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02.04.2012
DCM Fonds - fataler Tausch Büros gegen Aktien

Convent Das hätten sich die Anleger der zehn geschlossenen Immobilienfonds des Münchner Emissionshauses DCM Deutsche Capital Management AG wohl nicht träumen lassen, dass sie anstatt Renditen von 5 bis 7 Prozent aus ihren langfristig vermieteten Büros an so prominente Mieter wie T-Online in Darmstadt, BMW in München oder Hochtief in Essen zu kassieren, nun davon abhängig sind, wie die Aktien für diese Immobilien an der Börse gerade so stehen.

Denn die 14 Büros in neun Städten mit einem Marktwert von 971,6 Millionen Euro und einem Vermietungsstand von 96,1 Prozent gehören den Anlegern gar nicht mehr direkt. Sie wurden an eine Prime Office AG übertragen, die 2007 im selben Haus wie die DCM AG in der Hopfenstraße in München gegründet wurde.

Die Anleger haben es selbst auf den Gesellschafterversammlungen so beschlossen. Was sollte aus damaliger Sicht schon schief gehen? Der Vorstandsvorsitzende der DCM AG und der Prime Office AG war ja derselbe: Rechtsanwalt Claus Hermuth. Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Firma wurde kein Geringerer als Professor Dr. h.c. Roland Berger, Gründer der Unternehmensberatung mit dem gleichen Namen in Frankfurt am Main.

Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll © Eigendarstel-<br />lung Ausriss Webseite Dr. Stoll & Kollegen
Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll © Eigendarstel-
lung Ausriss Webseite Dr. Stoll & Kollegen
Nachdem die Beschlüsse gefasst waren, die wertvollen Immobilienbeteiligungen gegen Aktienpapiere auf dieses Immobilienportfolio einzutauschen, war es zu spät. Und das erhöhte Risiko sollte die Anleger dann auch härter treffen, als sie sich das je vorgestellt hatten. Denn unter den Anlegern sind auch viele Kleinanleger, da man bei den DCM Immobilienfonds schon mit 5.000 Euro einsteigen konnte. Ihnen war die Anlage vom Hauptvertrieb Deutsche Bank als sichere Anlage verkauft worden, berichtet Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll aus Lahr in Baden-Württemberg dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net. Die Vertriebsprovision betrug zum Beispiel beim DCM Rendite Fonds 23 satte 13,9 Prozent.

Angesichts dramatischer Verluste, die die Anleger inzwischen aus dem Tauschgeschäft von Immobilien gegen Aktien hatten, weil der Aktienkurs von 6,20 Euro am 1. Juli 2011 auf heute 4,40 Euro sank und die Prime Office AG trotz des Börsenganges immer noch mit 561 Millionen Euro (Nettoverschuldungsquote 57,8 Prozent) verschuldet ist (vor dem Börsengang lag die Verschuldung bei 770,8 Millionen Euro und einer Quote von 79,8 Prozent), hat Dr. Stoll eine Interessengemeinschaft DCM-Fonds-Geschädigter gegründet, um die Deutsche Bank wegen Falschberatung oder die DCM-Verantwortlichen wegen Werbung mit falscher Sicherheit in Regress nehmen zu können.

Der Vorstandsvorsitzende Claus Hermuth allerdings hat das geschlossene Immobilienfondshaus DCM im Juli 2011 verlassen, dem er seit 2000 vorstand, und ließ im Dezember 2011 seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender der neuen Firma Prime Office AG um weitere fünf Jahre verlängern.

Für ihn und die Prime Office AG hat sich das frische Geld aus dem Börsengang von 213,9 Millionen Euro Notierungsaufnahme für 34,5 Millionen Aktien zu je 6,20 Euro gelohnt:

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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Rainer Quernheim am 02.12.2012 15:51
Wieder ein ausgezeichneter Bericht!


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