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01. März 17, 01:00:00

Beautiful Investment Andreas Hoffmann: MLM-Goldschmuck zum halben Juwelierpreis?


ConventGoldhändler Andreas Hoffmann (45) aus Daisendorf in Baden-Württemberg ist von dem berüchtigten Maklerpool (deutscher Provisionsmeister, aber mit hochriskanten Produkten, kein Haftungsdach) Fonds Finanz Maklerservice GmbH von Norbert Porazik als Gastredner zu dessen 11. MMM-Messe am 28. März 2017 im MOC München geladen © Facebook/Beautiful Investment Der baden-württembergische Goldhändler Andreas Hoffmann (45) nennt sein Konzept "Aktives Gold und Silber" und will über einen noch aufzubauenden Empfehlungsmarketing-Vertrieb (MLM) von seiner Frau kreiierten Goldschmuck zum halben Juwelierpreis verkaufen, wie er seit dem 7. Januar 2017 auf Youtube verspricht.

Allerdings hat Hoffmann selbst kein Geld, um die Schmuckstücke einzukaufen und an Kunden weiterzuverkaufen. Dafür will er von Privatinvestoren Kommanditkapital, also Beteiligungskapital für die Beautiful Investment GmbH & Co. KG, einsammeln, deren geschäftsführende Gesellschafterin (Komplementärin) HMV GmbH (gegründet am 3. August 2015 in Daisendorf) je zur Hälfte ihm und seiner Frau Kauffrau Martina Mittelmann (46) gehört:

Zitat:


Unsere Schmuckstücke sollen phantastisch aussehen. Und bis zur Hälfte als das Standardsortiment von Juwelieren kosten. Bei gleichem Edelmetallgehalt.

Das ist mit stark optimierten betrieblichen Prozessen absolut realistisch.

Damit verdienen wir viel Geld für unsere Investoren.


Kommanditisten können ab 5.000 Euro plus 5,5 Prozent Agio mit einer Laufzeit von mindestens bis 31. Dezember 2022 einsteigen und sollen bei einer Investitionsquote von 66,06 Prozent (inklusive Agio) ab 2019 Ausschüttungen in Höhe von 8 Prozent erhalten. Die Rendite ist mit 12 Prozent geplant.

Die Bonner Finanzmarktaufsicht BaFin ist außen vor: Denn, so heißt es in einer Emissionsbroschüre vom 19. Dezember 2017:

Zitat:


Da das Angebot als operative Gesellschaft (Gewerbebetrieb - Anmerkung der Redaktion) konzipiert ist, greift die KAGB-Vorgabe (Kapitalanlagegesetzbuch - Anmerkung der Redaktion) nicht.


Auf Youtube verspricht Hoffmann weiter:

Zitat:


Unser Konzept hat das Potential, den Juweliermarkt umzuwälzen.


Prompt wurde Hoffmann mit angeblich 1.500 Bestandskunden von dem berüchtigten Maklerpool (deutscher Provisionsmeister, aber mit hochriskanten Produkten, kein Haftungsdach) Fonds Finanz Maklerservice GmbH von Norbert Porazik als Gastredner zu dessen kostenloser 11. MMM-Messe am 28. März 2017 im MOC München in die Lilienthalallee 40 geladen.

Der Chef eines großen Goldvertriebes aus Hessen teilte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit:

Zitat:


In meiner Tätigkeit werde ich immer wieder mit neuen tollen "Investmentideen" konfrontiert. Die neuste: Beautiful Investment GmbH & Co.KG. Ein Herr Hoffmann, der ganz hoch hinaus will. Mit Werteanalyse. Bitte recherchieren.


Wir stoßen auf einen anonymen Interimsmanager (Einstweilenmanager).

Der Aufbau eines Multi-Level-Empfehlungsmarketings, über den das aktive Gold und Silber in Form von Schmuck vertrieben werden soll, ist für den IHK-Finanzwirt Hoffmann allerdings Neuland. Deshalb soll ein MLM-Fachmann ran, der auch ein paar Schmuckbetriebe und vor allem Leute kennen sollte. Denn der Standort der am 6. November 2015 gegründeten Beautiful Investment GmbH & Co. KG ist die "Bodensee-Hinterland" (Wikipedia)-Gemeinde Daisendorf mit lediglich 1.560 Einwohnern.

Wikepedia schreibt über den geplanten Gold- und Goldschmuck-Produktions- und Handelsstandort:

Zitat:


Daisendorf gilt als ruhiger und preisgünstiger Urlaubsort in der Nähe des Bodensees.


Und weiter zum Wirtschaftsstandort:

Zitat:


Etwa ein Quadratkilometer des Gemeindegebiets wird bis heute landwirtschaftlich genutzt (Weinbau, Obstanbau und Waldbewirtschaftung). Äpfel und Weintrauben werden in einem privatwirtschaftlichen Betrieb im Ort weiterverarbeitet zu Destillat und Wein.


Der Rest ist Tourismus. Wer nun der rettende Schmuck-MLM-Profi sein soll, den Hoffmann als Interimsmanager beschäftigen will, könne er "aus Wettbewerbsgründen" nicht sagen. Nur so viel: Er soll aus einem Juwelierfamilienbetrieb stammen.

Konzept-Erfinder Andreas Hoffmann ist sich scheinbar seiner hinterwäldlerischen Schwäche bewusst und präsentiert daher ganz weltmännisch eine Schweizerische Werteanalyse des bekannten Analysten Philip Nerb.

Aus bayerischen Emittentenkreisen weiß man: Der ist nicht ganz billig. Wenn Jaguar-Liebhaber Nerb vorfährt, ist man hinterher schon mal 7.000 Euro an Kostennote ärmer.

Ob das Nerb-Wertegutachten wirklich beim Umsatz hilft, ist zumindest im Fall Hoffmanns fraglich.

Nerb bescheinigt zwar der Beautiful Investment GmbH & Co. KG als Stärke:

Zitat:


Innovativer Anbieter mit einer durchdachten Marktstrategie.


Hegt dann aber ganz offensichtlich Zweifel an den großmundigen Versprechen des Anbieters Andreas Hoffmann, der seit 15 Jahren Anleger beraten haben will und außerdem seit 8 Jahren als Goldhändler Erfahrungen gesammelt haben will, davon 5 Jahre mit einem zusätzlichen Standort in der Schweiz.

Hoffmann behauptet nämlich auf seiner Internetpräsenz Goldsilberaktiv.com der Beautiful Investment: Seine Unternehmen sollen bis dato ein Volumen von 80 Millionen Euro an 1.500 Kunden vermittelt haben.

Zitat:


Bis heute können wir mit den Firmen "Reges Novi Anlageberatung" und "Gold und Silber am Bodensee" bereits ca. 1.500 Kunden zu unserem Bestand zählen. Diese Firmen haben seit Firmengründung in allen Bereichen rund 80 Millionen Euro an Volumen vermittelt.


Laut Handelsregister gibt es keine Firma namens "Reges Novi Anlageberatung". Und die Firma Reges Novi GmbH wurde erst am 2. August 2016 in Daisendorf gegründet. Ein Geschäftsbericht liegt daher nicht vor. Auch eine bei einem Amtsgericht eingetragene Firma "Gold und Silber am Bodensee" existiert laut Handelsregister nicht.

Daher kreidet Werteanalyst Nerb dem Beautiful Investment als Schwäche an:

Zitat:


Anbieter kann noch keine Erfolgsbilanz vorlegen.


Beim Firmensitz fällt dann noch folgendes auf:

Der Firmensitz der Beautiful Investment GmbH & Co. KG ist laut Firmeneintrag Am Wattenberg 20 in 88718 Daisendorf.

ConventSeit dem 4. Juni 2014 steht der Firmensitz (ein Wohnhaus) von Beautiful Investment Am Wattenberg 20 in 88718 Daisendorf im Bodensee-Hinterland in Baden-Württemberg zum Verkauf © Billionhomes.de/Haus zu verkaufen Merkwürdig: An dieser Andresse befindet sich lediglich ein Ein- bis Zwei-Familienhaus in einer reinen Wohngegend. Das 1962 errichtete Wohnhaus Am Wattenberg 20 wird seit dem 4. Juni 2014 wie Sauerbier auf dem Internetportal Billionhomes.de zum Kauf angeboten. Der Kaufpreis soll 1,375 Millionen Euro sein. Offenbar findet sich kein Käufer.

Die Beautiful Investment Gmbh & Co. KG will erst operativ tätig werden, wenn sie bis Ende 2017 ein Kommanditkapital von Anlegern in Höhe von 80 Millionen Euro eingesammelt hat.

Das schrieben jedenfalls die beiden Geschäftsführer der Komplementärin (geschäftsführende Gesellschafterin) HMV GmbH, Andreas Hoffmann und Martina Mittelmann, per 13. September 2016 in den Geschäftsbericht für das Rumpfgeschäftsjahr 6. November bis 31. Dezember 2015. Bis dahin waren 1.000 Euro Kommanditkapital gezeichnet, aber nicht eingezahlt. Der Jahresfehlbetrag endete für "sonstige betriebliche Aufwendungen" bei minus 807,23 Euro.

Im von einem Wirtschaftsprüfer abgesegneten Geschäftsbericht heißt es zur Entwicklung des Beautiful Investments:

Zitat:


I. Unternehmensgegenstand

Die Beautiful Investment GmbH & Co.KG (nachfolgend Gesellschaft genannt) ist eine Vermögensanlagegesellschaft in Form einer GmbH & Co.KG.

Es ist geplant, dass die operativ tätige Gesellschaft Kommanditkapital i.H.v TEUR 80.000 bis 31. Dezember 2017 einwirbt. Gegenstand der Gesellschaft ist der Handel mit bzw. der Vertrieb von Kunstobjekten, Prägestücken, Münzen und Barren aus Edelmetallen, namentlich Gold und Silber.

Außerdem sollen mit Edelsteinen insbesondere Diamanten, sowie mit der Produktion, dem Design und dem Vertrieb von Schmuck, Kunst und Gebrauchsgegenständen aus Edelmetallen und Edelsteinen Gewinne erwirtschaftet werden. Die Anleger sollen aus diesen Überschüssen beginnend ab 2019 einmal jährlich eine Gewinnausschüttung erhalten. Diese wird durch Gesellschafterbeschluss festgelegt.


