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01. April 17, 02:00:00

Deutsche Cannabis AG und DCI Cannabis Institut GmbH: Hanf-Dampf in allen Gassen?


ConventWenzel Vaclav Cerveny (55) aus Kirchseeon steht in seinem Hanfladen in München und will über Crowdfunding eine Million Euro Nachrangdarlehen für ein Cannabis-Therapiezentrum in München einsammeln und hofft auf eine Hanf-Anbaugenehmigung von der Cannabis Agentur in Bonn © Youtube/DCI Cannabis Institut GmbH Anfang März 2017 unterzeichnete der Bundespräsident das Cannabis-Gesetz , das dann mitte des Monats in Kraft trat. Seitdem gibt es Cannabis für Schmerzpatienten auf Rezept bei jedem Arzt und bei jeder Apotheke.

Bauernverbände und Landwirte wittern bereits das große Anbaugeschäft. Und auch Graumarktakteure wollen an einem Cannabis-Legalisierungs-Hype teilhaben. Sie sollen angeblich versuchen, die medizinische Nutzung von Cannabis, die jetzt 20 Jahre lang hart erkämpft wurde, für irgendwelche Zwecke zu nutzen, die damit gar nichts zu tun haben sollen, wie sich ein Branchenkenner gegenüber dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net ärgert.

Die Deutsche Cannabis AG etwa. Im Jahr 1999 als F.A.M.E. AG für Film- und Musikproduktion in Berlin gegründet. Das Berliner Beteiligungsunternehmen spezialisierte sich dann auf Aktien von Solarparks und Betreiben von Photovoltaikanlagen, ist laut Hanf Journal aus Berlin-Prenzlauer Berg jedoch damit 2013 insolvent gegangen.

Im September 2014 wurde von den Aktionären dann die Umstellung auf Cannabis beschlossen. Ein Pennystock-Unternehmen nun, das in die Poppenbüttler Hauptstraße 3 in Hamburg-Poppenbüttel umgezogen ist und das mit immer neuen Meldungen für immer neue Aktienkursschübe sorgt, die, nachdem die Meldungsmacher abgesahnt haben sollen, zum Nachteil der Käufer immer wieder in den Keller fielen.

Der neue Aufsichtsratschef Lutz Petrowsky (47) aus Norderstedt in Schleswig-Holstein soll laut Schweizer Tagesanzeiger einer alten Aktienpusher-Connection um den inzwischen verurteilten Hamburger Rüdiger Friedrich Günther Beuttenmüller (47) angehört haben. Doch dazu später mehr.

Im grünen Goldrausch befindet sich auch das Start up-Unternehmen DCI Cannabis Institut GmbH aus der Sandrartstraße 16 in München, das am 13. Februar 2015 als Firma c quadrat UG (haftungsbeschränkt) in der Burgstraße 12 in München gegründet wurde und von Wenzel Vaclav Cerveny (55) aus der bayerischen Gemeinde Kirchseeon (9.500 Einwohner) geleitet wird.

Der ehemalige Landtagskandidat der Bayernpartei hatte sich schon 2015 vergeblich für eine Legalisierung von Cannabis in Bayern eingesetzt und ist Vorsitzender des Cannabis-Verbandes Bayern, einer Konkurrenz zum Deutschen Hanfverband von Georg Wurth aus Berlin-Prenzlauer Berg (Rykestraße 13). Der Cannabis-Verband Bayern betreibt in der Morassistraße 4 in München den Bioladen "Hanf".

Cerveny stellt sich als der große Cannabis-Experte dar und soll gerade versuchen, die ganze Kifferszene abzuzocken, wie ein Szene-Insider GoMoPa.net mitteilte. Cerveny sammelt seit 1. März 2017 über die Crowdfundingplattform Transvendo 1 Million Euro Nachrangdarlehen für ein angebliches erstes deutsches Therapie- und Informationszentrum zu Cannabis ein, das er in München bauen will und auf dessen Gelände er auch Hanf anbauen möchte. Die DCI Cannabis Institut GmbH hofft auf eine Anbaugenehmigung der staatlichen Cannabis-Agentur des Bundes in Bonn.

Dabei soll Cerveny von Therapie Null Ahnung haben. Er sei von Hause aus Kneipenwirt und soll Kiffer mit allen möglichen Kifferutensilien ausstatten. Das hat alles mit Konsum zu tun. Aber mit medizinischer Nutzung soll das so gut wie gar nichts zu tun haben, berichtet der Szene-Kenner.

In der Kifferszene hat er jedoch große Anhänger und gutgläubige Geldgeber:

Innerhalb von 48 Stunden hat er über die Crowdfunding-Plattform mal eben mehr als 13.300 Euro an Anlegergeld ab 100 Euro Mindestbetrag einsammeln können. Denen er 5 Prozent Rendite in Aussicht stellt. Wobei er immerhin nicht unerwähnt lässt, dass es sich um reines Risikokapital handelt. Geplanter Rückzahlungstermin: 2022.

Holprig war indes der Start: Erst auf Nachfrage von FAZ-NET-Wirtschaftsredakteur Martin Hock fiel den Initiatoren auf, dass sie auf der Crowdfunding-Plattform zwei Umsatz- und Gewinnprognosen veröffentlicht hatten, die deutlich voneinander abwichen.

Die FAZ schreibt:

Zitat:


Es ist nicht Cervenys erster Versuch einer Crowd-Finanzierung. Unter dem Namen der Gesellschaft "Petitioning To Legalise Cannabis (Germany) Limited" sollten vor zwei Jahren Aktien ausgegeben werden. Es sei aber nicht möglich gewesen, diesen Prozess mit einer englischen Firma transparent zu gestalten, so Cerveny. Deshalb sei das Projekt nicht weiter verfolgt worden und auf Empfehlung der Business Angels eine deutsche GmbH gegründet worden, um das Cannabis-Therapie-Center über Crowdinvesting transparent zu realisieren.


Doch kehren wir noch einmal zur Deutschen Cannabis AG in Hamburg-Poppenbüttel zurück.

Die Deutsche Cannabis AG macht sich erwartungsgemäß auch das neue Cannabis-Gesetz zunutze und hat bereits angekündigt, auf der nächsten Hauptversammlung am 11. April 2017 um 10 Uhr im Internationalen Handelszentrum in der Friedrichstraße 95 in Berlin-Mitte beschließen zu wollen, die bereits handelbaren Inhaber-Stückaktien gleich mal zu verdoppeln und zwar zum Mindestpreis von 1 Euro. Würden sich dafür Käufer finden, die alle Aktien zu diesem Mindestpreis kaufen, würde das ein frisches Kapital von rund 3,76 Millionen Euro in die Firmenkasse spülen.

Ein Marktbeobachter sagte gegenüber GoMoPa.net:

Zitat:


Die Deutsche Cannabis AG, das ist ganz interessant. Das ist halt Pennystock. Und ich kann fast ohne Hellseherfähigkeiten voraussagen, was in den nächsten Tagen und Wochen passiert. Die Aktie wird in den nächsten zwei Wochen noch ein- oder zwei Mal durch die Decke schießen. Und zwar immer dann, wenn es neue Nachrichten zu den kommenden Gesetzesänderungen bezüglich der medizinischen Nutzung von Cannabis geht. Da machen die ihre Gewinne mit.

Auch ein Blick auf die Bekanntmachung zur kommenden Hauptversammlung der Deutschen Cannabis AG lohnt sich. Alle wichtigen Leute und Initiatoren sind auf einmal raus.


Worum es im Hintergrund beim Geschäftsführerkarussell der Deutschen Cannabis AG wirklich gehen könnte, erschließt sich tatsächlich, wenn man auf die Ankündigung zur Hauptversammlung schaut.

Das 2014 genehmigte Kapital der Deutschen Cannabis AG ist durch den Erwerb von 59 Prozent der Geschäftsanteile an einer Canny Pets GmbH ausgeschöpft, heißt es in der Ankündigung zur Hauptversammlung in Berlin.

Und weiter beinhaltet die Hauptversammlungs-Ankündigung: Wenn die Alt-Aktionäre die neuen rund 3,76 Millionen Inhaber-Aktien nicht kaufen sollten, gehen die unverkauften Aktien an Carsten Michael Siegemund aus dem Moorfuhrtweg 4 in 22301 Hamburg und die Intercap Beteiligungs UG (haftungsbeschränkt), die sich am gleichen Sitz wie die Deutsche Cannabis AG befindet, nämlich in der Poppenbüttler Hauptstraße 3 in 22399 Hamburg. Siegemund und die Intercap müssen die Aktien nicht mit Geld bezahlen, sondern mit einer Sacheinlage in Form von bis zu 100 Prozent an Geschäftsanteilen einer Firma, die erst noch gegründet werden muss: einer Medican Handels GmbH in Gründung in Hamburg.

Der Marktbeobachter zu GoMoPa.net:

Zitat:


Seit 2012 gibt es irgendwelche komische Mitteilungen, die wären aktiv und es gebe eine medizinische Nutzung. Bla, bla, bla. Es gibt nirgendwo richtige Firmensitze für operatives Geschäft. Gibt es nicht.


Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat der Deutschen Cannabis AG vorigen Herbst ein Zwangsgeld von 140.000 Euro auferlegt. Grund dafür ist ein Verstoß gegen die Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG), wie die ARD berichtete.

Die AG hatte es bisher versäumt, die Jahresbilanz aus dem Jahr 2015 zu veröffentlichten. Diese muss laut Gesetzt vier Monate nach Abschluss des Geschäftsjahres erstellt und veröffentlicht werden. Bisher liegt nur der Jahresabschluss aus dem Jahr 2014 vor. Vorstand Andre Müller äußerte sich gegenüber boerse.ARD wie folgt:

Zitat:


Die in Rede stehenden Abschlüsse sind für uns nur unter großen Schwierigkeiten erstellbar, da eine geordnete Übergabe durch die früheren Organe nie stattgefunden hat. Dennoch gehen wir davon aus, die Abschlüsse noch in diesem Jahr fertigzustellen und auf dieser Grundlage auch eine Verständigung mit der Behörde erzielen zu können.


Erst wenn der Abschluss vorliegt, kann die Deutsche Cannabis AG das Zwangsgeld anfechten.

Die Geschäftszahlen scheinen der Einschätzung des Marktbeobachters auf ein fehlendes operatives Geschäft Recht zu geben.

Der Umsatz der Deutschen Cannabis AG lag im letzten veröffentlichten Bilanzjahr 2013 lediglich bei 1.327 Euro. Das working capital lag im Minus, bei -46.414 Euro (2010 lag es noch bei plus 581.566 Euro). So viel zum operativen Geschäft.

Und trotz eines gezeichneten Kapitals von rund 2,26 Millionen Euro im Jahr 2013 (im Jahr davor 1,74 Millionen Euro) sank das Reinvermögen (Eigenkapital) der Deutschen Cannabis AG von rund 691.000 Euro im Jahr 2010 auf nur noch 150.277 Euro im Jahr 2013. Die rund 3,76 Millionen Inhaber-Aktien sind nennwertlos. Das Ergebnis vor Steuern lag seit 2009 immer im Minus, Jahr für Jahr bei stets über minus 100.000 Euro.

Der Firmensitz in Hamburg-Poppenbüttel und auch die Personalie Carsten Michael Siegemund (48), dem direkt 8,25 Prozent der Aktien gehören, spielen eine ganz besondere Rolle.

Siegemund ist am 21. April 2016 von seinem Vorstandsposten bei der Deutschen Cannabis AG zurückgetreten. Am 11. April 2017 sollen die Aktionäre genehmigen, dass das 2014er Kapital (rund 1,25 Millionen junge Aktien) für den Kauf von 59 Prozent der Canny Pets GmbH ausgegeben werden soll.

Die Canny Pets GmbH aus dem Hans-Henny-Jahnn-Weg 53 in Hamburg-Uhlenhorst wurde am 29. September 2015 gegründet, bietet Bio-Hanf-Proteine und Cookis (Kekse) für Hund mit Hanf aus der Lüneburger Heide an und wird seit dem 29. Dezember 2015 von Carsten Michael Siegemund geleitet.

Die Canny Pets GmbH gehört zur Hälfte der Intercap Beteiligungs UG (haftungsbeschränkt) aus Hamburg-Poppenbüttel.

Die andere Hälfte teilen sich Carsten Michael Siegemund (40 Prozent) und Andreas Arndt (10 Prozent) aus Kremperheide in Schleswig-Holstein, der als Vorstand der Deutschen Cannabis AG zusammen mit Siegemund am 21. April 2016 zurückgetreten war. Arndts Firma Wurzel-Baugsellschaft mbH aus Mansfeld (Vatteröder Straße 13) wurde am 11. November 2016 von Amts wegen gelöscht, nachdem das Amtsgericht Halle am 25. März 2013 die Insolvenz eröffnet hatte.

Für die Berufung in den Vorstand der Deutschen Cannabis AG war es nicht hinderlich, dass Arndt 2014 die Vermögensauskunft verweigerte und von November 2014 bis Juli 2015 in 15 Fällen den Gerichtsvollzieher wegen erkennbarer Aussichtslosigkeit der Vollstreckung wieder wegschicken musste.

Die Intercap Beteiligungs UG (haftungsbeschränkt), auf die ja die neuen Inhaber-Aktien der Deutschen Cannabis AG überschrieben werden sollen, die die Altaktionäre nicht kaufen, wurde am 28. Januar 2015 mit 100 Euro Kapital in der Poppenbüttler Hauptstraße 3 gegründet.

Zum Geschäftsführer der Interdap Beteiligungs UG (haftungsbeschränkt) wurde ausgerechnet der vorbelastete Hamburger Rüdiger Friedrich Günther Beuttenmüller bestellt. Er leitet in der Poppenbüttler Hauptstraße 3 auch noch folgende Firmen:

Beuttenmüller ist Vorstand einer am 28. Januar 2015 mit 100 Euro Kapital gegründeten Sharepicker Beteiligungs UG (haftungsbeschränkt).

Beuttenmüller ist Geschäftsführer einer XDEOS Grundbesitz GmbH mit einem Reinvermögen laut letzter veröffentlichter Bilanz von minus 168.473 Euro.

Beuttenmüller ist Vorstand einer am 26. Januar 2001 gegründeten Schloß-Gut Wansdorf AG (Reinvermögen laut letzter veröffentlichter Bilanz: minus 3.925 Euro).

Und seit 24. April 2015 führt er nun auch noch die Intercap Beteiligungs UG (haftungsbeschränkt).

Dabei stört es offenbar nicht, dass Beuttenmüller von Mai 2014 bis Februar 2016 in 5 Fällen eine erkennbare Aussichtslosigkeit der Vollstreckung gegenüber dem Gerichtsvollzieher zeigte. Am 13. Oktober 2016 wurde Beuttenmüllers Privatinsolvenz mangels Masse abgewiesen (AZ: 67GIN33516). Am 11. November 2016 musste der Gerichtsvollzieher in einem weiteren Fall wegen erkennbarer Aussichtslosigkeit der Vollstreckung wieder abziehen.

Und ebenso scheint es bei der Deutschen Cannabis AG, niemanden zu stören, dass Rüdiger Beuttenmüller ein altbekannter Pennystock-Aktienpusher sein soll, wie GoMoPa.net berichtete.

Laut Schweizer Tagesanzeiger ging die Beuttenmüller AG 2001 bankrott.

Über Beuttenmüller heißt es im Tagesanzeiger:

Zitat:


Im Zuge dieser Wirren wurde gegen ihn wegen unerlaubter Finanzgeschäfte ermittelt; vor dem Landgericht Hamburg räumte er Bilanzfälschung ein und wurde 2003 in erster Instanz zu 34 Monaten Gefängnis verurteilt.


ConventAuf der Homepage der Deutschen Cannabis AG aus Hamburg-Poppenbüttel erfährt man über den neuen Alleinvorstand Andre Müller und den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Lutz Petrowsky nichts, auf GoMoPa.net schon © Deutsche Cannabis AG Bei der Hauptversammlung am 11. April 2017 in Berlin soll auch der neue Aufsichtsratsvorsitzende Kaufmann Lutz Petrowsky aus Norderstedt im Amt bestätigt werden. Er sprang am 23. Oktober 2015 für den bisherigen Aufsichtsratschef Ingo Voigt (41) aus Hamburg ein, der 5,58 Prozent Aktien hält und sein Mandat am 31. Mai 2015 niederlegte.

Auf der Internetseite der Deutschen Cannabis AG heißt es über Lutz Petrow Petrowsky.

