
04.06.2012
Kiener-Spende: Pfarrer soll 300.000 Euro zurückzahlen

300.000 Euro von Helmut Kiener (52)
stecken in dem heimatlichen
Kirchturm in Aschaffenburg in Bayern
Dafür wurde Kiener am 22. Juni 2011 vom Landgericht Würzburg zu zehn Jahren und acht Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Kiener räumte vor Gericht ein, Verluste seiner Fonds verschleiert und ihren Wert durch gefälschte Unterlagen manipuliert zu haben.
Der Prozess gegen Kieners Ehefrau Therese (Hauswirtschaftslehrerin und Mutter zweier gemeinsamer Kinder) und gegen zwei Aschaffenburger Rechtsanwälte wegen des Verdachts der Geldwäsche ist im April diesen Jahres geplatzt und auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Einer der Anwälte hatte die Richterin wegen "Besorgnis der Befangenheit" abgelehnt.
Mit den Privat-Einkünften von mehr als 40 Millionen Euro führte Kiener mit seiner Familie ein luxuriöses Leben mit Privatjet und Luxusvilla in Florida. Was er getan habe, sei "unverzeihlich", sagte er nach der Urteilsverkündung.
Aber schon als aktiver Verbrecher zeigte der ehemalige Sozialpädagoge ein wohltätiges Herz. Vor sechs Jahren spendete der Millionär nicht nur Heizkissen für die Kirchenbänke in seiner Kirchengemeinde Aschaffenburg Schweinheim, sondern löste großzügig im Jahre 2006 das Darlehen für die drei Jahre zuvor erfolgte Sanierung des Maria-Geburt-Kirchturms in Höhe von 300.000 Euro ab.
Das tat er nicht still und leise. Aufsteiger Kiener suchte das Licht der Öffentlichkeit, wie das Main-Netz herausfand. Im Gemeindeblatt schrieb Kiener von seinen "religiösen und humanistischen Wurzeln", die ihn zu der Kirchturm-Spende bewogen hätten. Und fügte hinzu: "Gottes Wege sind wunderbar."
Doch das Amtsgericht Aschaffenburg hatte im Mai 2011 ein EU-Hauptinsolvenzverfahren gegen Helmut Kiener eingeleitet. Und Insolvenzverwalter Tobias Hoefer aus Mannheim blieb keine Wahl. Er musste die 300.000-Euro-Kiener-Spende von der Pfarrei Maria Geburt in Schweinheim zurückfordern.
Pfarrer Markus Krauth fiel aus allen Wolken, das Geld ...
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