Die ersten 1.000 Euro noch nicht eingezahlten Kommanditkapitals hat übrigens die Treuhandkommanditistin Rödl Treuhand Hamburg GmbH aus Hamburg gezeichnet.

Über die sind auch schon Fondsanteile des Schweriner Emissionshauses Hanseatisches Fussballkontor Genussrechte GmbH gelaufen, deren Produkte auch vom Maklerpool Fonds Finanz vertrieben wurden. Das Hanseatische Fussballkontor schlitterte unter anderem wegen hoher Vertriebskosten im Sommer 2016 in die Insolvenz.

Außerdem sollen Anlegergelder für Forex-Geschäfte in Lettland zweckentfremdet worden sein.

Als das Portal Graumarktinfos.de aus Leipzig voriges Jahr bereits in der Überschrift vor dem Totalverlustrisiko bei der Beautiful Investment GmbH & Co. KG warnte, kommentierte Andreas Hoffmann das so:

Zitat:


Vielleicht wollen wir ja in gewisser Weise das Selbe. Sie wollen die Leute vor den schwarzen Schafen im grauen Kapitalmarkt schützen und ich will Sie vor dem großen Schwarzen Schuldenwolf schützen, der das ganze System bedroht.

Haben Sie darüber auch schon mal was geschrieben? Über 50.000 Milliarden nicht bilanzierter Derivaterisiken der deutschen Bank? Wie sieht es mit der Einlagensicherung aus, die kein Geld hat und auf die man keinen Rechtsanspruch hat? Das wäre doch mal eine Headline wert, finden Sie nicht.

Ihre Headline kann dafür sorgen, dass jemand sein Geld auf Bank, Versicherung oder anderen geldwerten Anlageformen liegen lässt, statt den sachwerten Switch zu machen.


Maklerpool-Chef Porazik spricht in seiner Messe-Redner-Ankündigung des Andreas Hoffmann für den 28. März 2017 davon, dass die Beautiful Investment GmbH & Co. KG "im Juni 2016 erfolgreich gestartet ist", obwohl doch Hoffmann im September 2016 den testierten Geschäftsbericht unterschrieb, aus dem hervorgeht:

Zitat:


Die Gesellschaft hat in 2015 keine Erträge erwirtschaftet. Die Aufnahme des operativen Geschäfts, in Form eines Edelmetallhandels und Schmuckvertriebes, wird erst Ende 2017 prognostiziert.

Solange das Geschäft noch nicht aufgenommen wurde, werden Jahresfehlbeträge zu Buche stehen. Diese werden sich am Anfang im Wesentlichen aus Löhnen und Gehältern, Investitionen in Geschäftsausstattung, sowie Kosten für die Konzepition und Einwerbung des Eigenkapitals zusammensetzen.


Porazik nennt die theoretischen Rendite der Beautiful Investment spannender Weise "Aktives Edelmetall - Rendite außerhalb der Kapitalmärkte." Nun denn...

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01. März 16, 01:00:00

Geno eG: Die Zahlen sprechen gegen ein soziales Wohnmodell


Von Private User Struckischreck, ein Analyst aus Bayern

Bekanntlich verfolge ich seit langem das Geschäftsgebaren der Geno Wohnbaugenossenschaft eG (vormals Genotec) aus dem schwäbischen Ludwigsburg in Baden-Württemberg mit Jens Meier als Vorstandsvorsitzenden - vormals Genotec. Motto: "Mietkauf - ohne Schulden zur eigenen Immobilie."

Dem Geno eG-Chef Jens Meier ist dies hinlänglich bekannt, da er unter dem Nick @chagwidden eines Bekannten im Forum des Finanznachrichtendienstes GoMoPa.net meine Stellungnahmen hierzu gelesen hat. Er weiß daher, dass ich die vollmundigen Versprechungen von jeher erheblich angezweifelt habe.

ConventVorstandsvorsitzender der GENO Wohnbaugenossenschaft eG, Jens Meier (46) © GENO Zwischenzeitlich gibt es wieder einmal staatsanwaltliche Ermittlungen gegen die Geno eG, deren Berechtigung selbstverständlich von Geno empört zurückgewiesen werden. Allerdings setzt die Staatsanwaltschaft Stuttgart an den falschen Stellen an und sucht nach Belegen für Betrug und Insolvenzverschleppung. Das ist aber nach meiner Einschätzung bei Geno im strafrechlichen Sinne nicht der Fall.

Teuer oder nicht spielt keine entscheidende Rolle

Auch die Zeitschriften Finanztest und Focus haben sich auf die falsche Fährte locken lassen, indem sie die Finanzierungskosten des Genotec Mietkaufmodells mit einem Annuitätendarlehen der Banken verglichen haben und zu dem Schluss kamen, dass der Mietkauf teurer wäre. Das mag sein, spielt jedoch keine Rolle.

Die entscheidende Frage ist: Kann Geno das Versprechen überhaupt einhalten?

Das Ergebnis fällt jedenfalls völlig anders aus, wenn man die entscheidende Frage stellt, ob das Geno-Geschäftsmodell langfristig funktionsfähig ist, das heißt, das Versprechen einhalten kann, "als 3. Wohnlösung ... den Menschen in Deutschland wesentliche Vorteile und ein sicheres Wohnen ein Leben lang zu bringen." (Quelle: www.geno-eg.de)

Das genau ist nämlich nicht der Fall!

Um das zu belegen, habe ich mich erneut mit den aktuellen Geschäftsberichten der Geschäftsjahre 2012 bis 2014 (vorläufig) und den dazu getätigten Aussagen mehrerer Beteiligter kritisch auseinandergesetzt. Und sei dies nur, damit sich Jens Meier und der Aufsichtrat nicht noch länger damit herausreden können, sie hätten dies alles nicht gewusst und nicht vorhersehen können.

Zunächst gehe ich auf die aktuellen Geschäftszahlen ein, die ich Ihren, sehr geehrter Herr Meier, Geschäftsberichten zum Jahr 2012 und 2013 entnehmen konnte, die somit unbestritten sein dürften (Zahlen für 2014 vorläufig):






















Ich habe versucht, die Übersichten "Auf einen Blick" in den Geschäftsberichten 2012, 2013 und 2014 (vorläufig) zusammenzu assen und in ähnlicher Formatierung wie diese zu halten. Da es später erforderlich ist, bestimmte Zahlen in ein Verhältnis zueinander zu setzen, habe ich abweichend von den Geschäftsberichten die Zeilen mit den Daten durchnummeriert.

Zunächst einmal fällt auf, dass in den Jahren 2013 und 2014 die Abschlussgebühren (6) im Verhältnis zu den Beitrittssummen (2) mit 17,85 % und 13,57 % außergewöhnlich hoch und deutlich über den Vorjahren lagen. Möglicherweise liegt das daran, dass die neuen Mitglieder überdurchschnittlich hohe WohnSparSummen (4) mit entsprechend hohen Provisionen abgeschlossen haben, die Beitrittssummen (2) im Verhältnis hierzu nicht so hoch ausfielen.

Die WohnSparSumme (11) zur Beitrittssumme (10) beträgt konstant das 11,43fache: Das bedeutet, dass die Mitglieder durchschnittlich einen Anspruch auf den 11,43fachen ihres (später) voll eingezahlten Betrages erwerben.

Die durchschnittliche WohnSparsumme im Bestand (11) von 2011 bis 2014 belief sich je Mitglied auf zirka 164.000 Euro. Auch der durchschittliche Immobilienwert - Immobilienbestand (16) durch Anzahl Immobilien (15) - Stand 2014 lag bei zirka 164.000 Euro je Objekt.

Somit ist es möglich, unter gewissen Annahmen eine Hochrechnung über die Entwicklung für die Mitglieder zu erstellen. Angenommen, es gelänge der Geno eG, den Mitgliederbestand pro Jahr um 5 % zu steigern, bei gleichen Einzahlungen der Neumitglieder. Unberücksichtigt lassen wir zunächst einmal die erzielten Mieterträge (und somit Mittelrückflüsse zum Erwerb weiterer Immobilien), da diese ohnehin geringer als die Mietaufwendungen, Personal- und sonstigen betriebliche nAufwendungen sind.

Dann könnte die Entwicklung wie folgt verlaufen (grau unterlegt sind die bekannten Zahlen aus den Geschäftsberichten, siehe obige Tabelle):

























Was sehen wir daran? Die Anzahl der Mitglieder mit realisierten Objekten (A) ist sehr gering und der prozentuale Anteil dieser Mitglieder (B) bleibt nahezu konstant. Das ändert sich auch nicht, wenn man eine Steigerung der Mitgliederanzahl um 10 % oder mehr annimmt. Das wird Ihnen auch jeder Mathematiker belegen können.













Von Geno wird in diesen Fällen üblicherweise eingewendet, dass ja die Mitglieder mit realisierten Objekten den Mietzins entrichten.

Aber wie hoch ist dieser Betrag? Laut Zeile (17) waren dies zuletzt zirka 1,5 Millionen Euro. Davon könnten tatsächlich etwa 9 neue Objekte zu 164.000 Euro pro Jahr erworben werden. Wären da nicht die Miet-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die diesen Betrag auf ein dickes Minus von über 2 Millionen Euro ins Gegenteil verkehren würden. Und selbst wenn dies nicht der Fall wäre - mehr als einen Zehntel Prozentpunkt macht auch dieses nicht aus.

Jaaa, sagt Geno, aber die Mitglieder müssen ja die volle Mietkaufsumme nach 25 Jahren zurückerstattet haben, dieses Geld fließt wieder der Genossenschaft zu.

Richtig. Was aber hilft es denn den Mitgliedern, die heute 30jährig mit Familie anfangen zu sparen, wenn sie mit 60 Jahren dann endlich an die ersehnte Immobilie gelangen? Auch richtig, nichts.

Und somit bestätigt sich meine These, dass es sich bei dem Modell der Geno eG mitnichten um ein soziales Modell handelt, mit dem Ziel, möglichst vielen Menschen zu den eigenen vier Wänden zu verhelfen, sondern in erster Linie, um reichliche Provisionseinnahmen für den Vertrieb des Geno Mietkaufmodells zu erzielen, von denen dann wiederum Vorstand und Leitung der GenoTrade eK profitieren.