Zitat:


Lutz Petrowsky

Vorsitzender des Aufsichtsrates

Vorstellung folgt in Kürze.


Darauf braucht man aber nicht zu warten. Lutz Petrowsky wurde schon einmal vom Redakteur des Schweizer Tagesanzeigers am 7. Dezember 2006 vorgestellt. Demnach soll Petrowsky zur Connection des später verhafteten Aktienpushers Rüdiger Beuttenmüllers gehört haben, vor dem GoMoPa.net im Dezember 2009 warnte.

Laut Tagesanzeiger soll Petrowsky mit der Zuger Briefkastenfirma Center-Tainment Aktien an der Frankfurter Börse mit der Legende gepusht haben, Center-Tainment würde Disneyland übernehmen:

Zitat:


Die Männer hinter der obskuren Center-Tainment

Die börsenkotierte Zuger Briefkastenfirma wollte Euro Disney übernehmen.

Das Umfeld eines einschlägig bekannten Financiers zog dabei die Fäden.

Von Christian Bütikofer

Die Zuger Center-Tainment verkündete Ende November, sie wolle den Vergnügungspark Euro Disney bei Paris übernehmen. Das an der Frankfurter Börse kotierte Unternehmen behauptete, mit Firmen zusammenzuarbeiten, die langjährige Erfahrung in der Führung von Freizeitparks besässen. Die Pariser Börsenaufsicht (AMF) wollte Konkretes sehen: Bis Montagabend hätten die Zuger eine konkrete Offerte einreichen sollen. Doch dies tat sie nicht.

Die Center-Tainment existiert erst seit diesem Mai. Präsident wurde der Hamburger Michael Kreidenberg, der seit 2001 schon in über 90 deutschen Firmen anzutreffen war. Neben ihm fungierte der Zürcher Treuhänder Ren? Longini als Verwaltungsrat. Er blieb bis Mitte Oktober und sammelte bereits Erfahrung mit illustren Kunden - so der notorischen Fax-Spammer-Firma WMZ Medien Werbung oder der Agenzia Coin des in diesem Jahr erstinstanzlich wegen Veruntreuung verurteilten Michele V.

Bereits im Juli verabschiedete sich Kreidenberg als Präsident. Auf ihn folgte der 60-jährige norddeutsche Bankkaufmann Ulf Herbert Werner, der sich auch schon mit Immobilien beschäftigte. Ein dem TA vorliegendes Dokument zeigt, dass bei diesem Beschluss der 36-jährige Rüdiger Beuttenmüller anwesend war - fürs Verfassen des Sitzungsprotokolls reiste er an jenem 12. Juli extra nach Zürich; bis heute trat er für die Center-Tainment nie öffentlich in Erscheinung.

Die Beuttenmüller-Connection

Beuttenmüller gehört zu den schillernden Figuren der deutschen Finanzszene. Während des Internet- und Börsenbooms Ende der 90er-Jahre galt er als Star - seine Beuttenmüller AG sorgte für Furore. Er engagierte sich unter anderem beim Prozessfinanzierer Foris, der Kamerafirma Leica, widmete sich Computerspiel-Projekten sowie in Österreich der Online-Auktionsseite Bidmania. Der Absturz folgte bald: 2001 ging die Beuttenmüller AG bankrott. Im Zuge dieser Wirren wurde gegen ihn wegen unerlaubter Finanzgeschäfte ermittelt; vor dem Landgericht Hamburg räumte er Bilanzfälschung ein und wurde 2003 in erster Instanz zu 34 Monaten Gefängnis verurteilt.

Auch in der Schweiz betrat Beuttenmüller die Bühne der Wirtschaft: Mit seinem ehemaligen Geschäftsleitungsassistenten Lutz Petrowsky versuchte er 2004, mit Hilfe des amerikanischen Sammelklagen-Spezialisten Ed Fagan, die Schweizer Bank UBS auf Millionen einzuklagen.

Im selben Boot wie Center-Tainment sitzt auch die deutsche Firma Krawallino, die mit einer Makro Capital GmbH in Verbindung steht: Bei beiden waren die Beuttenmüller-Spezies Kreidenberg und Petrowsky involviert, Beuttenmüller führt die Makro Capital. Sie hat sich auf kleine Firmen in den USA spezialisiert, die im schwach regulierten Over The Counter Bulletin Board (OTCBB) gehandelt werden. Beuttenmüller war in einer solchen Firma, der Endovasc, im Prüfungsausschuss. Kaum überraschend, dass man ihn mit Geschäftspartner Petrowsky auch in Florida antrifft - zum Beispiel in der Market Capital of America.

Pseudo-Insider-Webseite

Laut der "Neuen Luzerner Zeitung" beteuerte Center-Tainment-Präsident Ulf Werner, dass die Übernahmeankündigung kein Versuch war, die Aktienkurse zu manipulieren. Er nervt sich über die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ), welche sich "nicht an das Vorabveröffentlichungsverbot" gehalten habe. Stutzig macht die Tatsache, dass bereits Mitte Oktober, lange vor der FAZ, anonym die Webseite www.top-share.info ins Internet gestellt wurde, die "Insiderwissen" über diese Firma enthält.

"Wir haben mit dem Management vertraulich gesprochen. Es sei die Akquisition einer absoluten Weltmarke im Freizeitbereich auf europäischem Boden geplant. Weltmarken sind . . . im Freizeitbereich Walt Disney. Und gibt es nicht vor den Toren von Paris den Ableger Euro Disney?" Webseiten wie diese sind nicht nur bei OTCBB-Firmen beliebt, um Kurse zu pushen.


Minusmann Alleinvorstand Andre Müller

Zum neuen Vorstand und einzigem Alleinvertretungsberechtigten der Deutschen Cannabis AG wurde am 21. April 2016 der Hamburger Andre Herbert Müller (56) berufen. Man könnte ihn auch als Minusmann bezeichnen.

Müller hatte zuvor am 5. November 2015 in der Poppenbüttler Hauptstraße 3 mit 500 Euro Kapital eine Cannacare UG (haftungsbeschränkt) gegründet. Der Geschäftsgegenstand sollte sein: "Konzeption und Vertrieb von Kosmetik- und Nahrungsergänzungsmitteln". Doch die Firma ist inaktiv. Sie wurde am 30. August 2016 von Amts wegen gelöscht.

Der neue Vorstand der Deutschen Cannabis AG leitet an selber Stelle in der Poppenbüttler Hauptstraße 3 auch noch eine LBW Venture Capital AG. Sie wurde am 8. Januar 2005 gegründet und gilt als bilanziell überschuldet. Der letzte veröffentlichte Bilanzbericht weist zum Ende 2012 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von minus 364.495 Euro aus.

Die LBW Venture Capital AG schloss das letzte veröffentlichte Bilanzjahr 2012 mit einem Verlust von minus 370.729 Euro ab, nachdem sie im Jahr zuvor noch einen Überschuss von rund 5,8 Millionen Euro erwirtschaftet hatte.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der neue Chef der Deutschen Cannabis AG im Nebenjob seit dem 24. Juni 2016 Geschäftsführer des Chemie-Großhandels Micro Chemie GmbH im Hallig-Hooge-Stieg 45 in Norderstedt in Schleswig-Holstein ist. Die am 8. Januar 2013 gegründete Firma hat am 25. November 2015 Insolvenz beantragt. Das Verfahren wurde am 25. Januar 2016 eröffnet. Alleininhaberin ist die 22 Jahre junge Griechin Roxana Wien aus Athen, die bis zum 6. Oktober 2015 als Geschäftsführerin eingesetzt war.

Aber es gibt ja noch den Bayern Wenzel Vaclav Cerveny mit seinen Cannabis-Nachrangdarlehen zu 5 Prozent.

Er behauptet, das Geld diene zur Finanzierung einer Immobilie, in die ein Therapie- und Informationszentrum zu Cannabis einziehen soll.

Ein Kenner der Szene, der seinen Namen nicht in der Öffentlichkeit lesen möchte, kann gegenüber GoMoPa.net nur warnen:

Zitat:


Da werden schon in der Projektdarstellung falsche Fakten vermittelt. Da werden Bongs beworben, Purpfeifen und andere Headshop-Artikel - als Dankeschön für sein Crowd-Foundinginvestment. Der Markt um die medizinische Nutzung, der gerade entsteht, sieht freilich anders aus. Da findet man Medizinproduktehersteller oder alternative Pharmafirmen. Auch findet man Pharmagroßhandelsunternehmen, die auf dem Markt aktiv sind. Das sind alles bereits jetzt in der Gesundheits-, Medizinprodukte- sowie Pharmaindustrie etablierte Unternehmen. Medizinische Nutzung hat eine ganz klare Indikation und hat gar keinen Bezug zum Kiffen.

Was Cerveny und seine Leute machen, ist genau das Gegenteil von medizinischer Nutzung. Die nutzen die ganzen Geschichten und Nachrichte,n um die neue kommende Gesetzgebung für den medizinischen Gebrauch von Cannabis, um einen riesen Hype zu erzeugen. Mit diesem Hype versuchen die, den schnellen Euro zu machen und vielleicht noch die Diskussion um die allgemeine Legalisierung in Bayern zu puschen.


Laut dem Szene-Kenner muss man an der Seriosität von Cerveny auch aus folgendem Grund zweifeln:

Zitat:


Im konservativen Bayern ist die Cannabis-Gesetzeslage sowie die politische Diskussion beim "Reizwort" Cannabis ganz hart. Und Cerveny hat sich in den letzten Jahren als eine Art Hanf-Messias aufgebaut und positioniert.

Er hat 2015 ein Cannabis-Volksbegehren "Ja zu Cannabis" im Freistaat gestartet, das von vornherein von rechtlicher Seite verfassungsrechtlich überhaupt nicht machbar war. Die hat er in den Bayerischen Landtag gebracht. Dort musste darüber entschieden werden. Sie wurde abgelehnt. Das war von vornherein klar, weil die ganze Forderung so wie er sich das vorstellte nach deutschem Recht nicht machbar war.

Jetzt versucht er es wieder neu. Und auch die neue Petition vom 3. März 2017 "Ja zur Legalisierung von Cannabis in Deutschland als Medizin, Genussmittel und Rohstoff" ist überhaupt nicht rechtlich umsetzbar. Und auch noch falsch gestartet. Weil, wenn das einschlägig durschlagen soll, muss man eine Petition über den Petitionsausschuss online im Bundestag stellen. Er nutzt irgendwelche anderen Portale.

Das Ganze hat keinen Wert. Er ist aber auch gleichzeitig Betreiber der größten Cannabis-Messe in Bayern. Das ist die Cannabis XXL, die in diesem Jahr vom 28. bis 30. Juli in München stattfindet. Ein Messestand auf der 2.000 Quadratmeter großen Messe soll 150 Euro kosten.

Und dieses ganze Werbung für sein Therapiezentrum ist im Blickwinkel für jemanden, der sich ein wenig mit der Marktsituation befasst hat, schnell durchschaubar. Alleine die Merchandising-Artikel, die er für das Projekt anbietet, zum Beispiel Unterhosen mit Hanfblättern, das ist und bleibt alles Head-Shop-Niveau.

Das hat nichts mit Medizin und Therapie zu tun.

Ärzte, die er nennt, die er angeblich für sein Therapiezentrum gewinnen konnte, die distanzieren sich schon offiziell auf seinen Facebookseiten von ihm. Aber die ganzen Kiffer und Hippies, also die Szene, der es mehr um die allgemeine Legalisierung geht und die er gezielt anspricht, die halten ihn hoch. Da kannst du mit noch so tollen Argumenten kommen.

Viele, die in diesen Bewegungen / Szenen aktiv sind, investieren nun jetzt Geld für den "guten Zweck" rein. Zwar alles kleine Beträge. Nicht so, wie im großen Immobiliengeschäft. Aber das läuft und hat sehr wahrscheinlich am Ende einen großen Vorteil. Viele investieren wahrscheinlich von vorne rein nicht mit der Erwartung, am Ende eine traumhafte 5-Prozent-Verzinsung für ihr Investment zu bekommen, sondern sehen es eher als eine Investition in die Zukunft für eine bessere Drogenpolitik oder für den guten Zweck.

Wenn am Ende nix draus wird und das Geld futsch ist,dann ist bei vielen der geprellten Kleinanleger nicht der Herr Cerveny schuld, sondern eher die böse Politik und ihre Lobbyisten, Bigpharma und die Lügenpresse. Die größte Gefahr ist sicherlich für den Kleinanleger, der nach einem gut verzinsten Investment sucht und die ganzen Hintergrundinfos nicht kennt, folgendes. Der wird meiner Einschätzung nach sein Investment in heiße Luft verwandeln. Natürlich Thc-frei.

Das perfide an der ganzen Sache ist, dass es da eigentlich um eine tolle und wichtige Sache geht und nun durch diesen Riesen-Hype ein fiktiver Graumarkt inzeniert wird, der überhaupt nicht existiert. Der echte Markt besteht, wie gesagt, aus grundsoliden Unternehmen, die bereits schon lange aktiv sind und jetzt ausloten, wie man sich das Know-How aneignet / einkauft, um überhaupt die Bedingungen, die in Deutschland vorausgesetzt werden, um medizinisch anbauen zu können, zu erfüllen.

Da geht es mehr um Sicherheitsfragen - so ein Hersteller muss Sicherheitsauflagen erfüllen. Die Anbauräume gleichen einem Tresor. Auch sind hochmedizinische Anbauszenarien zu beachten, weil, man kann nicht einfach ein paar Samen in die Erde werfen und dann nach czirka 2 Monaten Medizinal-Hanf ernten. Nein, es muss garantiert werden, dass jede Pflanze ein Medizinprodukt ist, die die gleichen Werte von den pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffen in jeder Charge aufweist sowie keimfrei ist. Das sind Vorgaben, die bekommt man nur mit viel Know How im Hintergrund hin.

Da gibt es die Firma Bedrocan in Holland. Die waren die ersten. Und seit Herbst letzten Jahres gibt es noch 2 Anbieter, die aus Kanada Medizinal-Hanf nach Deutschland importieren.

Jeder, der jetzt denkt, da ist ein Riesen-Markt wie in den USA, wo man nun mal eben einsteigen könne, sollte vorsichtig sein, weil: Die Ausschreibungen werden europaweit erfolgen.

Zu einem gibt es Firmen im EU-Ausland, die schon Erfahrung auf dem legalen europäischen Medizinalhanfmarkt haben wie zum Beispiel Bedrocan in Holland, die auch seit Jahren den deutschen Bedarf an Medizinal-Cannabis für Ausnahmepatienten und Forschung sicherstellen.

Zum anderen muss man hervorragende Kenntinsse von der gesamten Materie des Pharamacannabis haben. Hier in Deutschland wird der Cannabismarkt auch nicht so liberal sein wie in den USA. Dort bekommt man bei Ärzten, die nix anderes machen, mal eben ein Rezept nach einer oberflächlichen Untersuchung. Hierzulande werden in Zukunft cannabishaltige Medikamente oder Medizinalhanfblüten auf einem BTM-Rezept verschrieben, wofür die hohe Anforderungen an Ärzte und Apotheker bestehen.

Während Cannabis in den USA theoretisch wegen Fußpilzes auf Rezept verschrieben werden kann, muss ein deutscher Arzt nachweisen, dass Cannabis bei seinem Patienten so ziemlich das letzte zur Verfügung stehende Mittel ist, um die Leiden seines Patienten zu lindern - weil alles andere nicht hilft oder vertragen wird. Cannabis wird hierzulande mit starken Opiaten wie Morphin oder Fentanyl als Betäubungsmittel gleichgesetzt und stark reglementiert sowie staatlich überwacht. Alleine dadurch wird der reale Bedarf überschaubar bleiben.

Ab 3. März 2017 arbeitet die Cannabis Bundesagentur.

Die ist staatlich vorgesehen. Das ist eine Vorgabe aus internationalen UN-Verträgen. Wenn ein Staat das therapeutisch nutzen will, muss der Staat eine Cannabis-Agentur gründen, die die Aufsicht führt.

In Holland ist diese beim Ministerie van Volksgezondheid Welzijn en Sport angesiedelt, hier in Deutschland beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in der Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 in 53175 Bonn. Die Cannabis Agentur wird nun bald damit anfangen, die Ausschreibungen zu starten. Was sicherlich in nächster Zeit noch für so manche unrealistische Startup-Idee sorgen wird.

