kategorie zum Thema
» Wer kennt, was meint Ihr dazu?

 

Nachdruck, Aufnahme in Onlinedienste sowie Internet und Vervielfältigungen auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM etc. nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung durch GoMoPa®. Nutzungsrechte sind ganz oder teilweise zu erwerben. © Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC

 



Werden Sie GoMoPa® - Mitglied


Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Christian Heinrich Röhlke am 13.01.2012 10:59
Saxonia e.G.: Klage gegen Vorstand erhoben

Berlin, 05.01.2012

Die Berliner Kapitalanlagegenossenschaft Saxonia e. G. kommt nicht zur Ruhe. Nachdem bereits im Jahr 2010 das Finanzgericht Berlin-Brandenburg die Förderungswürdigkeit der Genossenschaft nach dem Eigenheimzulagegesetz aberkannt hat, hat dies auch der Bundesfinanzhof durch Zurückweisung des eingelegten Rechtsmittels unlängst bestätigt. In der Folge dieser Entscheidung sehen sich nun Anleger der Saxonia e. G. mit Bescheiden der Finanzverwaltung konfrontiert, nach denen auch die Förderung nach dem Gesetz über die Arbeitnehmersparzulage nicht gewährt werden kann. Röhlke Rechtsanwälte haben für Ihren Mandanten eine erste Klage gegen die Vorstände der Saxonia e. G. wegen vorsätzlicher Anlegertäuschung erhoben.

Für die Finanzverwaltung ist der Fall klar: Wenn die Saxonia e.G. nach höchstrichterlicher Rechtsprechung schon nicht die Voraussetzungen für die Förderung nach dem Eigenheimzulagegesetz erfüllt, sind auch die weiteren Voraussetzungen für eine Förderung der Arbeitnehmersparzulage nicht gegeben. Auf diese Formulierung lässt sich ein Bescheid des Finanzamtes Berlin-Steglitz bringen, den ein Mandant der Rechtsanwaltskanzlei Röhlke aus Berlin erhalten hat. "Dabei hatte der Vorstand der Saxonia e. G. in den Begrüßungsschreiben 2008 meinem Mandanten noch explizit mitgeteilt, er könne diese Förderung nur erhalten, wenn er Mitglied der Saxonia e.G. werde", teilt Rechtsanwalt Röhlke mit. Dies war offensichtlich nicht richtig, so dass sich hier die Frage stellt, ob der Anleger mit betrügerischen Mitteln zur Unterzeichnung des Genossenschaftsanteils von 7.100 Euro bewogen wurde.

Nach Röhlkes Aussagen haben weder der von der Saxonia e.G. eingesetzte Kapitalanlagenvermittler noch der Zeichnungsschein darauf hingewiesen, dass es hier Probleme bei der Anerkennung der Eigenheimzulage für die Saxonia-Genossen gab. Ebenso wenig wurde darauf hingewiesen, dass sich hieraus auch Probleme bei der Anerkennung nach dem Gesetz für die Arbeitnehmersparzulage ergeben könnten. "Dabei war den Verantwortlichen der Saxonia e.G. bereits seit 2005 klar, dass die Finanzverwaltung hier die Eigenheimzulage nicht gewähren will und dem Geschäftsmodell der Saxonia e.G. kritisch gegenüber steht". Im Internet wird derzeit weiterhin ein Flyer der Saxonia zum Download bereitgehalten, der die angebliche Förderungswürdigkeit herausstellt.

Da es bei Werbung der Anleger bekannt war, dass hier mit behördlichem Ärger zu rechnen ist und der Erfolg der Kapitalanlage für den Anlegern hierdurch gefährdet sein könnte. Gleichwohl findet sich nirgends ein Hinweis hierauf. Die Anleger wurden nach Röhlkes Aussagen vielmehr ständig in der Sicherheit gewiegt, eine staatliche Förderung sei keinerlei Problem.

FAZIT: "Da aus Rechtsgründen auch bei Vorliegen derartiger Aufklärungsfehler eine Klage auf Rückzahlung gegen die Genossenschaft selbst nicht erfolgreich sein kann, haben wir unseren Mandanten nunmehr empfohlen, die Verantwortlichen hier zur Rechenschaft zu ziehen. Eine entsprechende Klag haben wir vorbereitet und eingereicht", meint Röhlke, der allen Betroffenen rät, sich von einem spezialisierten Anwalt beraten zu lassen.

Röhlke Rechtsanwälte
10435 Berlin


Kommentar hinterlassen
 
Name:
E-Mail Adresse:
Kommentar:
Sicherheitscode:
 

CAPTCHA code


 

» Der Blutbad-Anrichter Quantum Leben AG: Partner de ...   20.09.2017

» Zinsland.de: Pleite-Eklat des Münchner Baulöwen ...   19.09.2017

» P&R Gruppe: Container-Mietlöcher und verpufftes E ...   18.09.2017

» Breitbandnetz GmbH & Co. KG: Mit fast 1 Million Fe ...   18.09.2017

» Vegas Cosmetics GmbH: Die windigen Partner um Cosm ...   14.09.2017

» Weitere Pressemeldungen (Archiv)




Werden Sie GoMoPa® - Mitglied
GoMoPa bei Facebook
Stimmen zu GoMoPa®
"...eine Datenbank, die ich nicht mehr missen möchte..."
» weitere Test - Stimmen

"...und wurde schon vor mancher Dummheit bewahrt..."
» weitere User - Stimmen

"...gomopa.net enthielt Mitte Oktober mehrere hundert (!) Beiträge von interessierten Privatpersonen sowie Finanzierungs- und Anlageberatern zum Thema..."
» weitere Presse - Stimmen

"...empfangen wir inzwischen täglich qualifizierte und werthaltige Anfragen..."
» weitere Werbepartner - Stimmen
Meinungen
"...der beste Weg, detaillierte Informationen einem großen Publikum schnell zugänglich zu machen..."
Kanzlei Balthasar

"...als Werbepartner hat man bei Gomopa die Möglichkeit, sich vom sogenannten Grauen Markt abzuheben..."
Jörg Petersen, jp - invest

» weitere Stimmen