Nachdem Jens Meier nach wie vor die Anworten schuldig bleibt, stelle ich meine Fragen noch einmal öffentlich an die Vorstände, die Herren Jens Meier und Gerald Schäfer, und außerdem an die Mitglieder des Aufsichtsrates, die Aufsichtsratsvorsitzende Frau Simone Zipperle, Aufsichrat Herrn Hans-Günter Lohmann, Aufsichtsrat Herrn Steffen Schrader:

1. Ist Ihnen bekannt, dass das System des Bausparens deshalb einigermaßen stabil funktioniert, da hier eine Einzahlung von 40 % oder 50 % der Bausparsumme erfolgen und das Darlehen innerhalb von 7 bis 11 Jahren getilgt werden muss? Dass aber bei Geno nur etwa 10 % eingezahlt werden müssen und sich die Rückzahlung auf 25 Jahre erstrecken kann?

2. Ist Ihnen klar, dass etwa 10 bis 11 neue Mitglieder benötigt werden, damit Geno eG für ein Mitglied ein Objekt erwerben kann?

3. Haben Sie jemals rechnerisch nachvollzogen, wie es tatsächlich möglich sein soll, dass eine nennenswerte Anzahl von Mitgliedern in den Genuss des versprochenen Mietkaufs kommen soll?

4. Wollen Sie nach den oben von mir genannten Zahlen wirklich weiterhin behaupten, dass das Geno Mietkaufmodell in der Lage ist "den Menschen in Deutschland wesentliche Vorteile und ein sicheres Wohnen ein Leben lang zu bringen"?

5. Ist Ihnen bewusst, dass die liquiden Mittel der Geno eG nicht ausreichen, um einer größeren Anzahl von Mitgliedern das Auseinandersetzungsguthaben zu erstatten?

6. Warum werden die Provisionen an der in Aussicht gestellten WohnSparsumme und nicht an den tatsächlichen Einzahlungen der Mitglieder bemessen? Oder wie zum Beispiel bei Fondssparverträgen ratierlich erhoben?

7. Inwieweit ist Herr Jens Meier an der Genotrade e.K. und den dort erzielten Provisionseinnahmen beteiligt?

8. Inwieweit haben Herr Herr Jens Meier selber oder Personen aus seinem näheren Umfeld (Verwandte, Freunde) von den Vorteilen des Mietkaufs profitiert und sind in eine von Geno eG erworbene Immobilie gezogen?

Ich bin gespannt auf die Antworten. Nun denn...

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02. März 15, 01:00:00

Nanoflowcell AG: Der Wunderantrieb des falschen Doktors Nunzio La Vecchia


Nunzio La Vecchia  mit neuem E-Sportwagen Quant F
Nunzio La Vecchia mit neuem E-Sportwagen Quant F

(sa) - Der Schweizer Musiker, Erfinder und selbsternannte Innovator Nunzio La Vecchia hat es wieder einmal geschafft, sämtliche großen Redaktionen zu verführen, über sein neuestes Projekt zu berichten. Das E-Mobil Quant F, entwickelt von der Nanoflowcell AG mit Sitz in Vaduz (Liechtenstein), ist ein 1.096 PS starker Sportwagen, der angeblich mit einem innovativen Elektroantrieb ausgestattet, eine Reichweite von rund 800 Kilometern erreicht. Experten bezweifeln die technische Plausibilität des Projekts, Kritiker sprechen von Betrug.

ConventImposant: E-Sportwagen Quant F Vom 5. bis zum 15. März öffnet der Autosalon in Genf, Europas wichtigste Automobilshow, seine Pforten für Fachpublikum und PS-Liebhaber. Mitten drin, am Stand 1224, wird der italienisch stämmige Schweizer Nunzio La Vecchia für Furore sorgen. Auf der Bühne werden zwei imposante Sportwagen präsentiert, die nicht mehr als eine Revolution der Automobilbranche versprechen. Der Quandt F, 5,25 Meter lang und ausgestattet mit vier Elektromotoren, soll bis zu 800 Kilometer Reichweite und 1.096 PS Vortrieb leisten. Das kleinere Modell, die Studie Quantio, soll mit einer Leistung von 136 PS eine Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern liefern.

Während die milliardenschweren, global tätigen Autokonzerne sich seit Jahren die Zähne an einem funktionstüchtigen und reichweitenstarken Elektromotor die Zähne ausbeißen, will der Autodidakt La Vecchia sämtliche Probleme der Elektromobilität in einem vierjährigen Selbststudium gelöst haben.

Hohe Leistung, niedriger Verbrauch und maximale Flexibilität will das Team um La Vecchia durch die Nutzung von Flussbatterien erreicht haben.

Der kleine Bruder des Quant F: Quantio
Der kleine Bruder des Quant F: Quantio

Die Idee der sogenannten Redox-Flow-Technologie, also Flussbatterien, ist die Speicherung von elektrischer Energie in flüssiger Form. Der Vorteil ist die Fähigkeit den Strom in Tanks speichern zu können und bei Bedarf, ähnlich wie bei einem Verbrennungsmotor, zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise lassen sich die geladenen Flüssigkeiten (Energiespeicher) und die Batteriezelle (Energiewandler), in der die elektrische Energie letztendlich entsteht, voneinander trennen.

Im Gegensatz zu klassischen Batterien lassen sich die Elektrolyt-Flüssigkeiten in Flussbatterien nahezu beliebig oft be- und entladen, ohne dass sich Ermüdungseffekte einstellen. Auch Selbstentladungen können vermieden werden so, dass elektrische Energie nahezu zeitlich unbegrenzt gespeichert werden kann.

Auch das Nachfüllen, beispielsweise die Betankung eines PKW, ließe sich theoretisch bei Flussbatterien ähnlich effizient gestalten, wie beim heutigen Tanken von Benzin oder Diesel, da die Flüssigkeiten nur aus den Tanks gepumpt und diese im Anschluss nachgefüllt werden müssten.

Trotz aller Euphorie zweifeln Wissenschaftler an den Versprechen von Nunzio La Vecchia und seiner Nanoflowcell AG.

Multitalent<br />Nunzio La Vecchia<br />veröffentlicht auch CDs
Multitalent
Nunzio La Vecchia
veröffentlicht auch CDs
Im Gespräch mit Spiegel Online erklärt Jens Noack, der am Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT) im baden-württembergischen Pfinztal seit Jahren an sogenannten Redox-Flow- oder Flussbatterien forscht, die wissenschaftlichen Zweifel an den Nanoflowcell-Flussbatterien: "Für Pkw wird die Redox-Flow-Batterie noch auf absehbare Zeit untauglich sein." Und weiter: "Um den Energiegehalt von einem Liter Benzin zu speichern, wären aktuell mindestens 100 Liter Elektrolyt nötig"

Aus wissenschaftlicher Sicht bezweifelt Forscher Noack den Durchbruch. Derzeit seien rund 30 Elektrolyt-Cocktails bekannt, die allerdings samt und sonders nicht für den Einsatz in Automobilen geeignet wären. Zum einen seien die Wirkungsgrade rund 90 Prozent niedriger als die von La Vecchia kolportierten Zahlen, zum anderen handele es sich meistens um hochtoxische Flüssigkeiten, deren Einsatz in KFZ unverantwortlich wäre.

Von Seiten der Nanoflowcell AG heißt es zu den Bedenken nur, dass die genutzte Flüssigkeit nicht brennbar und zudem toxisch unbedenklich sei. Bis zur Autoshow in Genf wären weitere Details allerdings Geheimsache.

La Vecchias Ankündigungen wecken düstere Erinnerungen bei geschädigten Anlegern.

ConventInnenleben des Quant F Bereits 2009 sorgte der damals 44-Jährige La Vecchia mit großen Versprechen und einem furiosen Auftritt beim Genfer Autosalon für Furore. In rund 20 Jahren Forschung habe er eine Wunder-Solarzelle erfunden, die als hauchdünne, fast transparente Schicht auf Oberflächen aller Art gedampft werden sollte. Im Gegensatz zu den damals verfügbaren Technologien versprach La Vecchia doppelt so hohe Wirkungsgrade, bei niedrigeren Herstellungskosten.

Gemeinsam mit dem schwedischen Ingenieursbetrieb Koenigsegg wurde damals auch ein Prototyp mit dem Namen Quant gebaut und in Genf ausgestellt. Die angekündigte Serienproduktion wurde jedoch niemals gestartet.

Wie auch beim derzeitigen Flussbatterie-Konzept hielt man sich auch 2009 bedeckt und übte sich in Geheimniskrämerei. Es gab weder ein Proof of Concept, noch überprüfbare Messkurven oder einen Prototypen, der von unabhängiger Stelle begutachtet werden konnte.

Keine Erfindung, dafür 50 Millionen Franken Risikokapital.

Zwar kam das E-Mobil Quant nie über die Studie, die in Genf präsentiert wurde, hinaus, doch La Vacchia kam in jedem Fall auf seine Kosten. Eine vermögende Dame in gehobenem Alter war dermaßen überzeugt oder geblendet von La Vacchia, dass sie dem Unternehmer rund 50 Millionen Franken (damals 33 Millionen Euro) zur Weiterentwicklung seiner Solarzellen anvertraute. Erst nachdem sich über Monate keinerlei Fortschritte abzeichneten und überprüfbare Belege für die Funktionstüchtigkeit der Solarzellen ausblieben, erstattete die Investorin Anzeige wegen arglistiger Täuschung.

50 Millionen Franken versenkt. La Vacchia prellte Investoren mit angeblichen
50 Millionen Franken versenkt. La Vacchia prellte Investoren mit angeblichen "Wunder"-Solarzellen als Autolack.

Im Juni 2009 wurde das Verfahren vor dem Obergericht des Kantons Zürich allerdings fallengelassen. Die Begründung der Richter erstaunte Prozessbeobachter allerdings: "Wer als geschäftserfahrener Investor trotz der sich geradezu aufdrängenden Hinweise auf einen fehlenden Gegenwert dennoch einen Kauf vornimmt, ohne entsprechende Abklärungen zu tätigen, wird nicht in arglistiger Art und Weise getäuscht."

Anders als das Strafgericht, sahen die Zivilgerichte den Fall als Betrug und verurteilten La Vacchia zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von 44 Millionen Franken. Ein halbes Jahr nach dem Urteil vom 19. August 2010 verstarb die Investorin, noch bevor die Millionenforderung bei La Vacchia eingetrieben werden konnte. Die Erben müssen sich jetzt vor dem Bundesgericht streiten, denn La Vacchia hat Revision gegen die Urteile des Kanton- und Obergerichts angekündigt, die beide den Tatbestand der Täuschung als erfüllt ansehen.