Ich kann mich nur noch mal wiederholen. Die Firmen die sich auf diese Ausschreibungen bewerben müssen nachweisen, wie das Cannabis genau angebaut wird. Das Problem ist: Das muss in einem Reinraum gezüchtet werden. Das muss bestrahlt werden, weil es ja auch unter umständen Patienten zum Beispiel bei Krebstherapien mit defekten Immunsystem bekommen. Das sind hohe Anforderungen. Viele Medizinalhanfsorten werden deswegen vor Auslieferung Gammabestrahlt.

Es gibt nur ganz wenige Leute, die diese hohen Anforderungen erfüllen können. Es gibt Bauernverbände und Landwirtschaftsunternehmen, die da schon öffentlich um die begehrten Anbaulizenzen buhlen. Die haben aber alle keine Chance. Und diese Firmen, die sich da öffentlich mit viel PR positionieren, erst Recht nicht. Weil: Letztendlich kann man schon, ohne Experte sein zu müssen, ahnen, wer es machen wird.

In Deutschland ist es Bionorica SE, die ziemlich weit vorne dabei sind - ein forschender, mittelständischer deutscher Hersteller pflanzlicher Arzneimittel mit Sitz in Neumarkt in der Oberpfalz, der wahrscheinlich eine Anbaulizenz bekommt. Die haben auch schon seit Jahren Erfahrung in der Herstellung von Cannabisextracten oder der halbsynthetischen Herstellung von THC. Sie haben auch schon eine Lizenz. Allerdings werden die keine Produkte in Blütenform herstellen, sondern auf Cannabis basiernde Medikamente setzen.

Für medizinische Cannabisblüten ist Bedrocan ein potentieller Lizenzeranwärter. Es wird derzeit täglich mit der Gründung einer deutschen GmbH als Tochterfirma gerechnet, die sich für den Anbau für Medizinalhanfblüten in Deutschland bewerben wird.

Der niederländische Medizinhanf-Hersteller ist anfang 2017 nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen weltweit nach den Vorgaben der Good Manufacturing Practice (GMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zertifiziert worden. Die EMA-Inspektoren zertifizierten die Produktionsstätte in den Niederlanden. Die in Kanada und der Tschechischen Republik sollen im kommenden Jahr folgen.

Es sind also zwei, drei Firmen, die die Lizenzen am Ende zugeteilt bekommen. Lass es im Jahr eine Tonne Hanf pro Firma sein, was diese im pro Jahr produzieren können, um alle deutschen Patienten zu versorgen.

Da kann man keinen guten Reibach mit machen.

5 Gramm THC in Form von Bedrocan Blüten kosteten die knapp 1.000 deutschen Patienten, die es bereits gibt, bislang ungefähr zwischen 60 Euro - 120 Euro in der Apotheke. In den Niederlanden geht die gleiche Dosis für zirka 36 Eur über den Apothekertisch.

Jetzt muss man aber noch sagen, seitens der staatlichen Cannabis Agentur darf kein Gewinn gemacht werden. Das heißt: Die Preise werden, sobald die ersten in Deutschland produzierten Ernten auf dem Markt kommen, festgeschrieben. Das heißt: Hierdurch wird das Ganze noch wesentlich günstiger als jetzt mit den Auslandsimporten. Diese werden durch den Import halb so teuer, weil derzeit 100 % auf den Apotheken-Einkaufspreis (der dem niederländischen Endverbraucherpreis entspricht) draufgeschlagen wird.

Deswegen ist da überhaupt nicht das Geld da, was da die ganzen Spekulationsmeldungen an der Börse und sonstwo nähren könnte. Die Meldungen, die da existieren, sind alle falsch. Die sind alle gelogen. Und was der Cerveny macht. Das wird höchstwahrscheinlich einen Riesenimage-Schaden geben, für alle, die vielleicht doch ein wenig Know-How haben und gerne ein seriöses Startup gegründet hätten. Der Herr Cerveny kann nur pleite gehen, wenn der so mit seinem Projekt weitermacht.


GoMoPa.net: Wir danken für das Gespräch. Nun denn...

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01. April 16, 02:00:00

Steuerfahndung ermittelt gegen Golfclub Berlin Wannsee: Geschäfte mit der Gemeinnützigkeit?


ConventDer elitäre Golf und Land-Club Berlin Wannsee ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt und von der Steuer befreit © Die Story im Ersten Ein elitärer Verein wie der Berliner Golfclub am Wannsee ist ein nobler Treffpunkt für Unternehmer, Prominente, Politiker und Gutverdiener. Das Finanzamt hat ihr exklusives Hobby als gemeinnützig anerkannt.

Großspender sparen dadurch kräftig Steuern. Fast 6.000 Vereine gibt es in Deutschland. Die meisten sind zu Recht gemeinnützig. Sie dienen dem Breitensport, der Kultur oder sozialen Zwecke und müssen deshalb auch keine Steuern zahlen.

Was vor allem kleinen Vereinen helfen soll, ist ein millionenschweres Privileg für einige große. Welche Geschäfte machen sie mit der Gemeinnützigkeit? Und wer kontrolliert sie dabei?

Die Autoren Sascha Adamek und Martin Hahn vom WDR-Magazin Die Story warfen unter anderem einen Blick hinter die Kulissen des sehr einflussreichen Golf- und Land-Clubs Berlin Wannsee.

Dort werden die Journalisten vor die Tür gesetzt. Beim letzten Sommerfest durften sie nur als Zaungäste das große Feuerwerk am Himmel über Berlin bewundern. Doch die Feierlaune ist etwas getrübt. Denn der Club hat Probleme mit dem Finanzamt.

Berliner Steuerfahnder und Staatsanwälte ermitteln in 400 Fällen gegen Mitglieder des Golfclubs. Der Vorwurf lautet:

Diese sollen neben ihren Mitgliedsbeiträgen zusätzlich 20.000 Euro gespendet und das steuerlich geltend gemacht haben, weil der Club gemeinnützig ist.

Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass die Spenden quasi als zusätzliche Eintrittsgebühr erbracht werden mussten. Das wäre verboten. Manch einfaches Mitglied sorgt sich nun um die Zukunft des Vereins.

Peter Schlögel, Mitglied des Golfclubs Wannsee e.V. sagte dem WDR:

Zitat:


Sie dürfen zum Zwecke der Aufnahme keine besonderen Gebühren nehmen. Sie können eine Investitionsumlage, die beschlossen ist, von Mitgliedern nehmen. Sie können einen Aufnahmebeitrag nehmen. Aber keine Sondereinnahmen. Weil, die können als Spenden genommen werden, dürfen aber kein Junktum sein für die Aufnahme. So nach dem Motto: 'Wenn Sie spenden, werden Sie Mitglied. Wenn Sie nicht spenden, werden sie kein Mitglied.' So ist aber der durchaus ergreifende Verdacht der Steuerfahndung. Das wäre Missbrauch der Gemeinnützigkeit.


Schlögel weiter:

Zitat:


Das Problem ist, wenn die Fälle im Jahr 2008 und 2009 aufgetreten sein sollen, dann kann uns rückwärts die Gemeinnützigkeit aberkannt werden. Das bedeutet aber, wenn das auf 2008, 2007 eventuell zurückgeht, dann muss für die Jahre alles nachversteuert werden.


Der WDR hakt nach: "Und auch die Spenden müssen nachversteuert werden. Die sind ja abgezogen worden von der Steuer."

Clubmitglied Schlögel:

Zitat:


Die sind nicht nur abgezogen worden. Das ist Steuerhinterziehung. Das ist noch viel schlimmer.


Wie schlimm es ist, muss allerdings erst einmal die Staatsanwaltschaft ermitteln.

Dieser Mann soll der Drahtzieher sein:

Roland Specker, Berliner Großinvestor, Mäzen, passionierter Golfspieler und bis 2009 Vorsitzender des Golfclubs. Er erzählt freimütig, er habe in seiner Amtszeit immerhin 7 Millionen Euro Spenden eingeworben.

Specker:

Zitat:


Ich kenne es so, dass man als Mitglied wusste und es auch gerne gemacht hat, dass man irgendwann im Laufe seiner Mitgliedschaft dem Verein eine Spende zukommen lässt. Dieses ist Tradition. Und als ich Präsident wurde und die Aufnahmegespräche mit den neuen Mitgliedern geführt habe, das waren in den zehn Jahren mit rund 450 Mitgliedern, habe ich bei Aufnahmegesprächen immer auf diese Tatsache hingewiesen. Wir brauchen Spenden. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie im Laufe ihrer Mitgliedschaft eine Spende machen würden.


Hartmut Mehdorn spendete mit seiner Frau 40.000 Euro

Ins Visier der Ermittler geriet auch der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn (73), Bahnchef vom 16. Dezember 1999 bis 30. April 2009, der im Jahr 2008 mit seiner Frau 40.000 Euro spendete. Mehdorn weist aber strikt von sich, dadurch Steuern hinterzogen zu haben.

Ex-Präsident Specker:

Zitat:


Mehdorn ist im Jahr 2000 eingetreten. Mit seiner Frau. Hat nichts gespendet. Ich kann mich an das Gespräch mit ihm sehr gut erinnern. Ich habe ihn 2008 angerufen. Im Oktober oder November und sage, wie sieht's denn aus und so. 'Ja, um welchen Betrag geht es denn?'. Ja, 20.000 Euro geben die meisten. Ende 2008 hat er 40.000 Euro gespendet. Und das war's. Außerhalb dieser Mitgliedschaft und der Freiwilligkeit und diesen Zwängen. Wer schafft es schon, Herrn Mehdorn zu zwingen, 40.000 Euro zu spenden? Wo ist die rechtliche Grundlage des Zwangs gewesen.


Den Ermittlern dürfte es tatsächlich schwer fallen, einen Zwang zu Spenden nachzuweisen. Für die wohlhabenden Clubmitglieder gehörte eine milde Gabe womöglich zum guten Ton. Die Gemeinnützigkeit des Golfclubs Berlin Wannsee hat für die Spender ohnehin einen angenehmen Nebeneffekt. Sie zahlen weniger Steuern.

Ex-Präsident Specker:

Zitat:


Wenn jemand Geld gibt, dann kann er die Summe bei seiner Steuererklärung einreichen. Und er spart zwischen 30 und 50 Prozent Steuern von diesem Betrag.


Sprich: Bei einer Spende von 30.000 Euro würde er bis zu 15.000 Euro Steuern sparen. Specker: "Genau so ist es." Bis zu 15.000 Euro weniger Steuern für ein einzelnes Golfclub-Mitglied, nur weil er seinem eigenen Freizeitklub spendet. 15.000 Euro kostet das die Allgemeinheit.

Der Wirtschaftswissenschaftler Professor Wolfram Richter ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat beim Bundesfinanzministerium in Berlin. Schon im Jahr 2006 verfasste er für das Gremium ein kritisches Gutachten über die Steuerprivilegien bei Gemeinnützigkeiten.

Professor Richter:

Zitat:


Wir hatten Eindruck, dass in Deutschland der Bereich der Gemeinnützigkeit stärker geordnet werden sollte. Wir hatten den Eindruck, dass die abgaberechtlichen Privilegien der Gemeinnützigkeit zu weit gehen. Der Leitgedanke ist gewesen, dass wir uns sagten: Nur eine Tätigkeit kann erstens steuerlich privilegiert werden. Und es sollten weniger Körperschaften sein, sondern Tätigkeiten. Und es sollten Tätigkeiten sein, die den Staat von Pflichtaufgaben befreien.


2006 wurden die Vorschläge im Bundesfinanzministerium gehört. Professor Richter:

Zitat:


Es war eine Zeit, da Haushaltspolitik unter Konsolidierungsdruck stand. Wir dachten damals, dass das Bundesfinanzministerium begeistert sein müsste. Wir machten konkrete Vorschläge, wie man steuerliche Privilegien abbauen kann. Und tatsächlich wurde das Gutachten von der damaligen Staatssekretärin Barbara Hendriks sehr wohlwollend entgegenzukommen.


Die Fachbeamten im Bundesfinanzministerium schienen zunächst angetan zu sein. Schließlich bot sich die Chance, Privilegien im Milliardenwert abzuschaffen. Aber dann kam alles anders.

Professor Richter:

Zitat:


Einige Wochen später im Herbst trat der damalige Bundesfinanzminister Steinbrück mit einem Programm an die Öffentlichkeit, das im Kern das Gegenteil von dem vorsah, was wir gefordert hatten. Während wir also eine Einschränkung der steuerlichen Privilegierung von Spendentätigkeiten verlangt haben, hat er eine Ausweitung da vorgeschlagen.


Seither sind fast 10 Jahre vergangen. Mittlerweile wurden die finanziellen Spielräume gemeinnütziger Vereine sogar ausgeweitet.

Professor Richter:

Zitat:


Den meisten von uns geht es zu weit. Da gibt es die typischen Beispiele. Ob der Staat im Bereich des Golfsports von Pflichtaufgaben befreit wird, kann man sich schlechterdings nicht vorstellen. Ist es im Interesse der Öffentlichkeit, dass Private einen Golfclub unterhalten? Soll das förderungswürdig sein? Welche Pflichtaufgabe des Staates wird dadurch ersetzt?


Beim Golfclub Wannsee freut man sich, dass der Staat das kostspielige Hobby seiner Mitglieder subventioniert. Allein die Aufnahmegebühr beträgt 2.500 Euro. Zuzüglich einer Investitionszulage von 5.100 Euro. Dazu der Jahresbeitrag von 1.655 Euro. Jährlich werden hier rund 4 Millionen Euro umgesetzt. Die eigentliche Währung hier aber sind nützliche Kontakte.

Ex-Präsident Specker:

Zitat:


Sie müssen sich nur unser Mitgliederverzeichnis ansehen. Da gibt es genügend Mitglieder, die in der Wirtschaft, in der Politik und in der Kunst, in der Gesellschaft eine große Rolle spielen. Und wenn Sie es darauf anlegen, die kennenzulernen, dann ist es im Golfclub Wannsee leichter, als wenn Sie irgendwo anders sind.


Immerhin: Der Großinvestor gehört zu den wenigen im Verein, die dafür plädieren, die Gemeinnützigkeit und ihre Privilegien aufzugeben.

Specker:

Zitat:


Wir sind auch so vornehm genug. Wir müssen uns nicht auch noch mit der Gemeinnützigkeit schmücken. Den Anstrich sollten wir uns nicht geben. Wir treiben Sport. Wir treiben Freizeitsport. Wir können uns wirklich nicht nur darüber freuen, dass wir eine der schönsten Anlagen haben. Sondern, dass es dem Durchschnitt unserer Mitglieder besser geht als den anderen Menschen. Darüber sollten wir uns freuen. Diese Freude sollten wir auch außerhalb steuerlicher Privilegien genießen.


Doch ändern kann das nur das Bundesfinanzministerium. Nun denn...

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01. April 15, 02:00:00

Die tiefen Taschen der Brenneisen Capital AG und die Geheimverträge mit Jörg Schmolinski & Co


Manfred Brenneisen, 72 <br />Brenneisen Capital AG<br /> aus Wiesloch
Manfred Brenneisen, 72
Brenneisen Capital AG
aus Wiesloch
(ss) - Von den 47 Millionen Euro Anlegerkapital, die seit 2011 von vier deutschen Canada Gold Trust Fonds in Konstanz zum Schürfen von Wasch-Gold in Kanada als Darlehen für die Henning Gold Mines in Vancouver in British Columbia eingesammelt wurden, sollen rund 15 Millionen Euro völlig zweckentfremdet für Kredite an den Hauptgesellschafter Sven Donhuysen (44) aus Riehen in der Schweiz privat und zum Kauf der Malte Hartwieg Firma Euro Grundinvest Liechtenstein in bar und Goldbarren geflossen sein.

Gegen Malte Hartwieg (42) aus Ismaning ermittelt die Staatsanwaltschaft München wegen des Verdachts auf Anlagebetruges.

Nein, nicht er habe Geld herausgezogen, kontert Sven Donhuysen, sondern sein Kompagnon, der zweite Hauptgesellschafter der Henning Gold Mines Incorporation, Diplomingenieur Jörg Schmolinski (49) aus Ratingen in Nordrhein-Westfalen, habe hinter dem Rücken von Donhuysen einen zweistelligen Millionenbetrag abgezweigt, um damit auf Firmenshopping zu gehen und beispielsweise die Euro Grundinvest zu kaufen.

Jörg Schmolinski, Wien
Jörg Schmolinski, Wien
Schmolinski lebt in Wien und betonte zu dem Hartwieg-Verfahren öffentlich, dass es keinen Haftbefehl gegen ihn geben würde, er "frei reisen" könnte und mit der Staatsanwaltschaft in München über seine Anwälte in Kontakt stehen würde.

