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01. Mai 17, 02:00:00

Bloß nicht HDI Gerling versichert!


ConventEinbrecher bis heute nicht geschnappt: Überwachungskamera filmte Einbruch im Büro der Berliner Scoredex-Niederlassung Wer im Schadensfall bei der falschen Versicherung einen Vertrag unterschrieben hat, dem drohen langwierige bürokratische und juristische Auseinandersetzungen.

Mit wochenlangen Bearbeitungszeiten, endlosem Papierkrieg und nur scheinbar unabhängigen Gutachtern wird die Schadensregulierung um Monate hinausgezögert. Im schlimmsten Fall droht Unternehmen und Privatpersonen sogar der persönliche Ruin. Von den großen Versicherern glänzt vor allem die HDI Gerling mit einer überdurchschnittlich hohen Anzahl von Kundenbeschwerden.

Es war der Albtraum eines jeden Unternehmers:

Samstag, nachts um drei Uhr am 11. Juli 2015 klingelte das Handy von Mark Vornkahl, Geschäftsführer der Scoredex GmbH. In der Leitung war ein aufgelöster IT-Experte, der durch den stillen Alarm einer Überwachungskamera im Berliner Vertriebsbüro des Schweizer Unternehmens auf einen Einbruch aufmerksam geworden war. Eine halbe Stunde später waren sowohl Angestellte als auch die Polizei vor Ort, allerdings zu spät um die Einbrecher zu stellen.

Die Schäden des Einbruchs waren immens. Auftragsverbrecher hatten die schwere Metalltür des Büros aufgestemmt und die gesamte IT-Infrastruktur des Unternehmens zerstört sowie dutzende Festplatten und mehrere Aktenordner und Kartons auch mit Personal- und Buchhaltungsunterlagen entwendet. Das gesamte Büro war verwüstet. Ein Versicherungsschaden wie aus dem Bilderbuch - sollte man meinen.

Anfangs sah es auch so aus, als habe die HDI Gerling ein hohes Interesse an einer schnellen Schadensregulierung.

Getreu dem HDI-Motto "Ein Schadensfall muss kein Weltuntergang sein", schickte die Versicherung bereits drei Tage später ihren Regulierungsbeauftragten Andreas Merkin zur Besichtigung und Dokumentation der Schäden. Innerhalb einer Woche hatte die HDI Gerling eine Vorgangsnummer angelegt und Scoredex gebeten, den Schaden zu beziffern.

Am 23. Juli 2015 erhielt die Versicherung die gewünschten Kostenvoranschläge zur Wiederherstellung der IT-Infrastruktur und Datenwiederherstellung übermittelt.

Mit rund 130.000 Euro betrug der bezifferte Schaden einen Bruchteil der maximalen fünf Millionen Euro, die im Versicherungspaket abgesichert waren.

Bei Scoredex war die Hoffnung groß, dass man nach einer zügigen Einigung mit der HDI Gerling weitere Schäden vom Unternehmen abwenden könne.

Doch ein Anruf des Regulierungsbeauftragten Merkin sollte den Scoredex-Chef eines Besseren belehren.

Man wäre bereit sich schnell und flexibel zu einigen, allerdings sei die HDI Gerling nur bereit 10.000 Euro, also weniger als 10 Prozent des tatsächlichen Schadens zu regulieren. Ein Angebot, das Scoredex selbstverständlich ausschlug.

Keine Regulierung, sondern Verdächtigungen

Daraufhin wollte die HDI Gerling von einer schnellen Schadensregulierung erst einmal nichts mehr wissen.

Drei Wochen nach Bezifferung der Schäden kam am 17. August 2015 vom Regulierungsbeauftragten Andreas Merkin die lange erwartete Antwort zur Schadensregulierung per Mail:

Zitat:


Das eingereichte Kostenangebot ist für mich leider ohne die Erstanschaffungsrechnung der Technik nicht möglich, weshalb ich Sie darum bitte, mir diese nachzureichen.

Eventuell ist es möglich, über den seinerzeitigen Verkäufer eine Zweitrechnung zu erhalten? Auch könnten sich weitere Informationen aus dem Anlagenverzeichnis ergeben?


Notgedrungen wurden die zusätzlich geforderten Unterlagen aus dem Resten des Einbruchschaos der Scoredex-Niederlassung zusammengesucht und bei Steuerberatern angefordert und an die HDI Gerling geschickt.

Als besonders problematisch galt die Forderung der HDI Gerling, Unterlagen zur Verfügung zu stellen, die beim Einbruch, also dem versicherten Schadensfall, abhanden gekommen waren.

Auf Nachfragen nach Neuigkeiten und Beschwerdemails reagierte der Versicherer genau so wenig mit einem Regulierungsangebot, wie auf die Mitteilung, dass das Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem Einbruch eingestellt worden sei.

Stattdessen zweifelte die Versicherung plötzlich daran, dass überhaupt Unterlagen bei dem Einbruch abhanden gekommen seien.

Es müsse "aus der Akte hervorgehen, dass die Akten bei einem Einbruchsdiebstahl entwendet worden sind und hierfür bereits keine Entschädigung gezahlt worden ist", heißt es in einem Schreiben der Versicherung.

Mit diesem Argument wurde in Folge auch eine "vorher gemachte Kostenübernahme von Steuerberaterkosten durch die Versicherung spontan zurückgezogen", ärgert sich der Scoredex-Geschäftsführer.

Ein Indiz für ihre Zweifel habe die HDI Gerling allerdings parat gehabt, wie sie einige Monate später in einem Brief an den Scoredex-Anwalt mitteilt:

Zitat:


Die Originalunterlagen haben wir angefordert, da es nicht plausibel erscheint, dass die von uns geforderten Unterlagen entwendet worden sind, der Nutzungsvertrag jedoch sich in Kopie in der Hand des VN befand.


Ein Versicherungsnehmer sei also nach Meinung der HDI Gerling schon deshalb verdächtig, weil er Kopien von geklauten Verträgen besitzt oder diese von seinem Steuerberater beschaffen kann. Eine juristische Meinung, die wohl nur in der HDI-Schadensregulierung mehrheitlich vertreten wird.

HDI Gerling spielt auf Zeit


Convent HDI Werbung - Wenn ich schnelle Hilfe brauche: Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit © HDI Wie so vielen HDI Gerling Kunden (nachzulesen im Verbraucherschutzforum Reclabox) verweigerte die Versicherung auch Scoredex in den nächsten Monaten sowohl die Schadensregulierung als auch eine angemessene Kommunikation.

In der Regel hieß es in den automatisch generierten Antwortmails, der Sachbearbeiter sei aktuell krank beziehungsweise im Urlaub. Man könne sich in dringenden Fällen aber gerne an die allgemeine Hotline wenden.

Die Anfragen würden allerdings nicht automatisch weitergeleitet und erst einmal auch nicht bearbeitet, wie beispielweise aus einer Mail des Regulierungsbeauftragten Merkin vom 19. Januar 2016 hervorgeht:

Zitat:


...vielen Dank für Ihre Mail. Ich bin derzeit nicht im Büro (Urlaub) und wieder am 02.02.16 erreichbar. Ihre E-Mail wird nicht weiter geleitet...


Auf Nachfrage von GoMoPa, ob es bei der HDI üblich sei keine Vertretung zu benennen, antwortet die Presseabteilung:

Zitat:


Die Schadenbearbeitung bei der HDI Versicherung AG arbeitet bei Abwesenheiten mit funktionierenden Vertretungsregelungen.


Glaubt man den Erfahrungswerten der Nutzer im Verbraucherschutzforum Reclabox, gehören funktionierende Vertretungsregeln und eine schnelle Bearbeitung von Kundenanfragen nicht gerade zu den Stärken der HDI Gerling. Diverse Nutzer beklagen die schlechte Erreichbarkeit und langwierige Schadensregulierung der Versicherung.

Beispielsweise beschwert sich Mario L.:

Zitat:


Über 11 Wochen telefoniere ich nun jede Woche hinterher und bekomme immer eine andere Aussage.

Bis heute habe ich kein Geld der HDI erhalten, noch für den Schaden noch für den Aufwand, immer wieder zu telefonieren, zum Gutachter zu fahren etc., obwohl der Fall klar ist.


Wenn man hier weitere Beschwerden über die HDI liest, sieht es beinahe so aus, als ob die HDI kein Geld mehr habe. In einer Beschwerde heißt es:

Zitat:


Ich empfehle jedem, niemals zur HDI zu gehen oder wenn ihr einen Unfall mit einem Versicherungsnehmer der HDI habt, direkt einen Anwalt hinzuzufügen.


HDI Gerling: Spitzenposition bei Kundenbeschwerden

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) veröffentlicht jährlich eine Statistik mit der Beschwerdequote über Versicherungsunternehmen. Ganz vorne mit dabei ist meist die HDI Gerling.

Im Bereich der Haftpflichtversicherung schneidet sie von den großen Versicherungen mit weitem Abstand am schlechtesten ab. Mit 2,2 Beschwerden je 100.000 Versicherte ist die Beschwerdequote bei der HDI Gerling rund zweieinhalb Mal so hoch wie der Durchschnitt aller Versicherungen (0,9 Beschwerden je 100.000 Versicherte).

Auf Nachfrage von GoMoPa interpretiert Melanie Staudt, Pressesprecherin der HDI Gerling, die überdurchschnittlich hohe BaFin-Beschwerdequote auf sehr eigene Weise:

ConventMelanie Staudt, Leiterin Pressestelle HDI Gerling in Köln © HDI

Zitat:


Für die HDI Versicherung AG wurden 2015 bezogen auf rund 6 Millionen versicherte Risiken insgesamt 216 BaFin-Beschwerden zu Vertrags-und Schadenangelegenheiten eingereicht (Haftpflicht-, Unfall-, Sach-, Kraftfahrtversicherungen).

Die BaFin weist in ihrer Statistik grundsätzlich alle dort eingereichten Beschwerden aus. Lediglich rund 10 % von den 216 eingegangenen BaFin-Beschwerden bezogen sich auf Haftpflicht-, Unfall-und Sach-Schadenfälle. Auch bezogen auf angemeldete Schadenfälle ist damit die Beschwerdequote sehr niedrig."


Die HDI Gerling-Pressesprecherin erläutert im Anschluss, dass man sich bei der Bewertung der Kundenzufriedenheit weniger auf die offiziellen Statistiken der BaFin verlasse, sondern lieber auf eigene Zahlen:

Zitat:


Im Rahmen der Geschäftssteuerung führt HDI regelmäßig Kundenzufriedenheitsbefragungen auch zur Schadenbearbeitung durch, die seit vielen Jahren eine insgesamt hohe Zufriedenheitsquote spiegeln.


Konkrete Zahlen möchte die HDI Gerling allerdings nicht nennen.

Auf die Frage nach der durchschnittlichen Bearbeitungszeit von der Meldung eines Schadens bis zur Regulierung erhielt GoMoPa keine Antwort.

Viele HDI-Gerling-Kunden sind unzufrieden

Eine Netzrecherche bringt schnell den Grund für die vielen Beschwerden von Versicherten der HDI Gerling ans Licht: Verzögerungen bei der Regulierung von Schäden.

Julia Fiebelkorn beispielsweise beschwert sich im Verbraucherschutzforum ReclaBox:

Zitat:


Nach einen schweren Raub und die Übermittlung an die Schadensabteilung der gestohlen Dinge nach mehr als 3 Monaten immer noch keine Regulierung.

Angekommen sind meine Schreiben, wie mir nach langem Warten am Telefon gesagt wurde.

Sie hatten noch keine Zeit, es zu bearbeiten! Frechheit und total unfreundlich am Telefon.


Diverse Versicherte klagen ebenfalls über lange Antwortzeiten, Hinhaltetaktiken und schlechte Informationspolitik der HDI Gerling. Viele von ihnen äußern das Gefühl, nur durch juristische Mittel zum Ziel kommen zu können.

Bei der HDI Gerling will man von solch schlechtem Geschäftsgebaren hingegen nichts wissen, sondern verweist auf die professionelle Regulierungstaktik des Versicherungsunternehmens:

Zitat:


Die Prozessquote ist für das von uns betriebene Segment unauffällig. Unsere Grundphilosophie ist aber, auch in strittigen Fällen Prozesse durch professionelle Schadenverhandlungen einschließlich außergerichtlicher Konfliktbeilegung (um Beispiel auch Mediation und Schlichtung) möglichst zu vermeiden.


Keine Regulierung: HDI Gerling setzt Gutachter ein

Ein beliebtes Mittel von Versicherungsunternehmen, um die Schadensregulierung hinauszuzögern oder die Schadenssumme zu reduzieren, ist der Einsatz von Gutachtern. Diese sind unabhängige Sachverständige, die allerdings meist regelmäßig im Auftrag der Versicherungsunternehmen arbeiten.

Die hohe finanzielle Abhängigkeit der Gutachter war sogar Thema im Deutschen Bundestag.

Seit 2013 müssen Gutachter und Sachverständige vor Gericht Zweifel an ihrer Unabhängigkeit selbst ausräumen. Etliche Versicherungen besäßen Macht über die meisten Sachverständigen, als sie deren Honorarabrechnungen erstatten oder kleinlich kürzen könnten, heißt es in der entsprechenden Petition (Petition Nr. 12609).

Auch Scoredex durfte Erfahrungen mit einem Gutachter der HDI Gerling machen.

Am 19. Januar 2016 schickte der Geschäftsführer an den Regulierungsbeauftragten Merkin eine Mail mit deutlichen Worten:

Zitat:


Ich schliesse keine Versicherung ab, um mich im Schadensfall mit meinem Vertragspartner zu streiten.


Nach Wochen der Regungslosigkeit meldete sich der Regulierungsbeauftragte der HDI Gerling dann am 2. Februar 2016. Er bräuchte nur noch die "Liste des Anlagevermögens mit Kennzeichnungen des Netzwerksadministrators". Danach hoffe er "den Schaden insgesamt der Höhe nach abschließen zu können."

Nachdem auch die Drohung mit juristischen Schritten bei der HDI Gerling zu keiner Regung führte, ging am 24. März 2016 ein Anwaltsschreiben von Scoredex mit einer Klageandrohung an das Versicherungsunternehmen. Erst jetzt sah sich der Regulierungsbeauftragte der HDI Gerling gezwungen zu handeln.

