
07.05.2012
Göttinger Gruppe: Prozess nur wegen Privatrechnungen und Insolvenz

Foto aus dem Jahre 1995 mit Jürgen Rinnewitz,
Otto Graf Lambsdorff und Erwin Zacharias (von li.)
in einem Imageprospekt der Göttinger Gruppe,
Ausriss Finanztest
Bereits 1995 und 1996 trat der Konzern öffentlicher Kritik mit gutbezahlten Auftragsgutachten von Universitätsprofessoren und von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften entgegen. Die Gutachter konnten nichts Falsches an dem Modell der ineinandergreifenden Gesellschaftsbeteiligungen finden. Eine Strafanzeige der Bonner Finanzaufsicht BaFin wurde im Jahre 2000 eingestellt: Fehlinvestitionen seien nicht strafbar, auch nicht als modifiziertes Schneeballsystem, das sich nur durch immer neue Einzahlungen der Anleger am Leben hielt. Die Ratensparer hatten der Göttinger Gruppe unterschrieben, insgesamt 10 Milliarden Euro einzahlen zu wollen.
Das System kollabierte, weil im Jahre 2007 gleich 400 Anleger auf einen Schlag ihre Einzahlungen per Zivilklagen zurückverlangten (Nichtaufklärung über die Risiken der Anlageform), wozu die Göttinger Gruppe nicht in der Lage war. Die Göttinger Gruppe ging mit über 100 Millionen Euro akuter Schulden in die Insolvenz (45 Insolvenzen, darunter der Securenta Göttinger Immobilienanlagen und Vermögensmanagement Aktiengesellschaft - bekannt als Securenta AG - aus Berlin-Dahlem am 8. Juni 2007 am Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, AZ: 36s IN 2619/07).

Mitgründerin der Göttinger
Gruppe Rechtsanwältin
Marina Götz,
Ausriss boquel-news.de/
Cs-customer.de
Ex-Konzernchef Zacharias kam nur wegen Steuerhinterziehung dran
Strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde der ehemalige Konzernchef Erwin Zacharias im Juni 2005 lediglich wegen eines privaten Steuervergehens. Zacharias wurde wegen nichtgezahlter Privatsteuern in Höhe von fast einer Million Mark (rund 511. 000 Euro) zu einer 16monatigen Bewährungsstrafe und einer Geldauflage von 400.000 Euro verurteilt.
Zacharias verließ den Konzern, tauchte aber wenig später als Anteilseigner der Vermögen Trust Capital Berlin wieder auf. Die Firma, die 1,2 Millionen Euro Anlegergeld einsammelte, war wirtschaftlich und personell eng mit der Göttinger Gruppe verbunden.
Seit 25. April 2012 stehen nun die letzten beiden Chefs der Göttinger Gruppe, die Rechtsanwälte Dr. Jürgen Rinnewitz und Marina Götz, vor dem Landgericht Braunschweig (Wirtschaftsstrafsache 6 KLs 45/09). Wieder geht es nicht um die verbrannten Anlegergelder. Sondern um persönliches Fehlverhalten der Manager: Untreue und Insolvenzvergehen:
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