Da die Arglistigkeit nicht gegeben sei, darf La Vacchia zwar nicht als Betrüger bezeichnet werden. Seinen gekauften Doktortitel, mit dem sich La Vacchia so gerne schmückt, soll dennoch nicht unerwähnt bleiben, zeigt er doch was dem Troubadour wirklich am Herzen liegt: Mehr der Schein, als das Sein! Nun denn...

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02. März 13, 01:00:00

Krieg der Anwälte um die 30.000 Accessio-Geschädigten


Um die 30.000 geschädigten Kunden der im September 2010 pleite gegangenen Accessio Wertpapierhandelshaus Aktiengesellschaft (ehemals Driver & Bengsch AG) aus Itzehoe (Schleswig-Holstein), bei der die Anleger rund 200 Millionen Euro verloren haben, herrscht zwischen zwei renommierten Anlegerschutzkanzleien aus München und Hamburg ein Kompetenzgerangel, das jetzt in einer offenen Kriegserklärung der Bayern gegen die Hanseaten mündete.

Es geht um Frage, wer die wahre Interessengemeinschaft von Accessio-Kunden vertritt und die besseren Argumente zur Durchsetzung von Forderungen gegenüber den Accessio-Verantwortlichen aus Itzehoe und der depotführenden DAB bank AG aus München habe.

Es stehen sich gegenüber:

Verklagte erfolgreich die<br /> DAB bank AG:<br />  Rechtsanwalt Thorsten<br /> Krause (30) © KAP<br /> Rechtsanwälte München
Verklagte erfolgreich die
DAB bank AG:
Rechtsanwalt Thorsten
Krause (30) © KAP
Rechtsanwälte München
Rechtsanwalt Thorsten Krause (30) von der Kanzlei KAP Rechtsanwälte (Krause Appelt Partnerschaft von Rechtsanwälten) aus der Sonnenstraße 19/1 in München.

Und auf der anderen Seite die Rechtsanwälte Matthias Gröpper und Andreas Köpke von der Kanzlei GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte GbR aus der Großen Elbstraße 59 bis 63 in Hamburg.

Krause sah sich am 14. Januar 2014 genötigt, die Accessio-Geschädigten erstmals in aller Öffentlichkeit vor der Kanzlei aus Hamburg zu warnen.

Krauses Vorwurf: Die Kanzlei aus dem Norden stelle sich in einem kürzlichen Schreiben an Accessio-Anleger als "gemeinsamer Vertreter" in Sachen Accessio dar, obwohl Gröpper und Köpke lediglich der offizielle gemeinsame Vertreter aller Forderungsberechtigten im speziellen Insolvenzfall der Konservenfabrik Zachow GmbH & Co. KG (Amtsgericht Schwerin, Eröffnung am 1. Mai 2011, 580 IN 60/11) ist.

Diese Konservenfabrik sei nur eine von vielen Firmen, für die die Accessio ihren Kunden hochriskante Teilschuldverschreibungen oder Genussscheine als angeblich sichere Anlagen verkauft hatte und die den Accessio-Kunden herbe Verluste bescherten. Laut Krause gehören dazu beispielsweise auch noch die HPE Hanseatic Private Equity, die Ponaxis AG, die Cargofresh AG, die Pongs & Zahn AG, die Salvator Grundbesitz oder die Südfinanz.

Matthias Gröpper<br /> © Bankrecht24.de
Matthias Gröpper
© Bankrecht24.de
Gröpper und Köpke habe nun den Accessio-Anlegern in der Insolvenzsache Konservenfabrik Zachow gar nichts Neues mitgeteilt, sondern zu einer Doppelklage gegen die Accessio-Verantwortlichen aus Itzehoe und die depotführende DAB bank AG aus München aufgefordert.

Für Krause ein klarer Fall von verdeckter Mandantenwerbung. Krause:

Zitat:


Abgesehen davon, dass nach unserer Einschätzung diese Art der Mandantenwerbung weder mit der Tätigkeit als gemeinsamer Vertreter von Anleihegläubigern noch mit dem Standesrecht vereinbar ist, sollten sich angesprochene Anleger auch der Tatsache bewusst sein, dass eine Rücksendung des harmlos scheinenden Fragebogens und der entsprechenden Unterlagen an die Rechtsanwälte Gröpper Köpke rasch als Prüfungsauftrag oder Mandatierung der Anwälte angesehen werden kann.

Wurden die Kosten für eine Erstberatung vorab nicht festgelegt, kann diese bis zu 190 Euro plus Umsatzsteuer kosten, geht man von einer Mandatierung aus, sind die Gebühren abhängig vom geltend zu machenden Schaden und daher kaum im Vorab abzuschätzen. Diese Gebühren können leicht in die Tausende gehen.


Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net bat die Kanzlei Gröpper Köppke RAe GbR um eine Stellungnahme zur Kollegenschelte aus München. Anlegerschutzanwalt Matthias Gröpper schrieb GoMoPa.net:

Zitat:


Vielen Dank für den Hinweis. Uns ist der "nette" Beitrag der Kollegen leider erst am Montag aufgefallen. Wir die haben KAP deshalb auf Unterlassung in Anspruch genommen. Sie haben eine Unterlassungserklärung abgegeben. Die geht aber nicht weit genug. Deshalb werden wir gerichtlichen Rechtsschutz suchen. Wir finden das Verhalten unangenehm und unnötig und würden unsere Zeit lieber der Unterstützung der Anleger bei der Geltendmachung ihrer Ansprüche widmen, aber alles kann man sich nicht gefallen lassen?

Bei dem Anschreiben ging es um folgendes.

Wir sind von der Gläubigerversammlung der Anleihegläubiger der insolventen Konservenfabrik Zachow GmbH & Co. KG als Gemeinsamer Vertreter bestellt worden und vertreten gegenüber dem Insolvenzverwalter alle Forderungen. Deshalb müssen wir die Anleger laufend über den Stand des Verfahrens informieren. Und das haben wir getan. Da die Anleger nach Lage der Dinge allenfalls eine geringe Quote in dem Insolvenzverfahren erhalten, haben wir zudem darauf hingewiesen, dass es eine ganze Reihe von vielversprechenden Alternativen gibt. Das Schreiben schicke ich Ihnen gern rüber.

Wir halten die Behauptung, dass es sich um verbotene Werbung handelt, gelinde gesagt für Blödsinn. Schließlich vertreten wir alle Empfänger des Schreibens. Und weshalb man in dem Zusammenhang nicht auf die für die Geschädigten ganz wichtige Information, das Geld gegebenenfalls und unter bestimmten Voraussetzungen bei Dritten zurückholen zu können, hinweisen darf, hat sich uns bis jetzt noch nicht so ganz erschlossen. Vorsichtig gesagt.


Besonders sauer ist der Münchener Rechtsanwalt Krause jedoch darüber, dass die Hamburger auch noch seine Argumente stehlen wollen, mit denen er bereits vor Gericht gegen die DAB bank AG erfolgreich Schadenersatzansprüche für Accessio-Anleger durchsetzen konnte.

Auf der Homepage wirbt die Kanzlei Gröpper Köppke Rechtsanwälte GbR sogar mit einem Urteil und dient sich weiteren Accessio-Geschädigten als Experte an, ohne zu erwähnen, dass nicht die Hamburger Anwälte, sondern ganz allein der Münchener Anwalt Thorsten Krause das Urteil erstritten hat.

Die Kanzlei KAP Rechtsanwälte teilte dazu mit:

Zitat:


Das bundesweit erste gewonnene Urteil gegen die DAB Bank AG wurde durch die Kanzlei KAP Rechtsanwälte aus München erstritten.

Rechtsanwalt Thorsten Krause, Partner der Kanzlei KAP Rechtsanwälte beschäftigt sich seit rund 3 Jahren nicht nur mit dem Themenkomplex Accessio, sondern von Anfang an auch mit Klagen gegen die DAB Bank.

Dass der Erfolg des Urteiles auch auf die hierbei gewonnenen Detailkenntnisse zurückzuführen ist, scheint man auch in der Hamburger Kanzlei erkannt zu haben, schließlich wurde von dort jüngst ein Antrag auf Akteneinsicht in eben gerade diesen Fall gestellt, begründet damit, man müsse prüfen, ob der in München gewonnene Fall mit einem Fall in der Kanzlei der Hamburger vergleichbar sei.


Rechtsanwalt Krause kommt tatsächlich der Verdienst zu, am 29. August 2012 vor dem 5. Senat des Oberlandesgerichts München das allererste und somit wegweisende Urteil gegen die DAB bank AG auf Schadenersatz für Accessio-Kunden erstritten zu haben (Aktenzeichen 5 U 3242/11).

Dr. Jürgen Eikenbusch<br /> © DAB bank AG
Dr. Jürgen Eikenbusch
© DAB bank AG
Der Pressesprecher der DAB bank AG, Dr. Jürgen Eikenbusch, hatte GoMoPa.net dazu noch im Mai 2011 gesagt: "Wir sind als depotführende Bank lediglich die technische Plattform und nicht für Anlageentscheidungen verantwortlich. Dafür stehen die Vermögensverwalter. Das gilt für alle, nicht nur für die Accessio."

Krause konnte aber das Oberlandesgericht München davon überzeugen, dass die Dienstleistung der Accessio und der DAB bank AG rechtlich gar nicht zu trennen seien. Die Tätigkeit der Accessio sei mit dem Outsorcing der Banktätigkeit an eine Tochtergesellschaft der Bank zu vergleichen.

Die Bank habe von der Vermittlung der Accessio profitiert, ohne, dass die Kunden das wussten. Die Kunden wurden mit einem konservativen Tagesgeldkonto zu sehr hohen Zinsen (7 Prozent) angelockt. Die andere Hälfte ihres Geldes sollten sie in Schrottpapiere (unsichere Gesellschaften) investieren. Dafür habe die Accessio 10 Prozent Provision kassiert und einen Teil davon an die Bank abgeführt, um die hohen Zinsen auf das Tagesgeld zu subventionieren.

Bei der Einreichung der Klage gegen das Bankhaus hatte Krause schon ein Jahr zuvor für eine Sensation gesorgt. Krause hatte mit 300 Accessio-Geschädigten und 30 Millionen Euro Schadensansprüchen im Jahre 2011 eine Geschädigtengemeinschaft in Form einer Firma gegründet, die Aletheia GbR. Diese reichte nun zum 1. Mal eine Sammelklage gegen ein Bankhaus ein (GoMoPa.net berichtete).