Allerdings war von einer Regulierung des Schadens keine Rede mehr, stattdessen kündigte die Versicherung an, das Sachverständigenbüro Dr. Wendorff GmbH als Gutachter einschalten zu wollen.

Nach anwaltlicher Aufforderung bestätigte HDI-Mann Merkin zwar, dass die Versicherung die Einstandspflicht anerkenne, aber erst den Schaden regulieren werde, wenn die Schadenshöhe durch einen Gutachter geprüft worden sei.

Nach weiteren zwei Monaten Wartezeit kam dann am 24. Juni 2016, fast ein Jahr nach Eintritt des Einbruchschadens, Post vom Gutachter Ralph Colditz (Dr. Wendorff GmbH).

Anstelle einer sachlichen Auseinandersetzung verlangten diese erst einmal die Vorlage einer anwaltlichen Vollmacht und im Anschluss erneut die Übersendung aller Unterlagen, die der HDI Gerling bereits vorlagen. Danach herrschte wieder Funkstille sowohl von Seiten der Versicherung, als auch des Gutachters.

GoMoPa wollte von den Sachverständigen wissen, ob derart lange Wartezeiten üblich seien.

Dr. Joachim Wendorff antwortete persönlich und erklärte, dass die Verzögerungen in der Regel durch den Versicherungskunden verursacht werden und es keine Hinhaltetaktik der Versicherungen und Gutachter gäbe:

Zitat:


Die Bearbeitungsfrist eines Schadenfalls wird im Wesentlichen geprägt durch die Bereitschaft des Geschädigten, die zum Schadennachweis benötigten Unterlagen zur Verfügung zu stellen und Prüfungs- und Besichtigungstermine zu ermöglichen.


Weder die HDI Gerling noch Dr. Joachim Wendorff wollten Fragen dazu beantworten, wie viele Mandate das Gutachterbüro von der HDI Gerling jährlich erhält.

Statt Schadensregulierung setzt die HDI Gerling auf Hinhaltetaktik

Weitere fünf Monate später, nach mehrmaligem Nachhaken des Scoredex-Anwalts, kam wieder Bewegung in die Angelegenheit.

In einer Mail Wolfgang Schroers, einem Mitarbeiter des HDI Service Centers, an den Regulierungsbeauftragten Andreas Merkin vom 14. November 2016 heißt es, dass die HDI aufgrund der hohen Kostenvoranschläge für die Datensicherung einen "Kupfrian einschalten" wolle, da keine ordnungsgemäße Datensicherung bei Scoredex vorliegen würde und damit der Betriebsunterbrechungsanteil entfalle. Man wolle aber "versuchen hier einen nachvollziehbare Lösung zu finden, um den Fall abschließen zu können."

Was die HDI Gerling unter einer nachvollziehbaren Lösung verstand, hatte Merkin dem Scoredex-Geschäftsführer aber schon Monate vorher telefonisch mitgeteilt: 10.000 Euro sofort und der Fall sei erledigt.

Er könne sich bei der langen Bearbeitungszeit und einem solchen Angebot bei einen Schaden von mindestens 130.000 Euro des Gefühls nicht erwehren, dass die HDI Gerling darauf setzt "geschädigte Unternehmen in die Insolvenz zu treiben", begründet Scoredex-Geschäftsführer Mark Vornkahl die Ablehnung des Angebots.

In einem Schreiben des Scoredex-Anwalts vom 6. Dezember 2016 an den HDI-Regulierungsbeauftragten Andreas Merkin heißt es in diesem Zusammenhang:

Zitat:


Ich darf letztmalig darum bitten, noch dieses Jahr einen tragbaren Vorschlag zu unterbreiten. Anderenfalls bin ich beauftragt, die Sache doch gerichtlich klären zu lassen. Es kann einfach nicht sein, dass man einen Kunden seit nunmehr 18 Monaten hängen lässt, ohne auch nur den unstreitigen (minimalen) Teil des Schadens zu begleichen.


Zwei Tage vor Weihnachten kam dann die überraschende Antwort der HDI Gerling. Andreas Merkin bittet per Mail um die Übersendung aller Unterlagen, die im Laufe der letzten 18 Monate bereits an die Versicherung und den Gutachter gesendet wurden.

Scoredex hat der HDI Gerling eine letzte Frist "für ein Angebot zur angemessenen Schadensregulierung" gesetzt. Es bleibt also spannend. Nun denn...

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01. Mai 16, 02:00:00

Mustang Investments GmbH: Was kann man den Täuschern Felix Busch und Andrei Anissimov noch glauben?


ConventAuf der Invest Messe für Anleger im April 2015 in Stuttgart führte Andrei Anissimov seinen Kompagnon Felix Busch als Kunde und Zeuge ins Feld, wie toll sein Börsenprogramm funktionieren würde (Foto: Youtube) Was kann man den beiden Berliner Firmenlenkern Felix Busch (28) und Andrei Anissimov (36) noch glauben?

Einerseits sind beide laut Handelsregister seit dem 21. Januar 2015 Geschäftsführer einer Mustang Investments GmbH in der Albrechtstraße 115 in Berlin Steglitz. Sie war wenige Monate zuvor gegründet wurden. Auch wenn der Geschäftssitz eher bescheiden anmutet, jongliert das junge Unternehmen schon mit Immobilien in Millionen-Höhe.

Nach eigenen Angaben hilft Mustang Investments privaten oder institutionellen Immobilieninvestoren das richtige Bestands- oder Aufteilungsobjekt im Bereich Wohnen ab 2 Millionen Euro bis 200 Millionen Euro in Berlin, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zu finden und auch zu finanzieren. Dasselbe gelte für Bürogebäude bis 200 Millionen Euro in Berlin, Hamburg, Top 7 und NRW und für Altersgerechte Wohngrundstücke oder Bauten ohne Betreiber ab 5 Millionen Euro bis 35 Millionen Euro deutschlandweit.

Andererseits wird der Deutsch-Russe Andrei Anissimov im Impressum als Geschäftsführer glatt verschwiegen. Da wird alleinig Felix Busch aufgeführt.

ConventAlbrechtstraße 115 in Berlin Steglitz: Der Sitz der Mustang Investments GmbH, mit der Felix Busch 200 Millionen Euro schwere Immobilienprojekte stemmt, und Sitz der Trader IQ GmbH, deren Börsendepot mit Optionen im Quartal 20 Prozent Gewinne macht © googlestreetview Im Gegenzug verschweigt der Deutsch-Russe Anissimov bei öffentlichen Auftritten wiederum, dass Felix Busch sein Geschäftspartner ist.

Anissimov ist eine Art Börsen-Guru. Er hat schon zwei Jahre früher, im Januar 2013, in der Marchlewskistraße 49 in Friedrichshain die Beteiligungs- und Bildungsgesellschaft Geld IQ GmbH gegründet. Und wenig später folgten in der Albrechtstraße 115, wo jetzt auch die Mustang sitzt, zwei Tochterfirmen der Geld IQ GmbH: die Trader IQ GmbH und Trader IQ Technologies GmbH. In allen drei IQ-Firmen ist Andrei Anissimov alleiniger Geschäftsführer.

Anissimov tritt öffentlich als Börsen-Trainer für Nichtbörsianer auf. Dafür hat er einen Job als Center Manager für die Hamburger Otto-Gruppe aufgegeben.. Ein Workshop mit Anissimov mit dem Titel "Börsenturbo für Berufstätige" kostet für jeden Teilnehmer 297 Euro. Die Teilnahme an einem 3 Tage Workshop "Options Mastery Bootcam" inklusive Online Vorbereitungskurs kostet 2.997 Euro. Anschließend kann man mit 10.000 Euro in sein Musterdepot einsteigen, bei dem angeblich jeden Monat 1.000 Euro Gewinn hinzukommen, wenn man das Depot ein Mal pro Woche nach Börsenschluss managen würde.

"Wir haben im letzten Quartal 20 Prozent gemacht", erzählte Anissimov den Zuhörern bei einem Vortrag seiner Trader IQ GmbH auf der Invest Messe für Anleger im April 2015 in Stuttgart.

ConventMarchlewskistraße 49 in Berlin Friedrichshein: Sitz der Geld IQ GmbH, mit der der vermeintliche Börsenguru Andrei Anissimov als Muttergesellschaft "die profitabelste Strategie, die es auf dem Markt gibt", an der Börse betreibt © googlestreetview Obwohl die Trader IQ GmbH nun wie die Mustang Investments GmbH in der Albrechtstraße 115 in Steglitz sitzt und sich Anissimov mit Felix Busch bei der Mustang Investments GmbH das Büro teilt, führte Anissimov als Zeuge dafür, dass die Trader IQ GmbH "die profitabelste Strategie hat, die es auf dem Markt gibt", seinen Partner Felix B. ins Feld.

Laut las Anissimov dem ahnungslosen Publikum die angebliche neutrale Bewertung seines Trader IQ-Kunden Felix B. vor:

Zitat:


Bin ein Profi im Immobilienbereich und habe bei Trader IQ tolle Wertpapier-Strategien gefunden, die guten Cashflow produzieren, ähnlich wie bei den Mieteinnahmen mit begrenztem Risiko! Das ist einfach der Hammer.


Felix Busch gibt in seinem aktuellen XING-Profil vor, Investor zu sein. Laut eigenen Angaben habe Felix Busch 60 Objektgesellschaften im Bestand und sucht selbst Immobilien in B-Lagen ab 500.000 Euro:

Zitat:


Ich suche

Zum eigenen ANKAUF: Renovierungsbedürftige Wohnimmobilien ab 500.000 Euro - 10 Mio Euro in attraktivsten B - Lagen - Rendite orientiert !! Berufserfahrung

5 Jahre
9 Monate
08/2010 - heute

Investor
BS Immobiliengruppe


Darüber kann man sich nur wundern:


ConventDie Dunckerstraße 38 in Berlin Prenzlauer Berg: Sitz der BS Immobiliengruppe UG (haftungsbeschränkt), mit der Felix Busch laut Xing 60 Immobilienobjektgesellschaften im Bestand hält und für sich Objekte zwischen 500.000 und 10 Millionen Euro kauft © googlestreetview Denn die einzige Firma, die Felix Busch laut Handelsregister tatsächlich im Bestand hat, ist eine BS Immobiliengruppe UG (haftungsbeschränkt), die Busch am 1. Oktober 2013 in der Dunckerstraße 38 in Prenzlauer Berg in einem reinen Wohnhaus (offenbar am heimischen Küchentisch) mit 500 Euro Kapitalanteilen gegründet hat.

Aber noch im Februar 2016 verschwieg Busch die 500 Euro BS Immobiliengruppe UG (haftungsbeschränkt) und gab vor, es würde eine Busch Investmentgruppe UG existieren. Er gab sogar eine Internetseite für diese Investmentgruppe an: Busch-Investmentgruppe.de. Aber eine solche Firma war nirgendwo registriert, existierte also offenbar nur in der Phantasie von Felix Busch.

Aber damit nicht genug, gab Busch im E-Mail-Verkehr auch noch vor, er gehöre zu einem internationalen Immobilienkonzern aus Amsterdam:

Zitat:


Felix Busch
Pluis Participatie Groep BV
Stadionweg 224
1077 TE Amsterdam
The Netherlands
Tel: +31(0)20 - 6716806
Web www.pluisgroup.com


Aber im Internet war auch dieser Konzern nicht mehr erreichbar.

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net warnte am 6. Februar 2016:

Zitat:


Felix Busch bewegt sich mit der nicht registrierten Busch Investmentgruppe UG sowie in Mails mit der (offensichtlich nicht erreichbaren) Pluisgroup auf dem Markt.


Felix Busch erklärte dazu gegenüber GoMoPa.net (Fehler im Original so belassen):

Zitat:


Sie Würfeln in Ihren Texten gekonnt Sachverhalte durcheinander.

Es gibt die BS Immobiliengruppe UG.

Und es gibt die Mustang Investments GmbH.

Busch Investmentgruppe habe ich bei Xing als Arbeitstitel für beide gewählt. Es war zu diesem Zeitpunkt eine neue GmbH mit diesem Namen geplant.

Nach dem Sie mich darauf aufmerksam machten, diesen Eintrag in Xing zu ändern, bin ich diesem Aufruf umgehend gefolgt.


Delphine-Versteher Felix Busch

In einem weiteren sozialen Netzwerk, LinkedIn, ist Felix Busch aktuell gar kein Investor oder Immobilienmakler, sondern ein Alternativ-Mediziner, der die Sprache der Delphine auf die menschliche Haut übertragen kann. Busch beschreibt sich als Berliner Führungskraft der US-amerikanischen Firma Relax NOW aus San Francisco in Kalifornien.

Offenbar ein Witz: Denn Felix Busch teilte dazu GoMoPa.net mit:

Zitat:


Bei meinem LinkedIn Profil habe ich mich vor 5 Jahren zuletzt angemeldet. Die Angaben sind offensichtlich mit Humor zu betrachten. Alternativ würde ich einfach meinen Account löschen.


Was er aber bis heute nicht tat. Und so die Öffentlichkeit weiter narrt. Nun denn...

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04. Mai 15, 02:00:00

"Erfolgs-Trainer" Jürgen Höller war Marketingleiter des mutmaßlichen Aktien-Betrügers Alfredo Cuti


Convent (ss) - "Der Selbstdarsteller Jürgen Höller ist zurück", titelte die Hamburger Morgenpost am 15. November 2014. Dabei war Höller trotz seines Insolvenz-Absturzes im Jahr 2001 mit seiner Inline AG aus Schweinfurt (9 Millionen Euro Schaden für Anleger, die Beteiligungen an dem Seminar-Dienstleister gekauft hatten) und seiner Haft (2003 bis 2004, Höller gestand vor dem Landgericht Würzburg, 900.000 Euro Anlegergelder für sich abgezweigt zu haben) nie wirklich weg.

Er arbeitete nur unbemerkt im Hintergrund - für einen anderen mutmaßlichen Aktien-Schwindler: den selbsternannten Karlsruher Börsen-Guru Alfredo Cuti (51) und dessen Schweizer-Skandal-Firma AktienPower AG.