Wer nun von den beiden Hauptgesellschaftern des Minenunternehmens Schuld an der Zweckentfremdung der Goldschürf-Darlehen aus Deutschland hat, soll eine Sonderprüfung von der RBS RoeverBroennerSusat GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Steuerberatungsgesellschaft aus Hamburg (Domstraße 15) klären, die Stefan Klaile von der Canada Gold Trust Treuhänderin Xolaris Service GmbH aus Konstanz beaufragt hat.

Die Geheimverträge des Manfred Brenneisen

Bei der Aufarbeitung der Gründe, warum die Henning Gold Mines Inc. (HGM) eine Unterdeckung in Millionenhöhe aufweise, Claimrechte kündigen musste und überhaupt laut HGM-Finanzchef Olaf Schulz kurz vor der Insolvenz stehe, kamen jetzt auch Geheimverträge zutage, die dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net vorliegen und nach denen der Vertrieb der Fonds, die Brenneisen Capital AG aus Wiesloch in Baden-Württemberg, "gaaanz tiefe Taschen" gehabt haben soll.

"Das Urgestein der Sachwertbranche" (procontra) Manfred Brenneisen (72) diente sich dem Vorläufer der Henning Gold Mines, der Mary Creek Gold Mines Inc. in Vancouver unter Leitung von Direktor Jörg Schmolinski, an, Darlehen für die Rohstoffförderung zu besorgen und das dafür eigens gegründete Emissionshaus Canada Gold Trust GmbH in Konstanz zu beraten.

Die Tätigkeit der Brenneisen Capital AG, kurz BC AG, würde "die Förderung der Rohstoffe überhaupt erst ermöglichen", heißt es in einem Papier. Das ließ sich Brenneisen fürstlich und mit etlichen Steigerungen vergüten:

Beim ersten Fonds kassierte Brenneisen 15 Prozent

Deshalb schloss Manfred Brenneisen am 4. Oktober 2011 mit Jörg Schmolinski für die Mary Creek Gold Mines und alle nachfolgenden Unternehmen eine Ertragsbeteiligung von "14 Prozent von dem eingeworbenen Kapital der Canada Gold Trust I GmbH & Co. KG", wenn bis 31. Dezember 2011 mindestens 2,5 Millionen Euro rechtsgültiger Zeichnungsscheine eingesammelt werden.

Hinzu kam, dass Brenneisen als Berater der Canada Gold Trust GmbH für alle vier Fonds noch eine Zusatzprovision von 1 Prozent des eingeworbenen Kapitals erhält.

Beim zweiten Fonds kassierte Brenneisen 50 Prozent

Beim Canada Gold Trust II GmbH & Co. KG steigerte sich die Provision am eingeworbenen Kapital gar auf 50 Prozent. Brenneisen nannte die Provision Kontingent.

Die Zusatzprovision von 1 Prozent blieb davon unberührt, die kam obendrauf.

In dem Geheimvertrag über die Platzierung von Kommanditanteilen an der Canada Gold Trust II GmbH & Co KG zwischen der Canada Gold Trust GmbH und der BC AG als Vertriebspartner vom 4. Juli 2012 zwischen Manfred Brenneisen und Fondsgeschäftsführer Peter Prasch (Monatssalär 15.000 Euro, 10 Prozent Anteil an der Henning Gold Mines Incorporation) heißt es unter Punkt 3:

Zitat:


Die BC AG erhält zu Beginn der Platzierungszeit ein festes Kontingent in Höhe von 50 Prozent des Kommanditkapitals in Höhe von 15 Millionen Euro.

Somit beträgt die Kontingenthöhe 7,5 Millionen Euro.

Bei Bekanntgabe einer Erhöhungsoption erhöht sich das Kontingent der BC AG entsprechend der vorgenannten Regeln.

nach Vollplatzierung erhält die BC AG ein dynamisches Kontingent, das immer 50 Prozent vom dann noch verbleibenden Volumen nach Verfall des festen Kontingents beträgt.


50.000 Euro Sofort-Prämie an Manfred Brenneisen für eine Verkaufsoption seines Vertriebes an die Henning Gold Mines Inc.

Aus einem geheimen Gesprächsprotokolls eines Treffens von Jörg Schmolinski, Sven Donhuysen und Manfred Brenneisen am 4. Juni 2014 in Lörrach in Baden-Württemberg (da hatte Donhuysen am 18. Juni 2013 eine Investaq GmbH in der Basler Straße 163 gegründet, über die Schmolinski als treibende Kraft eine Sachwertpolice der Skandalversicherung Quantum Leben mit der Canada Gold Trust verkaufen lassen haben soll) ging hervor:

Die Henning Gold Mines zahlt Manfred Brenneisen bis zum 31. Juli 2014 eine Sofortprämie von 50.000 Euro, wenn er bereit ist, die Brenneisen Capital AG für einen Diskussionsbetrag von zirka 600.000 Euro zu verkaufen, wobei die 50.000 Euro angerechnet werden.

Nachdem Verkauf soll Brenneisen eine zweijährige Gewinnbeteiligung/Beratervertrag erhalten.

Außerdem soll die 14prozentige Erfolgsbeteiligung aus den Fonds I und II auch für alle nachfolgenden Fonds von der Henning Gold Mines Inc. an Brenneisen gezahlt werden.

Dafür erhalte Manfred Brenneisen bis zum 31. Juli 2014 schon mal eine Vorabvergütung von 100.000 Euro.

Aus dem Geheimprotokoll geht hervor, dass Brenneisen dabei helfen soll, dass sich die Henning Gold Mines als Mutter der Canada Gold Trust GmbH noch an einem größeren Business to Business (B2B) Unternehmen beteiligen soll. Ziel sei eine Beteiligung an der BIT - Beteiligungs- & Investitions-Treuhand AG von Sascha Sommer (41) mit Sitz in Neuwied in Rheinland-Pfalz.

Dazu heißt es in den Geheimprotokoll vom 4. Juni 2014 unter Punkt 9:

Zitat:


9. JS (Jörg Schmolinski - Anmerkung der Redaktion) und SD (Sven Donhuysen - Anmerkung der Redaktion) haben Überlegungen, eine größere Lösung im B2B Vertrieb umzusetzen.

Die Überlegung ist, die Firma BIT unter Führung und Koordinierung der BC AG einzubinden, MB (Manfred Brenneisen - Anmerkung der Redaktion) sieht dies grundsätzlich positiv, jedoch auf Grund der unterschiedlichen Geschäftsausrichtung und auch personal bedingt mit einigen Schwierigkeiten verbunden. MB sagt jedoch für weiterführende Gespräche seine volle Unterstützung zu.


Zwischendurch bestellte Manfred Brenneisen bei Jörg Schmolinski Gold zusätzlich als Incentives

Am 7. Dezember 2011 bestellte Manfred Brenneisen per E-Mail bei Jörg Schmolinski zum Anheizen des Fonds II für seine 4 Vertriebsdirektoren eine Zusatzvergütung für einen Umsatz von 5 Millionen Euro 12 Maple Leaf Goldmünzen als 1 Unze im Gesamtwert von 16.104 Euro, 2 Maple Leaf Goldmünzen als halbe Unze im Gesamtwert von 1.380 Euro sowie Bargeld in Höhe von 7.516 Euro. So dass Schmolinski unterm Strich für einen Umsatz von 5 Millionen Euro eine Sondertantieme von 0,5 Prozent, also 25.000 Euro, bis Jahresende 2011 extra auszahlen sollte.

Canada Gold teilte GoMoPa.net mit, dass Schmolinski die Münzen aus seinem Privatvermögen erworben und an Brenneisen geliefert habe.

Der Canada Gold Trust I wurde exklusiv von Manfred Brenneisen und seinen Truppen an den Mann gebracht. Und auch bei den Folgefonds war Brenneisen für rund 45 Prozent des Umsatzes verantwortlich, wie GoMoPa.net vom CGT-Management mitgeteilt bekam. Der Rest wurde vor allem über den Online-Direkt-Vertrieb dima24 von Malte Hartwieg vertrieben.

Die Provisionen seien allerdings nicht für die Schieflage der Fonds verantwortlich, heißt es von Seiten der CGT-Gruppe:

Zitat:


Die Kostenstruktur ist transparent und im Prospekt einsehbar. Die von Ihnen gemeinten Kosten belaufen sich in ihrem Anteil am eingesammelten Kapital im branchenüblichen Rahmen.

[...]

Unabhängig davon hängt es immer an den jeweiligen branchenspezifischen Geschäftsmodellen, welche Kostenstrukturen bei Fremdfinanzierungen wirtschaftlich abbildbar sind. Im Goldgeschäft sind im Bereich Seifengold (wo HGM tätig ist) hohe Margen möglich.


Die hohen Margen sind allerdings nur dann realisierbar, wenn tatsächlich Gold gefördert wird. Und das scheint bei der CGT- und HGM-Gruppe eben nicht der Fall zu sein. Dennoch spricht das Management davon, dass man mit den investierten Mitteln Vermögenswerte von fast 100 Millionen Euro geschaffen und damit jeden investierten Euro verdoppelt habe. Allerdings nur auf dem Papier.

Echtes Gold wurde auf den Claims der HGM-Gesellschaften, an die die Darlehen aus Deutschland ausgereicht wurden, hingegen nicht gefördert. Nun denn...

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01. April 14, 02:00:00

System Michael Oehme - Graumarktparasit


Allein 600.000 Euro Honorar habe Michael Oehme (50) aus Friedberg (Hessen) pro Jahr als PR-Berater von der S&K Gruppe aus Frankfurt kassiert, bevor S&K im Februar 2013 wegen eines mutmaßlichen Schneeballsystems dicht gemacht wurde. Oehme widersprach der Summe nicht, als diese ihm vom Finanznachrichtendienst GoMoPa.net vorgehalten wurde. Auch nicht, dass er ja noch eine offene (unbezahlte) Rechnung in Höhe von 150.000 Euro an S&K hat. Einnahmen und Forderungen gehören in einer Bilanz zur Habenseite.

Hinzu kommen Zuwendungen von Finanzwelt-Chefin Dorothea Schöneich (50) aus Wiesbaden, die nicht nur für Oehmes PR-Kunden doppelseitige Spezialadvertisings zum Preis von rund 8.000 Euro veröffentlichte, sondern im Fall S&K von Stephan Schäfer gar eine Provision und zusätzlich noch eine Umsatzbeteiligung (Overhead) für jeden Vertriebler und dessen Umsatz erhalten haben soll, den sie der S&K zuführte.

Schöneich gilt in der Vertriebsszene als bestens vernetzt. Oehme führte nicht nur seinen PR-Kunden Schäfer bei Schöneichs jährlichen Golfturnieren als Hauptsponsor ein. Schöneich machte S&K mit großen Vertrieben und Emissionshäusern von ASG24 (AssecuranzService GmbH & Co. KG aus der Philipp-Reis-Straße 4 in Hattersheim am Main) bis hin zu MIDAS (MIDAS Management AG aus der Else-Lang-Straße 1 in Köln) bekannt. Und Schäfer hat diese dann bezahlt und gekauft. Auch war es Michael Oehme, der nach Aussage des seinerzeitigen Vorstandes der CIS Deutschland AG die Übergabe der CIS Fonds Frankfurt zwischen Daniel Shahin (45) aus Rödermark an den S&K-Vertriebsboss Daniel Fritsch (35) aus Erlensee einleitete und vermittelte. Das Emissionshaus DCM aus München, das auch von Oehme jahrelang betreut wurde, ging ebenfalls in den Dunstkreis der S&K Gruppe über.

Die Einnahmen, die Dorothea Schöneich und Michael Oehme auf diese Art generierten, sollen nach Informationen eines Marktkenners die Höhe der fürstlichen PR-Honorare von Oehme noch übertroffen haben.

Dennoch gab Michael Oehme gegenüber seinem Finanzamt Friedberg unter der Steuernummer 2616/853/31597 für das Jahr 2012 lediglich einen umsatzsteuerpflichten Umsatz von 94.112 Euro im Inland und 2.500 Euro im Ausland an.

Zu diesem Widerspruch befragt, gab Michael Oehme gegenüber GoMoPa.net keine Auskunft.

Warum versucht Oehme seine wahren Umsätze zu verstecken und begeht damit möglicherweise sogar einen Steuerbetrug? Soll plötzlich niemand mehr wissen, welchen mutmaßlich Kriminellen er die Steigbügel hielt?

Oehme hat sich einen zweifelhaften Ruf erarbeitet. Er gipfelt in dem Satz: "Wo Michael Oehme draufsteht, ist Abzocke drin."

Ein Grund für Oehmes Versteckspiel?

Oehme war bis vor zwei Jahren Geschäftsführer seiner 2010 gegründeten CAPISOL Capital Market Solutions GmbH aus Berlin Westend (Platanenallee 10). Und davor jahrelang mit seiner Einzelfirma FinanzMarketingBeratung aus Wiesbaden bekannt.

Inzwischen agiert Oehme vorzugsweise aus der Schweiz (St. Gallen, Multergasse 2a) als Consultant einer DocuWare AG, die seit Sommer 2012 CapitalPR AG heißt. Als Verwaltungsrat und Inhaber ist ein David Bernhard Crivelli aus St. Gallen angegeben, dessen einzige Referenz eine viermonatige Verwaltungsratsmitgliedschaft einer Schweizerischen Contax Treuhand AG aus Degersheim ist. Ein stadtbekannter Treuhänder also, bei dem Firmen nicht in einem Büro, sondern in einem Briefkasten sitzen.

Michael Oehme taucht nirgends mehr offiziell als Geschäftsführer auf.

In Berlin hat seine Freundin Heike Laukat (48) aus Berlin Charlottenburg den Chefposten der CAPISOL Capital Market Solutions GmbH allein inne, seit Oehme am 23. Oktober 2012 vom Geschäftsführer und Gesellschafter zurücktrat. Dieses Versteckspiel (faktisch ist Michael Oehme weiter der PR-Hans-Dampf der beiden Firmen in allen Gassen) kommt wohl nicht von ungefähr.

Denn tatsächlich hat Oehme eine Spur des Grauens am Finanzmarkt hinterlassen. Angefüllt mit windigen Fonds, Emittenten und Vertrieben, für die sich PR-Profi Oehme seit einem halben Jahrzehnt vor den Karren spannte und mit seinen Jubelmeldungen Tausende ahnungsloser Anleger in Finanzfallen mit teilweise Totalverlusten lockte. Die Spur ist lang. Sie umfasst mittlerweile knapp 40 Skandale.

Den zehn Bekanntesten sind:

von links: Ex-S&K-Sprecher Michael<br /> Oehme, Finanzwelt-Chef vom Dienst<br /> Johannes Gartner und S&K-Boss<br /> Stephan Schäfer © Facebook
von links: Ex-S&K-Sprecher Michael
Oehme, Finanzwelt-Chef vom Dienst
Johannes Gartner und S&K-Boss
Stephan Schäfer © Facebook
1. S&K Gruppe aus Frankfurt.

12.000 Anleger verloren 200 Millionen Euro. Gegen 100 Personen wird ermittelt, sieben sitzen in Untersuchungshaft.

2. ACI Alternative Capital Invest aus Gütersloh in NRW.

1.800 Anleger verloren 76 Millionen Euro. Die Initiatoren Hanns-Uwe Lohmann und Robin Lohmann warten gerade auf ihren Betrugsprozess in Bielefeld.

3. Debi Select Fonds aus Landshut. 5.000 Anleger bangen um 90 Millionen eingezahlter Einlagen.

Das Geld sollte für den Handel mit Lebensversicherungspolicen und den Forderungskauf eingesetzt werden.

Doch in Wahrheit holte sich der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der Debi Select Gruppe, Michael Josten aus Landshut, 70 Millionen Euro in den von ihm gegründeten Pleite-Billigstromanbieter Teldafax nach Troisdorf bei Köln rüber.

Debi-Select-Sprecher Michael Oehme wie auch seinem damals ebenfalls involvierten Freund Heinz Gerlach (Gerlach Report, Direkter Anlegerschutz) aus Oberursel in Hessen soll die verbrecherische Vergangenheit von Josten von Anfang an bekannt gewesen sein, was Unterlagen, Rechnungen und Aktennotizen von Gerlach belegen.

4.) Boll AG des Filmregisseurs Dr. Uwe Boll aus Mainz. Zehn Pleite-Kommanditbeteiligungs-Filmfonds.

Bemerkenswert ist der Fall Dr. Uwe Boll deshalb, weil Oehme diesen als ehemaliger Chefredakteur von Finanzwelt zunächst brutal angegriffen hatte, um ihn kurz darauf als sein PR-Berater hochleben zu lassen.

