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24.02.2012
Der Weg an die US-Börse

Wie sammelt man als deutscher Unternehmer an der Börse in den USA schnell und möglichst viel Geld ein?

Der so genannte große Börsengang an der größten elektronischen amerikanischen Börse NASDAQ mit Sitz am Time Square in Manhattan (New York) kostet zwischen 600.000 und 750.000 Euro. Einige wollen dieses Geld nicht aus eigener Tasche bezahlen, sondern die notwendige Investition über einen "kleinen Börsengang" hereinholen. Hat man über diesen Weg dann die ersten 300 Aktionäre gefunden und die ersten 750.000 Euro eingesammelt, kann man zum großen Börsengang schreiten, den ja dann die Aktionäre bezahlt haben. Dieser clevere Weg kostet 71.000 Euro an Anwaltskosten, von denen 38.000 Euro angezahlt werden müssen, plus 3.800 Euro an Zulassungsgebühren.

Dr. Graf Bengt Stenbock mit US-<br />Präsident Georg Bush zu dessen Amtszeit<br /> in Washington © U.S. Corporation Services
Dr. Graf Bengt Stenbock mit US-
Präsident Georg Bush zu dessen Amtszeit
in Washington © U.S. Corporation Services
Wie das Ganze funktioniert, ließ sich der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net von dem Juristen Dr. Graf Bengt Stenbock von der Firma U.S. Corporation Services aus Roseville in Kalifornien erklären. Die Kanzlei für Firmengründungen in den USA ist hochpreisig, zählt aber auch zu den besten. Negatives ist nicht zu finden.

Für das Einsammeln von Kapital durch Aktienverkauf in den USA braucht man sowohl für den großen als auch den kleinen Börsengang in jedem Fall eine US-Corporation. Und gleich der erste Rat von Anwalt Dr. Stenbock in Sachen Kapitalbeschaffung lautet: "Seien Sie vorsichtig, wenn Anbieter Ihnen durch Aktien abgesicherte Kredite von US-Banken besorgen wollen! Ohne Sicherheiten ist das nicht möglich, selbst wenn angeblich eine Rentenversicherung oder ein Teil des Kapitals bei der Bank hinterlegt werden kann!"

Bankdarlehen sind eher zweitrangig

Dr. Stenbock weiter: "Neben den staatlich geförderten Programmen (für Exporte nach Deutschland vergibt die Import Export Bank of the United States an eine US Corporation Mindestkredite ab 635.000 Euro, wenn die Corporation mindestens 1 Jahr in den USA tätig ist, und über die US Small Business Administration gibt es 90prozentige Darlehen für Geschäftshäuser oder Agrarbesitz) sind Banken allerdings nur zweitrangig als Kapitalquellen zu betrachten. Sie eignen sich in der Regel nur für gebietsansässige Firmen, die dann auch die entsprechenden Sicherheiten vorzeigen müssen. Da sich US-Banken jedoch nicht an Unternehmen beteiligen dürfen, handelt es sich bei der Kapitalisierung durch diese nicht um eine Investition, sondern um die Erteilung von Darlehen, wofür Corporations eben auch die entsprechenden Sicherheiten (Collateral) bieten müssen, die gerade von neuen Corporations selten erbracht werden können."

GoMoPa.net: Bleibt fürs Kapitaleinsammeln also in erster Linie die Börse. Welche Corporation braucht man für den großen Börsengang, und warum kostet Sie 750.000 Euro?

Dr. Stenbock: "Nehmen wir die NASDAQ. Die Corporation muss seit einem Jahr bestehen, mindestens 3,74 Millionen Euro Kapital benötigen, einen Wert von 3 Millionen Euro haben und selbst über Private Placement bereits Aktien an 300 Investoren für insgesamt 750.000 Euro verkauft haben. Diese 3 Millionen Euro müssen nicht als Bargeld vorhanden sein, Sie können diesen Wert auch erreichen, indem Sie zum Beispiel eine deutsche GmbH oder das Privatvermögen (Immobilien und so weiter) auf die Corporation übertragen. Nach der erfolgten Genehmigung werden die Aktien der Corporation von US-Maklern auf Provision über ein Electronic-Bulletin-Board verkauft."

GoMoPa.net: Warum empfehlen Sie die NASDAQ?

Dr. Stenbock: "Die Anforderungen für die New Yorker Börse in der Wall Street sind unvergleichlich höher als bei der elektronischen Handelsplattform NASDAQ. Die NASDAQ bietet dennoch Aktien von fast 7.000 Corporations an und verkauft täglich fast 700 Millionen Aktien (Zum Vergleich: In Frankfurt werden nur etwa 500 Werte gehandelt). Die NASDAQ hat den Vorteil, dass die notierten Werte nicht nur in den USA, sondern während der normalen europäischen Handelszeiten über Paris und London jederzeit von ganz Europa abgefragt werden können."

GoMoPa.net: Was ist zu tun, wenn man das Geld für den großen Börsengang nicht hat, aber trotzdem mit Segnung der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities & Exchange Commission) mit einem Aktienverkauf in den USA loslegen will?

Dr. Stenbock: "Die Antwort ist verblüffend einfach.

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