Höller war Marketingleiter bei der AktienPower-Vertriebsfirma Your Life Direktvertriebs GmbH in Schweinfurt (Heinrich-Winkler-Straße 27), die dem AktienPower-Vertriebler Andreas Borst (33) aus Schweinfurt gehört und seit 3. Dezember 2002 von ihm (Borst) geleitet wird.

Betrugsprozess gegen Cuti am Landgericht Mannheim

Convent Cuti und seine Erfolgstrainerin Monika Ahl (37, "Durch Selbstvertrauen erfolgreich") aus Bad Reichenhall in Bayern sowie der AktienPower-Firmenanwalt Dominique Lechler (50) aus Ettlingen in Baden-Württemberg sowie die beiden Vertriebs-Generaldirektoren Peter Borst aus Schweinfurt in Bayern und Andreas Wengler (49) aus Klamp in Schleswig-Holstein stehen seit dem 13. April 2015 wegen des Verdachts auf gewerblichen Betrug in mehreren Fällen vor dem Landgericht Mannheim (Geschäftszeichen: 22 KLs 631 Js 510/08).

Cuti soll seine Seminare (1.000 Euro Eintritt pro Person) zum Verkauf von wertlosen Beteiligungen (nicht frei handelbare, vorbörsliche Aktien) seiner Seminar-Dienstleistungsfirma AktienPower AG genutzt haben und den Anlegern mit geschönten Bilanzen (eingebuchte unrealistische Forderungen) einen Erfolg vorgegaukelt haben, den es gar nicht gab.

2.700 Aktionäre fielen auf die Scheinaktien rein, deren Wert sich bei einem geplanten Börsengang, der nie stattfand, verdoppeln sollte, und kauften allein im Jahr 2007 für rund 11 Millionen Euro Aktien.

Vor dem Landgericht Mannheim wird im Augenblick lediglich der Verkauf von 50.000 Aktien der AktienPower AG an 100 Seminarteilnehmer und Anleger aus Deutschland und Österreich verhandelt, die diese Aktien zwischen Februar 2005 und Juni 2007 für rund 6 Millionen Euro von Cuti und seinem Vertrieb gekauft haben.

Convent Cuti soll sich laut Mannheimer Justizsprecher Dr. Joachim Bock von den Anlegergeldern 1,6 Millionen Euro und seine Assistentin Ahl 1,5 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt haben. Anwalt Lechler kassierte monatlich 8.000 Euro von den Anlegergeldern. Die Vertriebs-Generaldirektoren Borst und Wengler ließen sich monatlich jeder 6.000 Euro überweisen.

Am 4. Dezember 2007 schickte die Schweizer Eidgenössische Bankenkommission aus Zürich drei Untersuchungsbeauftragte zur Aufklärung der Geschäftstätigkeit in die Schweizer Firmenzentrale nach Baar (Zugerstraße 77) im Steuerparadies Kanton Zug.

Bis auf die Börsenseminare von Alfredo Cuti und den Aktienverkauf stellten die Prüfer gar keine Investitionen etwa in Unternehmen oder Immobilien fest. Beides hatte Cuti auf der Aktionärsversammlung im Dezember 2005 in Zürich zur Kapitalabsicherung versprochen.

Am 19. März 2008 ordnete die Eidgenössische Bankenkommission die zwangsweise Rückabwicklung der AktienPower AG und aller dazugehörigen Firmen an.

Einen Tag später schritt die deutsche Finanzmarktaufsicht BaFin ein:

Am 21. März 2008 untersagte die BaFin der Vertriebsführung der AktienPower AG die Anlagevermittlung und ordnete die Abwicklung an. In der BaFin-Veröffentlichung vom 2. April 2008 heißt es:

Zitat:


Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat den Herren Hans Peter Borst (Schweinfurt), Andreas Wengler (Reichshof), Sebastian Kieser (Triefenstein), Ronald Schnaus (Triefenstein) sowie der Your Life Direktvertriebs GmbH (Schweinfurt) am 20. März 2008 die Anlagevermittlung untersagt.

Ferner hat die BaFin angeordnet, die unerlaubt betriebenen Geschäfte unverzüglich abzuwickeln.

Die Herren Borst, Wengler, Kieser und Schnaus sowie die Your Life Direktvertriebs GmbH vermittelten für die AktienPower AG, Schweiz, deren Aktien.

Durch die Entgegennahme und Weiterleitung der Zeichnungsscheine und Aktienkaufverträge erbrachten sie die Anlagevermittlung ohne die dafür erforderliche Erlaubnis der BaFin.


Cuti hatte bei seinen Börsen-Seminaren schon mal 300 Zuhörer und nahm allein durch die Eintritts-Gebühr 300.000 Euro ein.

Dennoch habe seine Seminar-Dienstleistungs-Firma AktienPower AG davon kein gutes Auskommen gehabt. Cuti beklagte sich am 15. Dezember 2004 gegenüber einem Redakteur von K-Geld aus Zürich, wie wenig die AktienPower AG mit Seminaren verdienen würde:

Zitat:


55 Prozent der Einnahmen gingen an den Vertrieb.


Die Führungskräfte des Vertriebes kamen von Höller, nachdem Höller seine Inline AG am 27. Dezember 2001 nach zwei Jahren Geschäftsbetrieb insolvent gemeldet hatte. Eigentlich hatte Höller den Anlegern versprochen, die Inline AG im Jahr 2000 an die Börse zu bringen.

Bei dem Börsen-Trainer Alfred Cuti konnten die nun arbeitslosen Vertriebler um Höller mit einem vergleichbaren Konzept wieder vorbörsliche Aktien verkaufen.

Update vom 27. April 2015

Jürgen Höller sandte über seinen Anwalt Diplomverwaltungswirt (FH) und Insolvenzverwalter Jürgen Scholl aus Schweinfurt folgende Stellungnahme zu dem GoMoPa.net-Artikel:

Zitat:


Insbesondere diese Behauptungen sind falsch.

Zutreffend ist lediglich, dass die Your Life Direktvertriebs GmbH im Zeitraum von ungefähr am Anfang 2002 bis Ende Oktober 2002 Seminare meines Mandanten vermarktet hat.

Nach dem Kenntnisstand meines Mandanten, war damals der Geschäftsführer Herr Peter Borst.

Nach der Verhaftung meines Mandanten am 31.10.2002 wurde die Your Life Direktvertriebs GmbH tätig für Herrn Aldredo Cuti.

Abgesehen davon und nach den oben genannten Zeiträumen war für meinen Mandanten weder die Your Life Direktvertriebs GmbH, noch Peter Borst, noch Andreas Wengler tätig gewesen.

Mein Mandant war niemals für Aldredo Cuti tätig, insbesondere auch nicht als Marketingleiter und auch nicht im Hintergrund.

Vielmehr ist Herr Cuti ein Mitbewerber auf dem Seminarmarkt gewesen.

Weiterhin wird die Direktvertriebs GmbH von meinem Mandanten nicht seit dem Jahr 2002 geleitet.


Anmerkung der Redaktion: Jürgen Höller wird noch heute als Marketingleiter für die Your Life Direktvertriebs GmbH in Schweinfurt im Handelsregister geführt.

Der Würzburger Staatsanwalt Reinhold Emmert hatte Höller beim Prozess vor dem Landgericht Würzburg im Jahr 2003 vorgeworfen, Geld von Investoren beiseite geschafft zu haben, um es eventuellen Rückzahlungsansprüchen zu entziehen. Die Geschädigten hatten vor dem Börsengang Anteile seiner Inline AG gekauft.

Nach Höllers Geständnis wurde Höller zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht sprach ihn der Untreue, des vorsätzlichen Bankrotts und der falschen eidesstattlichen Versicherung schuldig.

Anlässlich des Prozesses sagte Höller: "Ich war damals geblendet und hatte die Bodenhaftung verloren."

Am 29. Mai 2004 kam Höller auf Bewährung frei.

Cuti gibt seine Börsen-Seminare seit dem Jahr 2000. Von 2002 bis 2005 verkaufte er in der Heinrich Winkler Straße 27 Beteiligungen an einer Firma namens AktienPower CFD Fonds GmbH & Co. KG. Für den Verkauf an die Seminarteilnehmer nannte er diese Kommanditgesellschaft einfach Globalino.

Die AktienPower CFD Fonds GmbH & Co. KG saß praktischer Weise an gleicher Stelle wie die Your Life Direktvertriebs GmbH, bei der Jürgen Höller Marketingleiter wurde.

Höller hatte schon am 13. März 2002 in Schweinfurt (Carl-Benz-Straße 13) wieder eine neue eigene Firma aufgemacht: die Jürgen Höller Academy KG, die eine Internet-Erwachsenenweiterbildung anbietet. Die Kommanditanteile belaufen sich auf 4.900 Euro.

Ein Geschäftsbericht ist bis heute nicht veröffentlicht. Die Geschäfte führte bis 9. Januar 2013 Kerstin Höller (53) aus Schwebheim. Erst ab da übernahm Jürgen Höller selbst den Posten als Geschäftsführer und haftet nun als Gesellschafter persönlich.

Im November 2004 hatte Cuti in Baar in der Schweiz die AktienPower AG angemeldet, für die der deutsche Vertrieb den Verkauf übernahm. Die lokal zuständigen Vertriebsmitarbeiter saßen stets in den Seminaren, auf denen Cuti auftrat.

Der gelernte Diplom-Kampfsportlehrer und spätere Motivationspapst (BILD-Zeitung) Jürgen Höller hatte in seiner Haftzeit ein neues Buch geschrieben: "Und immer wieder aufstehen. Wie ich die größte Krise meines Lebens bewältigte" (Pendo, 2003, ISBN 3866120184).

Anschließend gab Höller mehrfach jährlich Seminare, Motivationstage mit dem Titel Power Days. So im Dezember 2004 in Schweinfurt oder im September 2013 in Nürnberg. Vorläufiger Höhepunkt war sein Auftritt am 15. und 16. November 2014 im Congress Center Hamburg.

Es wurde ein Triumpf.

1.500 Teilnehmer wollten den Leitwolf der Motivations-Branche auf den sogenannten Power Days persönlich erleben und kauften für das zweitägige Seminar Tickets zwischen 97 und 247 Euro.

Mit den Einnahmen von mehr als 150.000 Euro übertrumpfte Höller noch seine Erfolgs-Seminare Ende der 1990er Jahre, als seine Tagesgage noch 25.000 Euro betrug.

Laut Hamburger Morgenpost sagt Höller heute: "Ich habe Fehler gemacht und dafür den Preis gezahlt."

Dabei verschweigt Höller allerdings, dass er mit seinen alten Vertriebsleuten bei Alfredo Cuti und dessen AktienPower AG weiter gemacht hatte wie schon bei seiner Inline AG. Halt nicht mehr als Frontmann, sondern als Marketingleiter im Hintergrund. Nun denn...

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02. Mai 14, 02:00:00

finanzwelt: Schröpfte Dorothea Schöneich ihre Werbekunden mit getürkter Auflage?


Dorothea Jolante Schöneich (50) steht für Glanz und Macht im Grauen Kapitalmarkt. Das Who is Who von Produktanbietern und Vertrieben drängelt sich in diesem Sommer schon zum fünften Mal beim EAGLES Charity Golf Cup für die Franz-Beckenbauer-Stiftung in Baden Baden. Die Show wird von Dorothea Schöneich organisiert.

Doro, wie Schöneich in ihren E-Mails grüßt, versteht sich als Schnittstelle zwischen Anbietern und Vertrieb. Als Herausgeberin von finanzwelt, dem Fachmagazin für Financial Intermediaries (Eigendarstellung) aus Wiesbaden, bestimmt Dorothea Schöneich jedes Jahr, wer die "Macher der Branche" sind.

Deren Porträts zierten die Titelseite des Hochglanzmagazins. In der Ausgabe 06/2012 kürte Schöneich auch Stephan Schäfer, Daniel Fritsch, Jörg Biehl und Alfred Wieder zu den "Machern der Branche 2012".

Schäfer und Fritsch wurden im Februar 2013 wegen mutmaßlichen Betruges und vermuteter persönlicher Bereicherung als Manager der S&K Gruppe Frankfurt verhaftet.

Alfred Wieder trat im Februar 2013 als Vorsitzender der AWAG (MIG-Fonds) aus Pullach bei München wegen eines Gewerbesteuerverfahrens gegen sich und einige seiner Firmen zurück.

Jörg Biehl wurde am 5. November 2013 als persönlich haftender Gesellschafter (41 Prozent Stammaktien) der Future Business Kommanditgesellschaft auf Aktien (FuBus KGaA) aus Dresden, der Mutterholding der Infinus Gruppe, verhaftet, weil er Käufer von Orderschuldverschreibungen über die wahre Lage seines Unternehmens getäuscht habe.

Gegen S&K-Vertriebler (dima24, NCI-Fonds) aus München ermittelt seit Ende vorigen Jahres die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf ein Schneeballsystem.

Man kann sich ja mal irren, könnte man zur Entschuldigung einwerfen.

Aber die Fassade von finanzwelt bekam einen tiefen Riss, als voriges Jahr publik wurde, dass Dorothea Schöneich noch kurz vor Schäfers Verhaftung pünktlich am 12. Februar 2013 wieder eine monatliche Schmiergeld-Rate in Höhe von 4.657,26 Euro aus der S&K Gruppe an die 3F Company Verwaltungs GmbH überwiesen bekam. Seit Januar 2012 waren es insgesamt rund 100.000 Euro.

Geschäftsführerin dieser 3F Company Verwaltungs GmbH ist Schöneich. Der Firmensitz ist zugleich die Privatadresse von Schöneich in Wiesbaden. Auch bekam Schöneich per Vertrag einen "Bringerbonus" für jeden an S&K zugeführten Vertriebler und war mit 1 Prozent am Umsatz beteiligt, den jeder Vermittler für S&K verkaufte.

Schöneich beteuerte über ihren Anwalt Philipp von Mettenheim von der Kanzlei OMG Rechtsanwälte aus Hamburg:

Zitat:


Unsere Mandantin Frau Dorothee Schöneich weist Spekulationen zurück, sie habe zugunsten der S&K-Unternehmensgruppe Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung des Magazins "finanzwelt" genommen oder das Gebot der Trennung von Werbung und redaktioneller Berichterstattung missachtet.