5.) Swiss Management Group SAM AG aus Luzern in der Schweiz und deutscher Vertrieb Best Select AG in München. 4.500 Anleger verloren 44 Millionen Euro als Darlehen an die SAM AG aus gekündigten Lebensversicherungen.

Gegen SAM-AG-Alleinaktionär Frank Michael Oberle (49) aus Würzburg ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts auf Betrug und Verstoß gegen das Kreditwesengesetz in Millionenhöhe (Geschäftsnummer 324 Js 129882/11).

6.) Prosperia AG aus Würzburg.

Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt aktuell gegen Prosperia-Chef Slobodan Cvetkovic (48), weil er im Jahre 2012 persönlich zwei Immobilien aus dem Hause CSA Capital, namentlich deren Fonds Sachwert Alliance 4 und 5 übernommen hatte, die sein Fonds Mephisto 1 als Zielobjekt übernommen hatte. Mit dem neuen Geld von Mephisto 1 sollen die alten Grundschulden nebst Zinsen der beiden Immobilien in Höhe von 3 Millionen Euro ohne Gegenleistung getilgt worden sein.

Mephisto 1 übernahm von CSA Capital fünf Sachwert Alliance Fonds, bei denen zuvor Anlegergelder im zweistelligen Millionenbereich verbrannt worden waren, wie GoMoPa.net berichtete.

7.) GRE Global Real Estate aus München.

1.200 atypisch stille Gesellschaftern zeichneten per Einmalzahlung oder in Raten 31,4 Millionen Euro. Alle Auszahlungen des von Oehme beratenen Vorstands Professor Dr. h.c. Frank Andre Audilet an die Gesellschafter erfolgten nicht aus Gewinnen, sondern waren nichts anderes als Entnahmen ihres eigenen Geldes oder weiterer Einzahler, wie der Insolvenzverwalter feststellte. Eingetragene nachrangige Grundschulden in ein Pflegeheim in Passau erwiesen sich als wertlos, sie wurden ohne Zahlung gelöscht.

8.) ProzessGarant AG aus Hof bei München. Anleger verloren zwischen 3 bis 5 Millionen Euro bei dem gescheiterten Prozesskostenfinanzierer.

Gründer Rechtsanwalt Dr. Franz Reinhard Sußner setzte sich an den Starnberger See ab, wo er eine Stiftung mit dem Namen German Emissions Limited gründete, die sein Sohn Christian Sußner leitet. Woher das Geld für die Stiftung stammt, wollte Dr. Sußner gegenüber GoMoPa.net nicht beantworten.

9.) Vermittler Michael Turgut von der IFF AG aus Hof bei München. Michael Turgut und seine Vermittlungsgesellschaften waren bereits mit Fondsprojekten in die Schlagzeilen geraten, die allesamt gescheitert sind, wie zum Beispiel Göttinger Gruppe (90.000 Geschädigte), Frankonia-Gruppe (sämtliche Einlagen verlustig), Master Star Fund oder Master Advisory Fund.

Unter anderem hatte die Turgut-Truppe auch den am 1. Juli 2005 aufgelegten Fonds Grand Slam (Schweizer Liechtensteinisches Asset Management) der liechtensteinischen Firma Dux Partners AG verkauft. Dabei zahlten die Anleger ihr Geld auf das Konto der Schweizer Swiss Quote Bank und erteilten der liechtensteinischen Dux Partners AG die Vollmacht, das Geld in europäische und weltweite Aktienfonds zu investieren.

Der jährlichen Rendite von 3 Prozent standen 6,5 Prozent Verwaltungsgebühren plus 5 Prozent Agio von der Anlagesumme gegenüber. Der Verkaufstrick bestand in der Behauptung, die Gebühren seien von der Steuer absetzbar, was die Finanzämter aber nicht anerkannten.

Turgut wurde im November 2011 verhaftet.

10.) ECI Energy Capital Invest Gruppe von Stefanie und Kay Rieck aus Stuttgart und S&K-Vertriebler Thomas Fuhr.

Es besteht der Verdacht, dass ECI rund 75 Millionen Euro Anlegergelder bei der Suche nach Erdgasvorkommen in Alaska und Texas versenkt hat.

Und ausgerechnet die ECI-Tochtergesellschaft Energy Capital Invest Life AG vertreibt seit 2012 Versicherungen von Quantum Leben und Plentum aus Vaduz in Liechtenstein, die ihre Versprechen nicht wirklich halten können, wie GoMoPa.net berichtete.

Auf der Liste des Grauens folgen Namen wie Rima AG, BEMA GmbH, F.I.T. GmbH, United Investors, Thomas Lloyd, Albis Leasing, Amitelo AG, FWU Atlanticlux, DCM und, und, und.

Allein bei den TOP-Five S&K, ACI, Debi Select, SAM AG und GRE trugen Oehmes Jubelberichte dazu bei, dass 24.500 Anleger 441,4 Millionen Euro verloren.

Wer nun wissen will, welche Investments als nächstes Ärger und Verluste bescheren werden, braucht in keine Glaskugel zu schauen.

Es genügt ein Blick auf die aktuelle Kundenliste. Sie offenbart sich in der Finanzwelt von Dorothea Schöneich.

Da findet man Malte Hartwieg aus München mit seinem Vertrieb dima24 und der Nitro Invest GmbH mit den NCI Fonds (Genussrechte für von Malte Hartwieg gegründeten Offshorefirmen), der aktuell wegen des Verdachts eines Schneeballsystems angezeigt wurde, wie der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net berichtete.

Aber auch das Konstanzer Emissionshaus Canada Gold Trust GmbH mit Peter Prasch aus Liechtenstein an der Spitze (Nachrangdarlehen für Goldminen in Kanada ohne Transparenz)

Oder auch Tobias Eckl und seine Premium Vermögensberatung GmbH aus Regensburg und dessen Partner Thomas Seidl vom Deutschen Emissionshaus (DEH GmbH) aus München (Phantasieinvestments ohne nachprüfbare Referenzen).

Andernorts finden sich Emissionshäuser, die den großspurigen Versprechungen von Oehme auf den Leim gingen.

Das Berliner Unternehmen GWP germanwindpower GmbH, das vergeblich auf einen Kredit in Höhe von 15 Millionen Euro vom Konstanzer Umweltfonds Global Invest des Schweizer Initiators Helge Quehl wartete (GoMoPa.net berichtete), widmet Michael Oehme im internen Situationsbericht zur Krisenbewältigung gar einen eigenen Absatz:

Zitat:


Wir haben uns nicht nur von dem, was JBC zu den Gebieten sagte, blenden lassen sondern auch von den euphorischen Aussagen der Mitstreiter von Global Invest, die es für möglich und realistsch angesehen haben, innerhalb von eineinhalb Jahren 15 Millionen an Anlagegeldern einzusammeln.

An diesen hoch optmistschen Aussagen hat im Übrigen auch Michael Oehme (ehemaliger Pressesprecher der S&K Gruppe - Anmerkung der Redaktion) mitgewirkt, seinerzeit noch Mitstreiter von Herrn Quehl.


Sein Meisterwerk an Irreführung hatte Oehme allerdings zweifellos als S&K-Pressesprecher abgeliefert.

Am 16. Februar 2011, also fast zwei Jahre vor der S&K-Razzia durch die Staatsanwaltschaft Frankfurt, lockte Oehme potentielle Vertriebe und Anleger mit folgender Pressemitteilung, die Oehme auf PR-newsticker verbreiten ließ:

Zitat:


S&K ist ein breit aufgestelltes Immobilienunternehmen, das sämtliche Bereich der Wertschöpfungskette von Immobilien mit eigenen Mitarbeitern oder angebundenen Partnern abdeckt.

Kompetenz, Erfahrung und Solidität sind dabei Schlüsselbegriffe um das Management von Stephan Schäfer und Jonas Köller.

Erst im Mai letzten Jahres erhöhten sie beispielsweise bei ihrer Tochter "Erste S&K Immobilienhandels GmbH" das Stammkapital auf eine Million Euro, nachdem man in 2007 im Auftrag eines offenen Immobilienfonds Liegenschaften im Gesamtwert von 110 Millionen Euro ersteigert hatte.


Schäfer und Köller sitzen in Untersuchungshaft und warten auf ihren Prozess wegen mutmaßlichen Bandenbetruges und persönlicher Bereicherung.

Helfer Oehme läuft noch frei herum.

Da man nicht alle Vertriebe wegkaufen konnte, habe Oehme für S&K eine bis dato beispiellose Schmutzkampagne über Sachwertfonds-Konkurrenten begleitet und teilweise eingefädelt. Die Palette reichte von Spionage mit Bestechung von Personal und Diebstahl von Präsentationen über Peilsendern an Autos bis hin zu anonymen Lügenseiten über angebliche Seitensprünge, Pädophilie und Kameras in Umkleideräumen.

Convent Es wurde sogar der gerichtsbekannte und mehrfach verurteilte Berufs-Stalker Hermann Schühle aus Überlingen in Baden-Württemberg eingespannt, Konkurrenten durch zahllose Faxschreiben an Behörden, Tageszeitungen und Vertriebspartner zu diffamieren.

Alles nur, um Vertriebe von den Konkurrenten abspenstig zu machen, damit sie S&K-Produkte vertreiben und um Michael Oehme und sich selbst am Markt zu positionieren.

Selbst seriöse Emittenten, die in die Fänge von Michael Oehme gerieten, haben Angst, das Mandat mit ihm zu beenden und zu kündigen. Zu häufig kommt es vor, dass seine Kunden unmittelbar im Anschluss an die Beendigung anonymen Schmutzkampagnen im Internet ausgesetzt sind, oder dass vermeintlich seriöse Presse aus dem Umfeld von Michael Oehme tendenziös gegen diese zu berichten beginnt. Alles Zufall?

Anderthalb Jahre hat es gedauert, um überhaupt, herauszufinden, dass tatsächlich Micheal Oehme der Verfasser von gezielten Falschbehauptungen gegen solche Emittenten war.

Einem forensischen Sprachgutachter, der unter anderem für den Generalbundesanwalt, große Konzerne und das Bundeskriminalamt tätig ist, sei der Nachweis in einem 800 Seiten starken Gutachten gelungen. Eine Unterlassung, also ein Versprechen, so etwas künftig nicht mehr zu wiederholen, wollte Michael Oehme dennoch nicht unterschreiben.

Nun wird es zu wohl einer mündlichen Gerichts-Verhandlung kommen. Oehme riskiert damit, öffentlich als Lügner verurteilt zu werden.

Oehme betonte gegenüber GoMoPa.net: "Ich habe die Einstweilige Verfügung nicht unterschrieben, da ich sie als unzutreffend empfinde."

Am Telefon erläuterte er gegenüber GoMoPa.net, was er mit unzutreffend meint:

Zitat:


Wenn irgend jemand behauptet, irgend jemand hätte bei einer Mordtat irgend ein Kleid getragen, was irgend jemand in den Altpapiercontainer geworfen hat, und derjenige, der die Klamotte in den Altpapiercontainer geworfen hat, sei angeblich verantwortlich für den Mord - nur zum Verständnis: Ich verstehe gar nicht, worum es da geht.

[...] Wenn Sie bei Gomopa verantwortlich gemacht würden für alle Texte, die jemand wirklich oder nur vermeintlich von irgendwelchen Redakteuren geschrieben werden, damit das alles so ein bisschen aufgebauscht wird, dann verantwortlich gemacht würden, und dann nimmt jemand das unberechtigter Weise und macht damit irgend etwas, dann würden Sie sich doch auch an den Kopf greifen [...] Wo leben wir denn?


GoMoPa.net verstand nicht genau, was Oehme sagen wollte und sandte ihm am 19. Februar 2014 folgende Nachfragen zu:

1) Nachfragen zur Schmutzkampagne für S&K:

Wir stellten Ihnen gestern die Frage, was Sie zu dem forensischen Schriftgutachten sagen, welches Sie als Urheber der diffamierenden Texte auf anonymen Internetseiten eindeutig identifiziert.

Sie antworteten, es handle sich um "irgendeinen Hiwi" (also wissenschaftlichen Hilfsarbeiter), der glaubt, etwas beweisen zu können.

Tatsächlich aber handelt es sich nach unseren Recherchen um einen der führenden Schriftforensiker der Welt, der für das Bundeskriminalamt, Landeskriminalämter und Großkonzerne arbeitet und als Gerichtsgutachter in hunderten von Fällen anerkannt ist. Möchten Sie Ihre zitierte Sichtweise so stehen lassen?

Das Gutachten behauptet nicht, Sie selber als Person hätten die anonymen Webseiten veröffentlicht, sondern beweist lediglich, dass Sie der Urheber des gesamten Textmaterials sind. Verstehe ich Ihre zitierte Aussage richtig, dass Sie die Urheberschaft der Texte demnach nicht bestreiten, sondern lediglich bestreiten, diese ins Internet gestellt zu haben? In wessen Auftrag haben Sie die Texte denn erstellt, und was haben Sie geglaubt, was dieser Dritte damit tun möchte?

Sie werden doch zustimmen, dass es nicht normal ist, Menschen als Pädophile oder Voyeure zu bezeichnen, und von einer späteren Verwendung der Texte nichts gewusst haben zu wollen? Sie verwenden im genannten Zitat die Formulierung "Verwendung in unberechtigter Weise". Wie hätte denn Ihrer Meinung nach die berechtigte Verwendung von dieser Form von Texten aussehen müssen?

2.) Weitere Nachfragen zur Schmutzkampagne für S&K:

Sie äußerten im gestrigen Telefonat wörtlich:

Zitat:


Wenn man Beweise dafür hätte... Sie machen das Ganze nur noch Schlimmer. Ich will wissen, ob Sie Beweise haben und welche, sonst stelle ich direkt Strafanzeige! ... Ihr habt nichts! ... Soll ich Ihnen sagen, dass ich Hermann Schühle nie gesehen habe und auch nie einen Euro von A nach B überwiesen habe? Sie haben doch Beweise. Beweisen Sie es doch mal! ... Was hab ich denn damit zu tun? Schäfer und Köller haben mich als PR-Berater gefragt: Gibt es irgendwelche Verbündete? Und das ist alles! Ich weiß bis heute nicht, das Schühle für S&K tätig war...


Dazu haben wir folgende Fragen:

a) Ist es richtig, dass Sie am 9. November 2012 um 19.22 Uhr eine E-Mail von Hermann Schühle erhalten haben mit dem folgenden Inhalt (Markierungen durch GoMoPa.net)?

Zitat:


Sehr geehrter Herr Oehme, beste Fakten - Kuvert eingegangen. Gestern: PWC 70 Fax-Nummern Regierungspräsidium, Landratsamt, OB Tübingen Boris Palmer alle Heute: Alle Banken BW usw. und IDUNA Signal usw. ca. 30 Fax. Bitte rufen Sie mich an, damit wir uns abstimmen können. [...] Sehr gute Arbeit - Danke Danke Danke. Sie können davon ausgehen, das OK sitzen wird. Gruß Schühle


b) Ist es richtig, dass Sie am 10. Oktober 2012 um 12.59 Uhr eine E-Mail an Herrn Schühle sandten mit folgendem Inhalt?

Zitat:


Hallo Herr Schühle, ich treffe erst am FR Frau Meier. Sie hat viele Beweise, aber ich muss natürlich erst Vertrauen gewinnen. Können wir die Frist nicht etwas schieben, es ist doch Aufgabe der Staatsanwalt Beweise herbeizubringen und nicht von uns Grüße Michael Oehme


c) Ist es richtig, dass Ihnen Hermann Schühle am 2. November 2012 um 21.10 Uhr eine E-Mail folgenden Inhalts sandte, die Sie noch am selben Abend wie folgt beantworteten?

Zitat:


Wichtig ist, dass WIR Sie und ich wir uns erfolgreich positionieren in der Kapitalanlagebranche. Wir sind auf dem besten Weg. Erholsames Wochenende. Gruß Schühle


Ihre Antwort:

Zitat:


Ihnen auch! Freue mich auf viele erfolgreiche Jahre!!!


d) Ist es richtig, dass Sie hinsichtlich der Lancierung von negativer Berichterstattung von Herrn Schühle am 7. November um 10.11 Uhr eine E-Mail folgenden Inhalts erhielten, die Sie am selben Tag mit "Sehr gut!" beantworteten?

