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11.11.2011
Global Real Estate AG: Flucht in die Insolvenz

GRE AG-Vorstand Professor Dr. h.c. Frank Andre Audilet<br /> © PR-Agentur Michael Oheme FinanzMarketingBeratung
GRE AG-Vorstand Professor Dr. h.c. Frank Andre Audilet
© PR-Agentur Michael Oheme FinanzMarketingBeratung
Wenn es beim geschlossenen Immobilienfonds GRE Global Real Estate AG aus München jährlich Ausschüttungen für die Anleger gab, dann haben die Anleger lediglich ihr eigenes Geld zurückerhalten.

Sie hätten es eigentlich auch zuhause unter der Matratze liegen lassen können, als dem mexikanischen Ehrenprofessor der UNIVERSIDAD DEL GOLFO Dr. h. c. Frank Andre Audilet als stille Beteiligung zu überweisen. Denn der Fonds machte in seinem zehnjährigen Bestehen bis heute keine Gewinne, wie der Berliner Rechtsanwalt Christian Heinrich Röhlke dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mitteilte.

Da die neu eingeworbenen Gelder zuletzt nicht mal mehr für die jährlichen Ausschüttungen reichten, weil es keine Objekte gab, die Mieteinnahmen oder Verkaufserlöse generieren konnten, zogen etliche Anleger erfolgreich vor Gericht.

Angesichts der Masse an verloren gegangenen Gerichtsverfahren der letzten Monate hat Audilet nun offenbar die Flucht in die Insolvenz gesucht.

Mit Beschluss vom 7. November 2011 hat das Amtsgericht München auf Eigenantrag der GRE AG hin das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen der GRE Global Real Estate AG angeordnet (AZ 1507 IN 3929/11).

Rechtsanwalt Christian<br /> Heinrich Röhlke aus<br /> Berlin © Bankenskandal.de
Rechtsanwalt Christian
Heinrich Röhlke aus
Berlin © Bankenskandal.de
"Welche Ansprüche die enttäuschten Anleger jetzt noch geltend machen können, ist derzeit offen", konstatiert Rechtsanwalt Röhlke, der eine Vielzahl geschädigter GRE Anleger betreut und mehrere Dutzend Schadensersatzprozesse gegen die GRE und ihre Verantwortlichen für seine Mandanten gewonnen hat. Er weist daraufhin, dass das Oberlandesgericht Dresden die geringe Investitionsquote bereits in einem Gerichtsbeschluss bemängelt hat und dass die Investitionen der GRE AG tatsächlich zu einem Großteil nicht aus dem Geld der Anleger erfolgt sind, sondern durch Bankdarlehen finanziert wurden. Die Vermögenswerte der GRE AG werden somit im Insolvenzverfahren wohl voraussichtlich zu Gunsten der Banken verwertet.

Wo sind 19 Millionen Euro Einlagen hin?

Der Eigeninsolvenzantrag ist der vorläufige Schlusspunkt einer desaströsen Geschäftsentwicklung der ehemals sächsischen Anbieterin atypisch stiller Beteiligungen. Die GRE Global Real Estate AG war 2001 an das Publikum heran getreten mit dem Angebot, 50 Millionen Euro im Wege der Ausgabe atypisch stiller Beteiligungen bis 2004 einzusammeln.

Tatsächlich sei die Emission Mitte 2007 bei einem Zeichnungsstand von 38 Millionen Euro beendet worden, recherchierte Anwalt Röhlke. Bis Ende des Geschäftsjahres 2009 sei hiervon ungefähr die Hälfte auch tatsächlich eingezahlt worden.

"Dieser hohen Summe an eingesammelten Anlegergeld stehen allerdings kaum werthaltige Investitionsobjekte gegenüber", meint Röhlke.

Dabei hatte die GRE AG in den Emissionsprospekten stets von einer besonderen Kompetenz im Bereich der Planung und Erstellung von Sozialimmobilien, insbesondere Altersheimen, geworben.

Die GRE Global Real Estate AG stellte in ihrem Verkaufsprospekt für stille Beteiligungen aus dem Jahr 2005 mehrere Projekte für Seniorenresidenzen vor. Doch es gab Probleme. Ein Objekt in Zwickau packte die GRE AG in einen Fonds, der später rückabgewickelt wurde. In Mainburg kippte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof im November 2007 den Bebauungsplan. Und in Bad Brückenau hat die zuständige Objektgesellschaft den Kaufpreis für die Liegenschaft noch nicht entrichtet ? obwohl der Kaufvertrag schon 2002 abgeschlossen worden ist und Verzugszinsen anfallen. Die Zahlungsfrist wurde mehrfach, zuletzt bis Ende März 2008, verlängert. Man habe noch keinen Endinvestor gefunden, erklärte Professor Frank Andre Audilet gegenüber Börse online.

Darüber hinaus bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I Anfang 2008 gegenüber Börse Online, dass unter anderem gegen Audilet wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit der 1999 gegründeten R + W Vermögensmanagement AG aus Brunnthal-Nord bei München ermittelt wird, die ebenfalls atypisch stille Beteiligungen ab umgerechnet 500 Euro oder in monatlichen Raten verkaufte. "Da kann nichts herauskommen", sagte Audilet auf Nachfrage dazu.

Allerdings nahm das Landgericht München I kurz darauf am 20. Februar 2008 erstmals wegen eines Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz den Vorstand der R + W Vermögensmanagement AG Dr. h.c. Rainer Rebhan in persönliche Haftung. Rebhan musste einer Anlegerin 23.000 Euro zahlen, so, als hätte sie nie eine Beteiligung bei der R + W Vermögensmanagement AG gezeichnet und bezahlt.

Die R + W Vermögensmanagement AG hatte einfach weitgehend Prospekte bei der Göttinger Gruppe und der Frankonia AG (heute Deltoton GmbH aus Dettelbach bei Würzburg) abschreiben lassen. Die Göttinger Gruppe ging am 14. Juni 2007 insolvent (36g IN 2620/07, Amtsgericht Berlin Charlottenburg), 250.000 Anleger hatten mehr als 10 Milliarden Euro eingezahlt. Die Deltoton GmbH hatte laut Handelsblatt allein bis zum Jahre 2006 rund 92 Millionen Euro Miese angehäuft und fordert seit geraumer Zeit immer wieder ausgeschiedene Anleger zur Erbringung weiterer Zahlungen auf. Hierbei scheut die Deltoton GmbH auch nicht den Weg zum Gericht, wie die Anlegerschutzkanzlei Dr. Steinhübel & Dr. Rötlich aus Sindelfingen in Baden-Württemberg am 7. Juni 2011 mitteilte.

In zehn Jahren nur ein Altersheim gebaut:

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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Marit, Stefan am 16.02.2012 13:30
Nun ja, was der gute RA Röhlke hier verschweigt, ist, dass durch seine Massenklagen die GRE AG erst in die Insolvenz getrieben wurde...So verdient er doppelt: einmal bei den ganzen Klagen und jetzt noch, wenn die Anleger von ihm aufgefordert werden, sich mit seiner Hilfe gegen den Insolvenzverwalter zu wehren. Für mich ist RA Röhlke genau so schlimm, wie der Rest der Bande...


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