Ein nicht sehr glaubwürdiges Statement.

Denn Schöneich führte persönlich ein großes Interview mit dem S&K-Geldbeschaffer Daniel Fritsch aus Erlensee in Hessen, in dem Fritsch vollmundig zitiert wird: "Wir lieben unseren Beruf, und von daher ist es uns nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen ein Anliegen, viele Menschen erfolgreich zu machen."

Außerdem war Johannes Gartner aus Erdweg, Ex-Aufsichtsrat der S&K-Firma Asset Trust AG aus Regensburg und Lebenspartner vom Ex-Vorstandschef der Asset Trust AG Daniel Fritsch, lange Zeit Chef vom Dienst in der Redaktion von finanzwelt.

Schließlich kündigte Schöneich sogar in der eigenen Zeitung ihren Rücktritt an. Es war nur ein Lippenbekenntnis. Warum sollte sie auch zurücktreten, schließlich blieben die alten Werbekunden bei der Stange?

Um beispielsweise seine nicht voll platzierten Glor Musik-Fonds aus Tegernsee zu retten, ließ Emittent Markus Stromenger (46) von seiner Freundin, der Ex-Versicherungsvermittlerin Marita Gödden (48), eine Liechtensteinische fondsgebundene Rente namens E.M.E. FundsPolice auflegen. Für 7.500 Euro an finanzwelt wurde E.M.E. in der Ausgabe 10/2013 auf einem doppelseitigen Spezialadvertising in die Höhe gejubelt, ohne, dass der klamme Glor-Hintergrund erwähnt wurde und ohne die Anleger aufzuklären, dass die Sachwert-Lebensversicherungspolice in Liechtenstein als angegebenes Zielinvestment hochspekulativ ist, von keiner Aufsicht kontrolliert wird und zur Altersabsicherung überhaupt nicht taugt, wie der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net am Beispiel der Quantum aus Vaduz aufzeigt.

Auch wenn Dorothea Schöneich als PR-Frau für Abzocker entlarvt war und die besten Zahler in U-Haft sitzen, drehte sich das Rad der finanzwelt bislang doch irgendwie weiter.

Doch jetzt könnte Schöneich die letzten Unterstützer verlieren. Denn nach Informationen von GoMoPa.net soll Dorothea Schöneich ihre eigenen Kunden mit getürkter Auflage abkassiert und somit betrogen haben.

Demnach habe Dorothea Schöneich nach dem Zusammenbruch der S&K Gruppe die Auflage ihres Magazins von 50.000 Exemplaren auf 20.000 Exemplare gesenkt.

Die geringere Anzahl ist auch diejenige, die von der Druckerei Silber Druck OHG gedruckt und an den Postversand gegeben wurde. Die Versandrechnung der Post weist ebenfalls die deutlich geringere Anzahl an versendeten Exemplaren aus.

Allerdings hat Schöneich in ihren Präsentationen Mediadaten 2013 und 2014 die verringerte Anzahl nicht geändert, und dies auch ihren Werbekunden nicht mitgeteilt.

Im Online-Bereich weisen die Mediadaten 2014 einen Versand von 20.000 Empfängern aus, der laut einem GoMoPa.net-Informanten allerdings nur an rund 12.000 Personen versendet worden sei.

Dem Grunde nach würde das zuvor Geschilderte den Tatbestand des gewerbsmäßigen Betruges erfüllen, da Schöneich wissentlich ihren Werbekunden mehrfach wiederholt eine teure Leistung zum Listenpreis (im Jahre 2013 am Ende für rund 550.000 Euro) verkaufte, dessen Auflage Schöneich um über 60 Prozent unterschritten habe, wie nachfolgende Aufstellung weiter unten zeigt:

GoMoPa.net wollte von Dorothea Schöneich wissen: Wie erklären Sie das?

Schöneich schrieb nicht zurück, sondern erklärte öffentlich auf finanzwelt, sie werde die Fragen von GoMoPa.net nicht beantworten. Sie fühle sich gar erpresst.

Hier nun die Aufstellung der Anzeigenkunden, die im Jahre 2013 zu Preisen gebucht haben, die von einer Auflage von 50.000 Exemplaren ausgingen, die aber nach dem S&K-Crash am 19. Februar 2013 auf 20.000 gedruckte und verschickte Exemplare gefallen war:

Die ersten demnach geneppten Anzeigenkunden waren in der Ausgabe zwei 2013 mit folgender gebuchter Seitenzahl betroffen:

Elbfonds GmbH buchten eine halbe Seite
Fidura Private Equity Fonds eine Drittel Seite
Deutsche Fondsvermögen AG 1 Seite
Dialog Lebensversicherung AG 1/3 Seite
Wüstenrot Bausparkasse AG 1 Seite
Deutsche Software Entwicklung und Research 1 Seite
Partner bank AG 1/3 Seite
Sutor Bank Max Sutor oHG, Hamburg 1 Seite
SVF Sachwert AG 1 Seite
Allianz, München 1 Seite
IMMAC Immobilienfonds GmbH, Hamburg 1 Seite
Postbank 1 Seite
Heidelberger Lebensversicherung, Heidelberg 1 Seite
WWK Versicherung 1 Seite

Ausgabe drei von 2013

Deutsche Finance Group, München 1 Seite
V&F Treuhand AG, Starnberg 1 Seite
UBS Deutschland, Frankfurt 1 Seite
Sutor Bank Max Sutor oHG, Hamburg 1/3 Seite
Dialog Lebensversicherung AG, Augsburg 1/3 Seite
Ergo Versicherung 1/3 Seite
Hallesche Versicherung 1/2 Seite
Fondsfinanz Maklerservice GmbH 2 Seiten
BSC GmbH, Kronach 1 Seite
BHB bauwert GmbH, Königstein 3 Seiten
Deutsche Software Entwicklung und Research 1 Seite
Middle East Best Select GmbH 1/3 Seite
Elbfonds GmbH, Hamburg 1/2 Seite
Project Investment Gruppe, Bamberg 1/2 Seite
SVF Sachwert AG, Heidelberg 1 Seite
DWS Investments Deutsche Bank Gruppe 1 Seite

Ausgabe vier von 2013

Dr. Peters Gruppe, Dortmund 1 Seite
Middle East Best Select GmbH 1/3 Seite
Elbfonds GmbH, Hamburg 2 Seiten
Fidura Private Equity Fonds 1/3 Seite
PSM Vermögensverwaltung GmbH, Grünwald 2 Seiten
Deutsche Fondsvermögen AG 1/2 Seite
Project Investment Gruppe, Bamberg 1/2 Seite
Beachcomber Hotels 1 Seite
VFM Konzept GmbH 1/3 Seite
Maxpool GmbH, Hamburg 1 Seite
Ergo 1 Seite

Ausgabe fünf von 2013

Thomas Lloyd 1 Seite
Deutsche Familien Versicherung AG, Frankfurt 1 Seite
Standard Life Versicherung 1 Seite
Sutor Bank Max Sutor oHG, Hamburg 1/3 Seite
Commerz Real, Commerzbank Gruppe, Wiesbaden 1/2 Seite
Dr. Peters Gruppe, Dortmund 1 Seite
Deutsche Vermögensberatung AG , Frankfurt 1 Seite
Wl-Immogroup GmbH, Schweich 1 Seite
Project Investment Gruppe, Bamberg 1/2 Seite
Wüstenrot Bausparkasse AG 1/2 Seite
ING DIB A Direktbank AG, Frankfurt 1 Seite
UBS Deutschland AG, Frankfurt 1 Seite
Aberdeen Asset Management Deutschland AG 1 Seite
Fondsdepotbank AG 1/2 Seite
Middle East Best Select GmbH 1/3 Seite
Beachcomber Hotels 2 Seiten
Hallesche Versicherung 1/2 Seite
Dialog Lebensversicherung AG, Augsburg 2 + 1/3 Seite
Condor Versicherungen, Hamburg 1/2 Seite
Ergo 1 Seite
Zürich Versicherung AG 1 Seite

Ausgabe sechs von 2013

SFG Immobilien AG / SDI Vertrieb GmbH 1 Seite
Swisslife Versicherung, München 1 Seite
Hiscox Versicherung, München 1 Seite
Deutsche Vermögensberatung AG, Frankfurt 1 Seite
IVM GmbH / Thamm Emission 1 Seite
UBS Deutschland AG, Frankfurt 1 Seite
Lebensversicherung von 1872, München 1/3 Seite
Basler Versicherungen AG, Hamburg 1 Seite
Dialog Lebensversicherung AG, Augsburg 1 Seite
Ergo 1 Seite
Canada Life Assurance Limited Versicherung 1 Seite
Alte Leipziger Versicherung 1 Seite
Prisma Life AG / FPB AG, Köln 2 Seiten
UBS Bank, Frankfurt 1 Seite
Standard Life Versicherung 1 Seite
Sutor Bank Max Sutor oHG, Hamburg 1/3 Seite
Dr. Peters Gruppe, Dortmund 1 Seite
Project Investment Gruppe, Bamberg 1/2 Seite
DNL Real Invest AG, Düsseldorf 2 Seiten
Baugeld Spezialisten AG, Unterföhring 1/2 Seite
Blau Direkt Maklerpool GmbH, München 1 Seite
Fonds Finanz Maklerservice GmbH, München 2 Seiten
Thomas Lloyd 1 Seite
Ergo 1 Seite

ConventDie Anzeigenpreisliste 2013 geht von einer Auflage von 50.000 versandten Druckexemplaren aus, doch gedruckt und versandt wurden nur 20.000 Exemplare
Wenn man das jetzt nachrechnet, dann hat Dorethea Schöneich zu den Preisen, die sie auf Seite 11 in den Mediadaten 2013 und auch in den Mediadaten 2014 der Finanzwelt veröffentlicht hat, von ihren Werbekunden für die Ausgaben zwei bis sechs 2013 folgendes Geld eingenommen:

72 x 1 Seite zu 6.225 Euro = 448.200 Euro
16 x 1/2 Seite zu 3.725 Euro = 59.600 Euro
15 x 1/3 Seite zu 2.810 Euro = 42.150 Euro

Das macht insgesamt 549.950 Euro.

Weil die gedruckte und per Post versandte Auflage aber nur rund die Hälfte der Auflage war, die in den Mediadaten als Grundlage für die Preise genannt ist, und auf dieser Grundlage die FW Verlag GmbH von Dorothea Jolante Schöneich den Anzeigenkunden die Anzeigen berechnet hat, hat Schöneich von den Anzeigenkunden mehr als die Hälfte zu viel kassiert.

Das waren 2013 also insgesamt fast 300.000 Euro, die von den Anzeigenkunden zu viel verlangt wurden.

Weil sich die überhöhten Rechnungen an die Anzeigenkunden mit jeder Ausgabe wiederholten, war das Vorgehen der Dorothea Schöneich gewerbsmäßig. Und da sie das nicht allein, sondern im Bunde der freien Finanzwelt-Crew tat, war es sogar bandenmäßg. Beides wirkt sich straferhöhend vor einem Gericht aus, sollte es zu eine Strafanzeige gegen Dorothea Schöneich und ihre Helfer kommen.

Was war die Motivation, nach dem Wegfall ihres Großkunden S&K die übrigen Anzeigenkunden mit getürkter Auflage abzuzocken?

Ein Marktinsider berichtete GoMoPa.net:

Zitat:


Grund ist, dass, wie Sie vielleicht wissen, Dorothea Jolante Schöneich kurz vor der Insolvenz der FW Verlag GmbH steht und damit auch der Privatinsolvenz und dann alles verliert und deshalb mit allen Tricks versucht, Geld zu machen, weil sie nichts mehr zu verlieren hat.

Die anderen Personen der Bande machen mit, weil die, als noch S&K dabei war, jeder 6.000 Euro im Monat verdient hatte und einen Dienstwagen fuhr, nun ebenfalls alles verlieren, wenn die FW Verlag GmbH pleite geht.

Die haben ja nur ihren Arbeitsplatz und sind der Dorothea Jolante Schöneich deshalb hörig. Michael Oehme ist immer noch Partner von Schöneich und bringt Anzeigenkunden für Positiv-Berichterstattung.


Völlig pervertiert wird der Finanzjournalismus der Dorothea Schöneich, wenn, wie bei Malte Hartwieg von der dima24.de Anlagevermittlung GmbH aus Unterföhring (Betastraße 10E) geschehen, ein Special Advertising, also eine Doppelseite Werbung, für die Ausgabe 01/2013 für 8.330 Euro in Farbe gebucht wurde, aber ein Werbebericht über Malte Hartwieg und seinen Vertrieb dort gar nicht auftauchte, sondern in anderen Ausgaben gar nicht als Werbung gekennzeichnete Positivberichte.

GoMoPa.net fragte Dorothea Schöneich schriftlich:

Uns liegen diverse Rechnungen vor, die Sie an das Unternehmen DIMA und andere aus dem Hartwieg-Umfeld gestellt haben. Zugehörend zu den Rechnungen wurden von Ihnen verschiedene redaktionelle Berichterstattungen vorgenommen, die aber nicht als Auftragsarbeit oder als Werbung gekennzeichnet sind. Wie erklären Sie diese Irreführung der Leser?

Auch beeindruckt die Menge an positiver Berichterstattung über Jahre hinweg, bei der kritische Betrachtungen und Bezug zu deutlicher Kritik auch in anderen Fachmedien an keiner Stelle erfolgen. Auch ist auffällig, dass derlei Vorkommnisse immer aus demselben Netzwerk entstammen, und die handelnden Personen oder die im Hintergrund identisch sind. Ist Finanzwelt nur eine journalistische Fassade?

So taucht häufig auch der Name Jens Behre auf, der bei zahlreichen Ihrer Anzeigenkunden nebst positiver Berichterstattung, die sich inzwischen in Schieflage befinden, aktiv wurde. Wie erklären Sie seine Rolle?

Hat Ihr persönliches Verhältnis zu Michael Oehme oder Malte Hartwieg Einfluss auf Ihre journalistische Unabhängigkeit, oder geht es rein um monetäre Interessen?