Zitat:


Termine habe ich notiert. Ich denke, dass ich vorab ein Termin wahrnehme und den zweiten mit Ihnen 19.11. / 20.11. Heute raus Bild Spiegel Focus DPA Stuttgart Gruß Schühle


e) Ist es richtig, dass Sie am 27. August 2012 gegen 21.05 Uhr eine E-Mail von Hermann Schühle mit folgendem Inhalt erhielten?

Zitat:


Sehr geehrter Herr Oehme, den Bericht von PROCONTRA und die Bewertung habe ich über 700 Mal an alle in der Finanzbranche gefaxt. Zusätzlich an Finanzmarktaufsichten, Staatsanwaltschaften, Behörden, 138 Landtagsmitglieder in BW usw. in Deutschland, Schweiz Österreich, Frankreich, Fürstentum Liechtenstein usw..."


f) Die Korrespondenzliste von Ihnen mit Personen, die sich massiv oder indirekt an gezielten Schädigungsaktionen beteiligt haben, und die Sie belegbar mit Informationen versorgten, ist lange fortsetzbar. Möchten Sie weiterhin bestreiten, in solche Aktionen eingebunden gewesen zu sein, und auch solche Aktionen initiiert, geplant und davon gewusst zu haben?

3.) Weitere Nachfrage zur Schmutzkampagne für S&K:

Sie behaupteten im gestrigen Telefonat, die ehemalige Assistentin eines Emittenten (Frau Maier) nur einmal gesehen zu haben. Wie erklären Sie sich, dass verschiedene Fotos vorliegen von Ihnen beiden, auf denen Sie unterschiedliche Kleidung tragen? Ist es bei Ihnen üblich, sich während nur eines Gespräches mehrere Male umzuziehen ebenso wie Ihre Gesprächspartner?

4.) Weitere Nachfrage zur Schmutzkampagne für S&K:

Ihnen wurde von einem betroffenen Emittenten das Angebot unterbreitet, einige Klagepunkte gegen Sie möglicher Weise fallen zu lassen im Gegenzug zu uneingeschränkter Kooperation Ihrerseits zur lückenlosen Aufklärung der Vorkommnisse der letzten Jahre. Dieses Angebot haben Sie abgelehnt und bevorzugen den Gerichtsweg, obwohl Sie nicht absehen können, welche möglicherweise für Sie unbequemen Belege Ihrer Gegenseite vorliegen und bekannt sind. Was ist der Grund für Ihre Haltung?

5.) Nachfragen zum Komplex Geschäftsmodell Michael Oehme:

Sehr geehrter Herr Oehme, Sie geben an, als "Consulter" für die in St. Gallen ansässige CapitalPR AG (vormals DocuWare AG) tätig zu sein. Die Aktiengesellschaft wird als Briefkasten von einem marktbekannten Treuhänder geführt. Als Consulter traten Sie erstmals im Jahr 2012 in Erscheinung, und auch das nur als Verfasser von allgemeinen Marktthemen ohne erkennbaren monetären Hintergrund.

Uns vorliegenden Informationen zur Folge sind Sie aber vielmehr ein faktischer Geschäftsführer.

a) Vor Ihrer privaten Wohnadresse in Friedberg, Hoherodskopfstraße 14, findet sich regelmäßig ein Fahrzeug mit dem amtlichen schweizerischen Kennzeichen SG 371377. Dieses ist zugelassen auf die CapitalPR AG und war vormals zugelassen auf die DocuWare AG. Als Fahrzeug im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung fällt dieses unter die 1 Prozent Regel beim Finanzamt, wo dieses Fahrzeug allerdings unbekannt ist. Auch ist dieses Fahrzeug nicht für den grenzüberschreitenden Verkehr angemeldet.

Handelt es sich hierbei um eine Steuerverkürzung?

b) Nach unseren Recherchen verfügen Sie über keine Arbeitsbewilligung in der Schweiz. Das Büro in Sankt Gallen ist ebenfalls nicht für einen permanenten Arbeitsverkehr eingerichtet, Ihr Lebens- und Arbeitsmittelpunkt befindet sich in Deutschland. Allerdings wird der überwiegende Teil Ihrer Umsätze in der Schweiz vereinnahmt.

Handelt es sich hierbei um eine Umsatzverschiebung?

c) Sie werden geführt beim Finanzamt Friedberg seit 2010, zuvor waren Sie für Einkommens- und Umsatzsteuer in Wiesbaden veranlagt.

Für das Jahr 2010 weisen Sie umsatzsteuerpflichtige Umsätze aus in Höhe von 567.424 Euro sowie Umsätze aus dem Ausland von 56.301 Euro.

Im Jahr 2011 weisen Sie umsatzsteuerpflichtige Umsätze aus in Höhe von 599.300 Euro und Umsätze aus dem Ausland in Höhe von 32.480,00 Euro.

Ab dem Jahr 2012 kommt es allerdings zu einem drastischen Umsatzrückgang auf nur 94.112 Euro im Inland und 2.500 Euro im Ausland.

Der gravierende Umsatzeinbruch fällt zusammen mit der Übernahme der DocuWare AG in Ihr Umfeld.

Für das Jahr 2013 weisen Sie lediglich umsatzsteuerpflichtige Umsätze aus in Höhe von 9.866 Euro. Die gravierenden Umsatzeinbußen im Jahre 2012 decken sich kongruent mit dem Umsatzzuwachs der schweizerischen Aktiengesellschaft. Können Sie das plausibel erklären, zumal die AG in Sankt Gallen nirgendwo, außer mit nichtssagenden allgemeingültigen Internetmeldungen auftaucht, obwohl dort wesentliche Teile der Umsätze generiert wurden und generiert werden?

d) Die gravierenden Umsatzeinbrüche in Ihrem Geschäft werden nicht durch Neuumsätze der von Ihrer Lebensgefährtin Heike Laukat übernommenen Capisol GmbH in Berlin kompensiert, wenngleich diese Presse- und Agenturmeldungen für Ihre Mandanten vornimmt. Sie selber vermeiden jede Verbindung zur deutschen GmbH, obgleich es sich um Ihre Kunden handelt und auch die Texte von Ihnen stammen.

Ist der Grund eine Verschiebung von steuerbaren Umsätzen?

e) Im Zusammenhang mit der CapitalPR AG taucht inzwischen der Name Christina Görgen auf, die zuvor die in Berlin ansässige Firma zur SEO Optimierung weboptimierung24 geführt hat. Frau Görgen verfügt ebenso wenig wie Sie über eine Arbeitserlaubnis in der Schweiz, übernimmt in Ihrem Auftrage jedoch nicht unwesentliche Backofficeleistungen. Wie passt das zusammen?

f) Ist es richtig, dass Frau Christina Görgen in Ihrem Auftrag beziehungsweise für Ihre Mandanten Finanzdienstleister akquirierte und Sie diese Ihren Auftraggebern gegen Entgelt und Provision zuführten? Für welche Auftraggeber wurde konkret Akquise betrieben? Wie kam Frau Görgen an die Adressen beziehungsweise Telefonnummern der Finanzdienstleister, welche nicht öffentlich zugänglich sind?

g) Sie selber erklären in alten Pressemitteilungen, der führende Spezialist der Fondsbranche zu SEO Optimierungen zu sein.

Nachdem Sie sich aus dem öffentlichen Markt zurückgezogen haben, beschränken Sie sich allerdings auf irrelevante Veröffentlichung von Allgemeinthemen. Zugleich behaupten Sie, mit anonymen Internetwebseiten nichts zu tun gehabt zu haben, obgleich Sie und ihr Umfeld nach eigenen Werbe-Aussagen die führenden Spezialisten auf dem Markt sind. Können Sie diesen Widerspruch erklären?

h) Wo hält sich aktuell Ihre Exfrau Paula auf, steuerlich geben Sie an, dass Paula in den Büroräumen des Magazins Finanzwelt in Wiesbaden wohnt?

i) Uns liegt ein Tonbandmitschnitt vor, auf dem Sie anbieten, Leistungen als Geldkurier aus der Schweiz gegen erhebliches Entgelt vornehmen zu können, ebenso wie eine eidesstattliche Erklärung von einem Ihrer Gesprächspartner. Wie passt das zusammen mit Ihrem Geschäftsmodell?

j) Da Sie selbst im Jahre 2013 steuerlich nur Umsätze in Höhe von 9.866 Euro angeben und auch Ihre sonstigen zu versteuernden Einkünfte nicht Ihren Lebensunterhalt hinreichend decken können, stellt sich die Frage:

Wie und von was bezahlen Sie zwei Autos und den Unterhalt für mehrere Kinder?

k) In Ihrem gestrigen Telefonat haben Sie noch mit Rechtsanwälten gedroht, ist es richtig, dass Sie derzeit Anwälten eine fünfstellige Summe schulden, welche von Ihnen bislang nicht bezahlt wurde beziehungsweise werden konnte?

6.) Nachfrage zu S&K:

Uns vorliegenden Informationen zur Folge sind Sie im Visier der Staatsanwaltschaft unter anderem in der Angelegenheit S&K. Möchten Sie dies kommentieren oder erklären?

7.) Nachfrage zu Finanzwelt und Folgemagazin:

Gegen Ende des Jahres 2013 verbrachten Sie einen Skiurlaub, wo auch Aktivitäten für 2014 besprochen und eine Ausrichtung vom Magazin Finanzwelt beziehungsweise das neu geplante Magazin besprochen wurde. Gibt es dazu schon Konkretes? Interessant ist die Bestellung von Hans-Werner Tieltges als Chefredakteur Online und dessen Aufgabenstellung im hier gegenständlichen Gesamtkomplex. Möchten Sie sich hierzu äußern?

Dem sonst so redegewandten PR-Profi scheint es nun in eigener Sache die Sprache verschlagen zu haben. Auf die Fragen erhielt GoMoPa.net weder telefonisch noch per E-Mail eine Reaktion.

Nach dem Auffliegen von S&K bemühte sich Michael Oehme um seinen Ruf. Der Fachdienst fondstelegramm von Dr. Tilman Welther aus Berlin stellte ihm aber auch für diese Zeit kein gutes Zeugnis aus. Anlässlich des Insolvenzantrages der DCM AG am 3. April 2013, mit 92.000 Beteiligungen einer der Großen der Branche, schrieb fondstelegramm am 5. April 2013 über Oehme:

Zitat:


Der langjährige Pressesprecher Michael Oehme hat, wie aus unternehmensnahen Kreise zu hören ist, kein Mandat mehr. Lange allerdings kann die Trennung noch nicht her sein. Anlässlich des S&K Skandals setzte er sich noch sehr engagiert ein, das Image der dcm AG zu retten und den Unterschied zwischen den von S&K gekauften dcm-Gesellschaften und der dcm AG klarzustellen. Genutzt hat es offensichtlich nicht viel.


Möglicher Weise kommt zu Oehmes Irreführungen jetzt auch noch Steuerbetrug hinzu. Fragen auch hierzu wollte Oehme nicht beantworten. Nun denn...

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01. April 13, 02:00:00

Welche Rolle spielte S&K-Anwalt Igor Petri?


Von Sophia Zwiebel

Handbuch des Maklerrechts<br /> © Igor Petri
Handbuch des Maklerrechts
© Igor Petri
Seit 15 Jahren schreibt der Frankfurter Notar Igor Petri (49) allen Maklern und Notaren in seinem "Handbuch des Maklerrechts" (Wissenschaftsverlag NOMOS, Baden-Baden, 709 Seiten, 101 Euro) vor, wie sie Immobilien-Vertragstexte gesetzeskonform zu verfassen haben. Er selbst jedoch soll nach Erkenntnissen der Frankfurter Staatsanwaltschaft als Hausnotar der S&K-Gruppe Kaufverträge beglaubigt haben, die auf frisierten Immobiliengutachten des Frankfurter Architekten Bernd Zimmermann (70) beruht haben sollen.

Notar Igor Petri und Bernd Z. wurden am 19. Februar 2013 "wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betruges mit Kapitalanlagen, der Untreue und weiterer Straftaten" verhaftet und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Genauso wie deren beider Mandanten Stephan Schäfer (33) und Jonas Köller (31), die zwar gemeinsam, aber in getrennten Zellen in der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt in Hessen untergebracht sind.

Igor Petri habe mit seiner 2005 gegründeten Kanzlei mit Sitz in der Kleebergstraße 12 in Frankfurt Kraft seines Notarstempels einige höchst fragwürdige Immobilienkäufe beglaubigt und damit gezielt dazu beigetragen, Käufer zu übervorteilen, wie die Regionalausgabe Frankfurt der BILD-Zeitung recherchierte.

Notare wie Petri hätten nach Informationen der BILD Frankfurt "derart komplizierte Verträge mit Käufern abschlossen, dass die gar nicht bemerkten, dass sie zwar die Wohnungen bezahlten, sie ihnen durch eingetragene Grundschulden verschiedenster Firmen (meist S&K-Töchter) aber gar nicht gehörten."

Petri beglaubigte Kaufverträge von Immobilien, die mit unfassbaren Methoden zustande gekommen sein sollen.

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte die Firma S&K eine Menge "Spezialisten" als Mitarbeiter. Die sollen angeblich so eingesetzt worden sein:

Zitat:


Hatte man ein Haus mit mehreren Wohnungen als geeignetes Kauf-Objekt ausgemacht, setzte man "Mieter-Vertreiber" an.

Die sabotierten Wasser- oder Stromleitungen, zerstörten sie teilweise. Das gab Ärger mit den Mietern, von denen viele ihre Mieten minderten oder auszogen.

Wenn sich die Firma so in dem Haus eine erste Wohnung gesichert hatte, soll sie eigene "Terror-Mieter" eingesetzt haben. Am liebsten Männer mit Kampfhunden. Gleichzeit machten sie einen Riesenlärm, verschmierten die Hausflure.

Ziel: Alle anderen Mieter zu vertreiben, sich das ganze (inzwischen im Preis sehr gesunkene) Objekt billig zu sichern.

Hatte man das geschafft, soll man "Billig-Renovierer" eingesetzt haben, die Schäden unsichtbar machten. Die Mietwohnungen wurden anschließend in Eigentums-Wohnungen umgewandelt, zu einem enorm überhöhten Preis verkauft.

Dazu brauchte man Gutachter und Architekten, die den neuen Preis als marktgerecht oder sogar als Schnäppchen anpriesen. Und Notare ...


Dazu kamen Juristen, die aus diesem betrügerischen Geschäfts-Modell noch eine Fonds-Gesellschaft entwickelt haben sollen, die Anlegern in Immobilien-Fonds von S&K gute Gewinne versprach.

Das S&K-Modell lief zusammengefasst also so: Die Investoren ersteigern Immobilien aus einer Insolvenz. Diese werden notdürftig saniert, ihr Preis steigt damit angeblich, was ein bezahlter Notar beglaubigt.

Die Frankfurter Anlegerin Zivka S. wollte vier Wohnungen im Stadtteil Sossenheim kaufen (als Altersversicherung für ihre Kinder). Am 21. Juni 2000, so lange sind Schäfer und Köller schon am Markt, zahlte sie einem Vermittler den Teilkaufpreis von umgerechnet rund 38.000 Euro in bar. Dafür bekam sie die 4 Wohnungsschlüssel und den Auflassungsvermerk. Käufer und Verkäufer einigten sich, dass das Eigentum im Grundbuch auf den Käufer umgeschrieben wird. Aber erst, wenn alle Kaufbedingungen erfüllt sind.

In den folgenden Jahren wechselten die Eigentümer der Wohnungen ständig. Immer neue Firmen und Personen tauchen auf.

Zivka S. will seit 13 Jahren den Rest des Kaufpreises zahlen, weiß aber nicht an wen.

Am 7. Januar 2013 wurde ihre erste Wohnung versteigert, am 28. Februar 2013 ist die zweite dran. Wohnungen, die eigentlich Zivka S. gehören.

Seit 13 Jahren kämpft sie vergeblich, zahlte viel Geld an Anwälte, Hausverwaltungen und Grundsteuer.

168.000 Euro hat die Ex-Jugoslawin verloren - nur weil sie in die Zukunft ihrer Kinder investieren wollte. Und habe damit das schrille Leben der Verhafteten mitbezahlt.

Igor Petri, der zugleich Rechtsanwalt ist, hatte noch kurz vor seiner Verhaftung am 11. Februar die Wirtschaftswoche aus Düsseldorf auf Unterlassung und Schadensersatz im Streitwert von 2,31 Millionen Euro verklagt. Die Wirtschaftswoche zeigte am 28. Januar 2013 auf dem Titelbild Stefan Schäfer in Angeberpose vor seinem Lamborghini-Fuhrpark und mit vielen halbnackten Miet-Damen.