Der Vorteil für die Anleger bestand darin, dass sich das Prozesskostenrisiko um zwei Drittel reduzierte. Im Falle, dass die DAB bank AG gewinnen würde, müssten die Anleger für einen Anspruch von 10.000 Euro an Anwalts- und Gerichtskosten durch zwei Instanzen anstatt 7.600 Euro nur 1.000 Euro bezahlen. Im Gewinnfall bezahlt man natürlich gar nichts.

Im aktuellen Fragebogen-Ausfüllschreiben der Kanzlei Gröpper Köpke Rechtsanwälte GbR und der Aufforderung, sowohl gegen die Accessio-Verantwortlichen und die DAB bank AG vorzugehen, sieht Krause ein erhebliches Prozesskostenrisiko:

Zitat:


Besondere Vorsicht

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn (beide) die Vorstände und die DAB Bank gesondert verklagt werden sollen: Hieran verdienen nicht nur die Anwälte doppelt, sondern es entsteht auch ein doppelt so hohes Prozesskostenrisiko. Geschädigte Anleger sollten sich hier genau entscheiden, welchen Weg sie einschlagen. Übrigens: Egal welchen Anwalt ein Anleger bundesweit einschaltet, die Anwaltsgebühren im Klageverfahren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz und die Gerichtskosten sind bei jedem Anwalt gleich.

Geschädigten Anlegern, die sich für eine Prüfung Ihres Falles durch die Kanzlei KAP Rechtsanwälte interessieren, bieten wir volle Kostentransparenz, das heißt, die erste Prüfung Ihrer Unterlagen im Rahmen der Erstberatung bieten wir zum festen Pauschaltarif von 59,50 Euro inklusive Umsatzsteuer. Im Rahmen dieser Erstberatung werden die Kosten des weiteren Vorgehens nachvollziehbar und transparent dargestellt.


Die Hamburger Rechtsanwälte können aber gegen Krause mit Masse und einer viel älteren Interessengemeinschaft punkten.

Rechtsanwalt Matthias Gröpper hob bei der Vermeldung des erstrittenen Sensationsurteils von Thorsten Krause im Sommer 2012 in München (ohne, wie gesagt, Krause zu erwähnen) am 2. November 2012 auf seiner Kanzlei-Homepage eigens hervor: "Wir haben das erste Mal 2008 vor dem Wertpapierhandelshaus gewarnt."

Bereits am 1. August 2010, also zwei Tage nach dem Insolvenzeröffnungsbeschluss des Amtsgerichts Itzehoe gegen die Accessio Wertpapierhandelshaus AG (Aktenzeichen 28 IN 143/10), veröffentlichte die Kanzlei Gröpper Köpke Rechtsanwälte GbR ebenfalls auf ihrer Homepage die Nachricht: "Die Hamburger Rechtsanwälte vertreten mit über 600 ACCESSIO-Kunden die größte Interessengemeinschaft der geschädigten ACCESSIO-Kunden und haben mittlerweile mehrere stattgebende Schadensersatzurteile erstritten." Gegen die Accessio wegen Falschberatung.

Inzwischen habe die Kanzlei nach eigenen Angaben mit Stand vom November 2012 bereits 800 Geschädigte vertreten.

Krause, der in Zeit und Größe mit seiner Interessengemeinschaft hinterherhinkte, konterte in seiner Kollegenschelte am 14. Januar 2013:

Zitat:


Übrigens: neben 2 bereits eingereichten "Sammelklagen" gegen die DAB Bank und zahlreichen Einzelklagen bereiten KAP Rechtsanwälte momentan eine dritte "Sammelklage" gegen die DAB Bank vor.


Gröpper und Köpke können derlei nicht vorweisen. Nun denn ...

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02. März 12

Wie bekommt man einen gültigen Diplomatenpass?


K1-Initiator Helmut Kiener<br /> aus Aschaffenburg in Bayern
K1-Initiator Helmut Kiener
aus Aschaffenburg in Bayern
Da hatte K1-Hedgefonds-Multimillionär Helmut Kiener (52) nicht aufgepasst und sich den falschen Diplomatenpass besorgt.

Der aus Aschaffenburg stammende Diplom-Sozialpädagoge, der in Florida ein geheimes Doppelleben mit 23-Millionen-Dollar-Villa, Privatjet und Helikopter geführt hatte, reiste im Jahre 2009 als Attache der Republik Guinea-Bissau nach Deutschland ein und war eigentlich im November 2009 zu einem Promi-Golfturnier mit Franz Beckenbauer, Oliver Kahn und Guido Westerwelle verabredet. Dazu sollte es nicht kommen.

Trotz seines Diplomatenpasses wurde Kiener am 28. Oktober 2009 verhaftet und kam bis heute nicht mehr frei. Der afrikanische Diplomat wurde sogar vor Gericht gestellt. Das Landgericht Würzburg verurteilte Kiener am 22. Juni 2011 zu zehn Jahren und acht Monaten Haft ohne Bewährung, weil Kiener in neun Jahren 5.000 Kleinanleger und zwei Großbanken um 334 Millionen Euro geprellt hatte.

Weder die Haftbeschwerde seines Münchner Anwalts Lutz Libbertz noch der Brief des Botschafters von Guinea-Bissau in Deutschland, Henrique da Silva, an die Würzburger Landgerichtspräsidentin konnten Kiener retten.

Was hatte Kiener falsch gemacht?

Kiener hat sich einfach das falsche Land ausgesucht. Um als Exterritorialer in Deutschland außerhalb der deutschen Gerichtsbarkeit zu stehen, müssen sich Diplomatenpassinhaber aus den meisten Ländern der Welt bei der deutschen Ausländerbehörde anmelden und einen Aufenthaltstitel (Akkreditierung) beim Auswärtigen Amt beantragen. Diesen Aufenthaltstitel hätte der mit Haftbefehl gesuchte Hedgefondsmanager natürlich nie bekommen.

Wäre Kiener Attache eines anderen Landes gewesen, wäre er vor Strafverfolgung in Deutschland geschützt gewesen.

Denn Kiener hätte gar nicht einen Aufenthaltstitel beantragen müssen, hätte Kiener als Diplomat ein Land vertreten, das auf der Ausnahmeliste für solche lästigen Formalitäten steht. Die Anlage B des Paragrafen 19 der deutschen Aufenthaltsverordnung sieht dafür folgende Länder vor: Bolivien, Ghana, Kolumbien, Philippinen, Thailand, Tschad, Türkei, Albanien, Algerien, Bosnien und Herzegowina, Indien, Jamaika, Kasachstan, Kenia, Malawi, Marokko, Mazedonien, ehemalige Jugoslawische Republik, Moldau, Montenegro, Namibia, Pakistan, Peru, Russische Föderation, Serbien, Südafrika, Tunesien, Ukraine und Vereinigte Arabische Emirate.

Die westafrikanische Republik Guinea-Bissau, die Kiener vertrat, ist bei dieser Liste nicht dabei.

Umgekehrt hätte sich Kiener auch mit einem deutschen Diplomatenpass, wie ihn das Referat 505-9 des Auswärtigen Amtes für Dienstreisen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsidenten Christian Wulff oder überhaupt für jeden Bundestagsabgeordneten und deren mitreisende Familienangehörige ausstellt, nicht straffrei in Deutschland bewegen dürfen. Die Immunität gilt nur fürs Ausland.

Kann man einen gültigen deutschen Diplomatenpass erwerben?

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net fragte den Schweizer Ruben Schnyders von der Firma Confidential Business aus Isle of Man, ob man auch ohne eine einjährige diplomatische Ausbildung an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin Mitte oder ohne ein Mandat als Bundestagsabgeordneter oder ein Amt als Ministerpräsident oder Staatssekretär in den Besitz eines gültigen Diplomatenpasses mit Akkreditierung eines Landes gelangen könnte.

Ruben Schnyders: "Nein, einen gültigen deutschen Diplomatenpass können Sie nicht kaufen. Wer einen deutschen Diplomatenpass haben will, muss zum Beispiel in der Regierung, beim Bundeskriminalamt oder beim Bundesnachrichtendienst tätig sein. Den dunkelblauen deutschen Diplomatenpass gibt es nur vom Auswärtigen Amt."

GoMoPa.net: Aber als deutscher Geschäftsmann, so wie Kiener, kann ich doch Sonderbeauftragter (Attache) eines ausländischen Landes werden oder eines völkerrechtlichen Subjekts oder einer internationalen Organisationen wie der UNO, dem Souveränen Malteserorden oder dem Internationalen Komitee des Deutschen Roten Kreuzes oder?

Schnyders: "Ja, wenn ein deutscher Staatsbürger nun Sonderbeauftragter der Regierung von Venezuela ist, von dort auch einen Diplomatenpass erhält, kann er die Vorzüge eines Diplomatenpasses weltweit nutzen. Zum Beispiel auf seinen Reisen. Er unterliegt aber als Deutscher nur der diplomatischen Immunität in Deutschland, wenn er sich beim Auswärtigen Amt akkreditiert. Oder er hat einen Pass eines Landes, bei dem man sich in Deutschland nicht akkreditieren muss."

GoMoPa.net: Die Confidential Business besorgt also für Geschäftsleute echte Diplomatenpässe als Sonderbeauftragter für verschiedene Länder, welche wären das?

Schnyders: "So ist es. Wir bevorzugen einen Diplomatenstatus von ausgewählten Ländern in Lateinamerika und karibischen Staaten. Wir arbeiten mit Venezuela, Brasilien, Argentinien, Honduras, Dominica, den Bahamas oder auch den Britischen Jungferninseln zusammen."

GoMoPa.net: Können Sie die Vorteile des Diplomatenpasses dieser Länder aufzählen?

Schnyders: "Das sind diplomatische Immunität. Ein Diplomaten-Bankkonto. Diplomaten-KFZ-Kennzeichen. Nutzung der Diplomatenline an internationalen Flughäfen. Diplomaten-Gepäck. Keine Polizei-, Grenz- und Gepäckkontrollen. Verbilligte Flugreisen in der First-Class bei zahlreichen renommierten Fluggesellschaften. Repräsentationsaufgaben bei internationalen Regierungs- und Botschaftsempfängen. Zutritt zum elitären Kreis des Establishments."