Viele Artikel wurden überwiegend verfasst von Hans-Werner Tieltges und Michael Oehme. Beide haben für Kunden von Michael Oehme und von Ihnen auch Berichterstattungen in anderen Magazinen geschrieben und "motiviert". Aus welchem Grunde erfolgte hier keine Namensnennung in den Beiträgen, und aus welchem Grunde wurden diese nicht als bezahlte Werbung gekennzeichnet? Was genau ist Ihre Rolle in diesem Zusammenhang?

Dorothea Schöneich verschickte die Fragen von GoMoPa.net im Vorfeld der Berichterstattung an ihre Kunden per E-Mail mit dem Hinweis:

Zitat:


Wir erwarten auch, dass wir genau dort angegriffen werden, wo wir wirtschaftlich am verwundbarsten sind: an der Glaubwürdigkeit der Höhe der Auflage, ihrer Reichweite und der Integrität der Redaktion.


Diese Erwartung hat Dorothea Schöneich zu Recht. Oder will sie so weiter machen wie bisher?

Die Bilanzen der Finanzwelt Verlag GmbH weisen problematische Zahlen aus.

Aus zuverlässiger Quelle wurde GoMoPa.net berichtet, dass Dorothea Schöneich Ihrem noch amtierenden Chefredakteur Christoph Sieciechowicz empfindliche Geldbeträge (rund 100.000 Euro) schulden solle. Dies sei auch der Grund, dass sie ihn nicht entlassen könne.

Aber zumindest bei der künftigen Ausrichtung des Verlagshauses soll Christoph Sieciechowicz keine Rolle mehr spielen.

Rechtsanwalt Klaus Wagner soll an einem Gesellschaftsvertrag für die Gründung eines neuen Verlages mit der Bezeichnung "proego Verlag GmbH" arbeiten. Als Geschäftsführer wird Schöneichs alter Weggefährte Mike Nessler aus Wiesbaden gehandelt.

Die Auflage soll 40.000 Exemplare betragen. Die Registrierung der Domain proego-magazin.com erfolgte bereits am 16. Dezember 2013 durch Schöneichs Mitarbeiterin Ursula Meinert.

GoMoPa.net wollte von Dorothea Schöneich wissen: Ist es richtig, dass an der Finanzierung des Verlages sowie an der Konzepterstellung Malte Hartwieg und Michael Oehme involviert sind?

Schöneich gab keine Antwort.

Weiter wollte GoMoPa.net wissen: Aus welchem Grunde soll ein neuer Verlag an selber Adresse wie der FW Verlag gegründet werden, und aus welchem Grunde sollen die Anteile über einen Treuhänder verschleiert werden?

Schöneich gab auch hierauf keine Antwort.

GoMoPa.net fragte weiter: Ist es richtig, dass Ursula Meinert und auch andere Ihrer Mitarbeiter über keinen gültigen Arbeitsvertrag verfügen, und auf selbstständiger Basis arbeiten? Dem Vernehmen nach soll es ein Ermittlungsverfahren geben in Bezug auf Scheinselbstständigkeit. Können Sie das bestätigen? Wie kommentieren Sie den im Raum stehenden Vorwurf zur Scheinselbstständigkeit einiger Ihrer Mitarbeiter?

Schöneich gab keinen Kommentar dazu ab.

Zu Personalfragen bohrte GoMoPa.net nach: Seit Dezember 2013 ist Hans-Werner Tieltges bei Ihrem Verlag neuer Chefredakteur für Onlinebereiche.

Das ist bemerkenswert, zumal Herr Tieltges zunächst wegen seiner Alkoholsucht aus dem Umfeld namhafter Medien entfernt worden sein soll, dann im Rahmen gekaufter Berichterstattung unter anderem im Zusammenhang mit S&K sowie anderen Kunden von Michael Oehme und Ihrem Verlag wieder aus der Versenkung auftauchte.

Auch war es Hans-Werner Tieltges, der im Auftrag von S&K und auf Ihre Vermittlung gegen Wettbewerber von S&K opponierte. Aus welchem Grunde haben Sie die Stelle mit Herrn Tieltges besetzt, obgleich Ihnen jahrelang eine vermeintliche Distanz so wichtig war? Um nach außen die Objektivität zu wahren?


Schöneich antwortete nicht.

GoMoPa.net wollte weiter wissen: Entspricht es den Tatsachen, dass Sie im November 2013 von Ihrem amtierenden Chefredakteur vor Ihren Mitarbeitern ausgelacht wurden, als Sie verlangten, eine negative Berichtsserie über einen Wettbewerber Ihres ehemaligen Kunden S&K zu produzieren?

Schöneich antwortete nicht.

GoMoPa.net frage auch: Entspricht es den Tatsachen, dass mit dieser Aufgabe nun Hans-Werner Tieltges beauftragt wurde? Ist es richtig, dass Hans-Werner Tieltges aus von Michael Oehme überlassenem Material eine "Serie" produzieren soll mit der vermeintlich "ersten ehrlichen Bestandsaufnahme" zu diesem Unternehmen in drei Teilen?

Schöneich gibt auch hierauf keine Antwort.

Am 7. Mai 2013 schickte ein Leser der Finanzwelt an das ausgewiesene Fachmagazin per E-Mail folgende Kritik:

Zitat:


Eines steht für mich fest:

Es gibt kaum Unterschiede zwischen dem Medium "Finanzwelt" und den darin abgedruckten Finanznasen.

Je weniger Ihr sogenanntes "Fachmagazin" akkurate journalistische Arbeit leistet und professionelle Distanz wahrt, desto mehr fragwürdige Gestalten fühlen sich in Wort und Bild bei Ihnen pudelwohl und geben sich untereinander die Klinke in die Hand.

Inwiefern die Erscheinungshäufigkeit eines Unternehmens in Ihrem Blatt ein umgekehrt proportionales Verhältnis zur Seriosität desselben darstellt, wird man sich angesichts der Sachlage fragen dürfen.

Zumindest beförderte Ihr Blatt den Absatz der S&K-Produkte in ähnlicher Weise, wie es der Fonds Finanz Maklerpool tat. Dass nun beide so tun, als sei nichts gewesen, ist dabei unanständig, aber vielsagend.


Im Oktober 2012 hatte die MAPWARE AG und TIGON AG unter Maklern eine Umfrage vorgenommen. Die Frage lautete:

Zitat:


Als Mitglied einer Maklerservicegesellschaft können Sie das Fachmagazin finanzwelt als Serviceleistung Ihrer Gesellschaft regelmäßig beziehen. Machen Sie von diesem Angebot bereits Gebrauch?


Damals antworteten 72,3 Prozent der befragten Makler mit Ja. Nun denn...

P.S.

Zum "Vergessen" der Werbekennzeichnung von bezahlten Jubelartikeln gibt es ein aktuelles passendes Urteil:

Zitat:


Neues BGH-Urteil zum Sponsoring redaktioneller Presseveröffentlichungen

Der BGH hält weiterhin die Anforderungen einer Kennzeichnung von redaktionellen Beiträgen in der Presse einerseits und Werbung andererseits hoch. Werbemaßnahmen müssen danach eindeutig als Werbung gekennzeichnet werden, selbst ein "sponsored by" reicht hierzu nicht aus. Der BGH hat vielmehr am 06.02.2014 (Urteil vom 6. Februar 2014 ? I ZR 2/11 ? GOOD NEWS II) entschieden, dass ein Presseunternehmen einen von einem Unternehmen bezahlten redaktionellen Beitrag in einer Zeitung deutlich mit dem Begriff "Anzeige" kennzeichnen muss. Der Entscheidung lag folgender Fall zu Grunde:

Die Klägerin gibt das "Stuttgarter Wochenblatt" heraus. Die Beklagte ist Verlegerin des kostenlosen Anzeigenblatts "GOOD NEWS". Sie veröffentlichte in der Ausgabe Juni 2009 zwei Beiträge, für die sie von Sponsoren ein Entgelt erhalten hatte. Das hatte die Beklagte mit dem Hinweis "sponsored by" und der graphisch hervorgehobenen Angabe des werbenden Unternehmens kenntlich gemacht.

Die Klägerin ist der Auffassung, dieses Verhalten verstoße gegen § 4 Nr. 11 UWG in Verbindung mit § 10 Landespressegesetz Baden-Württemberg (LPresseG BW), weil die Veröffentlichungen nicht hinreichend als Anzeige gekennzeichnet seien. Sie hat die Beklagte deshalb auf Unterlassung in Anspruch genommen. Das Landgericht hat die Beklagte antragsgemäß verurteilt. Die dagegen gerichtete Berufung ist ohne Erfolg geblieben.

Der Bundesgerichtshof hat dem Gerichtshof der Europäischen Union die Frage vorgelegt, ob die Vorschrift des § 10 LPresseG BW, die neben dem Verbraucherschutz auch dem Schutz der Unabhängigkeit der Presse dient und zum Teil strengere Anforderungen an die Kenntlichmachung redaktioneller Werbung stellt als die Richtlinie 2005/29/EG über unlautere Geschäftspraktiken, im Einklang mit dieser Richtlinie steht. Der Gerichtshof der Europäischen Union hat hierzu entschieden, dass für die vorliegende Fallkonstellation der Anwendungsbereich der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken nicht eröffnet ist.

Der Bundesgerichtshof hat die Revision der Beklagten zurückgewiesen und damit das von den Vorinstanzen ausgesprochene Verbot bestätigt. Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts hatte die Beklagte für die Veröffentlichung der beiden redaktionell aufgemachten Beiträge ein Entgelt erhalten. § 10 LPresseG BW erfordert nicht, dass das Entgelt für einen bestimmten Inhalt der Veröffentlichung oder für einen im Vorhinein festgelegten Artikel bezahlt wurde. Es kommt nur darauf an, dass der Verleger eines periodischen Druckwerks für eine Veröffentlichung ein Entgelt erhalten hat.

Das strikte Gebot der Kenntlichmachung von Anzeigen wird verletzt, wenn der präzise Begriff der "Anzeige" vermieden und stattdessen ein unscharfer Begriff gewählt wird. Die Kennzeichnung der Beiträge mit den Wörtern "sponsored by" reichte daher zur Verdeutlichung des Anzeigencharakters der Veröffentlichungen nicht aus.

Fazit: Werbemaßnahmen müssen eindeutig als "Werbung" beziehungsweise "Anzeige" gekennzeichnet werden. Aufweichungen dieses Grundsatzes lässt der BGH nicht zu. Die von einigen Marketing- und PR-Strategen erhoffte Lockerung bleibt damit aus.

BGH-Pressemitteilung Nr. 23/14


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01. Mai 13, 02:00:00

Die Zeitzeugen der ZEIT


Convent Unter einer übergroßen Karikatur eines neuzeitlichen Al Capone mit Zigarre, Italo Hut und Laptop ersann DIE ZEIT am 14. März 2013 einen Schauprozess gegen den Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

Medien auf den Prüfstand zu stellen, ist immer wieder nötig, wie der Fall Wirecard zeigt. Da hat sich eine bis zu 28köpfige Bande aus Wirtschaftsjournalisten, Bankern und Funktionären zusammengetan, um den Börsenkurs der Wirecard mit gezielten Falschmeldungen zu manipulieren, um sich daran durch den Kauf und Verkauf von Aktien oder mit Wetten auf einen fallenden Aktienkurs zu bereichern. Der Fall löste einen Medienrummel aus, kam in allen Nachrichten, lief im Fernsehen. GoMoPa.net wurde beschuldigt, zu der Bande zu gehören, die vor Gericht gestellt wurde.

Die Anklage dieses Mal durch DIE ZEIT lautet auf: Erpressung in 14 Fällen.

Als belastend wurde angeführt: DER ZEIT seien 14 Firmen bekannt, die behaupten, im Zusammenhang mit Gomopa-Berichten zu Geldzahlungen erpresst worden zu sein. Sie haben nicht nur Angst, genannt zu werden, sondern anscheinend auch vor der Polizei. Sie trauen sich eigenartigerweise nicht, die Erpressung zur Anzeige zu bringen.

Die Erpressungsvorwürfe gegen GoMoPa.net sind nicht neu. GoMoPa.net hat allerdings dem von der ZEIT ins Feld geführten und verhafteten S&K-Chef Stephan Schäfer (33) aus Offenbach bereits gerichtlich verbieten lassen, Erpressungslügen über GoMoPa.net zu verbreiten (Landgericht Frankfurt am 17. August 2012, Aktenzeichen 2-28 O 388/12).

Dafür, dass Schäfer sich nicht daran hielt, musste er bereits Schadenersatz in Höhe von 200.000 Euro zahlen.

Dass Schäfer die Verleumdung von GoMoPa.net sogar plante, hat er selbst am 23. Juli 2012 in einer E-Mail an seinen Kompagnon Jonas Köller (31) zugegeben (Rechtschreibfehler wurden so belassen):

Zitat:


"sollten wir vielleicht sogar selber aktiv in den medien verbreiten das wir erpresst werden von maurischat? Dann haben seine berichte gegen uns keine wirkung mehr!?"


Diese E-Mail kam in der ZEIT-Beweisaufnahme nicht vor, obwohl GoMoPa.net diese Mail der ZEIT zur Verfügung gestellt hatte.

ConRendit-Vorstand<br /> Andreas Wohlers (50)<br /> aus Hamburg © Xing
ConRendit-Vorstand
Andreas Wohlers (50)
aus Hamburg © Xing
Den Vogel im fiktiven Schauprozess der ZEIT gegen GoMoPa.net schoss jedoch ein dort zitierter Hamburger Kaufmann ab, der ein paar wütende E-Mails von GoMoPa.net-Chef Klaus Maurischat (56) hervorgeholt hatte.

DIE ZEIT vergaß allerdings, ihren Kronzeugen zu fragen, womit er denn GoMoPa.net so gereizt hatte. Mit einem Erpressungsfall hatte die Sache auf jeden Fall nichts zu tun. DIE ZEIT verwechselte hier glatt Ursache und Wirkung.

Es handelt sich bei dem ZEIT-Zeugen um den Hamburger Diplomkaufmann und Steuerberater Andreas Wohlers (50), Vorstand der Schiffscontainer-Emittentin ConRendit Holding AG.