Die Wirtschaftswoche bemängelte in ihrer Titelblatt-Story, dass Anlegergelder gar nicht direkt in Immobilien, sondern als Kredite an verbundene Unternehmen ausgereicht wurden, die allerdings zuerst einmal aufgekaufte Lebensversicherungen zu bedienen hätten, ehe die kreditgebenden Anleger dran wären, und überschrieb ihren Bericht gar mit: "Finger weg! Wo Sie besser nicht investieren sollten". Die Wirtschaftswoche berichtete auch über den Verdacht, dass S&K Immobilien, die das Unternehmen in seinem Referenzkatalog aufführt, tatsächlich nicht besitzt.

Petri ist auch jener S&K-Anwalt, der im April letzten Jahres vergeblich die Sparkasse Miltenberg aufforderte, die Kontenkündigung gegen die Eltern von Jonas Köller wegen nicht nachvollziehbarer Umsätze und intransparenter Komplexität der Unternehmensgruppe der beiden Köller-Söhne Jonas (31) und Lukas (21, Chef einer Modelagentur in der Erlenbach-Villa seines Bruders) wieder zurückzunehmen.

Petri wird es wohl schwer haben, alle von ihm ausgestellten Klagen und einstweiligen Verfügungen weiter zu verfolgen. Während er in Untersuchungshaft sitzt, kamen neue Details aus dem Geschäftsleben ans Tageslicht, bei denen Anwalt Petri eine Ex-Mitarbeiterin mit Klageandrohung zum Schweigen bringen wollte, die im Internetforum Null Zensur über Vorgänge bei S&K geschrieben hatte. Nun wandte sie sich an den Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

Genau einen Tag vor der großen Razzia wurde der E-Mail-Account dieser Ex-S&K-Mitarbeiterin gehackt und deren Inhalte weitgehend gelöscht. Warum? Weil sie als ehemalige Mitarbeiterin von S&K in der Kennedy Allee 123 in Frankfurt im Laufe der Zeit so einiges mitbekommen und gesammelt hat.

Sie war eine unbequeme Mitarbeiterin, unbestechlich und stellte Fragen, warum zum Beispiel die Gehaltszahlungen für Mitarbeiter 3 bis 5 Tage zu spät kamen, während Schäfer und Koller sich aber gleichzeitig Shoppingtrips mit neuestem Luxusauto und in Begleitung von irgendwelchen Models leisteten. Nach einige Monaten stieg sie bei S&K wieder aus, erzählte in Internetforen wie Null Zensur (welches inzwischen nicht mehr aufzurufen ist) von ihren Erlebnissen und bekam daraufhin Post von Anwalt Igor Petri.

Petri bezichtigte sie der "Rufmordkampagne" an S&K, und warf ihr Verleumdung, Beleidigung, üble Nachrede und Verbreitung von Firmengeheimnissen vor. Natürlich behielt er sich weitere rechtliche Schritte vor, die für die ehemalige Mitarbeiterin "nicht zu ihrem Vorteil sein würden", deshalb riet er ihr "in ihrem ureigenen Interesse davon ab", weitere Veröffentlichungen vorzunehmen. Das Schreiben ist auf Ende Oktober 2012 datiert.

Die ehemalige Mitarbeiterin lässt sich nicht einschüchtern, packt aus:

Partyfoto aus Las Vegas mit Jonas Köller,<br /> obere Reihe Zweiter von rechts
Partyfoto aus Las Vegas mit Jonas Köller,
obere Reihe Zweiter von rechts
Sie war monatelang mittendrin im S&K-Geschehen und hat Details zu erzählen, was das Treiben der S&K-Truppe auf eine neue negative Qualitätsstufe stellt. Denn anscheinend haben Stephan Schäfer und Jonas Köller nicht nur die S&K-Anleger zu tausenden um ihr Geld erleichtert, sondern auch die eigenen Mitarbeiter bespitzelt und gemobbt.

Die Ex-Mitarbeiterin sagte am Telefon zu GoMoPa.net:

Zitat:


Alles was bisher so über S&K, die Parties und was da sonst noch so abging, berichtet wurde, kann ich vollkommen bestätigen. Ich hab da sogar noch mehr mitbekommen. Es ist alles richtig.


Während die Schlüsselpositionen von den eigenen Vertrauten besetzt wurden, wurden einige Mitarbeiter durch exorbitante Gehälter (bis zu 7.000 Euro für einen Sachbearbeiter) und andere Boni mundtot gemacht. Die Nutznießer des Systems durften auf Firmenkosten auf Konzerte gehen, sahen sich Fußballspiele des Bundesligaklubs Eintracht Frankfurt von der VIP-Lounge aus an, durften Autos des Fuhrparks privat am Wochenende nutzen.

Als Praktikant durfte zum Beispiel der kleine Bruder von Marc-Christian Schraut (38) aus Röllbach, Geschäftsführer der SHB GmbH und der SHB-Fonds (seit Herbst 2012 unter S&K-Führung) in Doppelfunktion, an Wochenenden einen Ferrari fahren, während normale Praktikanten die skurrilen Wünsche von Schäfer und Köller erfüllen mussten. Zum Beispiel innerhalb weniger Stunden hunderte kleine Wasserspritzpistolen in braungoldener Farbe mit S&K-Logo organisieren. Oder literweise das Energy-Getränk Red Bull besorgen, als Schäfer beschloss, immer wach sein zu wollen.

Zum Wachbleiben gebrauchte Schäfer noch ganz andere Mittelchen als nur Energydrinks, wie die Informantin weiß:

Zitat:


Schäfer nimmt Kokain, das war kaum zu übersehen.

Ich glaube, dass er sich nicht an mich erinnert hat, als er mich bei S&K eingestellt hat. Wir waren uns bereits 3 Jahre zuvor schon mal begegnet. Ich habe damals für einen Partyservice als Aushilfe gearbeitet, wir sollten im Hause Schäfers eine Party für den Abend vorbereiten.

Als wir dort ankamen, öffnete Schäfer uns in Unterwäsche die Tür. Das Haus sah aus, als ob schon die Nacht davor eine große Party gestiegen war. Im Hintergrund waren auf dem Schachbrett noch die Reste von den Kokslinien zu sehen.


Die Fassade der reichen und erfolgreichen Lebemänner reichte Koller und Schäfer wohl nicht aus, auch sollte der Anschein entstehen, sie hätten die arbeitsamsten und fleißigsten Mitarbeiter. Wenn Meetings mit hohen Managern der Finanzbranche anstanden, etwa mit Bankvorständen der Postbank oder der Nordbank, wurden die Mitarbeiter aufgefordert, bis weit in die Nacht hinein zu arbeiten. Unbesetzte Büros mussten extra unordentlich hergerichtet werden, um sich den Anschein der Masse zu geben. Diese Meetings fanden auch gern mal Sonntagabend statt, die weibliche Besetzung sollte in sexy Outfits am Schreibtisch sitzen.

S&K reichte Kredite an notleidende Hausbesitzer zu horrenden Zinsen aus, ohne eine Erlaubnis für das Kreditgeschäft zu besitzen. Konnten die Geretteten nach einem halben oder einem Jahr die Immobilie nicht zurückkaufen, verfiel sie an S&K, wie beispielsweise das Hotel Gerbermühle.

S&K betrieben anscheinend auch ein relativ geheimes "safe home"-Programm, über das auch nur Aufsichtsrat Marvin Metzger aus Weilerbach von der Deutsche S&K Sachwert AG in Frankfurt, entscheiden durfte. Dieses wurde in finanzielle Schräglage geratenen Privatpersonen angeboten, denen das Haus für einen günstigen Preis abgekauft wurde. Ihnen blieb aber das Wohnrecht für ein weiteres Jahr. In dieser Zeit hatten sie die Möglichkeit, sich um eine andere Finanzierung zu bemühen und S&K anschließend ihr Haus mit einem Zinssatz von 20 bis 30 Prozent zurückzukaufen. Geschah das nicht, ging das Haus auf S&K über. Gerüchten zufolge ist Stephan Schäfer im Jahr 2011 so auch an seine Villa in Offenbach gekommen.

Schäfer und Köller unternahmen gerne mal Reisen in umfangreicher Begleitung von Freunden und jungen Frauen, zum Beispiel nach Miami und Las Vegas in den USA. Jeder Mitreisende erhielt dafür ein Taschengeld in Höhe von 20.000 Euro, was diese aber vor Ort den Herren wieder aushändigen mussten. Ganz so spendierfreudig waren sie dann wohl doch nicht.

Jonas Köller brauchte für seine kostspieligen Reisen offenbar sehr viel Geld, weshalb er eine schwarze AMEX Karte (Kreditkarte von American Express) besitzen wollte. Diese Karte kann vom Kunden nicht beantragt werden, sondern wird vom Kreditkartenherausgeber American Express aus New York City nach langjährigen, guten Geschäftsbeziehungen mit hohem sechsstelligen Jahresumsatz angeboten. Deshalb sollte Thomas Kramer (55), ein sehr bekannter, deutschstämmiger US-Immobilienhändler aus Bad Soden im Taunus, die Karte besorgen. Sie wurde ihm verwehrt.

Warten wir ab, welche Details aus dem Lebensstil von Köller und Schäfer noch so ans Tageslicht kommen.

S&K-Anwalt Igor Petri kann den Weg der Wahrheitsfindung nicht stoppen. Schäfer und Köller hatten ein Computersystem eingeführt, bei dem man mit immer demselben Passwort überall hineinkam. Insofern kam selbst die Putzperle an sensibelste Daten und Fotos. Nun denn...

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02. April 12

Neuapostolische Kirche NRW verzockte 15 Millionen Euro


Für die Medien in der britischen Grafschaft Norfolk ist die deutsche Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen aus Dortmund reich. Deshalb wird in den Artikeln über einen großen Betrugsprozess eher klein erwähnt, dass die sechs Briten und ein Holländer, die seit 13. Februar 2012 in der Hauptstadt Norwich wegen Investmentbetruges und Geldwäsche vor Gericht stehen, unter anderem eben auch die "reiche deutsche Kirche" im Jahre 2007 um 15 Millionen Euro erleichterten. Insgesamt habe die Bande 30 Millionen Euro für sich abgezweigt, anstatt das Geld auf dem High Yield Parkett zu investieren.

Kirchenpräsident und Bezirksapostel Armin Brinkmann,<br /> Eigendarstellung im Geschäftsbericht auf der Webseite
Kirchenpräsident und Bezirksapostel Armin Brinkmann,
Eigendarstellung im Geschäftsbericht auf der Webseite
Die Neuapostolische Kirche räumte heute erstmals öffentlich ein, dass sie sich im Jahre 2007 bei einem Anlagegeschäft verzockte - weil sie an Kriminelle geraten war.

Die sieben Angeklagten hätten versprochen, das Geld auf einer High-Yield-Handelsplattform hochprofitabel anzulegen. High Yields sind festverzinsliche Anleihen (Bonds) von Unternehmen und Staaten, die wegen eines schlechten Ratings nur schwer Anleger finden und deshalb besonders hohe Zinsen versprechen. Staatsanwalt Mark Fenhall aus Norwich habe aber keinen Beweis für eine Handelsaktivität finden können. Stattdessen sei das Geld in einem Netz von Offshore-Konten verschwunden.

Der deutsche Kirchenpräsident und Bezirksapostel Armin Brinkmann spricht von zehn Millionen Euro, die man an Kriminelle verloren habe. "Die Enttäuschung ist groß", bekennt Brinkmann. "Unsere Hoffnung setzen wir nun darauf, nach dem Prozess das eingesetzte Kapital zurück zu erlangen."

Als Teil der Kirche Jesu Christi habe die Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen die zentrale Aufgabe, die Gläubigen auf die baldige Wiederkunft des Sohnes Gottes Jesu Christi vorzubereiten. Dafür haben die 85.711 Mitglieder der 420 Gemeinden ihren 4.258 Amtsträgern im Jahre 2010 rund 18,7 Millionen Euro geopfert. Insgesamt nahm die Neuapostolische Kirche im selben Jahr 31,3 Millionen Euro ein, unter anderem, weil sie eines ihrer Goldposten für 8,2 Millionen Euro verkaufte.

Der Marktwert der Vermögensanlagen der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen lag per 31. Dezember 2010 bei 168,5 Millionen Euro. Aufgeteilt in 24 Prozent Liquidität, 6 Prozent Edelmetalle, 13 Prozent Aktien, 32 Prozent Rentenpapiere und 25 Prozent Immobilien. Kirchen und kirchliches Land sind da noch nicht enthalten. 2010 erwirtschaftete die Kirche eine Gesamtrendite von 7,1 Prozent. Im Jahre 2007 erhoffte man sich offenbar noch mehr.

Aus Anlass des Prozessauftakts gegen die mutmaßliche Betrügerbande in Norwich teilte heute der Pressesprecher der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen, Frank Schuldt, mit: "Ende 2007 führte die Kirche erste Gespräche mit internationalen Investoren über eine neue Kapitalanlage. Das Investment erschien gewinnbringend und sicher."

Kirchenpräsident Brinkmann ergänzt: "Nach den Gesprächen waren wir überzeugt, eine weitere sinnvolle Kapitalanlage gefunden zu haben."

Doch schon bald kam das böse Erwachen. Kirchensprecher Schuldt erinnert sich: "Nach Abschluss der Investition im Jahr 2007 traten jedoch erste Ungereimtheiten auf. Drei Jahre lang bemühte sich die Neuapostolische Kirche intensiv, auf dem Verhandlungsweg das eingezahlte Kapital zurück zu erhalten. Als klar wurde, dass es sich um kriminelle Machenschaften handelte, schaltete die Kirchenleitung umgehend die deutschen Behörden ein. Strafanzeige erstattete die Kirche bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte in Bochum.

In Großbritannien wurde in Absprache mit den Strafverfolgungsbehörden ebenfalls Anzeige erstattet, weil auch dort ? wie sich herausstellte ? eine Person des öffentlichen Lebens geschädigt worden war. Bis Ende 2011 wurden daraufhin alle Akteure des Betrügerrings verhaftet.

Ziel des in den letzten Monaten verdeckt geführten Strafverfahrens war nicht nur die Strafverfolgung der verantwortlichen Personen, sondern vor allem die Klärung der Frage, wo sich das eingesetzte Kapital befindet. Die Gerichtsverhandlung, so hofft die Kirchenleitung, soll Licht in den Fall bringen."

Die Angeklagten streiten alles ab

Habe die Kirche belogen: Holländer Georg<br /> Katcharian, Ausriss aus Norwich EveningNews24
Habe die Kirche belogen: Holländer Georg
Katcharian, Ausriss aus Norwich EveningNews24
Angeklagt sind: der Holländer Georg Katcharian (59), der sich erst heute den Justizbehörden in Norwich stellte und verhaftet wurde und der der deutschen Kirche falsche Informationen über das Investment-Schema gegeben haben soll. Sowie der Brite Ian Yorkshire (61) aus Brighton, der bei der Landesbank Liechtenstein ein Konto unterhielt, auf das das Geld überwiesen wurde. Weiter David Fraser Roberts (62) aus Brighton, Arthur Ford-Batey (61) aus Carlisle, die Brüder Kevin Brennan (55) aus Driffield und Martin Brennan (40) aus Stockton-on-Tees sowie Alan Hunt (65) aus Poole.

Die Briten bestritten bislang vor dem Königlichen Gericht in Norwich alle Vorwürfe. Laut Staatsanwaltschaft hätten sie sich bei ihren Taten einen Anschein von "christlicher Nächstenliebe" und einen "Hauch von Seriosität" gegeben.

Hunt habe sich als Anwalt ausgegeben, der finanziell ein gemeinnütziges Projekt für Ex-Soldaten unterstützen würde. Man sei auch an eine Wohltätigkeitsorganisation namens Humanitarian Aid Foundation Coalition angeschlossen, die Aidskranken umfassende Hilfe gewähren würde.

Ford-Batey verwendete in seinen E-Mails die Buchstabenfolge AOE, was Engel auf Erden (angel of earth) bedeuten sollte.

Die deutsche Kirche war nur das zweite Opfer

Die deutsche Kirche war nicht das einzige Opfer. Auf die christliche mutmaßliche Betrügerbande fiel zuerst im April 2005 der US-Immobilienhändler Randall Schreiber herein. Schreiber überwies 570.000 Euro.

Ende 2007 zahlte dann die deutsche Kirche.