GoMoPa.net: Was muss ich als Geschäftsmann dafür tun und bezahlen?

Schnyders: "Um einen Diplomatenpass zu erwerben, muss der Interessent auch bereit sein, gewisse Aufgaben zum Beispiel als Sonderbeauftragter der Regierung zu übernehmen. Das sind in der Regel beratende Tätigkeiten im Finanz-, Gesundheits- oder im Militärbereich. Der Interessent muss an den Endsendestaat eine Spende leisten. Die Spenden beziffern sich auf 150.000 US-Dollar. Hinzu kommen die Kosten für Confidential Business. Unser Honorar beziffert sich auf 35.000 US-Dollar zuzüglich Reisekosten und Spesen. Grundsätzlich gilt: Je attraktiver der Staat, der Diplomatenpass, desto größer der finanzielle Einsatz, der Bewerbern abverlangt wird."

GoMoPa.net: Auf dem Schwarzmarkt werden angeblich gültige Diplomatenpässe schon ab 1.000 US-Dollar angeboten, was sagen Sie dazu?

Schnyders: "Der Handel mit Diplomatenpässen hat sich in den letzten Jahren zu einem eigenen Wirtschaftsbereich mit respektablen Umsätzen entwickelt, weil einige Staaten, so genannte Bananenrepubliken, solche Diplomatenpässe über zwielichtige Vermittler gegen ein Entgelt von 1.000 oder 5.000 US-Dollar vergeben.

Dieses gilt nicht nur für Diplomatenpässe, sondern auch für Honorarkonsulate, die dem Besitzer diplomatische Immunität gewähren sollen. Die Diplomatenpässe werden in der Regel von korrupten Staatsbediensteten ausgestellt, sind für den zukünftigen Besitzer völlig wertlos und haben zudem noch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen zur Folge, falls der Inhaber versucht, sich mit diesem Dokument bei Polizei- oder Grenzkontrollen zu legitimieren."

GoMoPa.net: Der K1-Hedgefonds-Gründer Helmut Kiener hatte einen afrikanischen Diplomatenpass, was halten Sie davon?

Schnyders: "Ein Diplomatenpass aus Afrika sollte eigentlich genauso viel wert sein, wie ein Diplomatenpass aus der Schweiz, Österreich, Deutschland oder den USA, ist er aber nicht. Zöllner und Immigration in Europa und Nordamerika lassen sich reichlich wenig von einem afrikanischen Diplomatenpass beeindrucken, wenn es um Kontrollen des Reisegepäcks oder des Autos geht. Auch bei der Einreise werden diese Diplomaten oftmals genau kontrolliert.

Wir raten daher von dem Erwerb eines Diplomatenpasses aus afrikanischen Ländern grundsätzlich ab, auch dann, wenn der Inhaber ordentlich akkreditiert wurde. Auch auf Diplomatenpässe und ebenso auf Staatsbürgerschaften der dominikanischen Republik sollte man tunlichst verzichten. Über 90 Prozent aller von der dominikanischen Republik verliehenen Pässe und Staatsbürgerschaften wurden für ungültig erklärt, obwohl sie für viel Geld ausgestellt worden waren, von korrupten Regierungsbeamten, Ministern und auch dem Staatspräsidenten."

GoMoPa.net: Können Sie mal ein Beispiel nennen?

Schnyders: "Mir ist ein belgischer Geschäftsmann bekannt, der dieser Regierung im Jahre 2010 drei neue Rettungswagen gekauft und geliefert hat. Als Dank erhielt die Position als Sonderberater der Regierung im Gesundheitswesen sowie einen dazu gehörigen Diplomatenpass. Mitte 2011 wurde ihm dieser Diplomatenpass entzogen, weil er den finanziellen Nachforderungen eines Ministers nicht nachkommen wollte. Ein durch und durch korruptes Systems in der dominikanischen Republik. Aber nicht nur da."

GoMoPa.net: Herr Schnyders, wir danken für das Interview.

Wer sich ganz normal als Diplomat beim Auswärtigen Amt bewerben möchte, das Alter spielt keine Rolle, man muss nur einen Magister (Fach- oder Hochschule) haben und Englisch und eine UN-Amtssprache wie Französisch, Arabisch, Chinesisch, Russisch oder Spanisch beherrschen, kann sich zu den nächsten Bewerbertagen für den höheren diplomatischen Dienst einfinden. Sie finden am Dienstag, 7. Februar 2012, ab 12.00 Uhr in der Dienststelle des Auswärtigen Amtes in Bonn (Eingang Tempelstraße 1-3) und am Donnerstag, 9. Februar, in der Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin (Eingang Unterwasserstraße 10) statt.

Aus Sicherheitsgründen ist eine Anmeldung erforderlich: Bis zum 2. Februar (für die Veranstaltung in Bonn), bis zum 6. Februar (für die Veranstaltung in Berlin) unter Auwärtiges Amt Bewerbertage. Motto: "Ihr Arbeitsplatz - die Welt".

Für alle anderen gilt, es doch etwas schlauer als Häftling Kiener anzustellen. Nun denn ...

Link zum Thema:
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» Meinung zu diplomaticpassport.com
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03. März 11

Dynatrust AG: das doppelte Schneeballsystem


Convent Während der alte Chef wegen eines Schneeballsystems noch vor dem Kadi steht, machte der neue Chef weiter, als sei gar nichts geschehen. Jetzt sitzt auch er in Untersuchungshaft.

Die Razzia am Mittwoch (11. Januar 2011) bei der Dynatrust AG (vormals Garant Invest AG) aus Rickenbach in der Schweiz und die Verhaftung des deutschen Direktors, Heiko Klich (41, Foto) und seiner gleichaltrigen Ehefrau in Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt, ist eigentlich die Wiederholung eines Schneeballsystems unter gleicher Flagge.

1. Schneeballsystem mit Hitler-Goldnachttopf

Der Gründer der Dynatrust AG, der einst hochangesehene Schweizer Pensionskassensanierer Dr. Marcel Wunderli (61), narrte die Anleger von 2003 bis zu seinem Ausstieg im Jahre 2008 noch mit Investments in Diamanten, Öl und Stahl und vor allem mit der Vermarktung des 11 Kilo schweren "Hitler-Nachttopfs" (Der Spiegel) aus purem 18karätigen Gold, den zwei Taucher 2001 im bayerischen Chiemsee fanden, den Wunderli 2005 für 300.000 Euro kaufte und für bis zu einer Milliarde Euro per Roadshow, Fotos, Büchern und Filmrechten vermarkten wollte. Russische und deutsche Anleger gaben ihm 7 Millionen Euro. Doch Wunderli hielt mit dem neuen Geld nur die Altinvestoren mit ein paar Ausschüttungen bei Laune. Ihm wird deswegen gerade in seiner Heimatstadt Meilen der Prozeß wegen Betruges gemacht. Das Urteil wird im Januar 2011 erwartet.

Unter seiner Amtsschaft bei der Garant Invest AG/Dynatrust AG sind im Jahre 2005 bis heute weitere 7,8 Millionen Euro verschwunden. Und unter der Führung von Heiko Klich, der seit 2006 Direktor des Verwaltungsrates und Geschäftsführer ist, verschwand Ende letzten Jahres das gesamte noch vorhandene Anlagevermögen in Höhe von drei Millionen Euro. Die Anleger waren davon ausgegangen, dass Klich die Gelder zum Forextrading (patriarische Darlehensverträge zur Rettung von Banken in Notlagen) und für einen geheimen Fonds auf den Bermudas in der Karibik mit monatlichen Renditen von 1 bis 2 Prozent angelegt hatte.

Doch wie die Wirtschaftsdezernentin und Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Halle, Oberstaatsanwältin Heike Geyer, dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mitteilte, "flossen die meisten Anlagegelder - entgegen den vertraglichen Vereinbarungen - in ein weit verzweigtes Unternehmensnetz des Beschuldigten. Die Unternehmen haben ihren Sitz in der Schweiz und auf den Marshallinseln. Ein weiterer Teil der bereits vereinnahmten Gelder wurde nach dem Schneeballprinzip gleich wieder an neue Anleger als angebliche Rendite ausgezahlt."

Wo sind die 10,8 Millionen Euro?

Doch wo die unter Dr. Wunderli verschwundenen 7,8 Millionen Euro und die unter Klich verschwundenen 3 Millionen Euro nun tatsächlich gelandet sein sollen, dafür haben der alte und neue Dynatrust-Chef dieselbe Theorie:

Beide Chefs seien auf den Unternehmensberater Helmuth Bähr aus dem hessischen Bensheim hereingefallen. Er und dessen Partner Albert Bauer hätten sich mit ihren Ehefrauen nach Nordyzpern abgesetzt. Das Geld hätten sie bei der Denizbank in Nicosia deponiert, an der die Geschäftsmänner über ihre Firma Protected International Incorporation beteiligt seien. Allerdings hat die Denizbank bislang gar keine Banklizenz erhalten, weil sie keine Einlagensicherung getätigt hat.

Ein Anleger schildert gegenüber GoMoPa.net die Zusammenhänge wie folgt:

Zitat:


2003 wurde von den Hamburger Rechtsanwälten Dr. Joachim Tesmer und Bernd Schwarzlose die EUROPEAN TRUST HOLDING (ETH) mit Sitz in Luxemburg gegründet. Die Geschäftsidee war, Banken, die in Eigenkapitalnot geraten waren, mit Krediten zu versorgen und zwar mit günstigeren Zinsen, als bei anderen Banken.

Bei der ETH konnte man Genussrechte erwerben. Der Genehmigungsantrag bei der Bonner Finanzaufsicht BaFin war noch nicht beantwortet, als viele Anleger bereits Genussrechte kauften. Ich investierte insgesamt 60.000 Euro, 40.000 Euro eigenes Kapital, 20.000 Euro von anderen Personen (auf meine dringende Empfehlung).

Wie ich heute weiß, waren die beiden Rechtsanwälte lediglich Strohmänner (denen das selbst allerdings nicht klar war), die vertrauensbildend wirken sollten (was ihnen auch perfekt gelang). Der wahre Dominator im Hintergrund, der alle Fäden zog, war der hoch intelligente - aber leider kriminelle - Helmuth Bähr. Als die BaFin 2005 endlich reagierte und das Geschäft als unzulässig deklarierte, hatte Herr Bähr das investierte Geld (zirka 7,8 Millionen Euro) angeblich bereits in die Schweiz zu seinem Partner Dr. Wunderli, ehemaliger Präsident der Garant Invest AG und Gründer der Dynatrust AG, verschoben.