Convent Maurischat erklärt zu der angeblichen Erpressung:

Zitat:


Frechheit! Es wird schlichtweg unterschlagen, dass Wohlers am 1. Juni 2012 aus freien Stücken ein notarielles Schuldanerkenntnis abgegeben hatte (siehe Ausrisse, Notar-Urkundenrolle 1540/2012 des Hamburger Notars Dr. Jens-Olaf Lenschow) und sich offensichtlich aus mangelnder Liquidität nicht als ehrbarer Kaufmann verhält.

Das Landgericht Hamburg hat ihm mit ablehnenden Beschlüssen seiner Klagen gegen unsere Vollstreckung ja schon deutliche Worte zu seiner Version geschrieben (Urteil des Landgerichts Hamburg vom 27. August 2012, Aktenzeichen 3340142/12).

Convent Werden Erpressungsgelder jetzt schon gerichtlich durchgesetzt? Wie soll ich ihn also erpresst haben und warum vor allen Dingen?


Den E-Mail-Verkehr, den Wohlers bereits dem Gericht vorgelegt hatte, beurteilte die Hamburger Richterin Hannah Clausen von der 34. Zivilkammer des Hamburger Landgerichts allerdings ganz eindeutig nicht als erpresserisch:

Zitat:


Daraus jedenfalls geht hervor, dass es eine rege, freundliche, mehrmonatige Korrespondenz gegeben hat, während der Kläger (Wohlers klagte gegen den Vollstreckungsbescheid - Anmerkung der Redaktion) selbst mitteilt, er habe den Kontakt zum Beklagten (GoMoPa.net - Anmerkung der Redaktion) hergestellt, nicht andersherum.


DIE ZEIT gab jedoch folgende Version von Wohlers zum besten:

Zitat:


Der Gomopa-Chef habe ihm in einem mündlichen Gespräch klargemacht, dass die negativen Berichte nur gegen Geld ein Ende nehmen würden, sagt der Hamburger Geschäftsmann: "Zu zahlen erschien mir günstiger, als sich auf einen Internetkrieg einzulassen."


Die Wahrheit ist: Es gab nicht einen einzigen Artikel von GoMoPa.net über Wohlers oder dessen Firma ConRendit. Nur deshalb durfte er ohne nähere Prüfung überhaupt Geschäftsanteile kaufen.

Wohlers kam im Jahre 2011 auf GoMoPa.net zu, weil GoMoPa.net seit 2010 vor einem mutmaßlichen Kreditvorkostenabzocker Nader Said aus München warnt.

Ausgerechnet von diesem Nader Said erhoffte sich Wohlers die Vermittlung eines Kredits in Höhe von 100 Millionen Dollar aus Dubai.

Wohlers versicherte, dass Said seriös arbeiten würde und GoMoPa.net doch die Warnung vor Nader Said löschen sollte. GoMoPa.net sicherte Wohlers das zu, wenn Wohlers den Beweis (zum Beispiel mit einem Kontoauszug) erbringt, dass er tatsächlich von Nader Said einen Kredit über 100 Millionen Dollar vermittelt bekommen habe. Diesen Beweis hat Wohlers trotz vieler Ankündigungen in seinen E-Mails nicht gebracht.

Stattdessen bekundete Wohlers großes Interesse, Teilhaber von GoMoPa.net zu werden.

Wohlers unterzeichnete am 23. April 2012 ohne Not oder Druck eine Beteiligungserklärung über 40 Aktien der GoMoPa Control Incorporation. Darauf leistete er eine Teilzahlung in Höhe von 24.500 Euro und unterschrieb am 1. Juni 2012 ein notarielles Schuldanerkenntnis über die restlichen 175.500 Euro, die bis 16. Juli 2012 zur Zahlung fällig waren.

Doch im Zusammenhang mit seiner Anzahlung in Höhe von 24.500 Euro schickte Wohlers mehrere E-Mails an GoMoPa.net, in denen er darum bat, die Warnung vor Nader Said zu löschen.

Darauf ließ sich GoMoPa.net allerdings nicht ein. GoMoPa-Chef Maurischat hatte Wohlers bereits am 28. März 2011, also ein Jahr vor Wohlers Beitrittserklärung, in einer persönlichen E-Mail den Standpunkt des Nachrichtendienstes klar gemacht:

Zitat:


Sie selbst wissen genau, dass wir keine "Zahl oder wir schreiben schlecht"-Spielchen machen - auch wenn wir exklusiv über interessante Erkenntnisse verschiedener Emittenten verfügen, auch wenn wir immer wieder Angebote bekommen: 100.000,- Euro für den und den Artikel ... Wir machen so etwas nicht!


Als dann auch nach Wohlers Anzahlung die Warnung vor seinem potentiellen Kreditvermittler nicht gelöscht wurde, machte Wohlers einen Rückzieher, focht den Beitritt an und wehrte sich mit allen Mitteln gegen die Einhaltung seines kaufmännischen Vertrages.

Die wütenden E-Mails, die DIE ZEIT nun von Maurischat gegen Wohlers zitiert, bekam Wohlers allein deshalb, weil er seinen Vertrag gebrochen hatte und, weil wegen der im Budget fest eingeplanten Summe sogar Arbeitsplätze gefährdet waren.

Maurischat kommentiert die Verdrehung von Ursache und Wirkung durch DIE ZEIT so:

Zitat:


Peinlich, wie DIE ZEIT sich hier vor den Karren spannen lässt, für einen, der wegen dieses Schuldanerkenntnisses Mitte März 2013 zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung geladen ist!


Convent Und was das Angebot von Stephan Schäfer über eine 1,8-Millionen-Teilhaberschaft an GoMoPa.net anbelangt, so war diese an eine Bedingung gebunden:

S&K hätte sich einem nicht von S&K ausgesuchten Wirtschaftsprüfer auf Herz und Nieren prüfen lassen müssen, in dessen Ergebnis der Vorwurf eines Schneeballsystems ausgeräumt hätte sein müssen.

Convent DIE ZEIT fälschte Beweismittel und behauptete, dass es im Vertragsentwurf über den Vergleich über 200.000 Euro sowie einer Beteiligung an GoMoPa.net über 1,8 Millionen Euro eine solche Bedingung nicht gegeben hätte. Unter dem Punkt vier des Entwurfes steht sie aber Schwarz auf Weiß (siehe Ausriss).

Schäfer hat die Bedingung aus heute nachvollziehbaren Gründen nicht akzeptiert. Was soll daran erpresserisch gewesen sein? Es ging um Transparenz und Aufklärung.



Ein merkwürdiger Hauptbelastungszeuge

Als Hauptbelastungszeugen für ein angebliches Erpressungssystem rief DIE ZEIT eine anonyme Person in den Zeugenstand. Anonym kann man natürlich alles Mögliche sagen lassen. Das hat mit Zeugnis ablegen nichts zu tun. Hier entgleiste der ZEIT-Gerichtsprozess gegen GoMoPa.net vollends zu einem Schauprozess.

DIE ZEIT schrieb:

Zitat:


Ein ehemaliger freier Mitarbeiter der Firma beschreibt gegenüber der ZEIT den eigentlichen Zweck des Unternehmens als ein "ausgeklügeltes Schutzgeld-Geschäftsmodell".


Es muss schon ein sehr ausgeklügeltes System sein, dass selbst freie Mitarbeiter in Verbrechen eingeweiht werden.

ACI-Gründer<br /> Uwe Lohmann<br /> (66) © ACI
ACI-Gründer
Uwe Lohmann
(66) © ACI
Welche anderen Firmen noch als Zeugen der ZEIT in Frage kommen sollten, kann GoMoPa.net nur aus der Voranfrage von ZEIT-Wirtschaftsredakteur Christian Tenbrock erahnen.

Demnach seien auch die Firmen ACI Alternative Capital Invest aus Gütersloh und die schillernde Unternehmerpersönlichkeit Lothar Michael Berresheim (58) aus Offenbach von GoMoPa.net erpresst worden.

Die ACI-Chefs Robin (37) und dessen Vater Hanns-Uwe Lohmann (66) warten jeweils auf ihren Betrugsprozess vor dem Landgericht Bielefeld. 1.800 Anleger verloren 76 Millionen Euro.

Verhaftet: Lothar Michael<br /> Berresheim (58)<br /> aus Offenbach
Verhaftet: Lothar Michael
Berresheim (58)
aus Offenbach
Lothar Michael Berresheim sitzt wegen bandenmäßigen Betrugsverdachts in Untersuchungshaft und wartet ebenfalls auf seinen Prozess, der Schaden hier geht in den zweistelligen Millionenbereich.

Die Zeugen der ZEIT sind entweder anonym, werden von der Justiz verfolgt oder brechen Verträge. Die Zeugen von GoMoPa.net sind Richter, Staatsanwälte, Polizisten und Tausende Anleger. Einen Beweis, dass der Kritiker GoMoPa.net selbst Dreck am Stecken habe, konnten die ZEIT-Zeugen nicht liefern.

Es steht zu befürchten, dass sämtliche 14 ZEIT-Zeugen für einen Schaden von über eine halbe Milliarde Euro mit 100.000 geschädigten Anlegern verantwortlich sind.

An der Aufklärung, Aufdeckung und Zerschlagung der kriminellen Strukturen ist GoMoPa.net maßgeblich beteiligt. Hierin liegt der Grund, warum Betrüger immer wieder versuchen, GoMoPa.net so massiv zu verleumden.

Der angeblich erpresste Hamburger Kaufmann Wohlers wurde selbst zum Erpresser und ließ der Richterin, die gegen ihn entschied, sogar mit einem großen Medienbericht drohen.

Wohlers Anwalt, Dirk Feldmann von der Kanzlei Unverzagt von Have aus Hamburg, rief Richterin Clausen am Landgericht Hamburg an und kündigte an, er werde im Nachrichtenmagazin SPIEGEL einen negativen Bericht verbreiten lassen. Die Richterin ließ sich davon nicht beirren. Sie bat ihre Mitarbeiterin, keine Telefonate von Rechtsanwalt Feldmann mehr durchzustellen.

Richterin Clausen schrieb ihrer Mitarbeiterin Julia Vogt am 30. August 2012 zur Begründung folgende Aktennotiz über Feldmann:

Convent

Zitat:


Er kündigt an, dass über diese Geschichte in Kürze eine große Story im SPIEGEL erscheinen werde.

Ich sage nüchtern, dass ich das am Telefon von ihm gar nicht wissen möchte, da ich allein aufgrund des Parteivortrages entscheide und hier das Problem ist, dass der Gegenseite (GoMoPa.net - Anmerkung der Redaktion) nicht einmal Gehör gewährt werden kann.

Er sagt, dass der SPIEGEL mich doch interessieren müsste. Ich sage, dass er jetzt doch nicht ernsthaft mit solchen Mitteln Einfluss nehmen wolle. Er: Doch, genau das wolle er...


Beim SPIEGEL hat es Wohlers Anwalt nicht geschafft. DIE ZEIT ist sich für so etwas nicht zu schade.

Übrigens: Im Fall Wirecard kam die Bande von Wirtschaftsjournalisten und Aktienmanipulatoren vor Gericht. Die führenden Köpfe erhielten hohe Haft- und Geldstrafen. GoMoPa.net gehörte nicht dazu und wurde nicht angeklagt. Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt. Die Medien, die im großen Rummel über GoMoPa.net hergezogen sind, haben das nicht mehr richtig gestellt. Warten wir mal ab, was für Vorwürfe kommen, wenn die DIE ZEIT einen medialen Shitstorm auslöst. Die Frage ist, wer reibt sich aus welchem Grund die Hände? Nun denn...

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02. Mai 11

Haifischbecken Musikindustrie


Convent Offiziell sind die Musikproduzenten Erwin (48, Foto) und Bianca Hültzbeck (41) aus Heinsberg in Nordrhein-Westfalen schon seit 2008 privat und geschäftlich insolvent.

"Wir haben ja immense Verluste (360.000 Euro) von der Pleite der GSiMUSIC in Deutschland aufzuarbeiten. Alleine 65.000 Euro haben wir privat an den tollen Künstlerinnen TSCHILLY, NINA und ARIESNN verloren", schrieb Erwin in jenem Jahr an seinen Ex-Tontechniker Florian Z. (30) nach Bielefeld.

Das hielt Erwin und Bianca aber nicht davon ab, im Pleitejahr 2008 in Benferri an der Costa Blanca in Spanien eine Traumvilla zu beziehen. Erwin mailte nach Deutschland: "Unser neues Domizil liegt zirka 45 Kilometer südwestlich von Alicante und zirka 15 Kilometer westlich von Torrevieja beziehungsweise 6 Kilometer von ORIHUELA CIUDAD. Wir haben uns extra kein Haus in der Strandnähe genommen, weil wir doch mehr innerhalb der spanischen Bevölkerung leben möchten und nicht bei den TOURIS."

Erwin weiter: "Wir haben insgesamt 240 Qudratmeter Wohnfläche und einen großen Pool, einen Garten und auf jeden Fall sehr viel Platz."

Convent Und in einer zweiten E-Mail kurz vor Weihnachten 2008: "Wir haben das neue Tonstudio aufgebaut und sind bereits fleißig. Ab Januar eröffnen wir unsere DEUTSCHE MUSIKSCHULE und im Sommer unsere RADIO STATION EL RADIO."

Fragt man sich doch: Wie machen die beiden Pleitiers das bloß?

Denn Bianca nannte sich zwar Direktorin, aber eigentlich hat sie lediglich eine Ausbildung als Kosmetikerin, und ihre Firma Bianca Cosmetics Limited kann nicht wirklich viel abgeworfen haben - sie wurde schließlich am 16. September 2010 von Amts wegen in Heinsberg gelöscht. Erwin ist ein frühpensionierter Polizist. Er kassiert zwar eine Rente, aber für das süße Leben im Süden und drei schulpflichtige Kinder dürfte sie zu mager sein. Also wie?

Convent Die Antwort findet man möglicherweise auf Musiker-Börsen wie Popdanceradio, Music Two Deals oder Musik-anzeigen.net. Da sucht zum Beispiel die Firma "Park11studio" aus Alicante Sängerinnen für ein neues Internationales Girl Group Project und Solokünstlerin für Musikproduktionen. Am Ende winke ein Plattenvertrag. Man gehöre zu den Top20 in Europa und USA, verspricht der Lockruf-Text.

In E-Mails behauptet dann gar eine Lupina Wolf von einer "LW Artist Consulting" aus Alicante: "Ich bin an der Spitze der Musikindustrie".