Prominentes britisches Opfer: Automillionär Graham<br /> Dacre, Ausriss aus network norwich
Prominentes britisches Opfer: Automillionär Graham
Dacre, Ausriss aus network norwich
Und zum Schluss fiel das für die Briten prominenteste Opfer auf den mutmaßlichen Anlageschwindel herein. Der bekannte Wohltäter Graham Dacre (60) aus Norwich überwies im Mai 2008 die stolze Summe von 12,6 Millionen Euro auf das Konto von Ian Yorkshire in Liechtenstein, weil Hunt dem Millionär versprochen hatte, er könne das Geld von Dacre vor der Finanzkrise retten und außerdem aus den 12,6 Millionen Euro am Ende 45 Millionen Euro erwirtschaften.

Dacre ist ein zutiefst gläubiger Mensch. Der Unternehmer hatte sein Vermögen durch Autohäuser und Werkstätten (unter anderem Porsche) gemacht. Im Jahre 2006 verkaufte Dacre die Lind Automotive Group für 129 Millionen Euro, um mit dem Geld christliche Projekte zu finanzieren.

Zu seinen Unternehmen gehört der Open Youth Trust, eine Wohltätigkeitsorganisation, um jungen Leuten zu helfen. Hunt hatte den Mäzen im April 2005 aufgesucht und ihn betört, er werde bald aus dem High-Yield-Handel dem Open Youth Trust 3,6 Millionen Euro an Gewinnen überweisen können, wenn Dacre einsteige.

Dacre war laut Staatsanwalt Fenhall wohl sehr "empfänglich, diese Art von Zeug zu glauben".

Schließlich bot Hunt auch noch als Referenz einen amerikanischen Pastor Price auf, der in E-Mals an Dacre mit einem biblischen Verweis versprach, er vertraue Hunt mehr als "David in der Lage war, Jonathan zu trauen".

Dacre zahlte im Mai 2008 und flog im Juni 2008 nach Zürich, um dort, wie vereinbart, ein Konto zu eröffnen, auf das das Geld für seine Projekte eingehen sollte. Doch es kam kein Geld an.

Als Dacre im September 2008 nachfragte, warum nichts geschah, erklärte man ihm, das ginge gerade wegen der Finanzkrise nicht. Hunt schob im Oktober 2008 noch eine christliche Geschichte nach und schrieb an Dacre, er habe in Ruanda gearbeitet, um Frieden zwischen Tutsis und Hutus zu stiften. Der Krieg der Volksstämme hätte in den 90ern zum Völkermord geführt. Und er sei erschüttert, dass er, Hunt, keinen Friedensnobelpreis für die internationale Diplomatie bekommen habe.

Am 1. November 2011 schickte Dacre eine E-Mail unter der Überschrift Armageddon an Hunt. Darin setzte er den Gaunern ein Ultimatum von drei Tagen, um sein Geld zurück zu überweisen.

Hunt reagierte mit einem Erpressungsversuch. Ein Sicherheitsmann namens Kevin habe eine tiefe Untersuchung des Geschäfts- und Privatlebens von Dacre vorgenommen. Hunt: "Wir gehen mit dieser Datei an die Öffentlichkeit, wenn Sie zur Polizei gehen ... Wenn Sie einen Krieg wollen, können Sie einen haben."

Graham Dacre ließ sich nicht einschüchtern. Er ging zur Polizei. Die stellte fest, dass es nie eine Datei über Dacre gegeben habe. Und wo ist das Geld geblieben? Hunt und Konsorten behaupteten, das Geld für High Yield Handel ausgegeben zu haben. Ein Beleg dafür fehlt bis heute.

Aber vielleicht bringt ja der Strafprozess in Norwich doch noch Licht ins Dunkel - das hofft nicht zuletzt auch die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen. Sprecher Schuldt: "Die Rücklagen tragen ... dazu bei, die Finanzierung der kirchlichen Aufgaben in der Zukunft sicherzustellen." Nun denn ...

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02. April 11

Debi Select trennt sich von TelDaFax


Debi-Select-Sprecher<br /> Michael Oehme,<br /> FinanzMarketingBeratung
Debi-Select-Sprecher
Michael Oehme,
FinanzMarketingBeratung
Buchstäblich in letzter Minute haben die Manager der Debi Select Fonds (Handel mit Factoring-Kreditforderungen) aus Landshut alle 70 Millionen Euro ihrer 5.000 Anleger zurückholen und damit retten können, die angeblich ohne Wissen der Chefs in den strauchelnden Billigstromanbieter Teldafax (800.000 Privatkunden, 700 Mitarbeiter, 500 Millionen Euro Umsatz 2010) aus Troisdorf, geflossen waren.

Geht Teldafax, dem inzwischen viele Netzbetreiber wegen ausstehender Zahlungen gekündigt haben, pleite, hätten die Anleger nicht nur den Größtenteil der seit 2006 an die Debi Select Fonds gezahlten 90 Millionen Euro für immer verloren, die Anleger der Debi Select Kommanditgesellschaft hätten darüber hinaus noch mit ihrem gesamten privaten Vermögen haften müssen, weil die Fondsmanager es versäumten, im Handelsregister eine Haftungsbeschränkung eintragen zu lassen.

Debi Select hat seinen TelDaFax-Anteil mit Gewinn verkauft

Dieser doppelte Verlustkelch scheint nun abgewendet zu sein. "Der TelDaFax-Anteil wurde mit Gewinn verkauft", teilte Debi-Select-Pressesprecher Michael Oehme heute dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit. Zum Jahresende ist sogar die Abwicklung der Fonds geplant. Dann sollen die Anleger ihr Geld zurückbekommen. Debi-Select-Sprecher Oehme verspricht: "Das hierin enthaltene Kapital soll dann an die Anleger ausgeschüttet werden."

Hier die Einzelheiten des Rettungs-Deals:

Die CPA Invest AG (CPA), die zur Debi Select Gruppe gehört, hatte erst vor wenigen Wochen die knappe Mehrheit von 51 Prozent an der TelDaFax Holding AG übernommen, "um ihre Ansprüche an den Troisdorfer Energieanbieter zu sichern. Mit dem vereinbarten Erlös aus der jetzigen Veräußerung sind diese abgegolten, so dass die Debi Select Fonds ihre in der TelDaFax Holding AG gebundenen Mittel wieder zu freien Verfügung haben."

Der Retter heißt Prime Mark Financial Group aus Zypern

Oehme weiter: "Käufer und damit künftiger Mehrheitsaktionär des größten unabhängigen Energieanbieters Deutschlands ist der Finanzinvestor Prime Mark. Die übrigen 49 Prozent der Aktien an der TelDaFax Holding AG hält nach wie vor die Sigma Capital Strategies Limited Citation (die hinter dem russischen Billigstromanbieter Energo Stream steht und eine Private Equity-Gesellschaft mit Sitz in Jersey ist, die auf die Verwaltung osteuropäischer Vermögenswerte und auf Investments in etablierte Unternehmen mit Wachstumspotenzial spezialisiert ist - Anmerkung der Redaktion). Der neue Finanzinvestor Prime Mark hat einen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung gestellt, um TelDaFax zügig auszubauen, und will auch weiterhin in Wachstum investieren."

Kann der Käufer noch abspringen?

Oehme: "Prime Mark ist eine Private Equity Gesellschaft, und die kann und wird nicht mehr abspringen, da sie bereits hohe zweistellige Millionenbeträge in TelDaFax investiert hat, was sich nur rechnet, wenn sie die Anteile übernimmt."

GoMoPa.net: Warum geht Prime Mark in die angeschlagene TelDaFax?

Oehme: "Die Investorengesellschaft sieht das Potential von TelDaFax, wenn es professionell geführt wird. Hieran haben wir in den letzten Monaten gearbeitet. Ich denke, TelDaFax wird in Kürze auch eine eigene Pressemitteilung hierzu herausgeben."

GoMoPa.net: Wie hoch war der Kaufpreis genau?

Oehme: "Zum Kaufpreis wurde Verschwiegenheit vereinbart."

GoMoPa.net: Was heißt das nun konkret für die Anlegergelder?

"Die Debi Select Gruppe plant nun eine Abwicklung der Fonds zum 31. Dezember 2011", so Oehme weiter. Die Anleger hätten dann die Wahl. Sie können sich die Ausschüttung auszahlen lassen. Oder sie reinvestieren ihr Kapital. Oehme: "Alternativ haben die Anleger die Möglichkeit, ihr Kapital in das Nachfolgeprodukt der Debi Select Gruppe zu investieren. Aktuell plant Debi Select gemeinsam mit Bankenpartnern die Umsetzung eines Sparproduktes mit Factoring aus versicherten oder besicherten Forderungen."

GoMoPa.net: Ist die Rückführung der Anlegergelder wirklich sichergestellt?

Oehme: "Ich kann Ihnen offiziell mitteilen, dass die Rückführung der Anlegergelder in diesen Ausflug damit sichergestellt ist. Derzeit stehen wir noch in Gesprächen mit den potentiellen Käufern der Projektgesellschaften (der Debi Select Fonds - Anmerkung der Redaktion) und auch hier direkt vor einem Abschluss."

GoMoPa.net: Worum geht es konkret bei den künftigen Projekten der Debi Select?

Oehme: "Ich schlage vor, dass wir das Thema dann aufgreifen, wenn wir unsere gesamten Hausaufgaben gemacht haben und Ihnen dann auch das neue Produkt vorstellen können. Ich kann Ihnen schon jetzt sagen, dass es viel mit Berlin zu tun haben wird. Zumindest dann, wenn alles gut geht."

GoMoPa.net: Herr Oehme, wir danken für das Interview.

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01. April 10

Griechenlands - Bargeld Verbot


Finanzminister George <br />Papaconstantinou (48) © MNEC
Finanzminister George
Papaconstantinou (48) © MNEC
Mit Wirkung vom 1. Januar 2011 schafft Griechenland als erstes EU-Land jeglichen Bargeldverkehr von mehr als 1.500 Euro ab.

Private und geschäftliche Zahlungen von mehr als 1.500 Euro müssen dann auf elektronischem Wege mit EC- oder Kreditkarten erfolgen. Das gab der griechische Wirtschafts- und Finanzminister George Papaconstantinou (48) am 9. Februar 2010 nach einer Parlamentsdebatte gegen Schwarzarbeit und Steuerhinter- ziehung bekannt, teilte das Athener Büro von Reuters dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit.

Wörtlich sagte Papaconstantinou: "Ab dem 1. Januar 2011 wird jede Transaktion über 1.500 Euro zwischen natürlichen Personen und Geschäftsleuten nicht mehr als legal angesehen werden, wenn diese bar getan wird. Transaktionen müssen mit Hilfe von EC- oder Kreditkarten vorgenommen werden." Zuwiderhandlungen werden drakonisch bestraft.

Griechen müssen auch Auslandskonten offenlegen

Doch damit nicht genug. Wie die International Business Times erfuhr, wurden die Bürger des Landes aufgefordert, alle Konten im Ausland offen zu legen. Wer dies innerhalb einer 6-monatigen Frist nicht tut und später erwischt wird, dessen Vermögen wird konfiziert. Der griechische Finanzminister hofft so, an die geschätzten 30 Milliarden Euro heranzukommen, die angeblich auf ausländischen Schwarzgeldkonten schlummern. Papaconstantinou sagte: "Einlagen bei Banken außerhalb Griechenlands sind aus den Prüfungen von ihrer Herkunft befreit, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach der Verabschiedung der Steuerbelastung zurückgeführt werden und mit 5 Prozent besteuert werden."

Alexander Hahn vom Investor Verlag fügt in seinem Newsletter ?Investoren Wissen? hinzu, es komme ?noch dicker: Angeblich sollen in Zukunft auch die Banken dazu gezwungen werden, ihre Daten in Echtzeit an das griechische Finanzministerium zu übermitteln. Weiterhin werden Rechnungen über 3.000 Euro nur noch in digitaler Form akzeptiert.?

Steuervergünstigungen für Berufsgruppen werden abgeschafft Papaconstantinou schafft auch steuerliche Sonderrechte für bestimmte Berufsgruppen ab. Der Finanzminister sagte: "Jede autonome Besteuerung für spezielle Berufe wie Ingenieure, Architekten, Taxifahrer, Gas-Tankstellen-Besitzer und Kioskbetreiber ist abgeschafft." Als Folge müssen Taxifahrer nun Quittungsdrucker in ihren Autos installieren. Sie sollen künftig nicht mehr mit einer niedrigen Pauschale, sondern nach ihrem tatsächlichen Einkommen besteuert werden. "Die Zeit" schreibt, Finanzminister Papaconstantinou wolle das Land "mit einem lückenlosen Netz von Registrierkassen überziehen". So sollen auch Ärzte und Rechtsanwälte gezwungen werden, Quittungen auszudrucken.

Außerdem will die Regierung Konsumprofile der Steuerbürger erstellen, um Steuersündern auf die Schliche zu kommen, meldet die International Business Times weiter. Ein Jahreseinkommen von nur 10.000 Euro zu deklarieren, den Sohn aber auf eine teure Privatschule zu schicken oder mit der eigenen Motoryacht durch die Ägäis zu kreuzen, werde demnach künftig nicht mehr möglich sein: Der Fiskus solle künftig das gemeldete Einkommen mit den individuellen Ausgaben abgleichen.

Drastische Ausgabenkürzungen

Papaconstantiniou kündigte auch drastische Ausgabenkürzungen an:

"Die Gehälter von Vorständen in nicht börsennotierten staatlichen Unternehmen fallen um 50 Prozent.

"Es wird keine Lohnerhöhung für den Ministerpräsidenten und die Minister geben, und ihre Zulagen werden um 10 Prozent gesenkt werden."

"Im Haushaltsgesetz werden die Zulagen und Vergütungen um 10 Prozent gesenkt."

Griechenland muss sich dennoch vor den Bundesgerichtshof verantworten

Wie die östereichische Nachrichtenagentur APA meldet, erhöht die EU-Kommission ihren Druck auf das hochverschuldete Griechenland. Sie verklagt den Euro-Staat vor dem Europäischen Gerichtshof, weil er von Unternehmen illegale Steuervorteile nicht eingetrieben hat. Rechtswidrige Beihilfen müssten zurückgefordert werden, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle zu sichern, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia heute in Brüssel.

Einige Firmen konnten unter der beanstandeten Regelung 35 Prozent ihrer Gewinne aus den Jahren 2003 und 2004 von der Steuer absetzen, solange sie in ihre Modernisierung oder die Fortbildung der Mitarbeiter investierten. Die Kommission hatte die Regelung im Juli 2007 für illegal erklärt und die Regierung in Athen aufgefordert, das Geld zurückzuverlangen. "Die begünstigten Unternehmen haben die Beihilfen aber bis heute nicht zurückgezahlt", stellte die Kommission fest. Nach früheren Angaben geht es um einen Steuerausfall von insgesamt 200 Millionen Euro.

Die EU hat die Finanzpolitik der Regierung in Athen unter strenge Aufsicht gestellt. Die Kommission hat außerdem ein Vertragsverletzungsverfahren wegen der Fälschung von Haushaltsstatistiken eingeleitet. Finanzminister Papaconstantinou sieht offenbar nur noch einen Ausweg: Er schafft den freien Geldverkehr über 1.500 Euro einfach ab.

Beitrag zum Thema
» Griechenland: Barzahlungen über 1.500,- ? ab 1. Januar 2011 verboten!
» Niederlande: Banken ohne Bargeld - auch Supermärkte machen mit

 

01. April 08

Leistungssteigerung für Reiche

Viele Menschen helfen ihrer Hirnleistung schon heute mit chemischen Mitteln auf die Sprünge, sowohl mit zugelassenen Medikamenten aber auch mit illegalen Drogen. Künftig dürfte die Auswahl noch größer werden - denn Pharmaunternehmen wittern einen gewinnträchtigen Zukunftsmarkt. Das Stichwort heist: Leistungssteigerung

Das Niveau halten, bisher reichten dafür Kaffee und Energy-Drink's und wach zu bleiben, Traubenzucker fürs Gehirn oder Alkohol zum Abspannen. Die Pille zur Problemlösung, und dabei sind es nicht nur die frei käuflichen pflanzlichen Präperate. Immer öfter sind es auch illegale Drogen .. die "weise Linie" soll helfen ...

Die Online-Foren sind voll von experimentierfreudigen Menschen, die sich Tipps geben, mit welchem Medikament es sich am besten lernen, am längsten arbeiten, besser dem Druck standhalten zu können, den Jetlag entgehen oder am zuverlässigsten Prüfungsangst ausschalten lässt, zuweilen in beängstigend sorgloser Kombination.

 

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