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02.05.2012
Zinsswaps: Sparkasse KölnBonn unter Betrugsverdacht

Der Ingenieur Senol B. (Vizepräsident für Kapitalbeschaffung beim Düsseldorfer Edelbadausstatter Grohe AG) wollte für seine diversen privaten Immobilienkäufe die Zinsen bei der Sparkasse KölnBonn drücken. Oder am liebsten gar keine Zinsen zahlen.

Seine beiden Ansprechpartner boten dem türkischstämmigen Geschäftsmann ein Zinstauschgeschäft (Swap) an, bei dem er seine Hypothekenzinsen gegen Zinsen aus einem Währungshandel zwischen Euro und Schweizer Franken tauschen konnte. B. verlor dabei nach Angaben seines Düsseldorfer Anwalts Professor Dr. Joerg Andres seit 2006 mehrere Millionen Euro.

Der Sparkassenkunde reichte über seinen Anwalt Ende Februar 2012 bei der Staatsanwaltschaft KölnBonn eine Strafanzeige wegen Verdachts auf Betrug, Veruntreuung und Nötigung gegen alle vier Vorstände der Sparkasse sowie seine beiden Sparkassenberater ein.

Convent Die Vorstände Artur Grzesiek, Dr. Joachim Schmalzl, Dr. Christoph Siemons und Ulrich Voigt, die die Vorwürfe bestreiten, kommen allerdings ungestraft davon. "Ein Anfangsverdacht gegen die vier Vorstände hat sich nicht bestätigt", teilte heute Sparkassensprecher KölnBonn Christian Schilling dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit.

Das deckt sich auch mit der Antwort, die GoMoPa.net vom Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln, Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer, bekam: "Gegen aktuelle oder ehemalige Vorstände besteht gegenwärtig kein entsprechender Anfangsverdacht."

Allerdings ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln gegen die beiden Sparkassenberater von Senol B. wegen Betrugsverdachts. Oberstaatsanwalt Bremer sagte heute gegenüber GoMoPa.net: "Gegen zwei Mitarbeiter der Sparkasse KölnBonn ist wegen des Anfangsverdachts auf Betrug ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Im Rahmen der Ermittlungen wurden Unterlagen beigezogen, die jetzt von der Staatsanwaltschaft ausgewertet werden. Die Ermittlungen dauern an."

Sparkassensprecher Schilling kommentiert das gegenüber GoMoPa.net so: "Bei einer Strafanzeige muss ja die Staatsanwaltschaft aktiv werden."

GoMoPa.net: "Und geht der Schaden, den Ihr Sparkassenkunde B. erlitten hat, tatsächlich in die Millionenhöhe?"

Schilling: "Die Summe ist aufgebauscht."

Die Sparkasse KölnBonn schätzt B. als einen finanzerfahrenen Kunden ein, der trotz Warnungen vor einem erstarkenden Schweizer Franken das riskante Zinsderivategeschäft einging und nun, nachdem die zivilrechtlichen Ansprüche verjährt sind, mit einer Strafanzeige komme, die der Bank vorsätzliches Handeln unterstelle und damit die Verjährung außer Kraft setzen solle. Die Sparkasse müsste bei einer Verurteilung ihrer Mitarbeiter für das Fehlverhalten in Millionenhöhe haften.

In einer Stellungnahme schreibt die Sparkasse KölnBonn:

Zitat:


Es liegt der Sparkasse KölnBonn eine Befreiung vom Bankgeheimnis durch den Kunden Senol B. vor, sodass gegenüber anfragenden Medien eine ausführliche Stellungnahme gemacht werden kann. Wir wählen diesen ungewöhnlichen Schritt, weil Herr B. gezielt die Medien einsetzt, um in einem für ihn aussichtslosen Fall Druck auf die Sparkasse KölnBonn aufzubauen und einen Vergleich zu erzwingen.

Wir weisen dieses Ansinnen entschieden von uns und behalten uns vor, den gesamten Sachverhalt der zuständigen Staatsanwaltschaft Köln zur Prüfung zu übergeben.

Ausgangssituation:


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