Das Park11Studio ist das Studio, in dem Erwin an den Reglern steht. Und hinter Lupina Wolf verbirgt sich in Wahrheit seine Frau Bianca. Die Werbe-Masche scheint aber viele junge Talente anzulocken. Schon im Frühjahr 2009 mailte Erwin seinem Ex-Tontechniker: "Wir konnten tolle neue Künstler unter Vertrag nehmen, und wir produzieren eine tolle neue Girl Group mit 4 Mädchen, eine Boy Group mit 5 Jungs, 4 Einzelkünstler International Pop + Rock, eine Musicalsängerin aus Österreich und 3 neue Schlagersängerinnen und Schlagersänger. Jeden Tag bekommen wir über 10 neue Bewerbungen rein, und es läuft alles bestens."

Alles bestens - nur nicht für die Künstler

Soweit der schöne Schein, wie er von Erwin Hültzbeck beschrieben wird. Doch die GSiMusic hat seit 2005 eine Spur von Tränen und Nervenzusammenbrüchen bei den Sängerinnen hinterlassen, die den Versprechungen von Erwin und Bianca geglaubt hatten und ihre Unterschrift unter Verträge setzten, die sie praktisch zu rechtlosen Marionetten machten.

Einerseits mussten die Künstlerinnen laut Vertrag den Produzenten kostenlos zur Verfügung stehen. Anderseits stellte das Produzententeam dicke Rechnungen aus: Eine Tonstudiostunde kostet 70 Euro, das Mastering 1.200 Euro, 3.000 Maxi-CDs herzustellen kosten 4.000 Euro. Bei Unverkäuflichkeit der Maxis verlangte das Studio schon mal rund 8.000 Euro für entgangene Gewinne.

Convent Die beiden gerade mal 22 Jahre jungen Realschul-Abgängerinnen Nebiha und Nihal Celenler aus Aachen sollten im Jahre 2008 an Erwin und Bianca erst 130.000 Euro und am Ende sogar eine Viertelmillion Euro Schadenersatz zahlen, weil die Zwillinge erkrankt waren und nicht auftreten konnten. Die Zwillinge traten kurz in der vierten Staffel von Dieter Bohlens "Deutschland sucht den Superstar" auf. Nach der Krankheit der einen flog auch die zweite Sängerin raus. Die Aachener Zeitung schrieb: "Nach dem Superstar-Auftritt gibt es heftige Probleme mit der Musikfirma".

Die GSiMusic Ltd. & Co. KG (reichte am 28 Mai 2008 Insolvenz ein) wollte mit den Mädchen Kasse durch die Aufnahme einer CD und durch Auftritte in Diskotheken oder auf Wochenmärkten machen, wie die Aachener Zeitung schrieb. Doch die Künstlerinnen brauchten schließlich einen Anwalt, nachdem Erwin den Mädchen wie ein Sklavenhalter aufs Band sprach: "Ich schicke Euch Kanaken zurück in die Türkei oder nach Marokko" , "Ich habe die Schnauze voll von euch Idioten" sowie "Und jetz beweg Deine Muse, sonst beweg ich Deinen Arsch". Der Aachener Anwalt Ulrich Ropohl hörte sich das an und erklärte das Vertragsverhältnis für beendet.

Doch Erwin und Bianca dachten nicht daran, die Mädchen ziehen zu lassen. Sie bombardierten sie nicht nur mit horrenden Rechnungen. Sie stalkten die Sängerinnen, und zwar so geschickt, dass man Bianca als Direktorin nichts anhaben konnte. Ein Benny Kennath, den keiner kennt, verbreitete in einer Presseerklärung an den Aachener Zeitungsverlag, die Mädchen seien "unverschämt und kriminell".

Für den Anwalt der Mädchen ein klarer Vertragsbruch, die Mädchen waren doch nur krank. Bianca als Direktorin gab am nächsten Tag eine Erklärung raus, wo sie dann den forschen Benny Kennath rügte, aber dennoch unterstrich, dass die Mädchen gerade ihre Karriere vermasseln würden.

Nachdem der Anwalt der Sängerinnen die Honorarforderungen abschmetterte, versetzte Bianca den Mädchen den öffentlichen Todesstoß: Über ihr so genanntes Artistmagazin ließ Bianca auf RTL.de verbreiten, dass den Zwillingen Drogen- und Sex-Gerüchte vorgeworfen würden.

Nach Aussagen von Anwalt Ropohl trauten sich die Sängerinnen nicht mehr ins Studio. Ihre Karriere war beendet.

Ex-Tontechniker wurde nicht bezahlt

Florian Z. heuerte im Frühjahr 2008 bei GSiMusic an, weil Bianca Hültzbeck ihn per E-Mail anschrieb und ihm einen Job als Tontechniker mit einem Gehalt von 3.000 Euro in Aussicht stellte. Doch der Job entpuppte sich dann als Trainingsmaßnahme des JobCenters. Eine Dame in der Verwaltung der GSiMusic sei unter den gleichen Voraussetzungen beschäftigt gewesen. Sie habe bereits vorzeitig ihre Tätigkeit beendet.

Florian Z. hielt durch und hatte die Arbeit mit den Zwillingen betreut, die man unter dem Bandnamen AriesNN kannte. Z. erinnert sich an "Unstimmigkeiten mit dem Duo und der GSiMusic, was anscheinend zu großen Streitigkeiten und dem Ausbleiben von Tourterminen geführt haben soll." Eine weitere Künstlerin sei Nina Barton gewesen. Florian Z.: "Nach meinem Empfinden gab es auch hier Reibungspunkte mit der GSiMusic. Gelegentlich gaben sich Bianca und Erwin Hültzbeck als Lupina Wolf und Ven Visagi aus. Häufiger vielen in meiner Gegenwart die Drohungen, Künstler, mit denen es Streitigkeiten gab, zu verklagen."

Florian Z. wurde nach Strich und Faden veräppelt. Er lehnte alle fremden Angebote ab, weil ihm nach der Trainingsmaßnahme der Job sicher sein sollte. Am Wochenende vor dem Jobantritt wurde ihm telefonisch mitgeteilt, man könne sich keinen Tontechniker leisten. Stattdessen bot Erwin dem Tontechniker an, ihn zu seinem Partner ohne Handelsregistereintrag oder Gewerbeanmeldung zu machen und mit ihm das Risiko finanzieller Investitionen zu tragen. Florian Z.: "Ich habe abgelehnt. Zu einer Entlohnung ist es nicht gekommen."

Mit dem neuen Domizil in Alicante hat sich der Arbeitsstil von Bianca und Erwin kaum verändert. Das bekam schmerzlich auch die als DSDS-Teufel (siebte Staffel) bekannt gewordene Bernauer Sängerin Mabel Winkler (21) zu spüren. Sie war im November 2010 auf eine Anzeige von Bianca und Erwin hin mit ihrer Mutter Heidi nach Spanien geflogen und unterschrieb einen Musikverlegervertrag mit einer Lupina Wolf und einer Firma GSiMusic Publishing House, ohne zu wissen, dass diese Firma schon am 11. Mai 2010 im englischen Handelsregister von Amts wegen gelöscht worden war.

Mabel Winkler brachte sogar einen selbstverfassten Song mit "Who is the Guy". Wie sich heute herausstellt, hat er das Zeug zu einem Hit. Aber Lupina Wolf alias Bianca Hültzbeck stellte drei nichtssagende und gleichlautende Meldungen in kostenlose Presseportale ein, die so gut wie gar nicht in den Kulturredaktionen landen. Mabel sollte in der U-Bahn, in Einkkaufszentren, Straßenbahnen, in Hotels und Kneipen als Straßenmusikantin arbeiten.

Doch das war gar nicht das Schlimmste, sagte die Künstlerin dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net: "Trotz meines Bekanntheitsgrades als Maybel sollte ich plötzlich zu einer erfundenen kanadisch-französischen Sängerin namens YRA-Lords (Y-Rock) werden. Da merkte ich, dass sie gar nicht an meinem Erfolg interessiert sind. Ich kündigte den Vertrag und sang als Maybel weiter. Und hatte Erfolg. Ich sang Open Air, wurde nach Frankfurt/Oder und Dresden eingeladen. Ich wechselte das Management."

Seitdem wird Mabel Winkler von Lupina Wolf alias Bianca Hültzbeck mit einer Stalkingkampagne überzogen. Als spanische Firmen Lupina Wolf "LW Artist Consulting" & GSiMusic (GSiMUSIC Label Group, GSiMUSIC Musikverlag, GSiMUSIC Publishing) melden sich die beiden Firmen aufgrund von Veranstaltungshinweisen, die auf der Webseite Maybel.de im Internet öffentlich einsehbar sind, bei den dort genannten Veranstaltern und fordern völlig unberechtigt Gagen, Gagenoffenlegungen oder GEMA-Lizenzgebühren.

Bei Nichtbefolgung wird den Veranstaltern straf- und zivilrechtliche Verfolgung angedroht. Einige Veranstalter wurden dadurch so verunsichert, dass bei weiteren geplanten Veranstaltungen Unklarheiten wegen dieser Behauptungen ausgeräumt werden mussten. Anschließend meldeten sich die spanischen Firmen bei Maybel Music und forderten Geld. Man sei "oben in der Musikindustrie" und sitze am längeren Hebel. Von jedem Auftritt fordert Bianca Hültzbeck 20 Prozent Gage im I. Quartal 2011 waren das 440 Euro. Bianca droht mit Inkasso und klebt an der Künstlerin wie Teer.

Mabel Winkler schrieb an Lupina Wolf eine E-Mail, sie doch endlich in Ruhe zu lassen:

Zitat:


Hallo Lupina,

ich kann immer noch nicht glauben, dass ich an Betrüger wie euch geraten bin. Euretwegen hatte ich starke psychosomatische Probleme. Nur der Unterstützung und Kraft meiner Familie ist es zu verdanken, dass es mir heute etwas besser geht. Ich hätte nicht gedacht, dass in einzelnen Personen konzentriert so viel menschlicher Unrat existieren kann.

Lupina, Du und Ven haben mir immer gesagt, dass es in der Musikbranche keine Freunde gibt. Nun weiß ich, dass Ihr diese Bewertung auf Euch bezogen habt.

Lupina, sage Ven, dass er wissen sollte, wann man aufhören muss. Aber Gier und niedere Beweggründe treiben ihn, bei Strafe Eures Untergangs, in seinem kriminellen Handeln immer weiter.


Biance Hültzbeck alias Lupina Wolf antwortete darauf:

Zitat:


Mein ist die Rache sprach Gott. Und Gott ist in uns allen. Und ich glaube an göttliche Gerechtigkeit. Lupina.


Mabel Winkler gehört zu den wenigen Künstlerinnen, die sich nicht einschüchtern und psychisch unter Druck setzen lassen. Viele andere jedoch hatten und haben gegen die Masche des Produzententeams aus Alicante keine Chance.

Also Vorsicht, falls Sie von einer Bianca Hültzbeck-Wiesemann, Lupina Wolf, Carla Maria Valdez, Mona Landner, Virginia la Rose oder einem Erwin Erich Wilhelm Aven Hültzbeck alias Ven Visagi, Steven Richmann, Lenny, Avenheart, Revolution 4 Life, Double V, Paul Adams oder Arther Human kontaktiert werden.

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05. Mai 10

Die doppelte Buchführung


Convent Die Päpste in Rom hatten jahrzehntelang eine doppelte Buchführung. Über frei erfundene Stiftungen für Bedürftige wurden Milliarden Euro Schwarzgelder von und für Politiker und hohe italienische Staatsbeamte gewaschen. Das enthüllt das Buch "Vatikan AG" des italienischen Panorama-Zeitungsredakteurs Gianluigi Nuzzi (Foto, GoMoPa.net), das am 26. März 2010 zum ersten Mal in die deutschen Buchläden kam.

In Österreich ist das Buch (22,50 Euro, ecowin) seit dem 25. März 2010 zu haben und landete dort sofort auf die Top-100-Bestsellerliste.

Mit schonungsloser Genauigkeit beweist Nuzzi auf 356 Seiten, dass neben der offiziellen Vatikanbank, dem Institut für die Werke der Religion (IOR), auf dem Petersplatz in Rom ein paralleles, geheimes IOR existierte, das mit wohltätigen Zwecken nichts zu tun hatte.

Bestechung statt Heilige Messen

So kam es vor, dass über das Spendenkonto für Heilige Messen (je Heilige Messe 10.000 Euro) viele Millionen Euros für Schmiergelder an korrupte Politiker und hohe Geistliche und deren Sippe, aber auch in dubiose Finanzspekulationen bis hin zu Bankenübernahmen geflossen sind.

Nach dem Motto "Vom Ave Maria allein kann man nicht leben" konnte ein vom Papst eingesetzter Prälat (geistlicher Führer) über die Köpfe der Bankdirektoren des IOR hinweg und ohne Kontrolle schalten und walten, wie es ihm beliebte. Seine Anweisungen wurden bedingungslos ausgeführt. Sein Netzwerk war riesig.

Praktisch alle großen Banken- und Firmencrashs Italiens haben Spuren ins IOR.

Damit zum Beispiel das italienische Parlament der Verstaatlichung eines nicht zu rettenden Chemiekonzerns namens Enimont zustimmte, der dann 1991 nach einem Jahr tatsächlich in Konkurs ging, flossen laut Mailänder Staatsanwaltschaft von 130 Milliarden Lire (70 Millionen Euro) an Enimont-Schmiergeldern allein 88,9 Milliarden Lire (50 Millionen Euro, also gut zwei Drittel) über das IOR, und zwar in Form von 234 eingelösten Staatsanleihen, die zuvor auf Konten einer gar nicht existierenden, aber so benannten Kardinal-Spellmann-Stitung eingezahlt und von dort aus geschickt weiterverteilt worden sind. Zeichnungsberechtigter dieses Kontos war nach IOR-Unterlagen auch der siebenmalige italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti von der ehemaligen katholischen Volkspartei Democrazia Cristiana, die den Deal mit Enimont durchboxte.