Die ETH war insolvent und konnte nichts zurückzahlen. Dr. Wunderli versicherte allen Anlegern mehrfach schriftlich, dass er die Schuld der ETH "rechtsverbindlich" übernimmt und schnellstens alles zurückzahlen werde. Was er den Anlegern verschwieg, war die Tatsache, dass er nie einen Cent von den 7,8 Mio. Euro je gesehen hatte. Dr. Wunderli konnte nicht zahlen. Das Geld blieb verschwunden. Angeblich wusste niemand, wo das Geld verblieben war. Nur Herr Bähr (und sein enger Vertrauter, der Mitläufer Albert Bauer) wusste, dass das Geld bei der Denizbank, Nicosia, Nordzypern, deponiert war (was er natürlich nicht verriet). Gegen Helmuth Bähr und Albert Bauer wurde in Deutschland bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt Anzeige erstattet.

Da sich die beiden jedoch in die Schweiz abgesetzt hatten und dort munter weiter ihre kriminellen Geschäfte betrieben, übergab die Staatsanwaltschaft Darmstadt den Fall der Staatsanwaltschaft III in Zürich (Wirtschaftskriminalität). In der Schweiz wurde gegen Helmuth Bähr und gegen Dr. Marcel Wunderli Anzeige erstattet und es kam 2009 zu einem Verfahren gegen diese beiden. Auch die Schweizer FinMa (Pendant zur deutschen BaFin) hatte sich eingeschaltet und die von Bähr in der Schweiz gegründeten Gesellschaften Rainbow Real Estate Limited (RRE) und Organijuris Holding AG mit Hauptsitz auf den Marshall Islands und Niederlassung bei Dr. Wunderli in Rickenbach unter Finanzaufsicht gestellt.

Im Januar 2010 wurde das Verfahren gegen Bähr und Wunderli mangels Beweises eingestellt (ein Beweis für die Intelligenz des Herrn Bähr!). Als die Finanzaufsicht Bähr und Bauer im ersten Halbjahr 2010 vorladen wollte, hatten diese ihre Zelte in der Schweiz längst abgebrochen und waren nach Nordzypern zu ihrem Geld geflüchtet.

Wie mir die Staatsanwaltschaft Darmstadt versicherte, ist Nordzypern (türkischer Teil) in Bezug auf Wirtschaftskriminalität ein mehr oder weniger rechtsfreier Raum. Rechtshilfeersuchen sind dort zwecklos. Bähr und Bauer sind dort absolut sicher und dem Zugriff der Deutschen oder Schweizerischen Justiz faktisch entzogen. Unser Geld ist damit endgültig futsch!

Meine eigenen 40.000 Euro sehe ich somit nie wieder und die restlichen 20.000 Euro der Personen, die ich zur Anlage überredete, muss ich nun von meiner Rente nach und nach abstottern. Einen Kommentar hierzu erspare ich mir.


Und nun soll Bähr in einem letzten Coup das gesamte restliche Anlagevermögen der Dynatrust AG kurz vor dem Jahreswechsel 2010/2011 als Treuhänder der Dynatrust AG über seine Firma Protected International Incorporation nach Nordzypern transferiert haben. Bereits am 11. März 2010 hatte die Revisionsstelle der Dynatrust AG, die Procliente Revisions AG in Hüneberg in der Schweiz, das Handtuch geworfen.

Oberstaatsanwältin Heike Geyer sagte gegenüber GoMoPa.net: "Wir und die Schweizer Ermittler wissen über das Geld Bescheid, auch, dass der Genannte in der Schweiz wohl alle Zelte abgebrochen hat. Wir bemühen uns, das Geld aufzuspüren. Dazu benötigen wir dringend Mithilfe. Es haben erst 13 Anleger Strafanzeige erstattet, die etwa 1 Million Euro verloren haben. Wir suchen dringend weitere Geschädigte, um den Fall restlos aufklären zu können und natürlich auch das Geld zu finden."

Hintergründe zum Thema
» Der Goldschatz aus dem Chiemsee
» European Trust Holding AG
» Protected International Inc.
» Swiss Invest Management, Artur Menaker?

















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02. März 10

Berliner Schrottimmobilien: Thomas Klinge machte Polizisten zu Komplizen


Von einer Schuldenfalle in die nächst größere - das ist das Konzept des Immobilienhändlers Thomas Klinge (44) aus Berlin Schöneberg. Hunderte, vor allem Polizisten mit Beamteneinkommen, fallen seit 8 Jahren auf die schönen Versprechungen von der angeblichen Kreditablösung durch eine frisch sanierte und vermietete Berliner Eigentumswohnung herein, die sich durch Mieteinnahmen so gut wie von allein trage und außerdem eine Altersvorsorge sei. Aber Klinge macht weiter und weiter, niemand scheint ihn zu stoppen. Warum?

Vom Weddinger Polizeiabschnitt 35 in der Oudenarder Straße, von dem sich vor kurzem zwei Polizisten selbst erschossen, ein 49jähriger Polizeihauptkommissar am 9. Februar 2010 um 14 Uhr im Sanitätsraum und sein 35jähriger Kollege am 6. Februar um 18 Uhr in seiner Laube im Halligweg in Berlin Tegel, waren etliche Beamtenkollegen in die Klinge-Schuldenfalle getappt.

Die Falle besteht darin, dass der Altkredit gar nicht abgelöst, sondern in Wahrheit verfünffacht wird, ohne dass es einen echten Gegenwert dafür gibt. Wie sollten die Polizisten auch ahnen, dass die Wohnungen im Hochglanzprospekt gar nicht die Wohnungen sind, die Klinge ihnen verkaufte?

Ob die beiden Kollegen, die Selbstmord begingen, auch zu den Klinge-Opfern gehören, ist noch nicht geklärt. Die beiden Männer haben ihre Sorgen auf der Wache nicht herumerzählt. "Die Zeiten, in denen man sich auf der Wache alles sagt, sind lange vorbei", begründet ein Kollege der Toten gegenüber dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net, warum es schwierig ist, die persönlichen Motive der Taten zu erfahren. "Die Stimmung ist schon lange mies. Man traut sich ja nicht mal zu erzählen, dass man nach Italien in Urlaub gefahren ist, weil es nur noch Neid und Missgunst auf die Beförderung des anderen gibt. Jeder sägt an jedem Stuhl. Da schweigen die meisten lieber über Persönliches."

Warum zeigen die Polizisten Klinge nicht an?

Dennoch bleibt die Frage: Warum zeigen die vielen geprellten Polizisten Thomas Klinge nicht strafrechtlich an? Die Antwort ist einfach und erschreckend zugleich: Die Polizisten wurden zu Komplizen gemacht. Klinge hat seine Opfer von Anfang an in sein kriminelles Boot geholt.

So holte Klinge die Polizisten in sein kriminelles Boot

Denn Klinges Modell hieß ganz klar: Komm, wir beschummeln die Bank. Wir lassen die Wohnung von der Bank finanzieren und deine Altschulden gleich mit. Die schlagen wir auf den Wert der zu finanzierenden Wohnung obendrauf. Ein verbotenes Kick-Back-Geschäft hinter dem Rücken der Bank.

Warum machten so viele Polizisten mit?

Es war ja auch so unverschämt einfach. Klinge ließ den Beamten Bargeld in die Hand drücken. Die zahlten das Geld im Beisein eines Vertrieblers bei ihrer Bank ein, zogen anschließend einen sauberen Kontoauszug, um das Geld gleich wieder abzuheben und dem Vertriebler zurückzugeben. Der Vertriebler versprach den Polizisten, dass sie das Geld dann in Wirklichkeit bekämen, wenn die Bank den großen Kreditbetrag auszahle.

Klinge linkte die korrupt gewordenen Polizisten

Doch den großen Kreditbetrag sackte Klinge selbst komplett ein und zahlte lediglich die Vertriebe (bis 40 Prozent Provision) und seine beiden Dauer-Notare. Die Polizisten gingen doppelt leer aus: Der Privatkredit war gar nicht abgelöst. Und die neu finanzierte Wohnung konnte sich gar nicht selbst tragen, weil sie erstens nur einen Bruchteil wert war und in sich zudem in so einem schlechten Zustand befand, dass es gar keinen Mieter geben konnte.

Klinge hatte zwar versprochen, die Wohnung würde saniert übergeben (auf seine Kosten), doch in Wahrheit rührte Klinge keinen Finger. Falls es doch Mieter gab, ließ Klinge die Miete auf seine Konten umleiten, denn die Käufer kannten meist nicht einmal die zuständigen Hausverwaltungen. Ihnen wurde ja zuvor gesagt, sie bräuchten sich um nichts zu kümmern.

Die Folge: Die monatlichen Kredit- und Eigentümerkosten explodierten für die Käufer förmlich. Die Bank sperrte die Konten. Die Wohnungen kamen zur Zwangsversteigerung. Das brachte aber gar keine Rettung aus der Schuldenfalle. Der große Kredit blieb, weil die Wohnungen nun einmal kaum etwas wert waren.

Ob die Polizisten der Weddinger Wache wegen so eines miesen Klinge-Geschäfts zur Waffe griffen und aus dem Leben schieden, weiß niemand zu sagen, aber für abwegig halten so manche ihrer Kollegen die Vorstellung nicht.

Dokumente zum Thema:
» EV Sven Wibben über bei T.K. Immobilien GmbH
» Strafanzeige gegen Klinge vom 16.1.2010
» EV Klinge 21.01.2010
» Klinge Kalkulation Fregestraße 38 in Berlin Friedenau

Pressemitteilungen zum Thema
» Dr. Thomas Schulte: K.O.-Sieg gegen GRÜEZI Real Estate AG
» T.K. Klinge Immobilien: Rette sich, wer kann
» Schrottimmobilien-König Klinge: Wann schlägt die Justiz zu?
» Berlin - Vom Strassenmusikanten zum Immobilienmillionär und zurück

Beiträge zum Thema
» TK Immobilien Berlin
» Notar 12.10.2009 Klinge-Renner
» Etika Grundbesitz von Konstantin Renner

 

02. März 09, 01:00:00

Raus aus den Schulden


Kann ich mir eine Umschuldung leisten oder mache ich einen radikalen Schnitt und stürze mich in ein Verbraucherinsolvenzverfahren? Eine Umschuldung bedeutet, dass man zwar weiterhin viele Jahre zahlen muss, aber dafür ohne Kontrolle und ohne Makel in der Schufa.

