
27.04.2012
Lohnt sich ein Russland-Investment?
Weil sich die russischen Verwaltungen immer neue Auflagen einfallen ließen und die Baukosten immer weiter in die Höhe trieben, sagte IKEA-Gründer Ingvar Kamprad (85) im Sommer 2009 seine 13. IKEA-Filiale in Russland ab und legte alle weiteren Investitionen auf Eis (der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net berichtete).
Kamprad wollte sich im Kreml bei Wladimir Putin persönlich beschweren. Für einen Termin hätte Kamprad jedoch 7,4 Millionen Euro Eintrittsgeld zahlen müssen. Der fünftreichste Mann der Welt zahlte nicht und fror sein Russland-Engagement ein.
Nun hat Russland eine neue Initiative gestartet, um ausländische Investoren anzulocken.
Als erstes gibt es ein großes Steuergeschenk: Die Investoren sollen in weiten Teilen Russlands wie schon beim High-Tech-Projekt Skolkowo bei Moskau von der Gewinn- und Bodensteuer und auch von der Mehrwertsteuer befreit werden.
Zum zweiten können förderale Verwaltungsfürsten die Investoren nicht mehr gängeln.
Laut einem Gesetzesentwurf will Russland in Wladiwostok eine Staatsgesellschaft gründen, die unmittelbar dem Staatsoberhaupt unterstellt wird, so dass andere Behörden sich in ihre Aktivitäten nicht einmischen dürfen, meldete die staatliche Moskauer Nachrichtenagentur RIA Novosti.
Die Staatsgesellschaft ist eine Gesellschaft zur Entwicklung Ostsibiriens und des Fernen Ostens und soll für 16 Föderationssubjekte (insgesamt 60 Prozent des russischen Territoriums) die föderalen Gesetze teilweise außer Kraft setzen.
Ohne Ausschreibungen, allerdings mit Billigung der Regierung, darf die neue Staatsgesellschaft Bodenschätze erschließen, Waldflächen nutzen oder Städtebau vornehmen. Das bedeutet, dass die Staatsgesellschaft in diesem Sinne die Rolle der Föderalen Agentur für Bodennutzung übernehmen soll.
Die neue Mega-Gesellschaft soll voraussichtlich 25 Jahre bestehen. Der Umlauf ihrer einzelnen Projekte und der Ausstieg aus den joint ventures zugunsten der Investoren soll noch schneller erfolgen:
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