Nachfragen von Staatsanwälten und Richtern scheiterten regelmäßig an den Mauern des Vatikanstaates und der diplomatischen Immunität (Straffreiheit nach Artikel 11 der Lateranverträge zwischen Italien und dem Heiligen Stuhl). Keine Auskunft. Keinen Einblick. Kein Abhören. Keine Durchsuchung. Keine Verhaftung. Keine Bestrafung. Das IOR war eine unangreifbare Offshore-Geldwäsche mitten in Europa. Und jeder, der wollte und einen guten Kontakt zur Nomenklatura des Vatikans hatte, konnte und kann am Schalter im Nikolaus V. Festungsturm, dem Sitz der Bank in Rom, ein Konto eröffnen, wenn er sich nur verpflichtet, wenigstens ein bisschen für wohltätige Zwecke zu spenden. Dafür bekommt man ein Nummernkonto, Schließfach, Debitkarten, Schecks und internationale Bankverbindungen. Und einen Decknamen. Andreotti hieß zum Beispiel Omissis.

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net traf den Buchautor Gianluigi Nuzzi im Berliner Hotel Adlon zum Interview.

GoMoPa.net: Herr Nuzzi, wie hat der Heilige Stuhl auf Ihre Enthüllung reagiert?

Nach 20 Jahren abgelöst:<br /> Bankchef Angelo Caloia (70)
Nach 20 Jahren abgelöst:
Bankchef Angelo Caloia (70)
Nuzzi: "In Italien erschien mein Buch ja bereits im Mai 2009. Ich habe dem IOR-Präsidenten Professor Angelo Caloia (70) persönlich ein Exemplar überbracht. Er schien davon völlig überrascht zu sein. Er hat wohl niemals für möglich gehalten, dass die Buchführung jemals öffentlich werden könnte. Er reichte seinen Rücktritt ein. Papst Benedikt XVI. wechselte am 23. September 2009 die gesamte Führungsriege des IOR aus."

GoMoPa.net: Hat sich dadurch tatsächlich etwas verändert?

Nuzzi: "Oh ja, man machte im Vatikan einen sauberen chirurgischen Schnitt. Im Januar 2010 strich Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone den zentralen Posten des Prälaten aus dem Organigramm der Papstbank. Der Posten des Prälats wurde abgeschafft, ein Amt, das ein gewisser Donato de Bonis jahrelang ausgenutzt hat, um Schmiergelder und Girokonten italienischer Spitzenpolitiker, deren Namen geheim gehalten wurden, zu verwalten. Ohne jede Vorwarnung wurde nun der aktuelle Prälat des IOR, Piero Pioppo, aus dem Vatikan abberufen. Er wird Apostolischer Nuntius in Kamerun und Guinea-Bissau."

GoMoPa.net: Wie sieht es mit der Geldwäsche aus?

Nuzzi: "Nach Unterzeichnung einer Währungsvereinbarung mit der Europäischen Union unterliegt der Vatikan nunmehr den in der EU geltenden Gesetzen zur Verhinderung von Geldwäsche. In Zukunft wird das IOR, das mehr als fünf Milliarden Euro Ersparnisse von Orden, kirchlichen Einrichtungen und Diözesen weltweit verwaltet und die Gewinne daraus unmittelbar dem Papst zur Verfügung stellt, keine Offshore-Bank mehr sein, die außerhalb jeglicher Kontrollvorschriften steht und ihren Mitarbeitern Straffreiheit zusichert."

GoMoPa.net: Warum ging die Vatikanbank diesen schweren Weg, sie hätte doch ihr Buch einfach als Lüge verteufeln können?

Der Buchhalter:<br /> Renato Dardozzi
Der Buchhalter:
Renato Dardozzi
Nuzzi: "Nein, die Dokumente, auf die sich mein Buch stützt, sind alle echt. Sie stammen von Monsignore Renato Dardozzi, einem führenden Mitarbeiter des IOR, der als Kontrolleur vom Papst bestellt war. Dardozzi hat zwar zu Lebzeiten geschwiegen. Aber er hat alle Vorgänge dokumentiert und in die Schweiz geschmuggelt. Erst nach seinem Tod im Jahre 2003 wurde sein Geheimarchiv gefunden. In seinem Testament verfügte er, dass alles veröffentlicht werden soll. Die Testamentsvollstrecker vertrauten sich der italienischen Wochenzeitung Panorama an, die als gemäßigt gilt und bei der ich Redakteur für solche Themen bin. So kam ich zu den Dokumenten."

GoMoPa.net: Und konnten Sie ungestört arbeiten?

Nuzzi: "Nein, ich lebe schließlich in Italien. Die Polizei fing an, mich zu überwachen. Das ging so weit, dass die Beamten sogar den Namen meiner Labradorhündin Mathilde recherchierten und auch, zu welchem Osteoporosen meine Schwiegermutter ging. Meine Familie wollte nicht, dass ich das Buch schreibe, weil sie nicht wollte, dass mir was zustößt. Ich musste es einfach tun, ich bin Journalist. Der Vatikan versuchte, die Angelegenheit nach außen hin totzuschweigen. Im Fernsehen, über das sich in Italien 80 Prozent der Bevölkerung informiert, kam gar nichts. Dennoch wurde mein Buch in Italien binnen weniger Monate 250.000 Mal verkauft und musste schon elf Mal neu aufgelegt werden. Die Vatikanmitarbeiter trauen sich nicht, es offen zu kaufen. Aber man sieht die Würdenträger mit weißen undurchsichtigen Plastiktüten aus Buchhandlungen herauskommen."

GoMoPa.net: Der alte IOR-Präsident Professor Angelo Caloia vertrat die Freimaurerloge Propaganda Due (P 2), der auch Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi angehören soll (man fand seine Mitgliedsnummer). Der neue IOR-Chef Professor Ettore Gotti Tedeschi soll dagegen dem erzkatholischen Orden Opus Dei (Das Werk Gottes) angehören, deren Ziel es ist, Kontrolle in Wirtschaft und Politik zu übernehmen. Ist die Vatikanbank Spielball von Geheimbünden?

Die Vatikanbank in Rom
Die Vatikanbank in Rom
Nuzzi: "Ob P 2 oder Opus Dei, das spielt keine entscheidende Rolle. Der Heilige Stuhl wird immer auch von sich aus versuchen, weltlichen Einfluss auszuüben. Aus meiner Sicht wird es im Vatikan immer Kräfte geben, die separatistische Strömungen im Vereinten Europa unterstützen werden. Das hat nichts mit P 2 oder Opus Dei zu tun. Der Vatikan vertritt zum Beispiel auch USA-Interessen."

GoMoPa.net: Welche Rolle kommt dabei der Vatikanbank zu?

Nuzzi: "Nun, die Bank hat in den vergangenen Jahren meist Gold gekauft. Jetzt ist die Bank dazu übergegangen, wie schon in den 60er Jahren, wieder Staatsanleihen zu kaufen. Der Erzbischof von Genf hat als Vorsitzender der Bischofskonferenz jüngst 100 Millionen Euro an Bonds mit anderthalbjähriger Laufzeit gezeichnet. Das ist ein möglicher Weg, um auf andere Banken und Unternehmen und damit auch auf Politiker mehr Einfluss ausüben zu können."

GoMoPa.net: Herr Nuzzi, vielen Dank für das Gespräch.

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01. Mai 09, 02:00:00

Gold ist Wette auf die Krise, Silber Platin und Palladium auf die Konjunktur


Gold hat Hochkonjunktur. Immer mehr Anleger flüchten zur Zeit ins Gold, weil es Sicherheit und Wertbeständigkeit verspricht. Gold ist zugleich ein Mythos. Deshalb ist die Anlage in Gold auch immer eine Anlage des Gefühls, weiss Wolfgang Heraeus vom Hanauer Technologiekonzern Heraeus, dessen Mitarbeiter in der Edelmetallschmelze wegen der großen Nachfrage immer wieder Überstunden schieben. Heraeus: Es ist sicherlich eine Anlage, die funktioniert, weil viele Leute daran glauben und weil sie Beständigkeit hat. Es ist auch anders als Geld, das man beliebig nachdrucken kann. Es gibt nur 2.500 Tonnen Gold, die jedes Jahr neu auf den Markt kommen.

Deshalb sollte man einen kleinen Teil des Vermögens, sicherlich nicht 50 Prozent, auch nicht 30 Prozent, sondern fünf bis zehn Prozent in Gold anlegen. Beimischung nennt das der Finanzprofi.

Der Mythos des Goldes liegt darin, dass es immer einen Wert hatte. Im alten Rom kostete eine Tunica umgerechnet eine Unze (rund 31,1 Gramm) Gold. Heute, 200 Jahre später, bekommt man für denselben Gegenwert einen sehr guten Herrenanzug. Aber auch in der Krise gilt: Die Goldmenge ist begrenzt.

Ganz anders Bargeld. Wenn der Staat die Notenpresse anwirft, ist der Wert des Geldes schnell dahin. Edelmetall-Analyst Thorsten Proettel von der Landesbank Banden-Württemberg in Stuttgart: Bei allen Anlagen haben wir ein Emmitentenrisiko, das heisst, dass ein Gläubiger auch Konkurs gehen könnte. Aktiengesellschaften, Anleihen. Mit Gold kann man nicht Pleite gehen. Gold hat als Rohstoff immer einen Wert. Kurz- bis mittelfristig schwankt der Goldpreis enorm. Wer 1980 gekauft hat, kommt erst in diesen Tagen auf seinen Anschaffungswert. Während der Finanzkrise fiel der Goldkurs um bis zu 30 Prozent. Schuld daran ist die Schmuckindustrie, die weniger Schmuck verkaufte und deshalb auch weniger Gold einkaufte. Aber auch der schwankende Dollarkurs, der manchen einen Strich durch die Rechnung machte, der hierzulande Gold gekauft hat.

Was den derzeitigen Goldboom antreibt und den Goldpreis steigen lässt, ist die Angst vor der Superkrise. Auf Anlegermessen ist Gold das beherrschende und von der Finanzbranche stark propagierte Thema. Dass die Sparer auf den Gold-Zug aufspringen, wird auch an den Mittelzuflüssen in börsengehandelte Fonds mit physischer Hinterlegung deutlich, die bis Ende April diesen Jahres 13,3 Milliarden US-Dollar betragen haben. Die Mittelzuflüsse des Gesamtjahres 2008 in Höhe von 9,5 Milliarden USDollar wurden damit schon im Frühjahr 2009 weit überschritten.

Münzen, Goldbarren oder Goldpapiere

Wer Sicherheit in Gold sucht, muss erst mal für das Lagern zahlen und später Abschläge beim Wiederverkauf einkalkulieren. Längerfristig wird der Goldpreis wieder nach unten gehen. Die Kosten unterscheiden sich je nach Form, in der man das Gold kauft. Münzen verzeichnen die höchsten Kosten bei Ankauf, Lagerung und Abschläge beim Verkauf. Barren sind günstiger im Einkauf, verursachen aber hohe Lagerkosten und haben auch Abschläge im Verkauf.

Börsengehandelte Goldzertifikate, also Papiere über den Besitz von Gold, schneiden in allen Punkten besser ab. Hinter den Papieren sollte aber tatsächlich gekauftes Gold stehen. Der Nachteil besteht darin, dass man mit den Goldpapieren abhängig vom Herausgeber bleibt.

Fazit: Goldkauf ist eine Wette auf die Krise. Er zahlt sich nur aus, wenn es mit der Wirtschaft weiter bergab geht.

Silber, Platin und Palladium für kommende Konjunktur kaufen

Landesbanker Proettel: Nun gibt es gute Gründe, warum der Goldpreis auch nach Überwindung der gegenwärtigen Krise langfristiges Potenzial hat. Hierzu gehören beispielsweise das nicht beliebig erweiterbare Angebot, zunehmende Inflationsängste sowie eine wachsende Bevölkerung in Ländern mit hoher Schmucknachfrage. Im konjunkturellen Aufschwung dürften allerdings eher die weißen Edelmetalle die Gewinner sein.

Bei Silber, Platin und Palladium stammen jeweils mehr als 50 Prozent der Nachfrage aus dem industriellen Bereich, dessen schwache Entwicklung hauptsächlich für das derzeit niedrige Preisniveau verantwortlich ist. Umgekehrt dürfte der Bedarf bei einer konjunkturellen Belebung wieder zunehmen und die Preise positiv beeinflussen. Hinzu kommt, dass die Anleger bei den weißen Edelmetallen unterinvestiert sind. Die Mittelzuflüsse in Silber-, Platin- und Palladium-Fonds betrugen in diesem Jahr mit insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar lediglich einen Bruchteil des Wertes aus dem Goldbereich. Noch ist es allerdings zu früh, um das Ende der Wirtschaftskrise ausrufen zu können.

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01. Mai 08

Steuerhinterziehung durch Banken

Bradley Birkenfeld ist ein ehemaliger Mitarbeiter der Schweizer Großbank UBS und hat vor einem US Gericht ausgesagt, mit welchen Tricks und Betrügereien die Bank Kunden geholfen haben soll, Steuerzahlungen in Millionen-Dollar-Höhe zu umgehen. Mit diesem Kronzeugen zwingen US-Behörden nun die Bank dazu, Tausende von Kundendaten herauszugeben. Mehr als 20 MRD USD von US Bürgern sollen mit Hilfe der UBS nicht versteuert worden sein!

Große Fehler auf dem US Immobilienmarkt sowie im Anlage- und Risikomanagement zwangen die Großbank erst kürzlich dazu, weitere 37 MRD US-Dollar abzuschreiben. Frisches Kapital aus Singapur und arabischen Staatsfonds glichen die Verluste kurzfristig aus. 16 MRD SFR wurden zusätzlich bei Aktionären eingesammelt. Bedenklich, denn all das passiert einer der renommiertesten Banken - und dem größten Vermögensverwalter - der Welt!

Nun könnte ein Urteil des US-Bundesgerichts Miami den eidgenössischen Supergau auslösen. Es verpflichtet das Bankhaus zur Herausgabe der Daten ihrer amerikanischen Kunden. Damit hat die gefürchtete US-Steuerbehörde IRS die Möglichkeit, Konten ihrer Bürger einzusehen! Die UBS wird es schwer haben, wieder Vertrauen aufzubauen, aber was wird zukünftig aus dem Vertrauen und dem Image des Finanzplatzes Schweiz generell?

 

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