Mit der Verbraucherinsolvenz ist man den ganzen Schuldenberg nach sieben Jahren los, hat aber während dieser Zeit immer den Treuhänder im Nacken, der aufpasst, dass man monatlich nicht mehr als 1.170 Euro netto plus Kranken- und Pflegversicherungsbeiträge und plus Schicht- und Feiertagszuschläge und Urlaubsgeld (komplett) sowie Weihnachtsgeld bis 500 Euro im Portemonnaie behält. Sieben Jahre lang.

An einer Gesetzesreform, die die Wohlverhaltensphase von derzeit 6 Jahren nach dem einjährigen Eröffnungsverfahren einfach überspringt, wenn, wie in derzeit 80 Prozent der Fälle, beim Schuldner gar nichts mehr zu holen ist, wird mit Hochdruck in der Bundesregierung gearbeitet.

Doch egal, ob Umschuldung oder Verbraucherinsolvenz. Der erste Schritt ist immer, sich einen Schuldenüberblick zu verschaffen. Jeder Gläubiger muss angeschrieben werden. ?Ich bin zahlungsunfähig, bitte teilen Sie mir die augenblickliche Forderung mit.?

Hat man alle Antworten und den Schuldenüberblick, braucht man professionelle Hilfe. Man geht entweder zu einem Schuldnerberater wie Peter Zwegat aus Berlin-Friedrichshain. Der kostet nichts, weil ihn die Kommune bezahlt. Doch die staatlichen Helfer sind oft überlastet, man wartet bis zu einem halben Jahr. Unangenehm, wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht. Da hilft nur eine Eidesstattliche Versicherung, um eine Atempause vor den Gläubigern zu haben. Sie würde aber wie Teer an einem haften. Und würde in Berufen wie Bankern oder Rechtsanwälten zu starken Nachteilen führen.

Schneller geht das Verbraucherinsolvenzverfahren mit einem Anwalt. Für die Erstberatung und seine ersten Briefe an die Gläubiger kann man sich bei seinem zuständigen Gericht einen Kostenübernahmeschein holen. Der Eigenbeitrag ist 10 Euro.

Doch der Anwalt muss auch eine Zulassung für ihren Amtsgerichtsbereich und für Insolvenzverfahren haben, fragen Sie danach. Sonst verlieren Sie viel Geld.

Denn das Insolvenzgericht nimmt Ihren Antrag nur an, wenn ein zugelassener Schuldenberater oder Insolvenzanwalt Ihren Antrag auf Privatinsolvenz unterschrieben hat. Gemeinsam mit der Schuldnerberatung Berlin und der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. hat GoMoPa eine Checkliste zusammengestellt, woran Sie Insolvenzraffkes erkennen und wie Sie ihnen aus dem Wege gehen.

Voraussetzung für ein Insolvenzverfahren ist nämlich, dass Einigungsversuche mit Ihren Gläubigern glaubhaft unternommen wurden und dass mindestens ein Gläubiger einen vorgeschlagenen Schuldenbereinigungsplan abgelehnt hat.

Ist der Weg zum Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht endlich frei, darf kein Gläubiger mehr bei Ihnen vollstrecken. Auch nicht vom Gehalt. Sie dürfen auch keinem mehr freiwillig etwas geben, es darf kein Gläubiger mehr bevorzugt werden. Verweisen Sie jeden, der etwas von Ihnen will, an den Ihnen vom Gericht zugewiesenen Treuhänder.

Das Leben als Insolvenzler ist mit schmerzhaften Einschnitten verbunden. Das Auto darf nicht mehr als 7.000 Euro wert sein, ansonsten muss es verkauft werden. Kündbare Lebensversicherungen und Vermögenswirksame Leistungen werden vom Treuhänder aufgelöst. Sie werden anschließend wieder frei gegeben, so dass Sie weiter sparen dürfen, ohne dass der Treuhänder noch einmal rangeht.

Sie sind natürlich ein Schwarzes Schaf in der Schufa oder bei Creditreform. Sie bekommen keine Ratenkredite bei Versandhäusern oder Abonnements der Deutschen Bahn oder Handyverträge. Nur öffentliche Banken wie Sparkassen sind verpflichtet, Ihnen ein Konto auf Guthabenbasis zu geben.

Sie dürfen auch im Insolvenzverfahren neue Schulden machen, müssen Sie aber von dem verbleibenden Netto abstottern. Diese neuen Schulden können nicht nachträglich als Schulden angemeldet werden. Schulden, die allerdings vor dem Insolvenzfahren entstanden sind, aber bei denen die Gläubiger sich erst später melden oder die Ihnen erst später bekannt wurden, können Sie zur Masse nachmelden, für die sie am Ende des Verfahrens eine Restschuldbefreiung bekommen. Von Geldbußen oder Ordnunsstrafen werden Sie nicht befreit, sie können sie aber stunden lassen, dass heißt, die Zahlung für ein Jahr aussetzen lassen.

Wichtig ist, dass Sie zwei Dinge gleich zu Beginn beantragen. Erstens die Restschuldbefreiung. Sonst wäre ja alles sinnlos. Und zweitens die Stundung der Verfahrenskosten. Das sind rund 2.500 Euro, die Sie in jedem Fall bezahlen müssen. Damit das nicht auf einen Schlag passiert, beantragen Sie die Stundung.

Wer noch rund 15.000 Euro und ein halbes Jahr Zeit übrig hat, kann seinen Wohnsitz zum Schein nach England oder nach Frankreich verlegen und dort in nur 20 Monaten die EU-Restschuldbefreiung erlangen, die dann in Deutschland akzeptiert wird. Aber da es dabei viele Fettnäpfe gibt, in die man treten kann und mit denen man am Ende gar nichts gewinnt, sollte man diesen Gang mit einem deutschen EU-Insolvenz-Profianwalt vornehmen, wie zum Beispiel dem Berliner Treuhänder Jörg Franzke (Erfolgsquote bislang 100 Prozent).

Bleiben Sie in jedem Fall in Ihrem Haus wohnen. Kein Gerichtsvollzieher stellt sie obdachlos. Sollten Sie durch die psychologische Belastung gar suizidgefährdet sein, darf ihr Haus nicht gepfändet werden. Ihr Treuhänder kann das Haus nach Ermessen aus der Masse herausnehmen, wenn zum Beispiel der Wert des Hauses sowieso nicht reichen würde, die Gesamtschulden zu begleichen und das Haus ihre einzige Altersorsorge darstellt und Sie schon so alt sind, dass sie nach dem Insolvenzverfahren gar keine Chance mehr hätten, eine Altersvorsorge aufzubauen. Das sind alles gute Gründe für den Treuhänder, der das Gericht vertritt.

Sollte der Treuhänder auf Zwangsversteigerung einleiten (das macht er nur, wenn ein Gläubiger hartnäckig darauf bestehen sollte), haben Sie Ihr Haus immer noch nicht verloren. Es gibt verschiedene Anbieter wie zum Beispiel der Genohaus-Fonds von Jens Meier aus Schwäbisch-Hall, der das Haus vom Gläubiger abkauft und Sie entweder zur Miete darin wohnen lässt oder ihnen die Möglichkeit gibt, es in Raten oder, falls es Ihnen besser geht, mit einem Schlag zurückzukaufen.

Sehen Sie die Insolvenz nicht als Makel, sondern als eine echte Chance für einen schuldenfreien Neubeginn an. Wenn Sie sich, mit Erlaubnis des Treuhänders, selbständig machen, können Sie alle Werbekosten für Sich ausgeben, weil nur der erzielte Gewinn für den Treuhänder zur Pfändung interessiert. Bleiben Sie angestellt, bekommen Sie Ihren Lohnsteuerjahresausgleich inklusive der Entfernungspauschale oder der Essenspauschale für Einsatzwechseltätigkeit nicht vom Finanzamt auf ihr Konto überwiesen. Sondern die Finanzamtsrückerstattung geht über die gesamten sieben Jahre an den Treuhänder, obwohl Sie die Werbungskosten von Ihrem pfändungsfreien Netto aufgebracht haben.

Diskussion zum Thema:

» Regelinsolvenzverfahren und Verbraucherinsolvenzverfaren

Suchwörter zum Thema:

» Insolvenz
» Schulden
» Zwangsvollstreckung

Links zum Thema:

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» Insolvenz - was Sie wissen müssen
» Gerichtsvollzieher darf auch im Internet versteigern
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» Verkaufte Bankdarlehen: Die Rechte der Kreditnehmer
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» Einkommen vom Unterhaltsschuldner und Zwangsvollstreckung

 

01. März 08

Erpressung mit gestohlenen Kundendaten

Für die mutmaßlichen Erpresser der Liechtensteiner Landesbank (LLB) wird es jetzt ernst. Die Staatsanwaltschaft in Rostock erhob Anklage gegen die Beteiligten - im Falle eines Schuldspruchs drohen ihnen mehrjährige Haftstrafen. Die Ankläger legen den Beschuldigten zur Last, sich im Mai 2005 mehr als 2500 verschiedene Kontendaten verschafft zu haben, die zuvor von einem langjährigen Mitarbeiter der LLB gestohlen worden waren.

Die Daten hätten sie dazu benutzt, um Kontobesitzer zu erpressen. Die Versuche seien allerdings gescheitert. Anschließend sollen die Beschuldigten die Daten der LLB selbst angeboten - gegen die Zahlung von 13 Millionen Euro. Für den Fall, dass das Institut die Zahlung verweigere, hätten sie damit gedroht, die Steuerfahndung zu informieren. Für die LLB hätte dies einen beträchtlichen Imageschaden und Kundenverluste bedeutet.

Die Bank zahlte in zwei Etappen 11,5 Mio Euro und bekam dafür 1600 Datensätze, die die Kontonummer, Namen des Kontobesitzers samt Adresse und verbuchte Vermögenswerte umfassten. Gestohlen wurde jedoch 2500 Datensätze - und der Rest dieser Listen kursiert noch immer irgendwo in der Halbwelt. Die darin enthaltenen Daten sind unbekannt und sorgen nach wie vor für Unruhe unter Deutschlands Steuersündern.

 

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